Newsblog zum Coronavirus+++ Coronavirus: Entwicklungen vom 9. bis 12. Juli +++

Die WHO ruft reichere Länder dazu auf, noch keine Impfdosen für Auffrischungen zu bestellen +++ Frankreich führt eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal ein +++ Es bleibt dabei: In England enden am 19. Juli fast alle Corona-Auflagen +++ Mehr in unserem Newsblog.

09.07.2021

Das Foto zeigt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit Gesichtsmaske.
Die WHO hält Auffrischungen für verfrüht und mahnt Lieferungen an ärmere Länder für Erstimpfungen an. (AFP / World Health Organization)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Montag, 12. Juli
+++ Die Weltgesundheitsorganisation WHO appelliert an die Länder, noch keine Auffrischungsimpfungen zu bestellen. Es gebe noch genug Nationen, die bislang noch nicht genügend Impfstoffe bekommen hätten, um ihre Bevölkerung oder das medizinische Personal zu schützen, sagt WHO-Chef Tedros. Die Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stiegen wieder und die ansteckendere Delta-Variante dominiere zunehmend. In Kürze werde sie das Infektionsgeschehen weltweit beherrschen. Noch habe die Organisation auch keine Beweise, dass eine Auffrischungsimpfung nötig sei, sagt ein WHO-Vertreter.
Die Sieben-Tage-Inzidenz gilt als ein wichtiges Kriterium für die Bewertung des Pandemiegeschehens. Künftig sollen in Deutschland weitere Parameter mehr Gewicht bekommen. Das könnte sich auf politische Entscheidungen wie die Bundesnotbremse auswirken.
+++ Frankreich führt eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte ein. Präsident Macron begründete diesen Schritt in einer Fernsehansprache mit der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante. Sämtliche Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen müssen sich Macron zufolge bis zum 15. September impfen lassen. Andernfalls drohten Kontrollen und auch Sanktionen. Wenn man jetzt nicht handele, bedeute dies einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen und der Krankenhausbehandlungen, betonte Macron. Er sprach von einem Wettlauf gegen die Zeit und erklärte weiter, irgendwann müsse auch die Frage nach einer Impfpflicht für alle gestellt werden.
Das Foto zeigt Frankreichs Staatspräsidenten Macron bei einer Fernsehansprache.
Präsident Macron hat eine Impfpflicht für den Gesundheitssektor angekündigt. (AFP / Ludovic Marin)
+++ Zur Eindämmung der schon seit Tagen rasant steigenden Infektionszahlen schränkt der spanische Corona-Hotspot Katalonien nächtliche Aktivitäten weiter ein. Restaurants, Bars, Kultur- und Sportlokale sowie alle anderen Betriebe müssen in der Region mit der Metropole Barcelona und einer knapp 600 Kilometer langen Küste künftig ab 0.30 Uhr schließen. Die Maßnahme werde morgen oder übermorgen in Kraft treten, sagte die Sprecherin der Regionalregierung.
+++ In Portugal ist die Zahl der Krankenhauspatienten mit Covid-19 deutlich angestiegen. Erstmals seit Ende März lag dieser Wert wieder über 700. Er sei innerhalb eines Tages um 57 auf 729 geklettert, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Prozentual betrachtet seien die Zahlen der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern sowie jenen auf Intensivstationen so stark angestiegen wie seit Februar nicht mehr.
+++ Der Vorstoß, eine Impfpflicht für Lehrer und Erzieher einzuführen, stößt in der NRW-Landesregierung auf Ablehnung. "Ich bin gegen eine Impfpflicht und lehne sie ausdrücklich ab», sagte Familienminister Stamp (FDP) der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Zuvor hatte der Humangenetiker Wolfram Henn, Mitglied im Deutschen Ethikrat, eine Corona-Impfpflicht für alle Beschäftigten in Schulen und Kitas gefordert. Die Pädagogen sollten so vor allem Kinder unter zwölf Jahren schützen, die keine Impfung bekommen könnten.
Für Ihre Empfehlung, in Deutschland nur Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen gegen das Corona-Virus zu impfen, erntet die Ständige Impfkommission mitunter harte Kritik aus Politik und Wissenschaft. Doch die STIKO verteidigt ihren Standpunkt und hat auch Fürsprecher. Ein Überblick.
+++ In Griechenland dürfen sich die Menschen künftig nur noch in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten, wenn sie gegen Corona geimpft sind. Das gab Premier Mitsotakis bekannt. Beschäftigte im Gesundheitssektor und in der Altenpflege müssen sich zudem künftig verpflichtend impfen lassen - sonst können sie von ihrer Arbeit freigestellt werden. "Wir werden das Land wegen der Haltung einiger nicht wieder schließen", sagte der Premier im Staatsfernsehen.
+++ In England werden am 19. Juli wie geplant fast alle verpflichtenden Corona-Maßnahmen aufgehoben. Das bestätigte der britische Gesundheitsminister Javid im Parlament in London. Die Voraussetzungen dazu seien erfüllt. Das sei den Bemühungen der Briten und dem Impfprogramm zu verdanken. Javid erklärte, zwar sei zu erwarten, dass die Zahl der Neuinfektionen weiter steigen werde. Die Regierung gehe angesichts des Impffortschritts aber nicht davon aus, dass dadurch das Gesundheitssystem überlastet werde.
+++ In Australien sorgt ein Werbespot für die Corona-Impfungen für Diskussionen. In dem kurzen Film ist eine junge Frau zu sehen, die in einem Krankenhausbett um Luft ringt. Darin wird aufgerufen, sich impfen und testen zu lassen, sowie zu Hause zu bleiben. Unter anderem in den Online-Netzwerken wird kritisiert, dass damit Angst verbreitet werden soll. Premierminister Morrison verteidigte die Anzeige. Er sagte, vor wenigen Wochen noch hätten Kritiker stärkere Botschaften gefordert.
Eine Frau liegt auf einem Krankenhausbett um ringt um Luft.
Ein Screenshot des umstrittenen Werbevideos. (Australian Government Department of Health / Youtube)
+++ Vor dem Hintergrund steigender Corona-Neuinfektionen hat Bundesgesundheitsminister Spahn eine Beschleunigung des Impftempos gefordert. Gestern seien so wenige Menschen in Deutschland geimpft worden wie zuletzt im Februar, erklärte CDU-Politiker. Anders als im Februar sei nun aber genug Impfstoff vorhanden. - Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurden gestern 221.720 Impfdosen verabreicht. Knapp 43 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft. Knapp 59 Prozent haben mindestens eine Dosis erhalten.
+++ Der US-Sender NPR geht auf steigende Infektionszahlen in den Vereinigten Staaten ein. Diese gingen nicht nur auf ansteckendere Virusvarianten zurück, sondern auch auf "gefährlich niedrige Impfquoten".
