Montag, 06. Februar 2023

Long Covid
Symptome und Behandlung von Langzeitfolgen einer Corona-Infektion

Viele Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, leiden auch Monate später an Symptomen wie Erschöpfung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Welche Spätfolgen können wie lange auftreten, welche Ursachen und Behandlungen gibt es? Und schützt die Impfung vor Long Covid?

23.01.2023

    Patienten in Turnkleidung sitzen in einem großen hellen Raum mit Abstand zueinander auf Hockern und absolvieren eine Übung, bei der ein Bein nach vorn ausgestreckt und die Arme hinter dem Kopf gehalten werden.
    Noch immer leiden viele Menschen unter Long Covid. Zu den Symptomen gehören unter anderem Erschöpfung, Depression oder der sogenannte Brainfog. (picture alliance / dpa / Annette Riedl)
    In seinem Corona-Lagebericht weist das Robert Koch-Institut mehr als 37 Millionen Coronainfektionen in Deutschland aus. Eine ähnliche Anzahl von Menschen gilt mittlerweile als genesen (Stand Januar 2023), aber nicht alle von ihnen sind gesund. Halten erhebliche Beschwerden länger als vier Wochen an, spricht man von Long Covid.
    Wenn sogar nach einem Vierteljahr noch anderweitig nicht erklärbare Symptome bestehen oder neue auftreten, bezeichnet das die Weltgesundheitsorganisation WHO als Post Covid. Wie viele Personen betroffen sind, ist umstritten. Laut einer neuen Überblicksstudie in der Fachzeitschrift "Nature Reviews Microbiology" folgt Long Covid auf mindestens zehn Prozent der Covid-Infektionen. Das heißt, dass inzwischen weltweit ungefähr 65 Millionen Menschen unter Corona-Spätfolgen leiden. Allein in Deutschland geht man von mindestens einer Million Betroffenen aus. 
    Eine Auswertung von umfangreichen Krankenkassendaten der AOK hat zudem gezeigt: Knapp vier Prozent der Corona-Erkrankten werden später aufgrund von Long- oder Post-Covid erneut krankgeschrieben. Das Wissenschaftliche Institut der AOK hatte 1,8 Millionen seiner zuvor wegen einer Corona-Erkrankung krankgeschriebenen Versicherten zum Teil über zwei Jahre lang begleitet und im September 2022 eine umfangreiche Auswertung vorgelegt. Die AOK-Forschenden betonten dabei, dass die Betroffenen häufig lange krankgeschrieben wurden, im Durchschnitt fast sieben Wochen. Zum Vergleich: Bei der akuten Coronainfektion fielen die Menschen im Schnitt nur neuneinhalb Arbeitstage aus.

    Welche Symptome können auftreten?

    Long- und Post-Covid Betroffenen leiden unter einer Vielzahl von Beschwerden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO listete im Oktober 2021 mehr als 200 Long-Covid-Symptome auf. Zu den häufigsten Covid-Langzeitfolgen gehörten damals schon Erschöpfung, Kurzatmigkeit und kognitive Beeinträchtigungen. Hinzu kommt eine Vielzahl weiterer Beschwerden wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Muskelschmerz, Druckgefühl auf dem Brustkorb, Depressionen und Angstzustände. Häufig sind auch Haarausfall und Geschmacks- oder Geruchsstörungen.
    Nach einer britischen Studie vom Juni 2022 steigt das Risiko für Long Covid mit dem Alter, sind Frauen häufiger betroffen als Männer, weitere Risikofaktoren sind schweres Übergewicht und eine schlechtere gesundheitliche Verfassung vor der Infektion.
    Zu Beginn der Pandemie standen Menschen im Fokus, die sich nach einem schweren Verlauf nur langsam erholten. Sie hatten Vernarbungen an der Luge oder am Herzen oder litten an den Folgen der Beatmung. Dank der Impfungen sind schwere Verläufe seltener geworden und so ändert sich auch das Bild von Long Covid.
    Gerade neurologische und psychiatrische Folgeprobleme sind nach Corona deutlich häufiger, als nach anderen Atemwegsinfektionen. Das zeigte eine am 17. August 2022 veröffentlichte Studie der Oxford Universität, die Daten von 1,28 Millionen Infizierten ausgewertet hatte. Viele Menschen entwickeln nach einer Corona-Infektion eine Depression oder eine Angststörung – diese gehen aber nach zwei bis drei Monaten meist wieder zurück. In anderen Bereichen wirkt sich das Virus deutlich länger aus: Das Risiko für Gehirnnebel, eine auch als "Brain Fog“ bekannte Bewusstseinstrübung, bleibt dauerhaft erhöht, auch das Risiko für Epilepsie und Demenz.

