Mittwoch, 08. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 9.11. bis 12.11. +++

Das Robert-Koch-Institut meldet 23.542 Corona-Neuinfektionen in Deutschland binnen 24 Stunden. Israel sichert sich acht Millionen Dosen des Impfstoffes von Pfizer und Biontech. Diabetiker sind nicht zwangsläufig Corona-Risikopatienten, betont die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Weitere Entwicklungen im Newsblog.

12.11.2020

Mehrere Corona-Test-Röhrchen stehen nebeneinander in einem Behälter
Das Robert-Koch-Institut meldet mehr als 23.500 Corona-Neuinfektionen in Deutschland (www.imago-images.de)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Donnerstag, 12. November
+++ In Großbritannien sind innerhalb eines Tages mehr als 33.000 neue Corona-Fälle gezählt worden. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie, wie aus den aktuellsten Zahlen der Regierung hervorgeht. Am Mittwoch lag die Zahl noch bei 22.950 neuen, positiv getesteten Corona-Fällen. Bislang hatte es demnach noch nie einen Anstieg um mehr als 10.000 Fälle innerhalb eines Tages gegeben.
+++ In Italien sorgt ein Video aus einem Krankenhaus für Entsetzen. Es zeigt Medienberichten zufolge einen Patienten, der in der Notaufnahme in Neapel tot zusammengebrochen ist. Außerdem sei darin ein mit Krankenbetten überfüllter Flur zu sehen. Die Verantwortlichen der Cardarelli-Klinik sagten eine Untersuchung der Todesumstände zu. Man arbeite zwar unter viel Druck, aber die Lage sei nicht außer Kontrolle, hieß es. Italien hat kürzlich die Marke von einer Millionen Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie überschritten - besonders dramatische Berichte kommen aus der südlichen Region Kampanien. Es gibt Berichte über Menschen in der Region am Golf von Neapel, die im Auto auf Parkplätzen behandelt würden.
+++ Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag gegen die Schließung eines Restaurants wegen der Corona-Pandemie zurückgewiesen. Eine Kammer des Ersten Senats hielt die drohenden gesundheitlichen Nachteile für die Bevölkerung für schwerwiegender als die wirtschaftlichen Folgen für die Eigentümerin. Den Antrag hatte eine Frau aus Bayern gestellt, die in ihrem Kino auch ein Restaurant betreibt.
+++ Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium haben sich auf das Verfahren für erste Auszahlungen der außerordentlichen Wirtschaftshilfe geeinigt, der so genannten Novemberhilfe. Das Geld ist beispielsweise für Restaurants und andere Betriebe gedacht, die wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie derzeit schließen müssen. Vorgesehen sind insgesamt etwa zehn Milliarden Euro. Ab Ende des Monats sollen nun erste Abschlagszahlungen erfolgen, wie die beiden beteiligten Ministerien mitteilten. Die Antragstellung ist ab der letzten Novemberwoche möglich.
+++ Die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Erkrankten hat in Deutschland einen erneuten Höchststand erreicht. Nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind 3.186 Intensivbetten von Covid-19-Patienten belegt. Mehr als die Hälfte von ihnen wird demnach beatmet. Während der ersten Pandemiewelle im Frühjahr hatte der Höchstwert bei bundesweit 2.933 gelegen.
+++ Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die vollständige Schließung von Fitnessstudios im Zuge des teilweisen Corona-Lockdowns gekippt. Die vollständige Schließung verstoße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, entschied das Gericht. Die entsprechende Regelung in der bayerischen Landesverordnung sei außer Vollzug gesetzt.
Ein Mann mit Mundschutz trainiert in einem Fitnessstudio an einer Brustpresse.
Die vollständige Schließung von Fitnessstudios ist in Bayern gekippt worden. (Marius Becker/dpa)
+++ Die kommunalen Verkehrsbetriebe rechnen einem Medienbericht zufolge wegen der Corona-Krise für kommendes Jahr mit knapp 3,6 Milliarden Euro weniger Einnahmen aus dem Ticketverkauf im Vergleich zu 2019. Diese Zahl habe Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Dachverbands VDV, genannt, berichtet das "Handelsblatt". Die 450 Unternehmen des Nahverkehrs erwarteten, dass Bund und Länder das Defizit ausgleichen werden.
