Samstag, 04. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 3. bis 5. August +++

+++ Die Entwicklungen vom 3. bis 5. August +++

05.08.2021

Menschen am 31. Juli in Nizza
Menschen am 31. Juli in Nizza (www.imago-images.de)
Donnerstag, 5. August
+++ Die Delta-Variante des Coronavirus ist in Deutschland inzwischen für fast alle Neuinfektionen verantwortlich. Wie aus dem Wochenbericht des Robert Koch-Instituts hervorgeht, liegt der Anteil bei 95 Prozent bei den untersuchten PCR-Tests. Eine weitere Erkenntnis: Nach raschen Zunahmen vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen scheinen sich Corona-Ansteckungen wieder vermehrt bei Erwachsenen mittleren Alters in Deutschland auszubreiten. "Der derzeitige Anstieg der Inzidenz ist vor allem in den Altersgruppen der 10- bis 34-Jährigen zu beobachten, obwohl sich diese Tendenz inzwischen auch in den Altersgruppen bis 49 abzeichnet."
+++ Wegen der raschen Zunahme der Neuinfektionen in den USA verschiebt der Internetkonzern Amazon die geplante Rückkehr seiner Mitarbeiter in die Büros auf Januar. Statt des 7. Septembers gilt nun der 3. Januar 2022 als Termin, ab dem Mitarbeiter beginnen sollen, regelmäßig ins Büro zu kommen, wie das Unternehmen mitteilte. Dies gelte auch für andere Länder, in denen die Rückkehr für September geplant gewesen sei. Angestellte, die in der Zwischenzeit ins Büro kämen, müssten weiterhin eine Maske tragen oder eine vollständige Corona-Impfung nachweisen.
+++ Die Bundesregierung will einem Bericht der Funke Mediengruppe zufolge Südfrankreich zum Hochrisikogebiet erklären. Betroffen seien die Regionen Okzitanien, Provence-Alpes-Cote d'Azur sowie die Mittelmeerinsel Korsika, heißt es in einem Vorabbericht. Einreisende aus diesen Gebieten müssten dann in eine mindestens fünftägige Quarantäne gehen, wenn sie kein Impf- oder Genesenenzertifikat vorweisen können.
Mehr zu den aktuellen Hochrisikogebieten und den damit verbundenen Auflagen für Reisende können Sie in diesem Beitrag lesen.
+++ In Frankreich hat der Verfassungsrat die neuen Corona-Regelungen der Regierung weitgehend gebilligt. Damit besteht zukünftig eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Zudem müssen die Menschen etwa bei Schwimmbad- oder Kinobesuchen ein negatives Testergebnis vorlegen. Das Gericht widersprach jedoch der geplanten Quarantänepflicht von zehn Tagen für positiv Getestete.
+++ Die Afrikanische Union hat ein eigenes Impfprogramm gegen Corona gestartet. Insgesamt sollten in den kommenden Monaten bis zu 400 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden, teilte die AU im äthiopischen Addis Abeba mit. Mehrere Mitgliedsstaaten der Organisation hätten bereits heute erste Lieferungen erhalten. Im Zuge des Programms sollten Impfstoffe für ein Drittel der Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent bereitgestellt werden.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat erneut für eine Impfung gegen das Coronavirus geworben. Er schrieb auf Twitter, Impfen sei ein patriotischer Akt. Man schütze nicht nur sich selbst, sondern die Gesellschaft. "Gemeinsam können wir für sicheren Herbst und Winter sorgen."
+++ Angesichts eines mysteriösen Corona-Ausbruchs hat die australische Metropole Melbourne erneut einen Lockdown ausgerufen. Er habe "keine Wahl", er müsse nur knapp eine Woche nach dem Ende der letzten Ausgangssperre wieder einen Lockdown anordnen, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Andrews. Es gebe inzwischen acht Corona-Fälle, deren Ursprung noch unklar sei. In der größten Stadt Sydney gibt es bereits seit sechs Wochen Ausgangssperren, die jedoch bisher kaum den erhofften Erfolg brachten.