+++ Zur Beurteilung des Pandemiegeschehens in Deutschland will die Bundesregierung künftig mehr Faktoren heranziehen. Die möglicherweise drohende Rückkehr zur sogenannten Bundesnotbremse soll nach den Worten von Regierungssprecher Seibert nicht mehr automatisch an einen Wert der Sieben-Tage-Inzidenz geknüpft werden. Man werde dies in Abhängigkeit der Fallzahlen, der Fortschritte beim Impfen und der wissenschaftlichen Einschätzung entscheiden. Der Zusammenhang zwischen Fallzahlen und etwa der Zahl der Intensivpatienten habe sich möglicherweise verändert. - Ein Sprecher des Bundesgesunheitsministeriums betonte, dies sei nicht als Abkehr von der Inzidenz zu verstehen, die ein wichtiger Parameter bleibe.
+++ Und hier die Zahlen des Tages zur Corona-Pandemie in Deutschland - in einer Grafik der Deutschen Presse-Agentur.
Übersicht: Corona-Kennzahlen in Deutschland.
Corona in Deutschland (12.07.2021) (dpa-Grafik)
+++ Der Hunger weltweit hat einem UNO-Bericht zufolge während der Pandemie deutlich zugenommen. Schätzungen zufolge waren zwischen 720 und 811 Millionen Menschen im vergangenen Jahr unterernährt, wie aus dem Bericht zur Lage der weltweiten Nahrungsmittelsicherheit der Vereinten Nationen hervorgeht. Das seien 70 bis 161 Millionen mehr als 2019. Die Zunahme führten die Experten zum Großteil auf die Folgen der Corona-Krise zurück. Den Angaben nach löste die Pandemie in vielen Teilen der Welt Rezessionen aus und erschwerte den Zugang zu Nahrungsmitteln.
+++ Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht die Pläne für erweiterte Meldepflichten zu Covid-19-Patienten kritisch. Die Inzidenz der hospitalisierten Fälle sei ein wichtiger Indikator, hieß es in einer Mitteilung. Eine Meldepflicht der Hospitalisierungen einzuführen, sei aber wenig hilfreich, weil die wichtigsten Punkte bereits an die Gesundheitsämter gemeldet würden, hieß es weiter. Doppelmeldungen und damit einhergehende bürokratische Mehrbelastungen ohne Erkenntnisgewinn seien zu vermeiden. Die DKG verwies darauf, dass Kliniken und Klinikärzte über das Infektionsschutzgesetz bereits jetzt dazu verpflichtet seien, Krankheitsverdacht, Erkrankung oder Tod in Bezug auf Covid-19 zu melden. Hinzu kämen weitere Angaben etwa über Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion und auch zum Impfstatus.
+++ Die Impfallianz Covax bekommt ab sofort auch Impfstoff-Lieferungen der chinesischen Firmen Sinopharm und Sinovac. Die Impfallianz Gavi hatte Verträge mit den Firmen über die Lieferungen von 110 Millionen Dosen bis Oktober abgeschlossen. Es gebe Optionen auf den Kauf von zusätzlich 440 Millionen Dosen bis Mitte 2022, hieß es. Der Impfstoff von Sinopharm hatte Anfang Mai, der von Sinovac Anfang Juni die Notfallzulassung der WHO erhalten. UNO-Organisationen können nur solche Impfstoffe kaufen, die von der WHO anerkannt sind. Covax beliefert alle Länder, die Interesse angemeldet haben. 92 davon werden umsonst bedient, weil sie die Impfstoffe nicht bezahlen können.
Der Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac
Der Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac (imago)
+++ Vor dem Hintergrund steigender Corona-Neuinfektionen fordert Bundesgesundheitsminister Spahn eine Beschleunigung des Impftempos. Gestern seien so wenige Menschen in Deutschland geimpft worden wie zuletzt im Februar, erklärte CDU-Politiker. Anders als im Februar sei nun aber genug Impfstoff vorhanden. Am Sonntag wurden 221.720 Impfdosen verabreicht. Inzwischen haben 58,5 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. 42,6 Prozent sind vollständig geimpft.
+++ Das Statistische Bundesamt hat ein neues Datenangebot zur Corona-Pandemie veröffentlicht. Die Relevanz von Daten und Statistiken sei seit Beginn der Pandemie "deutlich gestiegen", erklärte die Behörde in Wiesbaden. Die Plattform "Corona-Daten Deutschland" stellt demnach aktuelle und regionale Datensätze aus amtlichen und nicht amtlichen Quellen zusammen. Zur ganzen Meldung.
+++ Das Robert Koch-Institut will zur besseren Einordnung des Pandemiegeschehens in Deutschland offenbar einen zusätzlichen Leitindikator einführen. Dabei handele es sich um die sogenannte Hospitalisierung, also die Behandlung in einem Krankenhaus, schreibt die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine interne Präsentation des RKI. Es seien weiterhin mehrere Indikatoren zur Bewertung notwendig, aber die Gewichtung untereinander ändere sich. Dies könnte demnach eine Abkehr vom Inzidenzwert als wichtigste Kennzahl der Regierungs-Politik bedeuten. Das Institut begründet die Hinzunahme der Hospitalisierung mit den Konsequenzen aus einer zunehmenden Grundimmunität.
Auch nach Auffassung des Bundesgesundheitsministeriums verliert die Inzidenz bei steigender Impfquote an Aussagekraft. Sie sei aber weiterhin ein wichtiger Parameter, betonte ein Sprecher. Künftig sollten aber detaillierte Daten aus den Krankenhäusern berücksichtigt werden.
+++ Die Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital, Schroeder, befürwortet die Impfung von Kindern von zwölf bis 15 Jahren. Wegen nicht ausreichender Fachdaten habe zwar die Ständige Impfkommission bisher nicht empfohlen, Kinder in dieser Altersgruppe zu impfen, aber sie habe davon auch nicht abgeraten, betonte Schroeder im Deutschlandfunk. Mit Blick auf neue, wissenschaftliche Daten rechne sie damit, dass die Empfehlungen in den nächsten Wochen angepasst würden.
+++ Die australische Metropole Sydney verzeichnet trotz eines harten Lockdowns steigende Corona-Infektionszahlen. Die Gesundheitsbehörden meldeten heute 112 neue Fälle innerhalb eines Tages. Das sei ein neuer Höchstwert in dieser Infektionswelle. Seit mehr als zwei Wochen dürfen die Bewohner von Sydney ihr Haus nur noch aus triftigem Grund verlassen. Die Maßnahme wurde vorerst bis zum 16. Juli verlängert.
Eine Frau mit Maske läuft über eine ansonsten menschenleere regennasse Straße mit Schienen; im Hintergrund nähert sich eine Straßenbahn.
