Nach CSD-Anschlag
"Katastrophe" - "tödlicher Fehler": Scharfe Kritik an Berliner Amtsgericht wegen Freilassung des mutmaßlichen Attentäters im Mai

Nach dem Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days sieht sich das Amtsgericht Tiergarten massiven Vorwürfen ausgesetzt, weil es den mutmaßlichen Täter erst im Mai auf freien Fuß gesetzt hatte.

    Der Eingang vom Amtsgericht Tiergarten mit dem Schriftzug des Gerichts
    Das Amtsgericht Tiergarten steht in der Kritik. (Taylan Gökalp / dpa / Taylan Gökalp)
    Der CSU-Politiker und Unionsfraktionschef Hoffmann forderte eine Überprüfung des Gerichtsverfahrens. Bayerns Innenminister Hermann, ebenfalls CSU, nannte die Entscheidung im Ergebnis auf jeden Fall eine Katastrophe. Den Richtern müsse ihre Verantwortung für die Sicherheit der Menschen bewusst sein. Auch der Terrorismusexperte Rolf Tophoven machte der Justiz schwere Vorwürfe. Der Mann hätte viele Vorstrafen gehabt und sei radikalisiert gewesen. Für ihn ein Deradikalisierungsprogramm anzuordnen, sei ein "tödlicher Fehler" gewesen. Eine Sprecherin des Berliner Strafgerichts verteidigte das Vorgehen. Es sei nicht ungewöhnlich. 
    Der 21-jährige mutmaßliche Täter wurde gestern bei einem Polizeieinsatz erschossen. Er war nach vergeblichen Versuchen, sich der Terrorgruppe IS anzuschließen, im November festgenommen worden. Nach längerer Untersuchungshaft wurde er im Mai zu 22 Monaten Jugendstrafe verurteilt – auch wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

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    Diese Nachricht wurde am 27.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.