Himmlisches SchattenspielMittagsvollmond mit Finsternis

Kurz vor Sonnenuntergang steigt der Mond über den Nordosthorizont. Die fast volle Kugel zieht im Laufe der Nacht im Sternbild Stier hoch über den Himmel. Die exakte Vollmondstellung wird erst morgen Vormittag um kurz vor 10 Uhr erreicht. Dann zieht der Mond fast komplett durch die Schatten der Erde.

Von Dirk Lorenzen | 18.11.2021

Der fast volle Mond steht gehen 18 Uhr tief am Osthimmel
Der fast volle Mond steht gehen 18 Uhr tief am Osthimmel (Stellarium)
Diese beinahe totale Verfinsterung des Mondes ist in Mitteleuropa nicht zu sehen – denn der Mond steht dann für uns unsichtbar unter dem Horizont.
Das Himmelsschauspiel bekommen Menschen zu Gesicht, die sich in Amerika, im Pazifik und Ostasien aufhalten – und ganz im Norden Skandinaviens oder in Spitzbergen. Denn der Mond steht jetzt in der Himmelsgegend, in der die Sonne Mitte Mai war, kurz vor der Sommersonnenwende – dann strahlt sie am Nordkap schon als Mitternachtssonne.
Bei einer totalen Mondfinsternis erscheint der Mond meist rötlich verfärbt
Bei einer totalen Mondfinsternis erscheint der Mond meist rötlich verfärbt (NASA)

Die Anfänge einer totalen Mondfinsternis

Im Sommer geht dort die Sonne für einige Zeit niemals unter. Genauso ergeht es im Winter dem Mond. In den Tagen rund um Vollmond steht er ununterbrochen am Himmel. Der sommerlichen Mitternachtssonne entspricht im Winter der Mittagsvollmond. So leuchtet morgen Vormittag der verfinsterte Mond am Nordkap knapp über dem Nordhorizont.
Allerdings ist der Himmel von der Dämmerung stark aufgehellt. Erst noch ein ganzes Stück weiter nördlich – etwa in Spitzbergen – findet die Mondfinsternis an einem halbwegs dunklen Himmel statt.
Am 16. Mai des kommenden Jahres ist ein solches Schattenspiel auch wieder von Mitteleuropa aus zu beobachten. Dann lassen sich zumindest die Anfänge einer totalen Mondfinsternis verfolgen.