+++ Alte und besonders gefährdete Menschen sollen in Frankreich von September an eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus bekommen können. Staatschef Macron sagte in einem Video auf Instagram, man bereite dies für den Beginn des neuen Schuljahres vor. Es brauche im Kampf gegen das Coronavirus Auffrischungen. Eine dritte Dosis sei aber nicht sofort für alle notwendig. Frankreich kämpft zurzeit gegen eine vierte Corona-Welle.
+++ Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus haben in der Olympiastadt Tokio einen Tagesrekord seit Beginn der Pandemie erreicht. 5.042 neue Fälle wurden von den Behörden heute gemeldet, die Gesamtzahl für Tokio stieg damit auf 236.138. Landesweit wurden gestern 14.000 Neuinfektionen registriert, seit Beginn der Pandemie ergibt das eine Gesamtzahl von 970.000.
In Tokio und vier umliegenden Regionen gilt seit Mitte Juli ein Notstand, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Doch die Maßnahmen, insbesondere ein Alkoholverbot in Restaurants und kürzere Öffnungszeiten, werden zunehmend von der Bevölkerung ignoriert.
+++ Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen hat sich dagegen ausgesprochen, die kostenlosen Corona-Schnelltests abzuschaffen. Er sagte im ARD-Fernsehen, die Debatte komme zur völlig falschen Zeit. Tests jetzt kostenpflichtig zu machen, sei nicht nur unfair, sondern führe auch zu einem neuerlichen Blindflug in der Pandemie. Dahmen wies darauf hin, dass noch mehr als 30 Millionen Menschen ungeimpft seien. Im Moment sei die Impfkampagne ins Stocken geraten. Wenn sie nicht wieder schneller vorangehe, werde man das für die Bürger kostenfreie Testen absehbar noch brauchen, so der Grünen-Politiker.
Passanten gehen in der Fußgängerzone in der Innenstadt an einem Plakat mit der Aufschrift „Corona-Schnelltest - kostenlos und ohne Anmeldung“ vorbei.
Ab Oktober soll es keine kostenlosen Coronatests mehr geben. (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)
+++ Mit dem Ende vieler Corona-Auflagen ist die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Pandemie gesunken. Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts waren im Juli noch 1,06 Millionen Menschen davon betroffen, während es im Vormonat 1,39 Millionen waren. Das entspricht 3,1 beziehungsweise 4,1 Prozent der abhängig Beschäftigten. Einen Rückgang gab es besonders im Einzelhandel und in der Gastronomie.
Die Delta-Variante des Coronavirus gilt im Vergleich zum Wildtyp als ansteckender und gefährlicher. Erstmals im Oktober 2020 in Indien entdeckt, breitet sie sich inzwischen in vielen Weltregionen aus. Auch in Deutschland steigt ihr Anteil. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
+++ In mehreren Parteien wird über den Ende September auslaufenden Status einer Pandemie-Notlage debattiert. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, der CDU-Politiker Rüddel, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, man brauche "wieder mehr Mut zur Normalität". Da derzeit und auch wohl zukünftig eine drohende Überlastung unseres Gesundheitssystems nicht gegeben sei, könne er sich sehr gut vorstellen, das Feststellen einer pandemischen Lage in Deutschland auslaufen zu lassen. Dagegen sprach sich SPD-Kanzlerkandidat Scholz für eine Verlängerung aus.
Das Auswärtige Amt hat lange wegen der Corona-Pandemie eine generelle Reisewarnung für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Nachdem es zwischenzeitlich drei Kategorien gab, gelten mit der neuen Einreiseverordnung seit dem 1. August nur noch zwei Einstufungen. Damit entfällt der Status der "einfachen" Risikogebiete.
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen steigt weiter leicht an. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, liegt sie nun bei 19,4 nach 18,5 am Vortag und 16,0 in der Vorwoche. Der Wert gibt an, wie viele Personen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Erreger angesteckt haben.
+++ Die USA bereiten die Öffnung ihrer Grenzen für den internationalen Reiseverkehr vor. Wie mehrere Medien unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus berichten, will die Regierung in Washington von Ausländern künftig den Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung verlangen. Derzeit liefen die Vorbereitungen, einen konkreten Zeitplan gebe es aber noch nicht.
