Montag, 26.10.2020
 
Seit 20:10 Uhr Musikjournal
StartseiteMusik-PanoramaL’Arte della Scordatura19.10.2020

Neue Dlf ProduktionL’Arte della Scordatura

Eine "verstimmte" Violine kann besonders schön klingen. Das beweist Mayumi Hirasaki auf ihrer jüngsten CD, die sie gänzlich dem Phänomen der "Skordatur" gewidmet hat. Mit jeder barocken Sonate eröffnen sich neue Klangwelten.

Am Mikrofon: Bernd Heyder

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Die Geigerin Mayumi Hirasaki beim Spiel, den rechten Arm mit dem Bogen in der Hand hoch erhoben, umgeben von Schwarz. (Mathias Marx)
Beim Musikfest Erzgebirge spielte Hirasaki 2018 alle 15 "Rosenkranz-Sonaten" von Biber. Das Werk gab den Impuls für die neue CD. (Mathias Marx)
Mehr zum Thema

Francesco Geminiani Genialer Exzentriker

Rosenkranz-Sonaten Mysterien als Klang erlebbar

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal Glockenreiner Saitenklang und Maurerfreuden

Eine Skordatur, also das bewusste Umstimmen einzelner Saiten, ermöglicht auf der Violine ungewöhnliche Griffe und neue Akkordfolgen im mehrstimmigen Spiel. Spätestens mit einer Sonate von Biagio Marini ist die Violin-Skordatur 1629 in der Welt.

"Du wirst meine viersaitige Leier auf fünfzehn Arten verstimmt finden", schreibt Heinrich Ignaz Franz Biber im Vorwort seiner berühmten sogenannten "Rosenkranzsonaten", in denen er für fast jede Sonate eine andere Stimmung vorschreibt.

Der Salzburger Wundergeiger war für Mayumi Hirasaki und ihre Begleiter der Ausgangspunkt einer spannenden Erkundungsreise durch die blühenden barocken Skordatur-Landschaften beiderseits der Alpen, in denen ihre Violine gleich einem Chamäleon die Klangfarben wechselt.

L'Arte della Scordatura
Sonaten und Suiten für Violine von Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Joseph Vilsmayr, Carlo Ambrogio Lonati, Pietro Castrucci, Giuseppe Tartini u. a.

Mayumi Hirasaki, Violine
Christoph Urbanetz, Viola da gamba
Johannes Löscher, Violone
Michael Freimuth, Laute, Theorbe und Gitarre
Lorenzo Ghielmi, Cembalo

Label: Passacaille Records

Aufnahme vom November 2019 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk