Samstag, 25. Juni 2022

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Liebesliederabend
Besitze ich Dich?

Liebe ist selbstverständlich nicht gleich Besitztum. Doch so unschuldig sie anfangs noch wirkt, entwickelt sie sich später in unterschiedlichste Richtungen. Die deutschen Romantiker sahen sie aus verschiedenen Blickwinkeln. Nikola Hillebrand und Eric Schneider bringen diese in Liedern zusammen.

Am Mikrofon: Jonas Zerweck | 14.02.2021

Eine junge Frau ist vor bläulichem Hintergund auf der rechten Bildseite zu sehen. Sie schaut mit energischem Blick nach links, vor ihr steht ein hölzernes Notenpult.
Nikola Hillebrand bei ihrem Liebesliederabend im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks. (Deutschlandradio/Thomas Kujawinski)
Gibt es etwas schöneres als die Liebe zu besingen? Wohl kaum ein Thema eignet sich so sehr dazu, wohl kaum etwas wurde so viel Melodien und Texten bedacht. Dieses Programm betrachtet unterschiedliche Facetten der Liebe. In der ersten Hälfte geht es von der jugendlichen Sentimentalität in Richard Strauß' Frühwerken über die Bitterkeit und Todesnähe der Mignon bei Hugo Wolf zur Feier ekstatischer Intimität bei Erich Wolfgang Korngold. Alles Musik, die sich ausnahmslos nach außen wendet.
In einem holzgetäfelten Konzertsaal stehen viele Mikrofone, rechts im Bild ist eine junge Sängerin zu sehen, links ein Pianist am schwarzen Flügel.
Nikola Hillebrand und Eric Schneider führen Liebeslieder auf: Für das Radiopublikum, aber ohne Zuschauer im Kammermusiksaal. (Thomas Kujawinski / Deutschlandradio)
Die zweite Programmhälfte handelt zusätzlich von Besitz - oft der Liebe ein verwandtes Thema. Da sind die Brautlieder Robert Schumanns an seine Frau Clara und die radikalen Hingabe des Mädchens, wie sie in Viktor Ullmanns jugendlich-brausenden Liebesliedern beschrieben wird. Am Ende kehren wir zu Richard Strauss zurück. Er bricht die Liebe ironisch auf. Wirkt die Musik des ersten Teils vor allem extrovertiert, richtet die des zweiten den Blick nach innen.
Richard Strauss (1864 - 1949)
Die erwachte Rose AV 66
Begegnung AV 72
Weißer Jasmin op. 31,3
Rote Rosen AV 76
Hugo Wolf (1860 - 1903)
Lieder der Mignon aus Wilhelm Meister von Johann Wolfgang von Goethe:
Heiß' mich nicht reden
Nur wer die Sehnsucht kennt
So lasst mich scheinen
Kennst du das Land
Erich Wolfgang Korngold (1897 - 1957)
Drei Lieder, op. 22:
Was du mir bist
Mit dir zu schweigen
Welt ist stille eingeschlafen
Robert Schumann (1810 - 1856)
Der Nussbaum, op. 25,3
Jemand, op. 25,4
Lied der Braut I, op. 25,11
Lied der Braut II, op. 25,12
Die Soldatenbraut, op. 64,1
Das verlassene Mägdlein, op. 64,2
Viktor Ullmann (1898 - 1944)
Liebeslieder op. 26 nach Gedichten von Ricarda Huch:
Wo hast du all die Schönheit hergenommen
Am Klavier
Sturmlied
Wenn je ein Schönes mir zu bilden glückte
O schöne Hand
Richard Strauss
Das Rosenband, op. 36,1
Schlechtes Wetter, op. 69,5
Hat gesagt - bleibts nicht dabei, op. 36,3
Nikola Hillebrand, Sopran
Eric Schneider, Klavier
Eine Aufnahme vom 11. Oktober 2020 aus dem Kammermusiksaal des Deutschlandfunks