Mittwoch, 4. August
+++ SPD-Kanzlerkandidat Scholz plädiert für eine Verlängerung der Ende September auslaufenden Pandemie-Notlage. "Das wird sein müssen, wenn man mich fragt", sagte er bei einer Veranstaltung des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Nötig seien weiter bestimmte Regeln zum Schutz vor Corona. Dazu zähle das Masken-Tragen etwa im öffentlichen Verkehr. Der Bundesfinanzminister sprach sich erneut dafür aus, Schnelltests kostenpflichtig zu machen, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen haben.
+++ In Japan sollen nach dem Willen der Regierung nur noch Corona-Patienten mit schweren Symptomen in den Krankenhäusern behandelt werden. In einer Debatte im Parlament warfen Abgeordnete von Regierung und Opposition sowie Experten Ministerpräsident Yoshihide Suga vor, mit der Regelung Menschenleben in Gefahr zu bringen. Ziel der Regierung ist es, angesichts steigender Infektionszahlen Krankenhausbetten für Menschen mit schweren Verläufen freizuhalten.
+++ Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband lehnt es ab, Nicht-Geimpften den Zugang zur Gastronomie oder zu Veranstaltungen zu verwehren. Der Zugang nur für Geimpfte und Genesene dürfe nur das allerletzte Mittel sein und setze voraus, dass alle auch ein Impfangebot erhalten hätten, sagte Hauptgeschäftsführerin Hartges dem "Handelsblatt". Sie reagiert damit auf Überlegungen des Bundesgesundheitsministeriums, Nicht-Geimpften im Herbst bei wieder steigenden Infektionen den Zugang zu verbieten.
+++ In Großbritannien sollen nach einer neuen Empfehlung der Impfkommission auch alle 16- und 17-Jährigen gegen das Coronavirus geimpft werden. Das teilte Gesundheitsminister Javid mit. Bislang war die Immunisierung für Jugendliche ab 16 Jahren nur bei einer Vorerkrankung empfohlen worden. Die 16- bis 17-Jährigen sollen nach Angaben der Gesundheitsbehörden zunächst eine Dosis des Vakzins von Pfizer/Biontech erhalten. Eine Empfehlung zur zweiten Dosis soll in den nächsten Wochen folgen.
+++ Deutschland gibt erste Corona-Impfdosen für andere Länder mit akutem Bedarf ab. Ab sofort und bis auf weiteres werden alle Lieferungen des Herstellers Astrazeneca an die internationale Hilfsinitiative Covax gespendet, wie das Bundesgesundheitsministerium auf dpa-Anfrage in Berlin mitteilte. In einem ersten Schritt sollen knapp 1,3 Millionen Dosen direkt an Covax gehen, in Deutschland kommen demnach keine Lieferungen mehr an. Außerdem verzichtet die Bundesregierung zugunsten anderer EU-Staaten, die Bedarf haben, im Monat August auf Dosen von Johnson & Johnson, die Deutschland nach EU-Verträgen zustehen würden.
+++ Die EU hat sich bis zu 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Novavax gesichert. Die EU-Kommission genehmigte einen entsprechenden Kaufvertrag, wie in Brüssel mitgeteilt wurde. Ursprünglich sollte der Vertrag mit der US-Biotechnologiefirma bereits Anfang des Jahres in trockene Tücher gebracht werden, verzögerte sich dann aber. Der Impfstoff von Novavax ist in der EU noch nicht zugelassen. Sobald dies geschehen ist, können die EU-Staaten bis zu 100 Millionen Dosen ordern.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert einen vorübergehenden Stopp von Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus, so lange noch viele ärmere Länder auf Impfdosen warten. WHO-Chef Tedros kritisierte die in mehreren Ländern erörterten Pläne für solche Impfungen. Bereits begonnene Auffrischimpfungen sollten ausgesetzt und Pläne dafür bis mindestens Ende September auf Eis gelegt werden, bis mindestens zehn Prozent der Menschen in allen Ländern der Welt geimpft seien, sagte er in Genf.