+++ Nordrhein-Westfalens Vorstoß, die Weihnachtsferien wegen Corona auf den 18. Dezember vorzuziehen und damit zu verlängern, stößt vielfach auf Kritik und Skepsis. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter in NRW, nannte den Schritt "eine Hiobsbotschaft". Auch Sachsens Kultusminister Piwarz (CDU) warnte, man habe dann ein veritables Betreuungsproblem. Familien hätten ihre Planungen mittlerweile abgeschlossen, auch ihre entsprechenden Urlaubsplanungen gemacht. Aus Niedersachsen hieß es, zwischen dem letzten Schultag und Heiligabend lägen dann lediglich fünf Tage - weniger als die Inkubationszeit von SARS-CoV-2 nach den aktuellen Erkenntnissen. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) sprach indes im RBB-Inforadio von einem pragmatischen Ansatz, den man diskutieren und umsetzen könne. Hier geht es zur ausführlicheren Meldung.
+++ Das Deutsche Theater in Berlin plant trotz Theaterschließung eine nächste Premiere. Sebastian Hartmanns Inszenierung von "Der Zauberberg" nach dem Roman von Thomas Mann soll am 20. November online in einem Livestream gezeigt werden.
+++ Der Verfassungsschutz hat nach einem Bericht der Funke-Mediengruppe den Verband der forschenden Pharma-Unternehmen vor Hackern gewarnt. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Hintergrund ist vor allem die laufende Entwicklung von Corona-Impfstoffen. Dem Bericht zufolge wurde darum gebeten, die Verfassungsschutzbehörden bei Auffälligkeiten zu kontaktieren. Konkrete staatliche Cyber-Angriffe auf Einrichtungen zur Corona-Forschung hätten bislang aber nicht festgestellt werden können.
+++ Angesichts der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen rechnet der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, damit, dass Krankenhäsuer an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen werden. Die Infektionen stiegen in ganz Deutschland weiter an, sagte Wieler in Berlin. Daher sei mit zeitlichem Verzug auch ein Anstieg der schweren Krankheitsverläufe und Todesfälle wahrscheinlich. Vorsichtig optimistisch stimme ihn allerdings, dass die Kurve der Neuinfektionen zuletzt weniger steil gestiegen sei. Noch wisse man aber nicht, ob es sich dabei um eine stabile Entwicklung handele.
+++ Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Buyx, hat die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission verteidigt, zunächst nur besonders gefährdete Personengruppen gegen Covid-19 zu impfen. Im ersten Schritt sollten Menschen eine Impfung erhalten, deren Gesundheitsrisiko beispielsweise mehr als 100fach erhöht sei, sagte Buyx im Deutschlandfunk. Neben älteren Menschen und Angehörigen von Risikogruppen sollen demnach auch Beschäftigte im Gesundheitswesen bei Impfungen bevorzugt werden. Danach folgten Personen, die für das Gemeinwesen besonders relevante Fuktionen erfüllen wie Beschäftigte bei der Polizei oder an Schulen. Wer nur erhöhten Blutdruck habe, werde nicht den Hochrisikogruppen zugeordnet, so Buyx.
+++ Die Lufthansa hat mit ihrem Probelauf mit Corona-Schnelltests für alle Passagiere begonnen. Vor dem Start der ersten Maschine des Tages von München nach Hamburg wurden die Tests durchgeführt. Ersatzweise konnten die Passagiere einen höchstens 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen oder kostenfrei umbuchen. Die Lufthansa will so erproben, wie die Antigen-Tests in den Ablauf am Flughafen eingebaut werden können. Das Unternehmen hofft, wieder mehr Flugverbindungen insbesondere nach Übersee anbieten zu können. Die corona-bedingten Reisebeschränkungen haben zu erheblichen Einbußen im internationalen Flugverkehr geführt.
+++ Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnet binnen 24 Stunden 21.866 Neuinfektionen in Deutschland. Damit liegt die Gesamtzahl der bestätigten Ansteckungen bei 727.553. Die Zahl der Todesfälle steigt nach Angaben des RKI um 215 auf 11.982.
Wie entwickeln sich die Fallzahlen in Deutschland? Wie viele Tests wurden in der vergangenen Woche durchgeführt, und wie viele davon waren positiv? Diese und andere Daten zur Coronakrise aktualisieren wir jeden Tag. Sie können alles hier nachlesen.
+++ Die BBC berichtet über den Anstieg der Fallzahlen in Neu-Delhi. Die Lage ist auch wegen der kühleren Temperaturen und einem Anstieg der Luftverschmutzung ernst.
+++ Die Lufthansa und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen Corona-Krisentarifvertrag mit Einsparungen beim Bodenpersonal in Höhe von 200 Millionen Euro geeinigt. Im Gegenzug gibt das Unternehmen den 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis Ende März 2022 eine Beschäftigungsgarantie.
Das Foto zeigt Lufthansa-Mitarbeiterinnen.
Bei der Lufthansa gibt es einen Corona-Krisentarifvertrag. (dpa)
+++ Angesichts der guten Aussichten auf einen Corona-Impfstoff hat sich FDP-Chef Lindner für mehr Offenheit gegenüber der Gentechnik ausgesprochen. Der Impfstoff-Erfolg des Mainzer Unternehmens Biontech zeige, dass gentechnische Forschung ein Segen für die Menschheit sein könne, sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur.
