
Lai betonte, er hoffe, dass China den Ereignissen ins Auge sehe, die Wahrheit anerkenne und einen Dialog beginne. US-Außenminister Rubio erklärte, die Zensur der chinesischen Regierung könne die Vergangenheit nicht auslöschen.
Am 4. Juni 1989 hatten Studierende den Tian'anmen-Platz in Peking friedlich besetzt, um für Demokratie zu demonstrieren. Das chinesische Militär schlug die Proteste gewaltsam nieder. Nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden bis zu 3.000 Menschen getötet.
In China ist das Thema tabu. Die Behörden versuchen, jedes Erinnern an die Geschehnisse zu verhindern. Zuletzt hatte die Polizei nach Angaben der Nachrichtenagentur AP den Angehörigen der Opfer verboten, am Jahrestag einen Friedhof aufzusuchen.
Hinterbliebene fordern Aufklärung; Gedenken in Hongkong
Die Hinterbliebenen fordern bis heute Aufklärung und Entschädigung. Die Regierung komme ihrer Verantwortung nicht nach, verweigere Wiedergutmachung und unterdrücke öffentliche Diskussion über die Geschehnisse, teilte die Vereinigung "Mütter des Tian'anmen" mit.
In der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong spannte der Künstler Chen Sanmu einen 6,4 Meter langen roten Faden nahe dem Victoria-Park, wo früher traditionell des Massakers gedacht worden war. Seit der Corona-Pandemie untersagt Hongkong die Andacht in dem Park.
Berichten zufolge nahmen Polizisten in Zivilkleidung wenige Minuten später Chens Personalien auf und durchsuchten ihn. Die 6,4 Meter symbolisieren das Datum der Ereignisse.
Diese Nachricht wurde am 04.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