+++ Die Arzneimittelbehörde FDA in den USA strebt einem Medienbericht zufolge eine vollständige Zulassung des Covid-19-Impfstoffs von Biontech/Pfizer bis Anfang September an. Der inoffizielle Termin der Behörde für die endgültige Genehmigung sei der 6. September, schreibt die "New York Times". Präsident Biden sprach vergangene Woche davon, dass er die FDA-Entscheidung bis zum Frühherbst erwarte. Die FDA hatte dem Vakzin Ende vergangenen Jahres die Notfallzulassung erteilt. Eine vollständige Zulassung könnte die Ängste der Bevölkerung hinsichtlich der Sicherheit der Impfung verringern.
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen steigt weiter leicht an. Sie liegt nun bei 18,5 nach 17,9 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Binnen 24 Stunden wurden dem RKI von den Gesundheitsämtern 3.571 neue Positiv-Tests gemeldet. Das sind 803 mehr als am Mittwoch vor einer Woche. 25 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.
+++ In den USA gibt es eine neue Regelung, die verhindern soll, dass säumige Mieter in der Corona-Krise aus ihren Wohnungen geworfen werden. Ein solches Moratorium gegen Zwangsräumungen hat die Gesundheitsbehörde CDC erlassen. Es gilt für 60 Tage und für Regionen mit einer hohen Zahl an Corona-Fällen. Begründet wird der Schritt mit der Ausbreitung der als hochansteckend geltenden Delta-Variante. Eine frühere Regelung war vor kurzem zum Monatsende abgelaufen.
+++ Thailand verzeichnet offiziellen Angaben zufolge mit 20.200 Neuinfektionen und 188 weiteren Todesfällen binnen 24 Stunden die höchsten täglichen Zuwächse während der Pandemie.
Dienstag, 3. August
+++ New York City führt als erste US-Stadt einen Corona-Impfnachweis für öffentliche Innenräume ein.
Die Bürgerinnen und Bürger müssen unter anderem für den Besuch von Restaurants, Fitnessstudios oder Theatern eine Impfung nachweisen, wie Bürgermeister de Blasio ankündigte. Auch die Beschäftigten an diesen Orten benötigten einen solchen Nachweis. Der Gesundheitspass wird zum 16. August eingeführt. Zunächst gilt eine Übergangszeit, ab 13. September sollen dann auch Kontrollen vorgenommen werden. Die Corona-Infektionszahlen in den USA sind zuletzt wegen der ansteckenderen Delta-Variante des Virus wieder angestiegen.
Mehr zum Thema: Wie gefährlich ist die Delta-Variante?
+++ Das Bundesgesundheitsministerium schlägt ein Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests für alle Bürgerinnen und Bürger für Mitte Oktober vor.
Ein Mann bei einem Corona-Schnelltest.
Schnelltests auf das Coronavirus: Ab Mitte Oktober könnten sie nicht mehr für alle Bürgerinnen und Bürger kostenfrei sein. (picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert)
Das geht aus einem Ministeriumsbericht zur weiteren Pandemiebekämpfung hervor, der den Ländern und dem Bundestag zugesandt wurde. Begründet wird der Schritt damit, dass inzwischen allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne. Ausnahmen soll es für Personen geben, die nicht geimpft werden können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliege wie Schwangere oder unter 18-Jährige.
Das Thema soll am 10. August auch zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten besprochen werden. Der Bund übernimmt seit März die Kosten für mindestens einen Schnelltest pro Woche.
+++ In Spanien schwächt sich der Inzidenzwert weiter ab. Laut einem Reuters-Bericht melden die Behörden einen Rückgang um 19 auf 674. Der Anteil an Klinik-Betten, die mit Corona-Patienten belegt sind, fällt demnach auf 8,7 Prozent - gegenüber 8,9 Prozent am Montag.
+++ Die Berliner Polizei bereitet sich auf weitere mögliche Versammlungen von Gegnern der Corona-Politik vor.
Einsatzwagen der Polizei am Reichstagsgebäude in Berlin. Die Polizei wollte trotz eines Verbots mehrerer Demonstrationen zur Corona-Pandemie am Wochenende mit einem größeren Aufgebot präsent sein.
