Freitag, 27. Mai 2022

Corona-Infektion im Kanu
Bundestrainerin: "Der Nachteil ist dann schon riesig"

Im Frühjahr hat es viele Kanu-Sportler mit einer Corona-Infektion erwischt. Die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Sportler sei zum Teil riesig gewesen, sagte Diagnose-Bundestrainerin Tina Kövari im Dlf. An normales Training sei überhaupt nicht mehr zu denken gewesen.

Tina Kövari im Gespräch mit Astrid Rawohl | 10.04.2022

Tina Kövari, Bundestrainerin Diagnose im Kanuverband
Tina Kövari, Bundestrainerin Diagnose im Kanuverband (dpa / picture alliance / Frank May)
In der Omikron-Welle hat es viele Kanuten mit einer Corona-Infektion erwischt. Dabei hat sich der Wiedereinstieg der Hochleistungssportler in den Trainingsbetrieb teilweise sogar schwerer und länger gestaltet, sagte Diagnose-Bundestrainerin Tina Kövari im Dlf.

"Aber der Jahresaufbau ist dann natürlich wieder verändert"

"Wir haben angefangen mit Spazieren gehen und nach zwei, drei Tagen die Herzfrequenz um zehn Schläge erhöht. Der eine hatte mehr Probleme beim Wiedereinstieg, der andere weniger", sagte die Kanu-Bundestrainerin. Die meisten hätten sich nach zwei, drei Wochen im normalen Trainingsbetrieb wieder eingliedern können. "Aber der Jahresaufbau ist dann natürlich wieder verändert."
Teilweise sei an normales Training überhaupt nicht mehr zu denken gewesen, weil die Trainingsgruppen so stark dezimiert waren. "Da blieb von sechs Athleten am Ende nur noch einer übrig. Und es kommt jeder anders aus dieser Infektion. Und jeden muss ich individuell ranführen und wiederaufbauen", sagte Kövari. Eine enorme Herausforderung für Trainer und Athleten. "Das hat uns psychisch sehr stark belastet", sagte sie.
Es habe vier Wochen gedauert, bis die Athleten wieder ins normale Training integriert werden konnten. Es habe auch einige Fälle gegeben, die acht bis zehn Wochen am normalen Training nicht teilnehmen konnten, sagte Kövari.

"Zwei, drei Wochen kompletter Trainingsausfall"

"Es waren gut zwei, drei Wochen kompletter Trainingsausfall", sagte Kövari. "Der Nachteil ist dann schon riesig. Man verliert an Grundlage und muss erst einmal einen Riesenschritt zurückgehen, was die Grundlagenausdauerfähigkeit angeht", schilderte sie die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Ausdauersportler.
Auch wenn man ein Hochleistungssport sei, der extrem auf Ausdauerwerte fokussiert sei, lasse man dennoch keinen Leistungsträger fallen, der an Corona erkrankt ist", sagte Kövari. "Das ist aus menschlicher Sicht nicht fair gegenüber dem Athleten, der ja für die Infektion nichts kann."