    Symptombild Chronic Fatigue

    Viele Beschwerden, die im Zusammenhang mit Long Covid auftreten, erinnern an das Krankheitsbild der Myalgische Enzephalomyelitis (ME), auch bekannt als Chronic Fatigue Syndrom (CFS) oder chronisches Erschöpfungssyndrom.
    Charakteristisch für ME/CFS sei eine Belastungsintoleranz: schon eine leichte Anstrengung führt am nächsten Tag zu einem Zusammenbruch. „Man kommt oftmals tagelang nicht mehr vom Sofa hoch“, erklärte die Leiterin des „Chronic Fatigue Centrums“ an der Charité in Berlin, Carmen Scheibenbogen, im Deutschlandfunk. Der Fachbegriff hierfür lautet „post-exzeptionelle Malaise“. Neben der Fatigue können viele weitere Symptome auftreten, wie Konzentrationsstörungen, Muskelschmerzen oder das posturale Tachykardiesyndrom (POTS), bei dem beim Aufstehen der Puls zu rasen beginnt und die Betroffenen schwindelig werden. Bislang gibt es keine zugelassenen Medikamente gegen CFS, sagte die Medizinerin.
    ME/CFS tritt auch nach anderen Vireninfektionen als der mit dem neuen Coronavirus auf. „Wir vermuten, dass es sich bei Long Covid nicht primär um eine neue Erkrankung handelt, sondern um eine altbekannte Erkrankung, verursacht durch einen neuen Erreger“, sagte Johannes Kersten von der Ulmer Long-Covid-Ambulanz im Deutschlandfunk. Schon 2012 bei der Schweinegrippe-Pandemie wie auch bei Erkrankungen durch das Eppstein-Bar-Virus, dem Pfeifferschen Drüsenfieber, seien ähnliche Beschwerden wie jetzt bei Long Covid aufgetreten. Die Krankheitslast in der Bevölkerung war wohl schon immer erheblich, wurde aber kaum beachtet. In der erwähnten Studie aus den Niederlanden berichteten auch fast neun Prozent von Personen ohne Coronainfektion von langanhaltenden Beschwerden. Unter Coronainfizierten waren es über 21 Prozent. Der Vergleich legt nahe, dass die Symptome von gut zwölf Prozent der Untersuchten auf SARS-CoV-2 zurückzuführen seien.

    Welche Ursachen haben die Symptome?

    Aufgrund der Vielfalt der Symptome gehen die meisten Forschenden davon aus, dass hinter Long Covid mehrere Krankheitsprozesse stehen. Aktuell werden vor allem vier Problembereiche untersucht.
    Klar ist erstens: Die akute Coronainfektion kann zu dauerhaften Schäden in Geweben wie der Lunge führen. Zum Beispiel treten Lungenarterien-Embolien gehäuft bei Covid-19-Patienten auf. Diese Beschwerden davon können lange fortdauern. Zusätzlich gewöhnen sich viele Betroffene eine Schonatmung an, die auf Dauer die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.
    Zweitens ist es ist möglich, dass Virusbestandteile oder ganze Viren im Körper verbleiben, die eine andauernde Entzündungsreaktion hervorrufen. Sind Blutgefäße betroffen, kann das die Sauerstoffversorgung im Gewebe beeinträchtigen.
    Drittens scheint SARS-CoV-2 die Arbeit des Immunsystems längerfristig zu beeinträchtigen. Konkret besitzt das Virus Strukturen, die denen auf körpereigenen Zellen ähneln. Deshalb bilden manche Menschen Antikörper, die nicht nur das Virus erkennen, sondern zum Beispiel auch Botenstoffe des Immunsystems, Gewebshormon der Blutdruckregulation oder sogenannte G-Protein gekoppelte Rezeptoren, die an der Wirkung von Hormonen wie Adrenalin und von Botenstoffen des Gehirns beteiligt sind.
    Viertens konnte eine Gruppe von der Stellenbosch Universität in Südafrika bei Long-Covid-Betroffenen Mikrogerinnsel nachweisen, die feine Blutgefäße verstopfen können.
    In sehr wenigen Einzelfälle kann auch die Corona-Impfung Symptome auslösen, die an Long Covid erinnern. Genau Zahlen gibt es nicht, dieses Post-Vac-Syndrom tritt aber um Größenordnungen seltener auf, als Long Covid. Carmen Scheibenbogen, die Leiterin des Charité Faltige Centrums, rät deshalb nach wie vor dringend zur Impfung.  