Weitgehend menschenleere Straßen im australischen Sydney. (AAP Image / dpa / Joel Carrett)
+++ Der Industrieverband BDI fordert von der Politik, bei den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie mehr als nur den Inzidenzwert in den Blick zu nehmen. Bei einer hohen Impfquote sei der Inzidenzwert nicht mehr das Maß aller Dinge, erklärte BDI-Hauptgeschäftsführer Lang. Wichtig sei, wissenschaftlich geprüfte Informationen zu den verschiedenen medizinischen Möglichkeiten hinzuzuziehen. Die Politik müsse mit Blick auf Testpflichten, Hygiene-, Impf- und Einreiseregelungen evidenzbasiert vorgehen.
+++ Trotz der erst Ende Juni ausgelaufenen Homeoffice-Pflicht haben schon im vergangenen Monat weniger Beschäftigte zu Hause gearbeitet. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts fiel der Anteil derjenigen, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiteten, im Juni von 31,0 Prozent auf 28,4 Prozent. "Mit dem abklingenden Infektionsgeschehen und der steigenden Impfquote kehren Beschäftigte in die Präsenzarbeit zurück", sagte in Ifo-Sprecher.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen in Deutschland ist erneut angestiegen. Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts nun bei 6,4 nach 6,2 am Vortag. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 324 neue Ansteckungen, das sind 112 mehr als am Montag vor einer Woche. Zudem starben zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.
+++ Der Humangenetiker Henn fordert eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Schulen und Kitas. Das Mitglied des Deutschen Ethikrats sagte der "Rheinischen Post", wer sich aus freier Berufswahl in eine Gruppe vulnerabler Personen hineinbegebe, trage eben besondere berufsbezogene Verantwortung.
Sonntag, 11. Juli
+++ Immungeschwächte Personen in Israel können sich von sofort an mit einer dritten Dosis gegen das Coronavirus impfen lassen. Der israelische Gesundheitsminister Nitzan Horowitz sagte dem Sender Kan am Sonntag, für solche bereits zweimal geimpften Patienten stehe der Impfstoff des Anbieters Moderna zur Verfügung.
+++ Begleitet von Diskussionen über den Umgang der Europäischen Fußball-Union mit der Corona-Pandemie haben sich in London Tausende Fans auf das Finale der Europameisterschaft eingestimmt. Rund um Trafalgar Square und Piccadilly Circus feierten in den Stunden vor dem Endspiel zwischen Gastgeber England und Italien die Menschen ohne Abstand und Masken.
Nahe Trafalgar Square in London feiern die Menschen ohne Maske oder Abstand.
Nahe Trafalgar Square in London feiern die Menschen ohne Maske oder Abstand. ((AP Photo/Matt Dunham) dpa news)
+++ Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen mehren sich die Stimmen, die darauf pochen, die Schulen offen zu halten. Bundespräsident Steinmeier forderte die Politik bei einem Besuch in Hessen auf, alles daran zu setzen, damit nach den Ferien Präsenzunterricht an jeder Schule und für jeden Schüler möglich ist. Bundesfamilienministerin Lambrecht, SPD, sagte der Welt am Sonntag, durch den Distanzunterricht hätten Kinder in schwierigen Lebensverhältnissen viele Nachteile erlitten. Präsenzunterricht helfe nun, Defizite aufzuholen. Dafür sei die Maskenpflicht in den Klassenräumen weiterhin nötig, auch wenn das belastend sei. Bundestagspräsident Schäuble, CDU, sagte, es wäre entsetzlich, wenn es wieder zu einem Lockdown käme, der die Jüngsten treffe.
Wie geht es nach den Sommerferien in den Schulen weiter? Diese Frage treibt nicht nur viele Eltern um, sondern auch Politik und Wissenschaft. Klare Antworten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, weil die Entwicklung der Pandemie nur zu modellieren, aber keineswegs vorherzusehen ist. Dennoch gibt es Maßnahmen, von denen bekannt ist, dass sie das Ziel "Präsenzunterricht" zumindest wahrscheinlicher machen. Ein Überblick.
+++ In Russland sind den dritten Tag in Folge mehr als 25.000 neue Corona-Infektionen vermeldet worden. Die Behörden gaben am Sonntag 25 033 Infektionsfälle und 749 neue Tote bekannt. Von offiziellen Stellen wird die beschleunigte Ausbreitung der Krankheit auf die Delta-Variante des Virus zurückgeführt. Anfang Juni waren noch rund 9.000 neue Infektionen pro Tag vermeldet worden.
+++ In Deutschland wird über eine weitere Lockerung der Corona-Beschränkungen diskutiert. Der saarländische Ministerpräsident Hans (CDU) verwies darauf, dass eine Impfung auch bei neueren Varianten vor schweren Verläufen schütze. Hans sagte in der "Welt am Sonntag", sobald alle ein Impfangebot bekommen hätten, müssten die Corona-Maßnahmen schrittweise zurückgenommen werden. Ähnlich argumentierten CSU-Generalsekretär Blume und der Chef der Hamburger CDU, Ploß. Hessens Ministerpräsident Bouffier (CDU) empfahl, zunächst abzuwarten, welche Auswirkungen die Delta-Variante und die Reiserückkehrer haben. Die Linke hat sich deutlich gegen weitere Corona-Lockerungen ausgesprochen. Lockerungen seien dann richtig, wenn ein Großteil der Bevölkerung vollständig geimpft sei - erst dann sinke das Risiko schwerer Krankheitsverläufe, sagte Co-Parteichefin Hennig-Wellsow der Deutschen Presse-Agentur.
+++ Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, rechnet damit, dass Masken nicht mehr aus dem Alltag verschwinden werden. Auf die Frage, ob er einen Zeitpunkt sehe, an dem Corona als ganz normale Erkrankung angesehen werden könne, sagte Montgomery im ARD Fernsehen, der Punkt sei erreicht, wenn 85 Prozent der Bevölkerung durch Impfung und Durchmachen der Erkrankung immunisiert seien. "Wir werden aber Corona nie wieder los. Wir werden in bestimmten Situationen immer Masken tragen müssen, Hände waschen müssen, Abstand halten und wir werden regelmäßig nachimpfen müssen, wir das von der Grippe ja auch kennen", fügte er hinzu.
+++ In Israel können Erwachsene mit einem geschwächten Immunsystem ab sofort eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die dritte Spritze nach zwei erfolgten Impfungen mit dem Biontech-Pfizer-Impfstoff erhielten zum Beispiel Menschen, die sich einer Organtransplantation unterzogen hätten oder die an einer Krankheit litten, die einen Abfall der Immunität verursache, teilt Gesundheitsminister Horowitz mit. Die Frage einer Auffrischungsimpfung für die gesamte Bevölkerung werde geprüft, sei aber noch nicht entschieden. Mit der Ausbreitung der Delta-Variante sind die Neuinfektionen in Israel wieder gestiegen.
