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StartseiteWirtschaft und GesellschaftApple Pay und die Alternativen11.12.2018

Mobiles BezahlenApple Pay und die Alternativen

Heute endet eine mehrjährige Wartezeit für Apple-Nutzer: Sie können endlich auch in Deutschland mit ihrem Handy bezahlen. Dahinter steckt der Bezahldienst Apple Pay. Bisher funktionierte das kontaktlose Bezahlen nur mit Diensten anderer Anbieter - und nur für Android-User.

Von Jan Rähm

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Kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone (imago / ZUMA Press)
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Bezahlen mit dem Smartphone Handy statt Portemonnaie

Was brauche ich, wenn ich mit dem Handy an der Kasse bezahlen will?

Grundsätzlich brauchen Sie zuerst eine Bank, deren Kreditkarten mit dem gewünschten Bezahlsystem funktionieren. Außerdem benötigen Sie ein halbwegs aktuelles Telefon, das die sogenannte NFC-Technik unterstützt. Drittens muss auch die Stelle, an der Sie bezahlen wollen, die kontaktlose Zahlung unterstützen, was die meisten Terminals mittlerweile tun sollten.

Sind alle drei Punkte erfüllt, aktiveren Sie auf Ihrem Smartphone, Ihrem Tablet oder Ihrer digitalen Uhr die integrierte Bezahlfunktion beziehungsweise die entsprechende App der Banken und können kontaktlos bezahlen - bis 25 Euro sogar ohne Pin.

Ich habe das heute mit Apple Pay ausprobiert. Aktivieren ließ sich die Funktion ganz problemlos, allerdings scheiterte die Bezahlung der bestellten Pizza, weil, so der Gastronom, das Lesegerät vermutlich zu alt sei.

Warum haben sich die anderen mobilen Zahlungssysteme nicht durchgesetzt?

Bisher gab es hierzulande nur Insellösungen, also einzelne Bezahlfunktionen mit dem Handy, die nur in bestimmten Läden oder Ladenketten akzeptiert wurden. Erst mit Google Pay ist Mitte 2018 ein universelles Bezahlsystem an den Start gegangen, mit dem man überall dort bezahlen kann, wo man auch mit der EC- oder Kreditkarte kontaktlos zahlen kann.

Alle Systeme bisher, nicht nur die gescheiterten, sondern auch die von Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und Google Pay funktionieren zudem ausschließlich mit Smartphones auf denen als Betriebssystem Android läuft und die halbwegs aktuell waren.

Die Gruppe der Apple-Nutzer konnte alle diese Systeme nicht nutzen, weil der Hersteller die Schnittstelle nicht freigegeben hat. Erst jetzt mit Apple Pay können auch Apple Nutzer kontaktlos bezahlen.

Wie steht es um die It-Sicherheit beim Bezahlen mit dem Handy?

Banken und Anbieter der Bezahlsysteme sagen, die Zahlung mit dem Handy ist sicherer als die per Karte. Darüber sprach ich mit der Online-Bank N26, die hervorhob, dass gerade außerhalb Deutschlands oft noch der Magnetstreifen der Karten genutzt wird, der schnell zu kopieren und zu missbrauchen sei.

Bei der Zahlung mit dem Handy müsse man dagegen Zahlungen ab 25 Euro immer bestätigen, bei Apple Pay per Gesichtserkennung oder Fingerabdruck. Das sei von Kriminellen nur sehr schwer zu umgehen. Auch könnten die Zahlungsvorgänge nicht auf dem Weg vom Laden zur Bank abgefangen und manipuliert werden.

Sie fragten gerade auch, was passiert, wenn das Handy verloren wird. Da kommt es dann drauf an, wie gut Sie Ihr Handy geschützt haben. Wer einen guten Passwortschutz benutzt oder auch biometrischen Zugang per Fingerabdruck oder Gesichtsscan, dessen Smartphone sollte ziemlich sicher geschützt sein und weder die gespeicherten Informationen gestohlen noch die Bezahldaten missbraucht werden können.

Wie sieht es bei der Datensicherheit aus?

Grundsätzlich sind gerade Google Pay und Apple Pay etwas datensparsamer als bisherige bargeldfreie Zahlungen. Bei beiden bekommen an der Zahlung Beteiligte weniger Transaktionsdaten als bisher, weil spezielle technische Verfahren genutzt werden, bei denen nur noch temporäre Schlüssel ausgetauscht werden. Apple betont, dass bei Apple Pay der Konzern selbst nicht erfährt, was und wo gekauft wurde.

Hier scheint der Datenschutz anscheinend sehr gut gewahrt, was bisherige Erfahrungen mit Apple auch stützen, da sich der Konzern bisher in dieser Hinsicht verbraucherfreundlich verhalten hat.

Bei Google dagegen heißt es in den Nutzungsbedingungen, dass der Konzern so einiges erfahren kann - das reicht vom Zeitpunkt des Kaufs über Infos zur Ware bis hin zu Kontaktdaten von Käufer und Verkäufer. Aber der Konzern betont, man wolle die Daten lediglich zur Kaufabwicklung nutzen und nicht für Werbung oder eine Profilbildung. Ob das stimmt, wird sich in der Zukunft zeigen.

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