Freitag, 30. September 2022

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Leben ohne Terror
Die Basken und das Ende der ETA

Die Waffen sollen abgegeben werden - und nun will die ETA auch über ihre Auflösung abstimmen lassen. Bis zum Sommer soll das Ende der Separatistenorganisation besiegelt sein. Aber damit sind längst noch nicht alle Fragen geklärt.

Von Hans-Günter Kellner | 26.05.2018

    "ETA nein" auf Spanisch und auf Baskisch steht auf einem Aufkleber, der auf Kieselsteinen liegt
    Nein zur ETA sagen viele im Baskenland - auf Spanisch wie auf Baskisch. (AFP)
    Die baskische Gesellschaft hat sich bereits an ein Leben ohne Terror gewöhnt, seit die ETA 2011 das Ende ihres sogenannten bewaffneten Kampfs verkündet hat. Doch die Basken kämpfen auch um ihr "relato", die Geschichtsschreibung. Wie soll an die harten Jahre erinnert werden? Wer waren die Opfer, wer waren die Täter? Eine Reportage in fünf Teilen aus dem Jahr 2017.
    Ein Pro-ETA-Grafitti an einem verlassenen Haus im baskischen Ort Zuaza'
    Mein Freund, der Terrorist
    Der bewaffnete Kampf der baskischen Untergrundorganisation ETA ist zu Ende. 2011 verkündete sie das Aus, in diesem Jahr will sie sich gänzlich auflösen. Familien und ganze Freundeskreise unterstützten die Separatisten lange.
    Rosa Rodero, Witwe des von der ETA getöteten Polizisten Joseba Goikoetxea
    Große Geste einer Witwe
    Im November 1993 wurde der Chef der baskischen Polizei von der ETA in die Luft gesprengt. Seine Witwe Rosa Rodero hat den Tätern die Hand zur Versöhnung gereicht. Sie ist froh, dass ihre Enkel ohne nationalistischen Terror aufwachsen.
    Zwei Angehörige der Guardia Civil am Explosionsort einer Autobombe im baskischen Durango 2007
    Polizisten in ständiger Angst
    Auf die Knie, nach Bomben suchen, dann erst den Wagen starten: Für die Polizisten der Guardia Civil im Baskenland war das lange Alltag. Mehr als 200 Polizisten starben durch Anschläge der ETA - die Erinnerung daran bleibt wach.
    Der Tag, an dem Pilis Bruder verschwand
    Die Anschläge der ETA haben Spanien jahrzehntelang belastet. Doch es gab auch die staatlich gelenkte Gegengewalt, die "Antiterroristische Befreiungsgruppe GAL". Ihr wird auch der Tod von Pili Zabalas Bruder zugeschrieben.
    Bars an der Plaza Nuevo in Bilbao
    Die Generation des Schweigens
    Für Jugendliche im Baskenland ist der Terror der ETA kaum noch ein Thema. Manche jungen Erwachsenen dagegen merken erst jetzt, wie prägend die Ansichten der Separatisten für sie waren. Über die Gewalt wurde jedoch nicht gesprochen.