Wie steht es um mögliche Auffrischungsimpfungen in Deutschland? Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
+++ Nach einem massiven Corona-Ausbruch infolge eines Schönheitswettbewerbs in Thailand drohen den Teilnehmerinnen Strafanzeigen. Sie sollen unter anderem keine Masken getragen haben. Viele Beteiligte hätten sich nicht an die Auflagen gehalten und damit "wahrscheinlich das Gesetz gebrochen", sagte ein Polizeisprecher. Sie müssten nun mit rechtlichen Schritten rechnen. Nach der Wahl zur Miss Grand Samut Sakhon Ende Juni in Bangkok waren elf der Wettbewerbsteilnehmerinnen sowie neun weitere Beteiligte positiv auf das Coronavirus getestet worden.
+++ Belgische Forschende gehen einem beunruhigenden Befund nach: Dort ist eine 90-Jährige gestorben, die zeitgleich mit zwei unterschiedlichen Varianten des Coronavirus infiziert war. Ob diese Ko-Infektion für die rasche Verschlechterung des Gesundheitszustandes der alten Dame verantwortlich war, sei schwer zu sagen, hieß es. Auch wenn es bisher keine in Fachzeitschriften veröffentlichten Fälle solcher Ko-Infektionen gibt, gehen die Forschenden davon aus, dass es sich "wahrscheinlich um ein unterschätztes Phänomen" handele, da nicht ausreichend auf Varianten getestet werde.
+++ Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hat der Europäischen Fußball-Union erneut Versagen beim Umgang mit der Corona-Pandemie bei der Europameisterschaft vorgeworfen. "Auf dieser EM liegt ein Schatten und die UEFA hat durch ihre ignorante Vorgehensweise Todesfälle zu verantworten. Die UEFA hat in meinen Augen versagt", sagte der Politiker im Fußballmagazin "11Freunde". Dieses Turnier signalisiere, dass Corona vorbei wäre, aber Corona sei nicht vorbei. "Die EM hat sich für dieses fatale Signal missbrauchen lassen", kritisierte er.
+++ Der Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Schleicher, hat vor erneuten Schulschließungen gewarnt. Er sagte im MDR-Hörfunk, die Schulen müssten technisch so umgerüstet werden, dass der Unterricht auch bei schwieriger Infektionslage ungestört im Präsenzunterricht fortgeführt werden könne. Eine große Zahl junger Menschen sei während der Krise völlig durch das Raster gefallen, so Schleicher.
Lesetipp: Wie geht es im Herbst weiter für die Schulen?
+++ Bundesfamilien- und Justizministerin Lambrecht hält eine Maskenpflicht an den Schulen derzeit weiterhin für nötig. "Stundenlanges Maskentragen in den Klassenräumen ist sehr belastend, aber noch notwendig, um einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten", sagte die SPD-Politikerin der "Welt am Sonntag". "Bevor wir gänzlich auf das Maskentragen in den Klassenräumen verzichten können, müssen wir uns durchs Impfen deutlich weiter in Richtung Herdenimmunität bewegt haben." Lambrecht verwies darauf, dass auch Kinder und Jugendliche schwer an Corona erkranken könnten, auch wenn die allermeisten leichte Krankheitsverläufe hätten. Zudem könnten sie andere Menschen mit dem Virus infizieren.
Unterricht während der Pandemie
Maskenpflicht in der Schule (imago/Political Moments)
+++ Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist weiter leicht angestiegen. Das Robert Koch-Institut teilte mit, die Gesundheitsämter hätten 745 neue Fälle innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind 186 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz beträgt nun 6,2 - nach 5,8 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Sechs weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn verpflichtet einem Zeitungsbericht zufolge die Krankenhäuser zu genaueren Angaben über alle behandelten Corona-Fälle. Das gehe aus einer erweiterten Meldeverordnung hervor, schreibt die Zeitung "Bild am Sonntag". Demnach müssen für alle in den Kliniken versorgten Corona-Patienten das Alter, die Art der Behandlung und der Impfstatus gemeldet werden. Da die gefährdeten Risikogruppen bereits geimpft seien, bedeute eine hohe Inzidenz nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung bei den Intensivbetten, erklärte der CDU-Politiker dem Blatt zufolge.
+++ Politikerinnen mehrerer Parteien einen besseren Schutz junger Menschen vor dem Krankheitserreger gefordert. Die SPD-Vorsitzende Esken sprach in einem Interview der Zeitungen der Funke Mediengruppe von einem Irrglauben, dass Kinder und Jugendliche nicht gefährdet seien. Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Göring-Eckart, forderte, die Ausstattung der Kindertagsstätten und Klassenräume auf einem Schulgipfel zu besprechen.
+++ Seit heute gilt ganz Spanien - und damit auch Mallorca und die Kanaren - als Corona-Risikogebiet. Die Einstufung bedeutet, dass das Auswärtige Amt von touristischen Reisen dorthin abrät. Praktische Folgen ergeben sich für Urlauber kaum. Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung vorweisen. Damit entfällt die Quarantänepflicht. Die Insel Zypern gilt von heute an als Hochinzidenzgebiet. Wer dort Urlaub macht und nicht geimpft oder genesen ist, muss auch mit negativem Coronatest für bis zu zehn Tage in Quarantäne.
Hier finden Sie einen Überblick über die vom Robert-Koch-Institut gelisteteten Risikogebiete.
+++ Australien verzeichnet den ersten Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus im Jahr 2021 und eine Rekordzahl an Neuinfektionen mit 77 Fällen. In Neusüdwales, dem größten Bundesland Australiens, breitet sich zur Zeit die hochansteckende Delta-Variante aus. Die Fünf-Millionen-Stadt Sydney befindet sich in einem harten Lockdown. Australien ist es bisher gelungen, die COVID-19-Zahlen relativ niedrig zu halten. Seit Beginn der Pandemie gab es nur etwas mehr als 31.000 Fälle und 911 Todesfälle. Doch nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung ist geimpft.
+++ Die Bundesregierung hat weitere Hilfen für Namibia zugesagt, wo sich die Corona-Lage verschärft. Afrika werde gerade von einer dritten Infektionswelle heimgesucht, die laut Schätzungen mehr Opfer fordern werde als die zweite Welle, sagte Entwicklungsminister Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch Namibia sei von dieser dritten Welle betroffen. Nach den Worten des CSU-Politikers umfassen die Hilfslieferungen - mit einem Wert von mehr als elf Millionen Euro - Beatmungsgeräte, Krankenbetten, Testkits, Schutzausrüstungen und Masken.
