Nahost-Krieg
Neue wechselseitige Angriffe zwischen Israel und Iran lösen international Sorge aus

Die neuen Angriffe zwischen Israel und dem Iran haben international Besorgnis ausgelöst. Die Angriffe dauern an, es sind die ersten seit Inkrafttreten der Waffenruhe im April.

    Menschen in Tel Aviv suchen Schutz vor iranischen Angriffen in unterirdischen Räumen.
    Menschen in Tel Aviv suchen Schutz vor iranischen Angriffen in unterirdischen Räumen. (AFP / ILIA YEFIMOVICH)
    Das israelische Militär erklärte, man wolle wiederaufgebaute Flugabwehranlagen und Raketenabschussrampen im Iran zerstören. Auch eine Ölanlage wurde getroffen. Die Revolutionsgarden kündigten jeweils Vergeltung an. Sie hatten die neuen Angriffe auf Israel am Abend mit den israelischen Luftschlägen auf Vororte von Beirut im Libanon begründet. Die libanesische Hisbollah-Miliz wird vom Iran unterstützt.
    Die EU-Außenbeauftragte Kallas und die britische Außenministerin Cooper warnten vor einer Eskalation und riefen dazu auf, wieder Verhandlungen zu führen. Auch aus anderen Teilen der Welt gibt es Sorgen wegen der neuen Angriffe. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte, man hoffe, dass sich alle Parteien wieder an den Waffenruhe hielten und eine diplomatische Lösung erreicht werde. Der indische Öl-Minister Singh Puri warnte vor den Folgen einer weiteren Eskalation für den internationalen Energiemarkt.

    Israel widersetzt sich offenbar Präsident Trump

    Mit dem Angriff auf Ziele im Iran widersetzte sich Israel einer Aufforderung von US-Präsident Trump, auf eine Gegenattacke zu verzichten. Trump hatte gegenüber dem US-Nachrichtenportal "Axios" die Rückkehr beider Seiten an den Verhandlungstisch verlangt.

    Huthi reklamieren Angriff für sich 

    Die Huthi-Rebellen im Jemen, die vom Iran unterstützt werden, reklamierten ebenfalls einen Raketenangriff auf Israel für sich. Die Huthi drohten zugleich mit Angriffen auf Schiffe im Roten Meer, die Verbindungen zu Israel haben. Die Stellungnahme des Huthi-Sprechers wurde in einem Satellitensender der Miliz ausgestrahlt.

    Irakische Miliz droht ebenfalls mit Angriffen

    Auch die vom Iran unterstützte Miliz Kataib Hisbollah im Irak drohte mit neuen Angriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region. Die Miliz teilte mit, sie werde solche Angriffe durchführen, wenn die USA sich direkt an der neuen Eskalation zwischen dem Iran und Israel beteiligten.

    Korrespondent Segador: "Lage extrem kritisch"

    ARD-Hörfunkkorrespondent Julio Segador sagte im Deutschlandfunk, die militärische Lage sei extrem kritisch. Das sei die Situation, die man habe vermeiden wollen, weil sie die Gefahr berge, dass sich das Ganze unkontrolliert hochschaukle. Für den Iran seien die vorausgegangenen israelischen Angriffe auf Ziele in Beirut eine rote Linie gewesen. Von einer "Waffenruhe" könne keine Rede mehr sein.

    Ölpreise steigen deutlich

    Die Ölpreise stiegen wegen der Entwicklungen im Nahen Osten wieder deutlich. So kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent am frühen Montagmorgen rund 97 US-Dollar. Das sind vier Prozent mehr als Ende vergangener Woche.

    Weiterführende Informationen

    Die wichtigsten Entwicklungen gibt es auch in unseren Newsblog zur Lage im Nahen Osten.
    Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.