    Welche Patienten sind von Langzeitfolgen betroffen?

    Potenziell sind alle Altersgruppen und Geschlechter von Long Covid betroffen. Es haben sich aber inzwischen einige Risikofaktoren gezeigt:
    • Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
    • Eine hohe Viruslast während der akuten Infektion ist ein Risikofaktor.
    • Personen, die besonders schwer an Covid-19 erkranken, haben ein höheres Risiko für Long Covid.
    • Das Alter spielt eine Rolle.
    • Genauso die Immunantwort: Wer wenig Antikörper gebildet hat, leidet später häufiger an Long Covid.
    • Asthma-Patienten und Diabetiker sind gefährdeter als andere.
    Insbesondere der Zusammenhang zwischen einem schweren Verlauf der Erkrankung und Langzeitfolgen ist gut belegt. Long Covid kann aber auch Patientinnen und Patienten mit leichten Verläufen betreffen.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    In vielen Städten gibt es mittlerweile Long-Covid-Ambulanzen. Im Koalitionsvertrag aus dem Winter 2021 haben SPD, Grüne und FDP versprochen, ein Netzwerk von Kompetenzzentren für Long-Covid und ME/CFS aufzubauen.
    Atemtherapie, Pacing und Gehirntraining
    Da die Ursachen von Long Covid noch erforscht werden, orientieren sich Ärztinnen und Ärzte in der Behandlung an den Symptomen. Viele Long-Covid-Betroffene haben zum Teil ohne es zu bemerken Probleme beim Luftholen. Deshalb gehört die Atemtherapie zum Standardprogramm.
    Früher wurden ME/CFS-Betroffenen geraten, langsam aufzutrainieren. Das verschlechtert aber die Erschöpfung. Stattdessen wird jetzt Pacing eingeübt: Aktivität ja, aber nur im Rahmen der eigenen beschränkten Möglichkeiten. Für Probleme mit dem Gedächtnis oder der Konzentration gibt es Gehirntrainingsprogramme.
    Die Rehabilitationsspezialisten Jördis Frommhold hat die Wirksamkeit der verschiedenen Ansätze an der Median Rehaklinik Heilgendamm untersucht. Danach bessern sich Symptome im Bereich Atmung oft schnell. Bei der Erschöpfung und psychischen Problemen wie Depression oder Ängstlichkeit lässt sich eine bessere Lebensqualität erzielen. Dagegen gibt es kaum Effekte beim Brainfog oder auch beim Geruchs- und Geschmacksempfinden. Sie hat im Deutschlandfunk aber allen PatientInnen empfohlen, die bestehenden Therapieangebote auch zu nutzen: „Was wir jetzt tun, hat ja durchaus einen bewiesenen Effekt, das darf man nicht vergessen.“ Frommhold hat inzwischen die Rehaklinik verlassen, um in Rostock ein privates Long-Covid-Institut aufzubauen. Per Videosprechstunde soll dort möglichst vielen Betroffenen der Weg zu für sie passenden Therapieangeboten gewiesen werden. Das wäre eigentlich die Aufgabe der Hausärzte, aber sie sind damit überfordert.
    Long Covid: Chancen auf Heilung werden erforscht
    Viele Betroffene hoffen aber nicht nur auf die Linderung ihrer Symptome, sondern auf eine Heilung. Dazu laufen gerade erste Studien an, die an den verschiedenen Krankheitsprozessen ansetzen.
    Menschen, bei denen Virusreste Long Covid verursachen könnte das Medikament Paxlovid helfen, dazu hat in den USA eine Studie begonnen.  Eine Alternative ist eine nachträgliche Impfung. Patienten hätten so eine Verbesserung der Symptome erreicht, berichtet der Leiter der Ulmer Post-Covid-Ambulanz Johannes Kersten: „Wenn das Immunsystem diesbezüglich noch mal gepusht wird, müssten die Beschwerden zurückgehen.“ Sollte aber eine fehlgeleitete Immunantwort verantwortlich sein, könnte die Impfung laut Immunologin Akiko Iwasaki von der Yale Universität das System wieder in den Ursprungszustand zurückbringen. Allerdings scheint eine Impfung nur einem Drittel der Betroffenen helfen, zwei Drittel müssen weiter auf symptomatische Therapien und vor allem auf die Zeit setzen.
    Auf dem Feld der Auto-Antikörper erprobt die Fatigue Spezialistin Carmen Scheibenbogen an der Charité eine Form der Blutwäsche, wie sie im Deutschlandfunk erklärte: „Der Vorteil dieses Verfahrens ist, das kann man relativ schnell durchführen und man sieht dann auch relativ schnell eine Besserung.“ Mitte 2023 sollten Ergebnisse vorliegen. Dann könnten in einem zweiten Schritt Medikamente erprobt werden. Sie sind zum Teil bereits zugelassen, wären einfacher einzusetzen und könnten mehr Patientinnen und Patienten verabreicht werden. die Charité wird auch klinische Studien zu Cortison und einem Mittel zur Durchblutungsförderung durchführen.  
    Es gibt auch experimentelle Medikamente gegen Auto-Antikörper, etwa BC007 von der Firma Berlin Cures. Bettina Hohberger von der Augenklinik des Universitätsklinikums Erlangen hat es in einem Heilversuch erprobt, wie sie im Deutschlandfunk berichtete: „Bis zu drei vier Wochen war er komplett symptomfrei und wieder im Endeffekt der Alte wie vor der Corona Infektion.“ Studien von der Uniklinik Erlangen und von Berlin Cures sollen das Potential von BC007 jetzt wissenschaftlich ausloten.
    Ein weitere viel diskutierter Ansatz ist die H.E.L.P. Apherese. Die Abkürzung steht für Heparin-induzierte extrakorporale LDL-Präzipitation. Diese Form der Blutwäsche soll eigentlich Fette entfernen, filtert aber möglicherweise auch Mikrogerinnsel heraus, die ja auch eine Rolle bei Long-Covid spielen. Die Ärztin Beate Jäger bietet die H.E.L.P. Apherese in Mülheim an der Ruhr an und berichtet von Erfolgen bei mehr als 200 Long-Covid-Betroffenen.
    Die Sprecherin der deutschen Gesellschaft für Nephrologie Julia Weinmann-Menke betont, dass die Behandlungserfolge seien nicht zwingend auf die Therapie zurückzuführen seien. Bei Blutwäsche-Verfahren gebe es oft hohe Placebo-Effekte. Die Blutwäsche ist mit rund 1.000 Euro pro Sitzung sehr teuer. Wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit fehlen bisher. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen daher nicht.
    Kritiker stellen deshalb die Heilversuche mit der H.E.L.P. Apherese in Frage. Doch „das Unethischste ist, nichts zu tun“ so lange die Mittel für Studien fehlen, sagt Carmen Scheibenbogen. Auf Dauer müsse aber wissenschaftlich geprüft werden, ob ein Ansatz in eine Sackgasse führt oder tatsächlich den Weg nach vorne weist. Immerhin gibt es inzwischen erste Register, die unkompliziert Erfahrungen aus Heilversuchen sammeln.
    Anett Reißhauer, Leiterin der Abteilung Physikalische Therapie an der Charité, bietet Long-Covid-Patienten mit Brainfog eine neuartige Therapie an, zu der es aber noch keine Studienergebnisse gibt: Lymphdrainagen am Kopf. Eigentlich wird diese Art der Therapie nach Tumoroperationen angewandt, wenn das Gewebewasser nicht mehr richtig aus dem Gehirn abtransportiert wird. Seltener gibt es solche Probleme aber auch bei Infektionen. „Das merken wir auch bei einem Schnupfen. Wir können nicht ganz richtig denken und man fühlt sich so ein bisschen langsamer im Denken, weil eben auch in diesen Fällen die Lymphdrainage aus dem Gehirn eingeschränkt ist.“ Das könnte – und das ist noch eine Hypothese – zu der Denk-Verlangsamung bei den Long-Covid-Patienten beitragen.
    Studien benötigen Zeit, die Betroffenen aber benötigen Hilfe jetzt und suchen selbst danach, wie Mia Diekow von Long Covid Deutschland im Deutschlandfunk berichtet. „Ja natürlich google ich auch selber viele Therapieverfahren. Wir Betroffenen tauschen uns permanent darüber aus. Es gibt eine ganze Reihe von Ansätzen, die diskutiert werden, die auch abseits der Schulmedizin passieren. Ich erlaube mir darüber kein Urteil.“ Viele nehmen Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine. Einige gehen zum Höhentraining oder bezahlen eine Sauerstoffüberdrucktherapie umso die Versorgung des Gewebes zu verbessern. Wieder andere bestellen im Internet Medikamente oder versuchen experimentelle Wirkstoffe zu erhalten. Einige Betroffene mussten aufgrund von Nebenwirkungen solcher Selbstbehandlungen auch schon ins Krankenhaus.
    Um einzelne Verfahren und Wirkstoffe hat sich ein regelrechter Hype entwickelt, etwa um BC007 oder die H.E.L.P. Apherese. Es gibt Petitionen, die eine sofortige Zulassung beziehungsweise die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen fordern. Ob die Hoffnung aber berechtigt ist, die Therapien halten, was sie versprechen, lässt sich ohne wissenschaftliche Studien nicht wirklich feststellen. Deutschland fördert klinische Studien zu Long-Covid mit zehn Millionen Euro, weitere 12,5 Millionen Euro stehen für Projekte zur Ursachenforschung und der Diagnostik zur Verfügung. Zusätzlich haben bereits bestehende Netzwerke Mittel umgewidmet. Die USA, aber auch Großbritannien stellen allerdings viel größere Summen für die Long-Covid-Forschung zur Verfügung. Aber auch dort stehen die Studien noch in den Startlöchern.

