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StartseiteCorso"Es geht um die Perspektive"19.06.2019

Netzwerk "FemalePhotographers""Es geht um die Perspektive"

Das Netzwerk "FemalePhotographers" ist ein internationaler Zusammenschluss von Fotografinnen, die mehr Sichtbarkeit für ihre Arbeit generieren und die medialen Frauenbilder und Geschlechterrollen zurück erobern wollen. "Der Blick auf weibliche Körper prägt unser Verständnis von Sexualität", sagte Kirsten Becken im Dlf.

Kirsten Becken im Corsogespräch mit Sigrid Fischer

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Zeichnung von Fotografinnen in Aktion (Femalephotographers)
Fotografinnen aller Länder vernetzen sich (© Laura Breiling) (Femalephotographers)
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Als Fotomotiv – besonders in der Werbung – sind Frauen sehr gefragt, als Fotografin hinter der Kamera weniger. Um ihre Arbeit sichtbarer zu machen sind in letzter Zeit Netzwerke und Plattformen entstanden, u.a. "FemalePhotographers.org". Kirsten Becken und Veronika Faustmann haben es Anfang des Jahres gegründet. Inzwischen haben sich circa 20 Fotografinnen angeschlossen. Nach allen #MeToo-Debatten scheint eine organisierte Form für die bessere Wahrnehmung weiblicher Kreativarbeit also notwendig zu sein.

Leitbilder und Inspiration

Frauen bräuchten Leitbilder und Inspiration von außen, die vorgelebt werden. Das wolle das Netzwerk "FemalePhotographers" bieten, sagte die Fotografin Kirsten Becken im Dlf. Künstlerinnen würden sich dort nicht kuratiert, sondern eigenverantwortlich zusammenschließen.

Dass männliche Kollegen zum Beispiel öfter ausgestellt würden als weibliche habe unter anderem mit der Sichtbarkeit der Frau im Leben zu tun. Als Mutter würde man verschwinden, Mutterschaft und Kinder seien immer noch ein Thema. Bei Männern werde nicht danach gefragt, wo sich das Kind gerade befinde, während sie im Meeting säßen. Muttersein sei im Kunstmarkt ein Tabu.

Weibliche Körper in den Medien

Es gehe den "FemalePhotographers" um die Perspektive, einige Arbeiten beschäftigten sich kritisch mit männlichen und weiblichen Akten und damit, wie weibliche Körper in den Medien präsent sind und was das mit unserem Blick mache. Dieser in der Regel männliche Blick auf weibliche Akte präge unser Verständnis von Sexualität, so Becken. Die weibliche Perspektive sei noch nicht oft genug gezeigt worden.

Es gehe dem Netzwerk nicht darum, Geschlechter zu definieren, sondern um Inhalte und darum, Sichtbarkeit zu generieren. Die Frauen kämen aus unterschiedlichen Ländern und hätten kein Problem damit, wie Männer arbeiten, so Becken. Über Crowdfunding soll das erste gemeinsame Buch der Gruppe finanziert werden.

Wir haben noch länger mit Kirsten Becken gesprochen - hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs.

Die Frauen des Netzwerks arbeiten nicht gegeneinander, sondern als Gruppe mit positiver Energie, die sie gerne nach außen tragen würden, betont Kirsten Becken. Man stehe auch in Kontakt mit anderen Netzwerken in aller Welt. Provokante Aktionen à la "guerilla girls" seien in der Zukunft durchaus denkbar.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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