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StartseiteWirtschaft und GesellschaftÜberweisungen innerhalb der EU sollen günstiger werden28.03.2018

EU-KommissionÜberweisungen innerhalb der EU sollen günstiger werden

Die EU-Kommission will die Kosten für Euro-Überweisungen in der gesamten EU senken. Demnach sollen für die Überweisungen einheitliche Kosten gelten, ganz gleich, ob im Absende- oder Empfängerland bereits der Euro eingeführt worden ist oder nicht.

Von Peter Kapern

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Ein Kugelschreiber liegt auf einem Blanko-Überweisungsträger. (Uwe Anspach dpa/lhe )
Ein Blanko-Überweisungsträger (Uwe Anspach dpa/lhe )
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Wer innerhalb der Eurozone Geld überweisen möchte, steht als Verbraucher bereits unter dem Schutzschirm der EU-Kommission. Die hat nämlich vor Jahren schon SEPA eingeführt, den einheitlichen Euro-Zahlungsraum. Der sorgt dafür, dass die Überweisung von 50 Euro von Italien nach Finnland maximal Cent-Beträge kostet. Wenn das Geld aber bei der Überweisung die Grenze des Euroraums passieren soll, sieht das mit den Kosten ganz anders aus, erläuterte EU-Kommission Valdis Dombrowskis heute in Brüssel:

"Stellen Sie sich vor, Sie leben in Bulgarien und wollen ebenfalls 50 Euro nach Finnland überweisen. Dort greifen die bisherigen EU-Regeln nicht, und dann kann diese Überweisung nach Finnland bis zu 24 Euro kosten."

Das will die EU-Kommission mit ihren neuen Regeln ändern. Danach sollen für Euro-Überweisungen innerhalb der EU einheitliche Kosten gelten, ganz gleich, ob im Absende- oder Empfängerland bereits der Euro eingeführt worden ist oder nicht.

"Das würde bedeuten, dass grenzüberschreitende Überweisungen in Euros genau so viel kosten dürfen wie Inlandsüberweisungen, ganz egal in welchem EU-Land. Die Kosten würden damit auf ein paar Cent oder sogar auf Null sinken."

Zahlungsdienstleister müssen künftig Kosten offenlegen

Das Einsparpotential für private Verbraucher und Unternehmen in Europa sei enorm, so Kommissar Dombrovskis. Rund eine Milliarde an Überweisungsgebühren pro Jahr könnten sie streichen, sobald der Kommission-Vorschlag umgesetzt ist.

Von einem weiteren Gesetzesvorschlag der Kommission sollen vor allem Bürger profitieren, die regelmäßig in EU-Staaten mit einer anderen Währung reisen und dort Geld aus Bankautomaten ziehen oder ihre Kreditkarten für Zahlungen einsetzen. Häufig stehen sie dann vor der Frage, ob sie die Transaktion in der lokalen Währung oder in der Währung ihres Heimatlandes durchführen wollen. Für beide Verfahren gelten häufig sehr unterschiedliche Kosten, die aber nicht ausgewiesen werden. EU-Kommissar Valdis Dombrowskis:

"Wenn Sie Geld abheben oder mit der Karte zahlen in einem Land, dass eine andere Währung nutzt als Ihr Heimatland, dann ist es häufig fast unmöglich zu erfahren, welche Kosten dafür anfallen. Normalerweise finden Sie das erst Tage später raus, wenn sie auf Ihren Kontoauszug schauen."

Der Vorschlag der Kommission sieht vor, dass die Anbieter von Zahlungsdiensten künftig alle Kosten offenlegen müssen, die den Verbrauchern berechnet werden. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde soll dafür technische Regulierungsstandards erarbeiten, damit die Regelung in drei Jahren in Kraft treten kann. Bis dahin will die EU-Kommission pauschal ein Höchstlimit für solche Transaktionen festlegen.

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