    Schützt die Impfung vor Long Covid?

    Corona-Schutzimpfungen senken die Zahl der Todesfälle und schwerer Krankheitsverläufe – aber können sie auch die Langzeitfolgen abmildern? Ja, lautet das Ergebnis einer britischen Studie, die im September 2022 veröffentlicht wurde. Danach kann die Impfung Long Covid zwar nicht verhindern, aber sie senkt doch das Risiko um 41 Prozent. In dieser Studie wurden zweifach geimpfte Personen mit Ungeimpften vergleichen.
    Eine weitere britische Studie zeigt aber, dass die Schutzwirkung mit den Monaten langsam nachlässt. In dieser Untersuchung wurde zudem das Long-Covid-Risiko verschiedener Virusvarianten vergleichen. Danach führt eine Omikron-Infektion nur etwa halb so oft zu Long Covid, wie eine Infektion mit der Deltavariante. Aufgrund der aktuell milderen Varianten und der Impfungen ist das Risiko für Long Covid inzwischen deutlich niedriger als zu Beginn der Pandemie. Allerdings stecken sich in der Omikron-Welle deutlich mehr Menschen an. In absoluten Zahlen sind also mehr Long-Covid-Fälle zu verzeichnen – eine große Belastung nicht nur für das Individuum, sondern auch für die Gesellschaft.
    Anlaufstellen für Long-Covid-Erkrankte:

    Quellen: Volkart Wildermuth, SMC, nin, pto, og