Berliner Polizei im Einsatz (Archivbild). (Paul Zinken/dpa)
Unter dem Motto "Das Jahr der Freiheit und des Friedens - Das Leben nach der Pandemie" hatte eine Querdenken-Gruppe laut Polizei zu einer Demonstration am Mittwochnachmittag mit 10.000 Teilnehmenden auf der Straße des 17. Juni aufgerufen. Die Polizei untersagte die Demonstration am Dienstag und kündigte an, das Verbot durchsetzen.
+++ Die Stadt Bielefeld wird ihr Impfzentrum am 18. September vollständig schließen - voraussichtlich als erstes in Nordrhein-Westfalen.
Danach seien Impfungen durch niedergelassene Ärzte sichergestellt, kündigte die Stadtverwaltung an. Außerdem würden mobile Impfstationen im Stadtgebiet unterwegs sein, um zielgerichtet zusätzliche Impfangebote zu machen. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, ging die Zahl der Impflinge in vielen Impfzentren in den vergangenen Wochen erheblich zurück. Viele haben demnach bereits ihre Öffnungszeiten verkürzt. Das Gesundheitsministerium in Düsseldorf teilte mit, grundsätzlich ende die Laufzeit der landesweit 53 Impfzentren nach einem Kabinettsbeschluss Ende September.
+++ Der Bundeselternrat warnte die Verantwortlichen in der Politik davor, eine Corona-Impfung zur Voraussetzung für den Schulbesuch zu machen.
Eine Kinderärztin impft einen Jungen mit dem Corona-Impfstoff Comirnaty von Biontech-Pfizer.
Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche bleiben ein Diskussionsthema (Symbolbild). (picture alliance/dpa / David Young)
"Viele Eltern stehen dem Impfangebot sehr skeptisch gegenüber - mindestens solange die Ständige Impfkommission keine Empfehlungen dafür abgibt", sagte Vorstandsmitglied Weber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Noch fehlten Studien zur Verträglichkeit und den Langzeitwirkungen der Impfungen bei Kindern und Jugendlichen. Trotzdem fühlten sich Eltern unter Druck gesetzt, ihre Kinder impfen zu lassen, um ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.
Weiterführende Informationen:
Wie schwer erkranken Kinder an Covid-19?
+++ Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geht davon aus, dass sich circa 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler impfen lassen werden. Aber er könne sich vorstellen, dass sich noch mehr impfen ließen, wenn in einigen Klassen das Coronavirus ausbreche und nicht geimpfte Kinder in Quarantäne müssten, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wenn jetzt schnell viele Jugendliche geimpft werden, können wir große Quarantänefälle vermeiden".
Nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern, aber auch des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, sollten auch Kinder und Jugendliche gegen Corona geimpft werden. Dabei hat eine Ansteckung mit dem Virus für sie kaum ernsthafte gesundheitliche Folgen. Oder doch? Eine aktuelle Übersicht über den Forschungsstand.
+++ Mehrere Länder der Europäischen Union haben erste Corona-Hilfen aus dem gemeinsamen Aufbaufonds erhalten. Nach Portugal flossen 2,2 Milliarden Euro, Belgien erhielt 770 Millionen und Luxemburg rund zwölf Millionen Euro. Das Geld soll helfen, die durch die Pandemie entstandenen wirtschaftlichen Schäden zu bewältigen. Insgesamt umfasst das Corona-Wideraufbauprogramm der EU 800 Milliarden Euro. Finanziert wird es über Schulden, die bis zum Jahr 2058 gemeinsam getilgt werden sollen.
+++ Das Erstrundenspiel im DFB-Pokal zwischen Bayern München und dem Fünftligisten Bremer SV wird wegen eines Corona-Falls verschoben. Hintergrund seien die behördlich angeordneten Quarantänemaßnahmen, teilte der Verband mit. Das Spiel war ursprünglich für Freitagabend angesetzt. Ein Spieler des Bremer SV war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wegen der Absage verschiebt sich laut DFB auch die Auslosung der zweiten Runde des DFB-Pokals.
