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Klimaschutz
Deutsche NGOs fordern schärfere Ziele in Europa

In Brüssel ringen die Staats- und Regierungschefs um eine Einigung über neue Klimaschutzziele für das Jahr 2030. Deutsche NGOs wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland kritisieren die Vorschläge schon jetzt als unzureichend und zu wenig ambitioniert.

Von Dieter Nürnberger | 20.03.2014

    Ein Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde, Brandenburg (Foto von 2014)
    Die EU-Kommission schlägt vor, den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen bis 2030 um 40 Prozent zu verringern - Umweltverbände fordern 60 Prozent. (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)
    Natürlich haben auch die Umweltverbände in Deutschland die Nachrichten aus Brüssel vernommen, wonach es wohl eher nicht zu einer Einigung über verbindliche Klimaschutzziele für 2030 kommen wird. Man weiß über die Schwierigkeiten der Verhandlungen: Schließlich müssen 28 Regierungschefs mit unterschiedlichen Interessen zusammenfinden - es ist ja auch bekannt, dass beispielsweise Polen noch sehr stark von der Kohle abhängig ist und auch entsprechend agiert.
    Antje von Brook ist Klimaschutzexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Sie hat ihre Erwartungen an den Gipfel schon etwas heruntergeschraubt:
    "Je früher die EU sich festlegt, desto besser. Aber der Vorschlag der Kommission legt so schwache Ziele vor, dass wir sagen, es ist besser, die Zeit zu nutzen - bis zum nächsten Gipfel im Juni - und noch mal nachzujustieren. Denn die Ziele, die jetzt vorliegen, reichen bei Weitem nicht aus, um das Klimaziel zu erreichen."
    Für Umweltverbände sind die EU-Klimaschutzziele nicht ausreichend
    Bis 2030 - so der Vorschlag der EU-Kommission - soll der Ausstoß klimaschädlicher Emissionen um 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 verringert werden. Hier favorisieren Umweltverbände ein ehrgeizigeres Ziel von 60 Prozent. Auch die Ausbau-Zielmarke für Erneuerbare Energien - hier schlägt die Kommission 27 Prozent Anteil am Strom-Mix für 2030 vor - sei zu wenig ambitioniert.
    Vor allem aber kritisiert Antje von Broock die Vorgaben für die Steigerung der Energieeffizienz. Hier sei seit 2007, als das Ziel 20 Prozent für 2020 festgelegt wurde, nicht mehr viel passiert:
    "Hier wird gesagt, dass Effizienz schon wünschenswert sei, aber, dass man hier nichts vor- oder festschreiben wolle. Dabei ist die Effizienz eigentlich der Treiber der Energiewende. Denn je weniger Energie wir verbrauchen, desto eher gelingt es uns, Energie auf eine klimafreundliche Art und Weise zu produzieren. Auch der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtmix steigt ja, je weniger Energie insgesamt verbraucht wird."