+++ Bundesfinanzminister Scholz sieht auch bei einer länger andauernden Corona-Pandemie ausreichend Spielraum im Haushalt, um die Betroffenen zu unterstützen. Deutschland habe die finanzielle Kraft, in diesem und im nächsten Jahr alles nötige zu tun, um die Kontrolle über die Pandemie zu behalten und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen abzufedern, sagte Scholz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Lesen Sie hier mehr dazu.
+++ Wegen steigender Infektionszahlen bei Schülern und Lehrern müssen immer mehr Schulen den Regelbetrieb aufgeben. Das zeigen Daten aus 14 Bundesländern, die den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" vorliegen. Danach findet der Präsenzunterricht an 3240 Schulen nicht mehr vollständig statt. Im Gegensatz zum Frühjahr sind die Schulen vom Teil-Shutdown im November ausgenommen und sollen den Regelbetrieb mit Präsenzunterricht aufrechterhalten.
Mittwoch, 11. November
+++ Die US-Seuchenzentren CDC haben 134.383 Neuinfektionen und 1.859 weitere Todesfälle bekannt gegeben. In den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern hatte die Zahl der Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie am Montag die Marke von zehn Millionen überstiegen. Seit einer Woche liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen laut Statistik der Johns-Hopkins-Universität bei deutlich über 100 000. Fast 240.000 Menschen starben in den Vereinigen Staaten nach einer Infektion.
Angesichts steigender Corona-Zahlen will der US-Staat New York mit neuen Einschränkungen gegen einen drohenden Rückfall in die Pandemie vorgehen. Gouverneur Cuomo kündigte an, dass Restaurants, Bars und Fitnessstudios um 22 Uhr schließen müssen. Zudem werden Treffen in Privathäusern auf maximal zehn Personen beschränkt. Die neuen Vorschriften sollen am Freitag in Kraft treten, teilte Cuomo mit. Es werde jeden Tag schlimmer, sagte der Gouverneur mit Verweis auf neue Corona-Höchststände in den USA. Auch New Yorks Bürgermeister de Blasio sprach am von der "letzten Chance, eine zweite Corona-Welle zu verhindern. Der Bundesstaat New York und die darin gelegene gleichnamige Metropole an der US-Ostküste waren im Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA geworden. Über den Sommer hatte sich das Infektionsgeschehen dort stabilisiert, zuletzt hatte sich die Lage aber wieder angespannt.
Fast menschenleere Straße in Manhattan während des Corona-Lockdowns.
Fast menschenleere Straße in Manhattan während des Corona-Lockdowns. (Niyi Fote / The News2 / imago-images)
+++ Schwedens Regierung will wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen den Verkauf von Alkohol in Gaststätten nach 22 Uhr verbieten. Bars und Kneipen müssen eine halbe Stunde später zudem schließen. Das kündigte Ministerpräsident Löfven an. "Alle Indikatoren zeigen in die falsche Richtung", sagte er. Das Verbot soll am 20. November in Kraft treten und bis Ende Februar andauern. In Stockholm verboten die Behörden Besuche in Altenheimen, um Übertragungen einzudämmen.
Schweden hat mit seinem Sonderweg in der Corona-Krise international Schlagzeilen gemacht. Dort gibt es im Ländervergleich weniger Einschränkungen. In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen in Schweden stark angestiegen. Seit Beginn der Pandemie hat die Gesundheitsbehörde insgesamt 166.700 Infektionen und 6.082 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Schweden hat gut zehn Millionen Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland, das mehr als achtmal so viele Einwohner hat, zählte das Robert Koch-Institut bislang 11.767 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.
+++ Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich optimistisch geäußert, dass der Impfstoff der Firma Biontech gegen das Coronavirus noch in diesem Jahr die Zulassung erhalten wird. Lauterbach sagte im Deutschlandfunk, dass Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus aber weiterhin nötig sein werden. Er gehe allerdings davon aus, dass der Widerstand gegen die Maßnahmen steigen werde, wenn es einen Impfstoff gibt, weil manche dann fragen würden, ob die Einschränkungen noch nötig seien. Ähnlich äußerte sich Leif-Erik Sander von der Berliner Charité und der Medizinethiker und Mitglied des Deutschen Ethikrates, Wolfram Henn. Die Männer sprachen mit Moderator Michael Lange in der DLF-Sendung "Zur Diskussion", die Sie hier nachhören können:
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn befürchtet eine Verdoppelung der Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen noch in diesem Monat. Wenn es über einen längeren Zeitraum täglich 20.000 Neu-Infizierte gebe und davon zwei Prozent jeweils zwei Wochen lang auf Intensivstationen behandelt werden müssten, werde ihre Zahl wahrscheinlich auf mehr als 6.000 gleichzeitig steigen, sagte Spahn der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Damit könnten Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte umgehen, aber nur unter sehr großem Stress. Deshalb müssten alle Kräfte in den Krankenhäusern zusammengezogen werden, und es müssten wieder Operationen verschoben werden, betonte der CDU-Politiker.