Die Gesundheitsminsterin von Namibia sitzt in einem gelben Kleid auf einem Stuhl und wird von einem Arzt geimpft
In Namibia breitet sich das Coronavirus rasant aus. (imago-images.de/ Xinhua)
+++ Die meisten Hochschulen in Deutschland gehen davon aus, im Wintersemester noch nicht vollständig in die Präsenzlehre zurückkehren zu können. Dies ergibt eine Umfrage der "Welt am Sonntag" bei allen 116 Universitäten und gleichgestellten Einrichtungen, von denen 113 antworteten. Laut Bericht planten 104 von ihnen weiter mit einem Mix aus Präsenz- und Digitalformaten. Lediglich acht Prozent wollten bereits vollständig in den Normalbetrieb zurückkehren.
+++ Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach warnt angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante vor zu schnellen Lockerungen. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, zu viel zu öffnen", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bei Treffen in Innenräumen müsse man besonders vorsichtig sein. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen gehe zum Beispiel zu schnell bei er Öffnung voran. Dort gebe es eine Zwischenstufe zwischen den sonst in Deutschland geltenden Maßnahmen und den Maßnahmen in England. Dort ist die Delta-Variante besonders verbreitet.
+++ Bundestagspräsident Schäuble hat sich für die Impfung von Jugendlichen ausgesprochen. "Man sollte Jüngere impfen, wenn sie es wollen. Wenn wir es durch Impfungen der 12- bis 17-Jährigen schaffen, dass wir Einschränkungen im Schulbetrieb vermeiden, dann ist das ein gewichtiges Argument", betonte Schäuble in der "Bild am Sonntag". Bevor man riskiere, wieder Schulen schließen zu müssen, sei er dafür, in geschlossenen Räumen weiter Masken zu tragen. Für ihn wäre es entsetzlich, wenn es wieder zu einem Lockdown käme, der die Jüngsten treffe.
Samstag, 10. Juli
+++ Die meisten Menschen in Deutschland halten ihre Corona-Impftermine einer Umfrage in den Landesgesundheitsministerien zufolge ein. Wie die die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, ergab sich in den Impfzentren ein insgesamt ausgeglichenes Bild. Die Gesundheitsministerium verschiedener Bundesländer verzeichneten demnach keine größere Zahl an nicht wahrgenommenen Terminen. Lediglich in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz verfielen laut Bericht 15 bis 20 Prozent der Termine. Außerdem hätten die Gesundheitsministerien zurückgemeldet, dass es nur vereinzelt notwendig gewesen sei, Impfstoff zu vernichten.
+++ Wegen einer starken Zunahme von Corona-Infektionen in den Niederlanden unterbricht dort das Parlament seine gerade erst begonnene Sommerpause und kommt zu einer Sondersitzung zusammen. Sie wurde für den kommenden Mittwoch angesetzt. Nach Angaben des staatlichen Gesundheitsinstituts RIVM wurden in den Niederlanden zwischen Freitag und Samstag 10.345 neue Ansteckungen festgestellt, einen Tag zuvor waren es noch knapp 7.000 und am Samstag voriger Woche 1.100.
+++ Kuba hat dem selbst entwickelten Corona-Impfstoff Abdala eine Notfallzulassung erteilt. Das Vakzin habe in der Testphase III eine Effektivität von 92,28 Prozent gezeigt, teilte das staatliche Zentrum für die Kontrolle von Medikamenten und medizinischen Geräten (Cecmed) mit. Damit ist Abdala der erste in Lateinamerika entwickelte und zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus.
+++ Nach 16 Monaten Corona-Sperre haben die Pariser Nachtclubs wieder geöffnet. Besucher mussten in der Nacht zu Samstag per QR-Code nachweisen, dass sie entweder vollständig geimpft sind oder vor kurzem negativ auf Corona getestet worden sind. Die Zahl der Gäste war auf 75 Prozent der Kapazität beschränkt.
Menschen, die im Club tanzen und ihre Hände in die Höhe werfen; die Szene ist in blaues Laserlicht getaucht.
Nach 16 Monaten Corona-Pause haben die Pariser Nachtclubs wieder offen. (picture alliance / Photoshot)
+++ Bundesjustizministerin Lambrecht hat Forderungen nach einer baldigen Aufhebung aller Corona-Einschränkungen abgelehnt. Die SPD-Politikerin sagte der "Augsburger Allgemeinen", entscheidend sei nicht, dass alle Erwachsenen in Deutschland ein Impfangebot erhalten hätten, sondern der Stand der Herdenimmunität.
Lambrecht betonte, Kinder, für die es noch keinen Impfstoff gebe, Erwachsene mit bestimmten Vorerkrankungen oder Schwangere könnten sich nicht durch eine Impfung schützen, selbst wenn sie wollten. Sie stellte sich damit gegen Außenminister Maas, der für ein Ende der Beschränkungen im August plädiert hatte.
+++ Die Europäische Union hat genügend Impfstoff an die Mitgliedstaaten ausgeliefert, um in diesem Monat mindestens 70 Prozent der Erwachsenen vollständig zu immunisieren. Kommissionspräsidentin von der Leyen sagte in Brüssel, mit dem morgigen Tag habe man 500 Millionen Impfdosen über ganz Europa verteilt. Die EU habe ihr Wort gehalten. Ihrerseits müssten die Staaten nun alles dafür tun, dass die Impfungen vorankämen. Nur dann seien alle sicher. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten liegt der Anteil der vollständig Geimpften ab 18 Jahren in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum bei 44,1 Prozent.
+++ Bei den Olympischen Spielen in Japan werden wegen der Corona-Pandemie fast alle Wettbewerbe ohne Zuschauerinnen und Zuschauer stattfinden. Nach der Hauptstadt Tokio teilten auch die Präfekturen Hokkaido und Fukushima mit, dass bei den Entscheidungen keine Gäste in den Stadien zugelassen sind. Das betrifft etwa die Fußballturniere der Männer und Frauen sowie die Baseballspiele. Die Behörden in Hokkaido hatten zuvor bereits die Menschen dazu aufgerufen, auch die Wettbewerbe im Marathon, Gehen und Radsport nicht vom Straßenrand aus zu verfolgen.
Wie geht es nach den Sommerferien in den Schulen weiter? Diese Frage treibt nicht nur viele Eltern um, sondern auch Politik und Wissenschaft. Klare Antworten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, weil die Entwicklung der Pandemie nur zu modellieren, aber keineswegs vorherzusehen ist. Dennoch gibt es Maßnahmen, von denen bekannt ist, dass sie das Ziel "Präsenzunterricht" zumindest wahrscheinlicher machen. Ein Überblick.
+++ Bundesbildungsministerin Karliczek setzt darauf, dass an den Schulen nach den Ferien eine generelle Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler besteht. "Die Präsenzpflicht sollte aus meiner Sicht wieder in der Regel gelten", sagte Karliczek der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Ausnahmen bei vorerkrankten und besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen müssten aber möglich sein. Es werde Rahmenbedingungen geben, unter denen sicherer Unterricht gewährleistet werden kann. In die Schule zu gehen, sei für Kinder ein wichtiger Faktor in ihrem Alltag.
