Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland
Führende US-Republikaner besorgt - Pistorius: "Abzug war absehbar"

Die angekündigte Reduzierung der US-Truppen in Deutschland stößt bei führenden Republikanern im US-Kongress auf Kritik. Bundesverteidigungsminister Pistorius reagierte betont gelassen und verwies auf die gestiegene Verantwortung Europas für die eigene Sicherheit.

    Sonnenuntergang hinter dem Kapitolgebäude der Vereinigten Staaten in Washington DC
    Das Kapitol in Washington, D.C., Sitz des US-Kongresses mit seinen beiden Kammern, dem Senat und dem Repräsentantenhaus (picture alliance / Zoonar / Offenberg)
    Die Vorsitzenden der Verteidigungsausschüsse von Senat und Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, Wicker und Rogers, zeigten sich "sehr besorgt über die Entscheidung, eine US-Brigade aus Deutschland abzuziehen". Jede wesentliche Änderung der Truppenpräsenz in Europa müsse mit dem Kongress und mit den Verbündeten der USA abgestimmt werden, erklärten die republikanischen Politiker. Eine voreilige Reduzierung amerikanischer Truppen in Europa könne die Abschreckung ‌untergraben ‌und ein falsches Signal an den russischen Präsidenten Putin senden.

    Pistorius und NATO verweisen auf europäische Verantwortung

    Laut Bundesverteidigungsminister Pistorius war der angekündigte Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland absehbar. Man müsse mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen, erklärte der SPD-Politiker in Berlin. Deutschland sei dabei auf einem guten Weg.
    Klar sei, dass die NATO europäischer werden müsse, um transatlantisch bleiben zu können, sagte Pistorius und betonte zugleich das gegenseitige Interesse an einer Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa.
    Der CDU-Politiker und außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, zeigte sich beunruhigt. Hardt sagte im Deutschlandfunk, mit der Ankündigung aus Washington werde das gemeinsame Abschreckungsnarrativ, dass man als NATO-Parter in Europa zusammenstehe, ein Stück weit unterminiert.

    NATO: Europa muss sich stärker engagieren

    Die NATO zeigte sich von Trumps Plänen überrascht. Man arbeite mit den USA zusammen, um die Details ihrer Entscheidung zur Truppenpräsenz in Deutschland zu ergründen, erklärte eine Sprecherin.
    Die Anpassung unterstreiche aber die Notwendigkeit, dass Europa sich stärker im Verteidigungsbündnis engagiere, mehr in die Verteidigung investiere und einen größeren Teil der Verantwortung für die gemeinsame Sicherheit übernehme.
    US-Verteidigungsminister Hegseth hatte den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland angeordnet. Dieser soll in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein. Es wird gemutmaßt, dass die Entscheidung eine Reaktion auf kritische Äußerungen von Bundeskanzler Merz zum Irankrieg ist.
    Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte. Bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner sind sie von großer Bedeutung: Hier sind Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge stationiert, es werden Drohnen gesteuert und Verletzte versorgt. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige Stützpunkte unterhalten die USA in Italien und in Großbritannien.

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    Diese Nachricht wurde am 02.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.