+++ Ein deutsch-israelisches Forscherteam hat untersucht, wie sich die Sterbedaten während der Corona-Pandemie in rund 100 Ländern entwickelt haben. Ein Ergebnis: Die Übersterblichkeit - also die Zahl der Toten über die gewöhnlich zu erwartende Sterblichkeit hinaus - lag in Deutschland unter der europäischer Nachbarländer. In Deutschland lag die Statistik demzufolge bei rund 50 zusätzlichen Toten pro 100.000 Einwohnern. Zum Vergleich: In Österreich und Frankreich waren es 110 Tote pro 100.000 Einwohnern mehr. Negativer Spitzenreiter ist Tschechien mit 320 zusätzlichen Toten pro 100.000 Einwohnern.
Cheb: Medizinische Mitarbeiter tragen Schutzkleidung und stehen vor Krankenwagen. 
In Tschechien lag die Übersterblichkeit während der Corona-Pandemie besonders hoch. (CTK)
+++ Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich in der Debatte für Impfangebote vor Schulgebäuden ausgesprochen. Vor allem mit Blick auf steigende Infektionszahlen durch die ansteckendere Delta-Variante sei es zentral, möglichst viele Lehrerinnen und Lehrer sowie jugendliche Schülerinnen und Schüler zu impfen, sagte die GEW-Vorsitzende Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie mahnte zugleich größere Anstrengungen bei der Ausstattung von Schulen mit Luftfiltern an. In den ersten Bundesländern beginnt in diesen Tagen bereits das neue Schuljahr.
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist abermals leicht gestiegen. Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts jetzt bei 17,9. Am Vortag betrug der Wert 17,8, vor einer Woche lag er bei 14,5. Die Gesundheitsämter meldeten mehr als 1.766 neue Ansteckungen. 19 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. In Deutschland sind inwischen 52,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft.
Unser ausführlicher Blick: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat die Entscheidung verteidigt, allen ab 12 Jahren eine Corona-Impfung anzubieten.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht und gestikuliert.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (dpa-Bildfunk / Fabian Sommer)
Der CDU-Politiker sagte im rbb Inforadio, das stehe im Einklang mit der Ständigen Impfkommission. Diese empfiehlt für 12- bis 17-Jährige die Impfung nur, wenn sie zu einer Risikogruppen gehören. Alle anderen können sich aber auf eigenen Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung impfen lassen.
Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Weigeldt, hat dagegen Bund und Ländern vorgeworfen, mit ihrer Entscheidung die Kompetenz der Ständigen Impfkommission zu missachten. Das verunsichere eher als die Impfkampagne voranzubringen, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Helmut Dedy, indes sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, den Kommunen sei es wichtig, mit den Impfungen den Präsenzunterricht in den Schulen abzusichern. Er argumentierte: "Kinder und Jugendliche brauchen nach den langen Strapazen der Pandemie endlich wieder das Miteinander in der Schule".
+++ In der chinesischen Stadt Wuhan sollen alle elf Millionen Bürgerinnen und Bürger auf das Coronavirus getestet werden. Das gaben die örtlichen Behörden auf einer Pressekonferenz bekannt. Zuvor waren in Wuhan mehrere Infektionen nachgewiesen worden. Das Coronavirus war Ende 2019 erstmals auf einem Tiermarkt in der Stadt festgestellt worden. Wuhan wurde in der Folge komplett abgeriegelt, die letzten Corona-Fälle wurden dort vor gut einem Jahr gemeldet.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat auf eine Beschleunigung der Corona-Impfkampagne in Tunesien gedrängt. Das Land habe "in zehn Tagen etwa sieben Millionen Impfdosen erhalten und wird vielleicht bald zwei oder drei Millionen weitere erhalten", sagte ein Sprecher. Die Entmachtung der Regierung durch Präsident Saïed vor rund zehn Tagen hatte das Land in eine politische Krise gestürzt. In den vergangenen sieben Tagen verzeichnete das nordafrikanische Land mit 10,64 Todesfällen pro 100.000 Einwohner die weltweit höchste Pro-Kopf-Sterberate, wie eine Erhebung der Nachrichtenagentur AFP auf der Grundlage offizieller Daten ergab.
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