Unterrichtsszene: In einem Klassenzimmer sieht man zwei Kinder von hinten. Sie sitzen jeweils einzeln an einer Bank und blicken nach vorne zur Tafel, neben der ihre Lehrerin steht.
Rückkehr zur Präsenzpflicht? (picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleu)
+++ Aus der EU-Kommission kommt Unterstützung für die Einführung einer begrenzten Corona-Impfpflicht, etwa für spezielle Berufsgruppen. Für Beschäftigte im Gesundheitswesen oder für das Lehrpersonal könne eine Impfpflicht eine vernünftige Maßnahme sein, sagte EU-Wirtschaftskommissar Gentiloni den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Eine solche Verpflichtung wäre aber Sache der Mitgliedsstaaten. Gentiloni erklärte weiter, die EU werde ihr Ziel, 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung bis Ende des Sommer zu impfen, voraussichtlich früher als geplant erreichen. Weitere Fortschritte beim Impfen seien jetzt das wichtigste, auch um etwa ökonomische Auswirkungen durch die Delta-Variante zu verhindern.
+++ Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat im Zusammenhang mit der Fußball-EM erstmals auch Corona-Fälle in Deutschland gezählt. Insgesamt lassen sich 18 Infektionen in Deutschland mit der EM in Verbindung bringen, wie die EU-Agentur in ihrem wöchentlichen Bericht mitteilte. Vier Partien des pan-europäischen Turniers hatten in München stattgefunden. Insgesamt wurde in der vierten Turnierwoche der Europameisterschaft im Vergleich zur Vorwoche ein leichter Anstieg auf 2535 Infektionsfälle verzeichnet.
+++ Die deutsche Wirtschaft fordert von Bund und Ländern ein Konzept zur Vermeidung eines neuen Lockdowns trotz steigender Corona-Zahlen. "In den kommenden Monaten wird es weiterhin darum gehen, das Leben mit Corona zu organisieren", sagte Arbeitgeberpräsident Dulger dem "Handelsblatt". Denn es sei klar, dass das Virus wird nicht gänzlich verschwinden werde. Der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands BDI, Lang, forderte: "Die Inzidenz allein darf bei einer hohen Impfquote in Deutschland nicht mehr das Maß aller Dinge sein."
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist am vierten Tag in Folge angestiegen. Sie liegt nun bei 5,8. Gestern betrug der Wert 5,5 und vor einer Woche 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert-Koch-Institut binnen eines Tages 952 Corona-Neuinfektionen. Auch das ist eine Erhöhung, am vorangegangenen Samstag waren es 671 Ansteckungen. Den Angaben des RKI zufolge wurden binnen 24 Stunden 35 Todesfälle verzeichnet, mehr als doppelt so viele wie vor einer Woche. Hier finden Sie weitere aktuelle Zahlen zur Coronalage in Deutschland.
+++ Spanien hat die Einstufung als Risikogebiet durch Deutschland auf der Basis von Corona-Neuinfektionen infrage gestellt. Die Inzidenz als Gradmesser für das Risiko eines Landes verliere angesichts der hohen Impfrate und der niedrigen Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern an Bedeutung, erklärte das Tourismusministerium. Spanien liege bei der Zahl der vollständig Geimpften vor Deutschland. Auch die Todesrate sei niedriger. Die hohen Infektionszahlen würden bei jungen Menschen registriert, die entweder gar keine oder nur milde Krankheitssymptome entwickelten.
Ein junge sitzt mit Maske in einem Flugzeug-Terminal mit großen Gepäck (Symbolfoto)
Für Flugreisende. die aus Spanien zurückkehren, ändert sich nichts. (imago images / Cavan Images)
Die Bundesregierung hatte gestern ganz Spanien auf die Corona-Risikoliste gesetzt. Die Regelung gilt ab Sonntag. Für Flugreisende ergeben sich daraus aber keine Folgen: Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung dabeihaben. Damit entfällt dann die Quarantänepflicht.
Hier finden Sie alle derzeitigen Risikogebiete.
+++ Die Urlaubssaison ist in Europa nach Einschätzung der EU-Kommission trotz steigender Corona-Infektionszahlen nicht in Gefahr. "Wir müssen uns jetzt vor zu großer Aufregung hüten und Überreaktionen vermeiden," sagte EU-Wirtschaftskommissar Gentiloni der Funke Mediengruppe. Höhere Infektionszahlen brächten nicht automatisch eine gefährlichere Situation, betonte Gentiloni. Dies sei den Impfungen gegen das Corona-Virus zu verdanken. Er warnt vor einseitigen, nicht gerechtfertigten Reisebeschränkungen durch einzelne EU-Staaten als Reaktion auf den Anstieg der Infektionszahlen.
+++ Die Stadt Rom erlaubt aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus kein Public Viewing zum EM-Finale im Olympiastadion. Diese Entscheidung traf das Ordnungs- und Sicherheitskomitee der Stadt laut Nachrichtenagentur Ansa. Es verwarf damit einen Vorschlag der Bürgermeisterin Virginia Raggi, die für das EM-Endspiel zwischen England und Italien am Sonntag ein Public Viewing mit 16 000 Fans ins Gespräch gebracht hatte.
+++ Bund und Länder bereiten sich auf sogenannte Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus vor. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte, für eine Empfehlung einer dritten Impfung nach einem halben Jahr sei die Datenlage bislang noch nicht ausreichend. Auffrischungsimpfungen würden aber aller Wahrscheinlichkeit nach erforderlich werden.
+++ Die Niederlande verschärfen ab heute wieder die Corona-Beschränkungen. Discos und Nachtclubs müssenschließen. Restaurants dürfen nur noch bis Mitternacht öffnen. Ministerpräsident Rutte mahnte seine Landsleute zur Vorsicht. Die Zahl der Neuinfektionen in den Niederlanden war in den vergangenen Tagen drastisch gestiegen: Gestern meldeten die Behörden 7.000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Allein in einer Diskothek in Enschede nahe der deutschen Grenze hatten sich 600 Menschen infiziert, vor allem Jugendliche. Der Zugang war nur mit einem negativen Testergebnis möglich. Offenbar gab es aber viele Fälschungen.
+++ Im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen sollen Kinder und Jugendliche im Rahmen einer Studie bevorzugt geimpft werden. Von Dienstag an können sich dort alle Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren impfen lassen. Forschende der Universität des Saarlands und der Universitätskinderklinik Bochum wollen rund 30.000 junge Menschen erreichen und herausfinden, wie sich die sogenannte "Querschnittsimpfung" auf das Infektionsgeschehen auswirkt. Die Jugendlichen sollen auch befragt werden, was ihre persönlichen Beweggründe für eine Impfung sind. In Deutschland gibt es bisher keine allgemeine Empfehlung, Kinder und Jugendliche gegen Corona impfen zu lassen.
