Rentenreform
Die Vorschläge der Rentenkommission im Überblick

Die Bundesregierung will die Altersvorsorge reformieren und hat dazu eine Expertenkommission eingesetzt. Nach fünfeinhalb Monaten Beratungszeit hat sich das aus Fachleuten und Politikern bestehende Gremium Medienberichten zufolge auf 30 Vorschläge für die Rente der Zukunft geeinigt. Ein Überblick über die wichtigsten Empfehlungen.

    Ein Alter Mann sitzt am Tisch und zählt Kleingeld.
    Die Rentenkommission der Bundesregierung gibt Empfehlungen zur Reform der Altersvorsorge. (picture alliance / photothek.de / Thomas Trutschel)

    Steigendes Eintrittsalter - Frührente entfällt

    Das Renteneintrittsalter soll an die Lebenserwartung gekoppelt werden und in den kommenden Jahren langsam ansteigen - ab 2041 alle zehn Jahre um ein halbes Jahr. Den Berechnungen der Kommission nach bedeutet das, dass Beschäftige 2041 erst mit 67,5 Jahren und 2051 dann mit 68 in Rente gehen können. In den 2090er-Jahren würde dann die Rente mit 70 gelten. Die Berechnungen sollen regelmäßig überprüft werden.
    Um die Ausgaben für die Rente zu senken soll den Empfehlungen zufolge ein früherer Renteneintritt ohne Abschläge wie die sogenannte "Rente mit 63" nicht mehr möglich sein. Für Menschen mit belastenden Arbeitsbiographien und gesundheitlichen Problemen soll es aber neue Regelungen geben.

    Kapitalgedeckte Zusatzrente

    Ein Teil der Rentenbeiträge soll künftig am Aktienmarkt angelegt werden. In diese neue Kapitalsäule sollen später bis zu zwei Prozent vom Bruttolohn fließen, zu Beginn sind 0,5 Prozent angedacht. Davon wird je die Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern eingezahlt. Diese kapitalgedeckte Zusatzrente folgt dem schwedischem Modell, sie soll von einem Staatsfonds verwaltet werden und verpflichtend sein. 
    Mit den erhofften Erträgen will die Kommission das Rentenniveau bei 48 Prozent stabil halten. Langfristig soll es für Neurentner sogar ein Rentenniveau von 50 Prozent geben. An der bisherigen Prognose, dass der Beitragssatz bis 2028 von heute 18,6 auf 19,9 Prozent ansteigt, ändert sich dadurch nichts.

    Mehr Einzahlende in die Rentenkasse

    In Zukunft sollen mehr Menschen in Deutschland in die Rentenkasse einzahlen. Dazu gehören nach den Vorschlägen der Experten Berufspolitiker wie zum Beispiel Abgeordnete. Geplant ist zudem die Einbindung von Selbstständigen in die gesetzliche Rente, wenn diese nicht schon über eine berufsspezifische Kasse abgesichert sind. Eine Einbindung von Beamten ist vorerst allerdings nicht geplant.
    Minijobs, die von Beiträgen für die Rentenkasse befreit sind, soll es künftig nur noch für Schüler geben.
    Laut der Kommission unter der Verwaltungswissenschaftlerin Constanze Janda und dem früheren Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sollen die Maßnahmen in Zukunft die Sicherung des Lebensstandards im Alter auch für kleinere und mittlere Einkommen garantieren.
    Diese Nachricht wurde am 21.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.