Montag, 04. März 2024

IOC-Exekutive tagt in Paris
Vorentscheidung für Olympische Winterspiele 2030 und 2034 steht an

Das IOC-Exekutivkomitee kommt in der französischen Hauptstadt Paris zusammen. Das 15-köpfige Gremium wird dort unter anderem das Olympische Dorf der kommenden Sommerspiele besuchen. Und es könnte bereits eine Vorentscheidung fallen, welche Stadt oder Region die Winterspiele 2030 und 2034 austragen wird.

Von Andrea Schültke | 28.11.2023
Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), blickt bei der Session des Verbandes in Mumbai (Indien) auf einer Pressekonferenz konzentriert drein.
Frankreich, Schweden, die USA mit Salt Lake City und die Schweiz wollen die Olympischen Winterspiele 2030 oder 2034 ausrichten. Wer kann die IOC-Exekutive um Präsident Thomas Bach überzeugen und in die Zielgespräche gehen? (picture alliance / Xinhua News Agency / Cao Can)
Die Bewerber stehen keinesfalls Schlange, wenn es um die Austragung Olympischer Winterspiele geht. Aufgrund des Klimawandels gibt es immer weniger schneesichere Regionen oder Regierungen – oder die Bevölkerung ist dagegen.
Längst hätte das IOC mehr Klarheit über den Gastgeber der Winterspiele 2030 haben wollen. Aber das kanadische Vancouver und Sapporo in Japan haben ihre Bewerbungen zurückgezogen. Mehr Zeit war nötig, um geeignete Kandidaten-Regionen zu finden oder von einer Bewerbung zu überzeugen. Nun sollen die Winterspiele 2030 und 2034 im kommenden Jahr gleichzeitig vergeben werden.

Vier Bewerbungen für Olympische Winterspiele

Am Mittwoch (29.11.2023) wird die Vergabe-Kommission festlegen, mit welcher Region sie in die sogenannten Zielgespräche gehen wird. Neben Frankreich, Schweden und Salt Lake City ist inzwischen auch die Schweiz in den Kreis der Interessenten eingezogen.
"Es ist eine Riesenchance für unser Land. Wir haben die Infrastruktur, wir haben die bestehenden Anlagen. Es wäre auch ein Zeichen, dass man Olympische jenseits des Gigantismus durchführen kann", hat die Schweizer Sportpolitikerin Andrea Gmür-Schönenberger im Deutschlandfunk das Interesse ihres Landet begründet.
Die Machbarkeitsstudie zu Olympischen und Paralympischen Spielen in der Schweiz
Vor 82 Jahren hatte die Schweiz in St. Moritz zum letzten Mal Olympische Winterspiele ausgetragen. Jetzt würden die über das ganze Land verteilten Sportstätten genutzt, nichts neu gebaut. Damit ist eine der wichtigsten Vorgaben des IOC für eine erfolgreiche Bewerbung erfüllt. Daher ist Andrea Gmür-Schönenberger zuversichtlich, dass auch die Bevölkerung positiv auf Olympia blickt: "Das erachte ich als große Chance, durch diese Dezentralisierung, wo eben alle Kantone profitieren können, wo die Regionen profitieren können und wo das ganze Land die Möglichkeit hat, sich zu präsentieren."

Winterspiele 2034 steigen wahrscheinlich in Salt Lake City

Erreicht ihr Land die Zielgespräche mit dem IOC, würde es wahrscheinlich um die Spiele 2030 gehen, denn die Auflage vier Jahre später scheint wohl bereits an Salt Lake City in den USA vergeben. Die Hauptstadt des Bundesstaates Utah war bereits 2002 Austragungsort. Darüber hinaus möchten auch Frankreich und Schweden Olympische Winterspiele ausrichten und gehen wie die Schweiz mit mehreren Wettbewerbsorten ins Rennen.
Die im kommenden Jahr anstehende Doppelvergabe der Winterspiele verschafft dem IOC dann die Zeit, um ein Konzept für die Winterspiele der Zukunft zu entwickeln. Im Gespräch ist ein Rotationsprinzip unter den Regionen, die Mitte des Jahrhunderts überhaupt noch die klimatischen Voraussetzungen für Winterspiele haben – oder auch eine Veränderung des Wettkampfprogramms.