Bundeskanzlerin Merkel äußerte die Erwartung, dass die Corona-Krise Deutschland noch den ganzen Winter beschäftigen werde. Es sei davon auszugehen, dass die zweite Welle härter ausfallen werde als die erste, erklärte sie in Berlin. Deshalb müssten die Corona-Schutzmaßnahmen weiter gelten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel (AP POOL/Markus Schreiber)
+++ Wegen der Corona-Pandemie startet Nordrhein-Westfalen zwei Tage früher als geplant in die Weihnachtsferien. Um den Familien ein möglichst unbeschwertes Weihnachtsfest zu ermöglichen, habe man sich dazu entschieden, am 21. und 22. Dezember den Schülerinnen und Schülern freizugeben, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch dem WDR. Damit wird Freitag, der 18. Dezember, in NRW der letzte Schultag in diesem Jahr. Sie wolle in den kommenden Tagen mit Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden klären, wie der Ausfall im laufenden Schuljahr kompensiert werden könne und wie eine Notbetreuung am 21. und 22. Dezember sichergestellt werden könne. Eigentlich hätten die Winterferien am 23. Dezember begonnen.
+++ Die Bundesregierung will mit bis zu 200 Millionen Euro Unternehmen fördern, die Antigen-Tests in Deutschland herstellen. Mit dem Geld sollten Investitionen in entsprechende Produktionsanlagen unterstützt werden, teilen Wirtschafts- und Gesundheitsministerium mit. Nach einem entsprechenden Beschluss des Kabinetts wollen beide Häuser nun zeitnah eine Förderrichtlinie dazu ausarbeiten. Die Nachfrage nach Antigen-Tests, die innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis liefern, werde erheblich zunehmen, so Wirtschaftsminister Altmaier. Deutschland wolle hier unabhängiger von Lieferungen aus dem Ausland werden.
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat die Erwartung gedämpft, dass mit der schnellen Entwicklung von Impfstoffen die Corona-Krise bald vorbei ist. Diese werde Deutschland noch den ganzen Winter beschäftigen, sagte Merkel bei der Übergabe des Gutachtens des Sachverständigenrates in Berlin. Auch sei davon auszugehen, dass die zweite Welle härter ausfallen werde als die erste. Daran änderten auch die positiven Nachrichten über die Impfstoffentwicklung nichts. Deshalb müssten die Corona-Vorsichtsmaßnahmen weiter gelten, betonte die Kanzlerin.
In Deutschland sind 18.487 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages verzeichnet worden. Wie sich die Zahlen in Deutschland entwickelt haben, zeigen wir detailliert in unserem Beitrag: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland.
+++ Die Zahl der belegten Intensivbetten durch Corona-Patienten ist weiter gestiegen. Laut dem DIVI-Melderegister sind nun 3.139 Betten belegt - das sind 85 mehr als am Dienstag. Von den Patienten werden 57 Prozent invasiv beamtet. Die Anzahl der freien Intensivbetten, die die Krankenhäuser melden, sank deshalb weiter auf derzeit 6.720. Der Trend hält seit Tagen an, weil die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen stark gestiegen waren.
+++ Die Bundesregierung will sich noch nicht zur am Montag geplanten Zwischenbilanz des Teil-Shutdowns im November äußern. Sie könne den Beratungen nicht vorgreifen, sagt eine Regierungssprecherin in Berlin. Die Zahl der Neuinfektionen steige aber immer noch in allen Bundesländern und allen Altersgruppen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es aber auch ermutigende Anzeichen. So sei die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bis Dienstag von 139,1 auf 138,1 gefallen.
+++ Das Auswärtige Amt teilt mit, dass im Herbst bislang insgesamt 36 Corona-Patienten aus dem EU-Ausland nach Deutschland zur Behandlung gebracht worden seien. Davon seien drei Patienten aus den Niederlanden und 25 aus Belgien von nordrhein-westfälischen Krankenhäuser aufgenommen worden und weitere acht Patienten von Kliniken im Saarland.