+++ Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldete rund 58.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf über 19 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte um 1509 auf 531.688 zu.
Ein einfaches Kreuz ohne Namen und mit einer Nummer steht an einem offenen Grab am Friedhof von Iraja.
Diese Gräber, wie hier in Iraja, sind in der Pandemie in Brasilien eine der wenigen erschwinglichen Optionen, die eigenen Angehörigen zu bestatten. (dpa)
+++ Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus verlängert Argentinien die Pandemie-bedingten Einschränkungen bis Anfang August. "Die Delta-Variante wurde in 86 Ländern nachgewiesen und ist zu 50 bis 70 Prozent ansteckender als die Alpha-Variante", hieß es in einem Erlass der Regierung. Seit Pandemie-Beginn wurden in Argentinien mit seinen 45 Millionen Einwohnern rund 4,6 Millionen Corona-Infektionen registriert. Die Verlängerung der Restriktionen bedeutet, dass die Grenzschließungen vorerst aufrecht erhalten wird. Auch dürfen sich in der Öffentlichkeit weiterhin nicht mehr als zehn Menschen versammeln.
+++ Hamburgs Bürgermeister Tschentscher geht davon aus, dass die Corona-Pandemie Ende des Jahres überstanden ist. "Ich denke, wir werden die Pandemie dieses Jahr hinter uns lassen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die zugelassenen Impfstoffe schützten nach ersten Erkenntnissen auch vor den neuen Virus-Varianten. "Nun kommt es darauf an, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger impfen lassen und wir als Gesellschaft damit insgesamt geschützt sind." Möglicherweise müsse die Covid-19-Impfung nach einer gewissen Zeit aufgefrischt werden. Dies wäre als Routine in unserem Gesundheitssystem auch machbar, so Tschentscher.
+++ Bundesjustizministerin Lambrecht hält es noch für zu früh, alle Corona-Beschränkungen aufzuheben. "Bevor wir alle Maßnahmen aufheben können, müssen wir noch deutlich weiter in Richtung Herdenimmunität kommen", sagte die SPD-Politikerin der Augsburger Allgemeinen. Erwachsene mit bestimmten Vorerkrankungen und Kinder könnten sich nicht mit einer Impfung schützen - selbst wenn sie wollten. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff. "Die Pandemie ist noch nicht überstanden", sagte Lambrecht. Außenminister Maas hatte sich jüngst für eine Aufhebung aller Corona-Einschränkungen ausgesprochen, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben.
+++ Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Heinz, fordert massive Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte. "Die Nicht-Geimpften haben nicht die Freiheit, ihre Maske abzulegen. Sie dürfen nicht ins Stadion, nicht ins Schwimmbad und nicht ohne Maske im Supermarkt einkaufen. Und man darf Ungeimpften und jenen mit nur einer einfachen Impfung nicht mehr gestatten, in den Urlaub zu fahren", sagte er der Rhein-Zeitung. Freiheiten nur Geimpften zu geben sei keine versteckte Impfpflicht, sondern eine zwangsläufige Schlussfolgerung aus einer pandemischen Lage.
Freitag, 9. Juli
+++ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht einen "wahrscheinlichen Zusammenhang" zwischen Corona-Impfungen mit einem mRNA-Vakzin und Herzmuskelentzündungen, die aber "sehr selten" seien. Insgesamt überwiege der Nutzen der Impfung gegenüber den Risiken, erklärte der Ausschuss für Impfstoffsicherheit in Genf. Dieser hatte zuvor Daten zu Herzmuskelerkrankungen nach Impfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer und Moderna geprüft, die vor allem aus den USA stammen. "Die berichteten Fälle traten typischerweise innerhalb einiger Tage nach der Impfung auf, etwas häufiger bei jungen Männern und öfter nach der zweiten Impfung mit einem mRNA-Vakzin", erklärte der Ausschuss.
+++ Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Europäische Union im vergangenen Jahr die höchste Sterberate seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte, stieg 2020 die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 5,2 Millionen.
+++ Die Bundesregierung hat ganz Spanien aufgrund steigender Infektionszahalen als Corona-Risikogebiet eingestuft. Die Regelung gilt damit auch für die Urlaubsinsel Mallorca. Das teilt das Auswärtige Amt in Berlin mit. Bislang galten nur einzelne spanische Regionen als Risikogebiete. Damit gilt für Reiserückkehrer nach Deutschland eine Quarantänepflicht, die allerdings mit einem negativen Test umgangen werden kann und für Geimpfte und Genesene nicht gilt. Die Infektionszahlen in Spanien waren in den letzten Wochen drastisch gestiegen.
+++ Die Regierung in Malta hat nach einem deutlichen Anstieg der Corona-Infektionszahlen die Regelungen für Einreisen verschärft. Ab Mittwoch kommender Woche müssten Reisende einen Impfnachweis vorzeigen, sagte Gesundheitsminister Chris Fearne am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz. Kinder, die in Begleitung ihrer Eltern unterwegs seien, bräuchten einen negativen PCR-Test. Bislang mussten nur Urlauber aus Großbritannien nachweisen, dass sie durchgeimpft sind. Für EU-Bürger reichte ein negativer PCR-Test.
+++ In Speyer werden im Rahmen einer Impfaktion rund 500 Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Schulen nach einer vorherigen Anmeldung gegen das Coronavirus geimpft. Zuvor war eine einstwillige Verfügung gegen die Aktion abgewiesen worden, weil der Kläger keinen Bezug zu den Schulen hatte. Die Aktion wird trotzdem von der Polizei überwacht, da im Internet Stimmung gegen die Sammelimpfung gemacht worden war.
+++ USA Today zitiert einen Mitarbeiter der Krankenhausverwaltung in Springfield/Missouri mit den Worten: Wenn Sie geimpft sind, gibt es ein Licht am Ende des Tunnels. Wenn Sie nicht geimpft sind, ist das wahrscheinlich ein Zug.
+++ In Deutschland sind 87 Prozent der Bevölkerung beunruhigt über mögliche weitere Virus-Mutationen. Laut einer repräsentativen europaweiten Befragung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg machen sich 51 Prozent große bis sehr große Sorgen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Frage nach einer möglichen vierten Welle der Pandemie im Herbst. Nur zehn Prozent machen sich in Deutschland darüber keine Gedanken, 57 Prozent haben dagegen große bis sehr große Sorgen, wie die Universität am Freitag mitteilte.
+++ Großbritannien will die Einreise für vollständig geimpfte Menschen erleichtern. Verkehrsminister Shapps kündigte an, dass die Quarantänepflicht für geimpfte Menschen aus anderen Ländern in den kommenden Wochen abgeschafft werde. Dabei werde sich die Anerkennung des Impfstatus auf Länder konzentrieren, die von der WHO zugelassene Impfstoffe verabreichen.
