
Wo liegt Kharg?
Die Insel befindet sich im nordöstlichen Teil des Persischen Golfs etwa 25 Kilometer vor der Küste des iranischen Festlands. Die nächstgelegenste Großstadt ist Buschehr. Kharg ist mit einer Größe von gut 20 Quadratkilometern kleiner als Borkum und Norderney. Schätzungsweise leben dort rund 10.000 Menschen.
Warum ist Kharg eine "Öl-Insel"?
In den vergangenen Jahrzehnten baute das iranische Regime die großen Öl-Terminals und Hafenanlagen auf der Insel stetig aus. Über Pipelines wird Öl aus den iranischen Fördergebieten direkt nach Kharg transportiert. Dort können aufgrund der Lage im Persischen Golf und den Tiefwasseranlegern auch riesige Tanker beliefert werden, was an den anderen Häfen des Irans nicht möglich ist.
Wieso wird Kharg auch als iranisches "Kronjuwel" bezeichnet?
Zuletzt nutzte US-Präsident Trump diese Umschreibung. Mehr als 90 Prozent der iranischen Ölexporte werden über Kharg abgewickelt. Die Insel gilt deswegen als Lebensader der iranischen Wirtschaft und als essenzielle Einnahmequelle des Regimes. Der Iran exportiert weiterhin viel Öl, größter Abnehmer ist China. Kharg ist entsprechend gut bewacht.
Welche Folgen könnten Angriffe auf Kharg haben?
Die Insel war bislang nicht im Fokus der Angriffe, obwohl sie aufgrund ihrer Lage und Bedeutung als Schwachstelle des Irans gilt. US-Präsident Trump betonte, man habe zunächst nur militärische Einrichtungen angegriffen, nicht aber die Öl-Infrastruktur. Sicher ist: Schäden an den Ölanlagen auf Kharg könnten umfassende Folgen haben. Zum einen kündigte der Iran an, die Ölindustrie von mit den USA verbündeten Staaten gezielt anzugreifen - also vor allem Anlagen umliegender Golfstaaten. Zum anderen könnte durch die Einschränkung der iranischen Exporte die internationalen Öl-Preise weiter in die Höhe schnellen.
Was sagen Fachleute dazu?
Der Politikwissenschaftler Mark Katz von der George Mason University in Virginia sagte dem Sender "ABC News", der Iran würde finanziell sehr stark geschwächt, falls es zu einer Unterbrechung der Öl-Exporte von Kharg komme. Zugleich hätte dies umfassende Folgen für die weltweite Öl-Versorgung. Das Center for Strategic and International Studies in Washington rechnet für diesen Fall mit einer "beispiellosen Krise auf den Energiemärkten". Der Experte des Hudson Institute in New York und frühere US-Regierungsbeamte Doran Eckel erklärte laut dem Portal "Euronews", Trump habe bislang eine Art rote Linie um Kharg gezogen und die Insel bewusst verschont gelassen.
Diese Nachricht wurde am 14.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.