Krankenpflegerin und Röhrchen für PCR-Tests auf COVID-19
Krankenpflegerin und Röhrchen für PCR-Tests auf COVID-19 (imago / ANE)
+++ Die Grünen haben zusammen mit Vertretern von Einzelhandel, Gastronomie und Kulturbranche Vorschläge zur Unterstützung der Innenstädte in der Corona-Krise vorgelegt. Die Bundesregierung solle die November-Finanzhilfen für Unternehmen entbürokratisieren und zügig auszahlen, heißt es in einem Zehn-Punkte-Programm, das Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt in Berlin präsentierte. Demnach sind auch weitere längerfristig angelegte Maßnahmen wie ein neues Gewerbemietrecht, ein Städtebau-Notfallfonds über 500 Millionen Euro und ein Kulturrettungsfonds nötig.
+++ Als Folge der Corona-Pandemie wird ein geringerer Anteil der Kinder in Krisenregionen gegen Krankheiten geimpft. In mehr als 60 Ländern wurden Impfprogramme seit Beginn der Pandemie gestoppt, wie aus einem Bericht der Nichtregierungsorganisation Save the Children mit Sitz in London hervorgeht. Außerdem seien viele Familien zurückhaltender mit dem Impfen ihrer Kinder geworden, da sie sich vor einer Corona-Ansteckung beim Arztbesuch fürchten.
+++ Bundesfamilienministerin Giffey hat Jugendliche gegen pauschale Kritik an ihrem Verhalten in der Corona-Pandemie verteidigt. Zum allergrößten Teil verhielten sich die jungen Menschen verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll", sagte die SPD-Politikerin bei der Vorstellung des Kinder- und Jugendberichts. Die Corona-Pandemie stelle auch für Kinder und Jugendliche eine "schwierige Zeit" dar. In dieser Ausnahmesituation werde ihnen "viel abverlangt". Viele Lebensläufe würden durch die Krise ein Stück weit beeinträchtigt und die Jugend verliere ein "Stück Leichtigkeit".
+++ Die EU-Kommission hat den Kauf von bis zu 300 Millionen Impfdosen der Firmen Biontech und Pfizer gegen das Coronavirus in Auftrag gegeben. Nach Angaben von Kommissionspräsidentin von der Leyen handelt es sich um die vierte Vereinbarung dieser Art, die mit Pharmakonzernen ausgehandelt wurde. Sollten sich alle Impfstoffe als wirksam erweisen, hätten die EU-Staaten damit mehr als 1,3 Milliarden Impf-Dosen zur Verfügung.
Mehr zum Thema Impfen und Coronavirus finden Sie hier.
+++ Die Zahlen der Corona-Toten und der Neuinfektionen im Iran haben neue Höchstwerte erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch starben binnen eines Tages 462 Corona-Patienten. Im gleichen Zeitraum wurden 11.780 Neuinfektionen registriert. Damit liege die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land aktuell bei fast 40.000, die der Infizierten bei über 700.000, sagte eine Ministeriumssprecherin im Staatsfernsehen. Der Iran hat etwa 82 Millionen Einwohner.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat sich positiv zu Überlegungen von Ministerpräsident Laschet (beide CDU) geäußert, die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen möglicherweise früher starten zu lassen. "Das ist sicherlich ein Teil der Debatte", sagte Spahn den Fernsehsendern RTL und ntv. Für Eltern, Kinder und Lehrer sei Planbarkeit wichtig. "Das wäre mit so einer Maßnahme gegeben." Das könnte auch ein Teil der Debatte am Montag sein, wenn die Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten.
+++ Der für Februar geplante 16. Dresdner Semperopernball wird coronabedingt verschoben. Der Ball werde mit neuem Konzept am 25. Juni nachgeholt, teilte der Verein Semper Opernball in Dresden mit. Zur "Großen Sommer-Benefizgala" würden Stars der Klassik und Unterhaltung erwartet. Erste Details will der Verein im Januar bekanntgeben.
Semperoper in Dresden
Im Osten wird westdeutsche Musik gespielt … andersrum passiert das eher selten (imago images / Science Photo Library)
+++ Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Besuchsmöglichkeiten in Pflegeeinrichtungen auch in der Corona-Pandemie so wenig wie möglich einzuschränken. "Es ist wichtig, alle Spielräume für Besuche und soziale Kontakte auszuschöpfen", sagte Merkel in einer Videobotschaft zur Eröffnung des Deutschen Pflegetags. Gerade ältere Menschen litten unter Einsamkeit. Sie bräuchten neben Schutz vor allem Zuwendung, allen voran von ihren Angehörigen.
+++ Das angekündigte Landesprogramm für mobile Luftfiltergeräte an nordrhein-westfälischen Schulen und Sporthallen kann in Kürze abgerufen werden. Gefördert würden bis zu 100 Prozent, aber höchstens 4.000 Euro je Gerät, teilte NRW-Bauministerin Scharrenbach (CDU) in Düsseldorf mit. Insgesamt stellt das Land 50 Millionen Euro bereit. Das Geld ist vor allem für Unterrichtsräume, die weder über Fenster noch mit entsprechender Technik ausreichend gelüftet werden können.
