Hitze
Rekord für wärmste Nacht in Deutschland - Grüne für mehr Klimaanlagen

Die vergangene Nacht war nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Der Rekord wurde im ostsächsischen Kubschütz mit 29,4 Grad aufgestellt. Angesichts der Hitzewelle forderte Grünen-Fraktionschefin Dröge mehr Klimaanlagen in öffentlichen Einrichtungen.

    Düsseldorf: Klimageräte stehen in der Landeshauptstadt auf einem Dach.
    Die Grünen fordern die Förderung von Klimageräten in Verbindung mit Solaranlagen. (dpa / Martin Gerten)
    Dröge sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", Deutschland brauche ein Abkühl-Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren. Es brauche "volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen". Dröge schlug ein neues Förderprogramm für "Klima-Solar-Anlagen" vor. Die Förderung von Klimaanlagen solle an die gleichzeitige Installation von Solarzellen auf dem Dach geknüpft werden. Nach Dröges Vorstellung soll dafür ein Teil des Sondervermögens genutzt werden. Sie kritisierte, dass die Bundesregierung ausgerechnet jetzt ein Förderprogramm für Hitzeschutz auslaufen lasse.
    Zudem forderte Dröge, Städte so zu gestalten, dass sie kühler würden - dazu brauche es mehr Bäume und begrünte Fassaden.

    Mensch, Natur und Infrastruktur leiden unter der Hitze

    Am Samstag wurde nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes erneut zahlreiche Hitzerekorde gebrochen - in den einzelnen Bundesländern und bundesweit. Die höchste je gemessene Temperatur lag bei 41,5 Grad und wurde in Sachsen-Anhalt verzeichnet. Mensch, Natur und Infrastruktur leiden unter der Hitze.
    In Deutschland führt die Hitze zu Schäden an der Infrastruktur, unter anderem an den Asphalt- und Betondecken von Autobahnen. Es kam zu Teilsperrungen, etwa auf der A2 zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Laut ADAC gelten zudem Geschwindigkeitsbegrenzungen.
    In mehreren Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Bayern kommt es zu Waldbränden oder steigt die entsprechende Gefahr.

    Vielerorts Probleme im Zugverkehr

    In Nordrhein-Westfalen kommt es nach Angaben mehrerer Bahnunternehmen zu teilweise erheblichen Störungen im Zugverkehr. Probleme gibt es demnach unter anderem im Großraum Essen und am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Zudem hätten defekte Signale zwischen Hagen und Wuppertal für Verspätungen und Zugausfälle gesorgt, hieß es. In Leipzig fallen noch bis morgen laut den dortigen Verkehrsbetrieben wegen Hitzeschäden am Schienennetz alle Straßenbahnen aus. Auch in Nürnberg wurde der Straßenbahnbetrieb komplett eingestellt.

    "Nicht dringend notwendige Bahn-Reisen verschieben"

    Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnverkehrsbetriebe riefen ihre Fahrgäste auf, wegen der Hitze zu Hause zu bleiben. Nicht dringend notwendige Reisen im Fern- und Regionalverkehr sollten verschoben werden, so der Appell der Bahn und des Bundesverbands Schienennahverkehr (BSN). Gebuchte Tickets können den Angaben zufolge kostenlos storniert werden.

    Städte rufen zum Wassersparen auf

    Der Deutsche Städte- und Gemeindebund rief alle Bürger zum Wassersparen auf.
    Vereine sollten beispielsweise kein Wasser für Tennisplätze oder Golfanlagen verschwenden, sagte der Hauptgeschäftsführer Berghegger der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bei Unverständnis müssten die Behörden zu Verboten greifen.
    In Teilen Frankreichs und Großbritanniens sinken die Temperaturen inzwischen wieder. Vor allem in Frankreich meldeten Kliniken aber noch immer zahlreiche hitzebedingte Notfälle.

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    Diese Nachricht wurde am 28.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.