
Ihre Partei setzte sich seit langem für einen verlässlichen, unbürokratischen Bürgerfonds ein. Zudem begrüßte Haßelmann eine weitgehende Abschaffung der sogenannten Rente mit 63. Es müsse lediglich ein einfacherer Renteneintritt für jene gesichert sein, die tatsächlich nicht mehr arbeiten könnten. Auch der arbeitsmarktpolitische Sprecher der AfD, Springer, wies auf - Zitat - "brauchbare Vorschläge" hin - etwa, Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Springer kritisierte, dass Medien den Bericht bereits kennten, während das Parlament außen vor bleibe. Die Vorschläge sollen offiziell morgen vorgelegt werden.
Der Vorsitzende der Senioren-Union, Hüppe (CDU), bezeichnete die Vorschläge als ausgewogen und maßvoll. Die Bundesregierung sollte ihnen im Grundsatz folgen und sie rasch umsetzen, sagte Hüppe der "Rheinischen Post". Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA, Radtke, wertete die Vorschläge in den Zeitungen der Funke Mediengruppe als "starke Grundlage". Bundesarbeitsministerin Bas sprach von einem - Zitat - "Gesamtkunstwerk", das nun diskutiert werden müsse. Die SPD-Politikerin hatte zuvor erklärt, wenn die Empfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission einstimmig ausfielen, würden sie eins zu eins umgesetzt.
Ökonomen: Vorschläge gehen in die richtige Richtung
Die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Schnitzer, äußerte sich weitgehend zufrieden. Viele der Vorschläge deckten sich mit den eigenen von 2023, sagte die Ökonomin dem Handelsblatt. Das gelte etwa für den Aufbau einer kapitalgedeckten Komponente und die Rücknahme der Rente mit 63. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Fratzscher, bewertete die Vorschläge zwar ebenfalls als richtig. Es fehlten jedoch Mut und Konsequenz, betonte er. Sie änderten auf absehbare Zeit nichts Grundlegendes an den drei größten Problemen: der Altersarmut, der zu starken Belastung der jungen Generation und der Schieflage bei der Gerechtigkeit.
Kritik von Gewerkschaften und Sozialverbänden gab es vor allem an einer schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters. Die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland führte zudem aus, auch der Einstieg in die Kapitaldeckung mache ihr Sorgen. Erträge aus der Kapitaldeckung an die gesetzliche Rentenversicherung seien nicht kalkulierbar. Die Linken-Fraktionsvorsitzende Reichinnek wies die Vorschläge als "Schlag in die Magengrube" zurück. Es werde mehr Druck auf die Menschen gemacht, anstatt ein Rentensystem anzugehen, in das alle Erwerbstätigen einzahlten, sagte sie dem Portal "web.de".
Laut Medienberichten sehen die Vorschläge des Gremiums unter anderem vor, durch Geldanlagen am Aktienmarkt das Rentenniveau auf 50 Prozent zu steigern und das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, sodass es in den 2090er-Jahren bei 70 Jahren liegen würde.
Weiterführende Informationen
Diese Nachricht wurde am 22.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