+++ Die EU sollte nach Ansicht von Weltärztepräsident Montgomery in der Gesundheitspolitik mehr Kompetenzen bekommen. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass die Staaten so lange Verantwortung teilten, bis nichts mehr übrig sei, sagte Montgomery im SWR. Das müsse in den Europäischen Verträgen anders geregelt werden. Da sich das Virus nicht um Landesgrenzen kümmere, seien 27 komplett unterschiedliche Impfstrategien in Europa mit Sicherheit nicht sinnvoll.
Einen Überblick über die Corona-Maßnahmen in den verschiedenen europäischen Ländern finden Sie hier.
+++ Bundeswahlleiter Thiel lehnt es ab, die Bundestagswahl im nächsten Jahr wegen der Corona-Pandemie als reine Briefwahl abzuhalten. Die Urnenwahl sollte der Regelfall sein, sagte Thiel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Briefwahl sei zwar ein akzeptierter zweiter Weg, bei dem aber immer ein Restrisiko bleibe.
Symbolfotos zum Thema Munschutzmaske und Maskenpflicht. 
Symbolfotos zum Thema Munschutzmaske und Maskenpflicht. Mundschutz *** Symbolic photos on the subject of mouthguard and (imago images / Martin Wagner)
+++ Nach Angaben des russischen Staatsfonds RDIF zeigt der russische Impfstoff "Sputnik V" in Zwischenergebnissen eine 92-prozentige Wirksamkeit beim Schutz vor Covid-19. Das russische Gesundheitsministerium hatte bereits vorgestern gemeldet, dass "Sputnik V" in mehr als 90 Prozent der Fälle wirksam sei. Allerdings gibt es in Fachkreisen Sicherheitsbedenken: Da das Vakzin vor Abschluss der dritten Prüfphase freigeben wurde, warfen viele Länder der russischen Regierung vor, die Gesundheit der Menschen aufs Spiel zu setzen und die allgemeine Akzeptanz des Impfens zu schmälern.
+++ Fast 90 Prozent der Tarifbeschäftigten in Deutschland erhalten in diesem Jahr Weihnachtsgeld. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Durchschnittlich könne mit 2.661 Euro brutto gerechnet werden. Coronabedingte Aufkündigungen von tarifvertraglich vereinbartem Weihnachtsgeld seien aufgrund der Daten bislang nicht zu erkennen, hieß es.
+++ Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 18.487 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Vor einer Woche lag die Zahl bei 17.214, gestern bei 15.332. Die Zahl der mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehenden Todesfälle stieg um 261 auf 11.767.
Mehr zum Thema Infektionszahlen finden Sie hier.
Unterdessen sieht Bundesgesundheitsminister Spahn Anzeichen für eine Verbesserung der Infektionslage. Von einer Trendwende könne man aber noch nicht sprechen, sagte Spahn den Sendern rtl/n-tv. Der CDU-Politiker verwies auf die steigende Zahl der Patienten auf den Intensivstationen und die steigende Zahl der Todesfälle. Um das in den Griff zu bekommen, müssten die Infektionszahlen sinken.
+++ In der deutschen Handball-Nationalmannschaft ist nach Torhüter Johannes Bitter ein weiterer Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte der Deutsche Handballbund (DHB) mit. Der Name des Spielers, der sich aktuell in häuslicher Isolation befinde, wurde nicht genannt. Das Ergebnis einer zweiten PCR-Testung wird im weiteren Tagesverlauf erwartet. Erst am Dienstagabend hatte der Verband die Infektion von Bitter veröffentlicht.
+++ Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe hat die Politik aufgefordert, Einrichtungen und Personal in der Corona-Pandemie stärker zu unterstützen. Bundesgeschäftsführer Wagner sagte beim Deutschen Pflegetag, bisher sei nicht vorgesehen, dass die Kosten für den zusätzlichen Aufwand zur Durchführung von Corona-Schnelltests voll übernommen würden. Wichtig sei auch, Tests von Pflegefachkräften vorrangig auszuwerten. Langfristig forderte Wagner tiefgreifende Weichenstellungen für den Pflegebereich. Die schlechte Personalausstattung in vielen Einrichtungen mache Beschäftigte krank und treibe sie aus dem Beruf.
+++ Bundesforschungsministerin Karliczek hat eine Informations- und Aufklärungskampagne zur Corona-Impfung angekündigt. Die Bundesregierung werde auf volle Transparenz setzen, sagte die CDU-Politikerin der "Augsburger Allgemeinen". Dabei gehe es um auch um Nebenwirkungen oder die Furcht vor Impfungen.
