
Diese wurden offenbar alle abgefangen. Die iranischen Revolutionsgarden begründeten ihre Attacke mit den jüngsten israelischen Luftangriffen gegen Ziele der vom Iran unterstützten militant-islamistischen Hisbollah im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut.
Israel reagiert mit Gegenangriffen
In der Nacht reagierte das israelische Militär dann nach eigenen Angaben mit Gegenangriffen. Demnach wurden Ziele des iranischen Regimes im Westen und im Zentrum des Landes aus der Luft attackiert. Iranische Medien berichteten von Explosionen in der Hauptstadt Teheran sowie in Täbris und Isfahan.
Öl-Anlage im Iran getroffen
Israel griff überdies nach eigenen Angaben eine petrochemische Anlage im Süden des Iran an. Das iranische Regime bestätigte den Beschuss. Die Behörden in der Provinz Chusestan teilten mit, die Öl-Anlage Karun nahe der Stadt Bandar-e-Mahschahr im Südwesten des Landes sei getroffen und beschädigt worden. Die Anlage liegt am nördlichen Ende des Persischen Golfs und ist daher ein wichtiger Standort für die Ölindustrie des Irans.
Zwei iranische Flughäfen stellen Betrieb ein
Nach den israelischen Angriffen stellten zwei iranische Flughäfen ihren Betrieb ein. Am Flughafen Mehrabad in der Hauptstadt Teheran blieben die Maschinen bis auf Weiteres am Boden, berichtete die regierungsnahe Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf eine offizielle Stellungnahme. Zudem sei in der westiranischen Stadt Kermanschah die Flugabwehr aktiv, um feindliche Geschosse abzufangen. Auch am dortigen Flughafen gebe es derzeit keinen Betrieb.
Israel widersetzt sich offenbar Präsident Trump
Mit dem Angriff auf Ziele im Iran widersetzte sich Israel einer Aufforderung von US-Präsident Trump, auf eine Gegenattacke zu verzichten. Trump hatte gegenüber dem US-Nachrichtenportal "Axios" die Rückkehr beider Seiten an den Verhandlungstisch verlangt.
Erneute iranische Angriffe auf Israel
Heute früh teilte die israelische Armee dann mit, auch der Iran habe erneut Raketen abgefeuert. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von Explosionen über Jerusalem. Dort war zuvor Luftalarm ausgelöst worden. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurden zunächst keine Verletzten gemeldet.
Huthi reklamieren Angriff für sich
Die Huthi-Rebellen im Jemen, die vom Iran unterstützt werden, reklamierten ebenfalls einen Raketenangriff auf Israel für sich. Die Huthi drohten zugleich mit Angriffen auf Schiffe im Roten Meer, die Verbindungen zu Israel haben. Die Stellungnahme des Huthi-Sprechers wurde in einem Satellitensender der Miliz ausgestrahlt.
Irakische Miliz droht ebenfalls mit Angriffen
Auch die vom Iran unterstützte Miliz Kataib Hisbollah im Irak drohte mit neuen Angriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region. Die Miliz teilte mit, sie werde solche Angriffe durchführen, wenn die USA sich direkt an der neuen Eskalation zwischen dem Iran und Israel beteiligten.
Korrespondent Segador: "Lage extrem kritisch"
ARD-Hörfunkkorrespondent Julio Segador sagte im Deutschlandfunk, die militärische Lage sei extrem kritisch. Das sei die Situation, die man habe vermeiden wollen, weil sie die Gefahr berge, dass sich das Ganze unkontrolliert hochschaukle. Für den Iran seien die vorausgegangenen israelischen Angriffe auf Ziele in Beirut eine rote Linie gewesen. Von einer "Waffenruhe" könne keine Rede mehr sein.
Ölpreise steigen deutlich
Die Ölpreise stiegen wegen der Entwicklungen im Nahen Osten wieder deutlich. So kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent am frühen Montagmorgen rund 97 US-Dollar. Das sind vier Prozent mehr als Ende vergangener Woche.
Weiterführende Informationen
Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