+++ Ein Großteil der Kirchengemeinden in Nordrhein-Westfalen kann ab sofort wieder weitgehend ohne Einschränkungen Gottesdienste feiern. Die ab Freitag geltende Corona-Schutzverordnung des Landes sieht für Kreise und Städte, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz seit mindestens 5 Tagen unter 10 liegt, eine sogenannte Inzidenzstufe 0 vor. In diesen Gebieten gelten damit für Gottesdienste kein Mindestabstand, keine Maskenpflicht und keine Rückverfolgbarkeit mehr. Auch das Singen ohne Mund-Nasen-Schutz ist wieder möglich.
Besucher sitzen aufgrund der Corona-Pandemie mit Abstand zueinander in einer Kirche
Bei Gottesdiensten in NRW gibt es weniger Auflagen. (dpa/Matthias Bein)
+++ Die Corona-Situation in den nordrhein-westfälischen Krankenhäusern entspannt sich zunehmend. Landesweit waren am Freitag nach Daten der Landesregierung weniger als 100 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen - 72 von ihnen mit Beatmung. Auf dem Höhepunkt der Pandemie waren die Zahlen um ein Vielfaches höher gewesen. Im vergangenen Mai sei der Höchststand bei den beatmeten Covid-19-Patienten mit 868 Betroffenen erreicht worden, teilte das NRW-Gesundheitsministerium der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Jetzt stehen laut Corona-Statistik der Regierung noch 618 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit zur Verfügung.
+++ In der vietnamesischen Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt hat ein zweiwöchiger Corona-Lockdown begonnen, der den bislang schlimmsten Covid-19-Ausbruch in dem südostasiatischen Land eindämmen soll. Während des Lockdowns dürfen die Menschen ihre Wohnungen nur noch zum Einkaufen von Lebensmitteln, der Besorgung von Medikamenten sowie in Notfällen verlassen. Zudem gilt ein Versammlungsverbot für mehr als zwei Personen.
Die Delta-Variante ist inzwischen auch in Deutschland die am weitesten verbreitete Coronavirus-Mutation. Sie gilt im Vergleich zum Wildtyp als ansteckender und gefährlicher. Ein Überblick.
+++ Die Delta-Variante des Coronavirus wird nach Regierungsangaben auch in Frankreich in Kürze dominieren. Gesundheitsminister Veran kündigte an, dass die Variante ab diesem Wochenende wohl die meisten Neuinfektionen verursachen werde. Bislang liege die Quote bei knapp 50 Prozent. In Deutschland gilt die Delta-Variante bereits seit Ende Juni als dominant. Sie ist nach Angaben der Ständigen Impfkommission (Stiko) deutlich ansteckender als die zuvor dominierende Alpha-Variante. Britische Wissenschaftler sprechen von einer rund 60 Prozent höheren Ansteckungsfähigkeit.
+++ Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Bentele, schlägt mehr mobile Angebote für Corona-Schutzimpfungen vor. "Der Zugang zu Impfangeboten sollte für Menschen, die nicht ständig online sind und auch nicht regelmäßig Kontakt zum Hausarzt haben, erleichtert werden", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Das sollte auch für all jene gelten, die in sozialen Brennpunkten leben. Ihnen sollten Angebote über mobile Impfstellen an Orten gemacht werden, die die Menschen im Alltag aufsuchen - etwa den Supermarkt oder die Fußgängerzone."
+++ Die BBC meldet einen Anstieg der Flugbuchungen aufgrund der Lockerungen im Reiseverkehr.
+++ Die Unternehmen Biontech und Pfizer wollen die Schutzwirkung ihres Corona-Impfstoffs durch eine dritte Dosis erhöhen. Diese soll sechs bis zwölf Monate nach der Erstimpfung erfolgen. In einer Mitteilung der Unternehmen heißt es, im Laufe der Zeit sei mit dem Nachlassen der Schutzwirkung des Vakzins sowie dem Auftreten von Varianten zu rechnen. Erste Daten einer neuen Studie zeigten, dass eine dritte Impfdosis die Zahl der Antikörper um das Fünf- bis Zehnfache erhöhe. Biontech/Pfizer wollen in den kommenden Wochen entsprechende Anträge bei den Zulassungsbehörden in den USA und Europa stellen.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist den dritten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut bezifferte den Wert auf 5,5. Gestern lag er bei 5,2 und vorgestern bei 5,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 949 Corona-Neuinfektionen. Das sind 300 mehr als vor einer Woche. Außerdem gab es 49 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.
Die ausführlichen Zahlen zum Infektionsgeschehen haben wir hier für Sie zusammengefasst.
Die Delta-Variante ist auf dem Vormarsch und mit ihr die Sorge, es könnte nach den Sommerferien erneut zu Wechselunterricht oder Schulschließungen kommen. Expertinnen und Experten gehen aber davon aus, dass mit verschiedenen Maßnahmen ein sicherer Schulbetrieb im Herbst möglich sein wird. Ein Überblick.
+++ Die Olympischen Spiele in Tokio finden ganz ohne Zuschauer statt. Das teilte die japanische Olympiaministerin Marukawa mit. Zuvor hatte sich IOC-Präsident Bach unter anderem mit Vertretern der japanischen Regierung und der Stadtverwaltung Tokios beraten. Marukawa stellte klar, dass zur Eindämmung des Coronavirus auch kein heimisches Publikum zugelassen werde. Zuschauer aus dem Ausland waren schon vor einiger Zeit ausgeschlossen worden.
+++ Die Kontroverse über mögliche Lockerungen trotz einer Ausbreitung der Delta-Variante hält an. Intensivmediziner fordern ein Festhalten an der Maskenpflicht, bis 85 Prozent der Erwachsenen geimpft sind. Solange diese Quote unter den Erwachsenen nicht erreicht sei, sollte auf weitere Lockerungen verzichtet und an der Maskenpflicht festgehalten werden, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Marx. Andernfalls bestehe im Herbst die Gefahr einer vierten Welle. Dagegen tritt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer für weitere Lockerungen ein. Es gebe auch die Verpflichtung gegenüber der Bevölkerung, Auflagen aufzuheben, wenn aktuell keine Gefahr bestehe, dass das Gesundheitswesen kollabiere, sagte die SPD-Politikerin.
+++ Digitale Corona-Impfnachweise sollen ab heute in Apotheken auch für Genesene zu bekommen sein, die eine Impfdosis erhalten haben. Dafür ist nun die notwendige technische Lösung umgesetzt worden, wie der Deutsche Apothekerverband in Berlin mitteilte. Genesene müssen dazu drei Dokumente in der Apotheke vorlegen: einen Ausweis mit Foto, den Nachweis eines positiven PCR-Tests und den Nachweis über die einmalige Impfung, etwa im gelben Impfbuch.
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