+++ In Deutschland befinden sich derzeit mehr als 300.000 Schülerinnen und Schüler wegen Corona-Infektionen an ihrer Schule in Quarantäne. Diese Zahl nennt die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben des Deutschen Lehrerverbands. Ende September waren es demnach noch rund 50.000. Die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer in Quarantäne wird mit bis zu 30.000 angegeben. Der Präsident des Lehrerverbands, Meidinger, sagte der "Passauer Neuen Presse", in fast allen Bundesländern seien derzeit die Hygienestufenpläne, die in Corona-Hotspots halbierte Klassen vorsähen, außer Kraft gesetzt. Die Schulen sollten offenbar auf Biegen und Brechen offen bleiben. Er verlangte, die Vorsichtsmaßnahmen wieder hochzufahren.
+++ Wegen der Corona-Pandemie hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet hat eine Verlängerung der Weihnachtsferien ins Spiel gebracht. Dies sei eine denkbare Möglichkeit, sagte der CDU-Politiker im WDR-Fernsehen. Konkret würde das bedeuten, dass die Winterferien nicht erst am 23. Dezember, sondern zwei Tage zuvor, beginnen würden. Die Landesregierung werde das mit Verbänden erörtern, sagte Laschet. Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei Familienfeiern zu Weihnachten nicht zu Ansteckungen kommt.
+++ Die iranische Menschenrechtlerin Nasrin Sotudeh ist nach Angaben ihres Ehemannes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie habe sich in der Frauenanstalt Gharchak angesteckt, wohin sie vergangenen Monat verlegt worden war, schrieb Resa Chandan auf Facebook. In dem Gefängnis südlich der Hauptstadt Teheran seien die hygienischen Zustände katastrophal, so der Ehemann. Laut Chandan war der Gesundheitszustand seiner Frau in den vergangenen Wochen besorgniserregend, besonders nach ihrem fast 50-tägigen Hungerstreik. Mit dem Hungerstreik wollte die Anwältin und Frauenrechtlerin gegen die Haftbedingungen politischer Gefangener während der Corona-Pandemie protestieren. Sotudeh wird "staatsfeindliche Propaganda" vorgeworfen. Sie wurde 2018 von einem Revolutionsgericht zu einer Haftstrafe von 33 Jahren und sechs Monaten sowie zu 148 Peitschenhieben verurteilt. Von der Haft muss sie mindestens zwölf Jahre absitzen. Sotudeh hatte vor Gericht alle Vorwürfe gegen sie zurückgewiesen. Sie und ihr Mann gehören zu den renommiertesten Menschenrechtsaktivisten des Landes.
Die iranische Menschenrechtlerin Nasrin Sotudeh in ihrem Haus in Tehran im September 2013. 
Nasrin Sotoudeh 2013 in Tehran (picture alliance / Khademian Farzaneh)
+++ In den USA hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus noch einmal deutlich zugenommen. Wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mitteilte, wurden binnen 24 Stunden knapp 202.000 neue Ansteckungsfälle registriert. Der bisherige Höchststand hatte am vergangenen Samstag bei rund 127.000 Fällen gelegen. Der jetzige Anstieg ist allerdings zum Teil auf die verspätete Übermittlung von Daten am vergangenen Wochenende zurückzuführen. Die Gesamtzahl der Ansteckungsfälle in den USA liegt nun bei 10,2 Millionen. Mit 1.535 neuen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus beträgt deren Gesamtzahl jetzt fast 234.000. Die USA haben rund 330 Millionen Einwohner.
Dienstag, 10. November
+++ In der Türkei treten in einige Regionen strengere Regeln in Kraft. So dürfen in Ankara Menschen, die älter als 65 Jahre sind, ihr Haus, von Ausnahmen abgesehen, nur noch zwischen 10 und 16 Uhr verlassen. Damit sollen sie besser vor Ansteckungen geschützt werden. In drei türkischen Provinzen wurde das Rauchen auf der Straße verboten. Damit soll verhindert werden, dass die Menschen zum Rauchen die Masken abnehmen.
+++ Nach der "Querdenken"-Demonstration in Leipzig verschärft Sachsen die Regeln für Versammlungen. Versammlungen sollen künftig auf 1000 Teilnehmer begrenzt werden. Im Einzelfall sollen auch größere Kundgebungen möglich sein, wenn technische und organisatorische Maßnahmen getroffen werden, um das Infektionsrisiko zu senken, teilte Regierungssprecher Ralph Schreiber nach einer Sitzung des Kabinetts mit. Bisher sieht die sächsische Corona-Schutzverordnung keine Begrenzung bei Versammlungen vor.
+++ Die Stadt Schwerin hat eine für heute Abend geplante Demonstration gegen Corona-Beschränkungen mit 100.000 Teilnehmern untersagt. Zur Begründung hieß es, die Versammlungsleiter kämen nicht aus Mecklenburg-Vorpommern. Sie hätten mit ihrer Reise in das Bundesland gegen die Corona-Landesverordnung verstoßen und seien umgehend zur Ausreise aus Mecklenburg-Vorpommern aufgefordert worden.
+++ Immer mehr Menschen teilen positive Testergebnisse über die Corona-Warn-App. Durchschnittlich warnten derzeit pro Tag rund 2200 App-Nutzer auf diese Weise andere Menschen, zu denen sie persönlichen Kontakt hatten, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Mitte Oktober waren dies etwa 500 Menschen gewesen. Insgesamt wurde die Warnapp den Angaben zufolge inzwischen 22,2 Millionen Mal aufs Smartphone heruntergeladen. Daraus geht aber nicht hevor, wer die App tatsächlich nutzt und wer sie vielleicht auch wieder deinstalliert hat.
Eine Person mit Schutzmaske blickt auf ihr Smartphone. Die App zeigt "Niedriges Risiko" einer Ansteckung an.
Offizielle Corona-Warn-App, die am 16. Juni 2020 startet (picture alliance / Sven Simon)
+++ Die radikale Tötung aller Nerzbestände in Dänemark, die am Mittwoch angeordnet worden war, hat keine rechtliche Grundlage. Das räumte die dänische Regierung am Dienstag ein. Lediglich für Tiere im Umkreis betroffener Beständen sei dies geregelt. Dennoch wurden die Züchter erneut aufgefordert, die Tiere zu töten, um die Gesundheit aller zu schützen. Die Regierung will nun im Schnellverfahren die nötige gesetzliche Grundlage schaffen. In mehreren dänischen Pelztierbeständen waren mutierte Corona-Viren gefunden worden. Sie sind bereits von Nerzen auf Menschen übergesprungen. Es besteht die Gefahr, dass dagegen die zur Zeit entwickelten Impfstoffe nicht wirken.
+++ Das Berliner Verwaltungsgericht hat Eilanträge gegen die zeitlich befristete Schließung der Gastronomie zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückgewiesen. Die Verordnung des Berliner Senats, mit der dieser die Schließung der Betriebe im November angeordnet hatte, beruhe "auf einer verfassungskonformen Rechtsgrundlage", sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Das Verbot diene "dem legitimen Ziel der Bekämpfung der Krankheit Covid-19, die sich insbesondere in Berlin in kürzester Zeit dramatisch verbreitet" habe. Das Gericht hatte über 22 Eilanträge entschieden. Insgesamt waren beim Verwaltungsgericht rund 100 Eilanträge eingegangen, weitere Entscheidungen stehen also noch aus. Geklagt haben Betroffene aus den Bereichen Gastronomie und Veranstaltungen. Gegen die Entscheidung des Gerichts können die Klagenden nun Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einreichen. In der vergangenen Woche wurden vom Oberverwaltungsgericht bereits ähnliche Eilanträge gegen die zeitlich befristeten Schließungen abgelehnt.
+++ Die EU-Kommission hat einen Vertrag zur Lieferung des vielversprechenden Impfstoffs der Pharmafirmen Biontech und Pfizer fertig ausgehandelt. Die Verhandlungen mit der Pharmaindustrie seien abgeschlossen, heißt es übereinstimmend in Medienberichten. Die Verträge könnten noch heute unterschrieben und morgen von der EU-Kommission rechtlich verankert werden. Hier geht es zu unserer Nachrichtenmeldung.
+++ Abgeordnete der AfD-Fraktion haben beim Bundesverfassungsgericht ihre angekündigte Organklage wegen der Maskenpflicht im Bundestag eingereicht. Die Klage sei bereits am 4. November eingegangen, sagte ein Gerichtssprecher in Karlsruhe. Ein Eilantrag sei damit nicht verbunden. Der Zweite Senat wird die Klage, hinter der 19 Abgeordnete stehen, also nicht auf die Schnelle, sondern gleich umfassend prüfen. [Az. 2 BvE 10/20] Die von Bundestagspräsident Schäuble angeordnete Maskenpflicht gilt seit dem 6. Oktober.
+++ Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat ist nach einer Covid-19-Erkranung gestorben. Das teilte das Präsidialamt in Ramallah mit. Erekat war vor einigen Wochen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Seit Mitte Oktober musste der 65-Jährige künstlich beatmet werden, wie Medien unter Berufung auf seine Ärzte berichtet hatten. Erekat gehört seit Jahrzehnten der palästinensischen Führung an und ist ein Vertrauter von Präsident Abbas. Er galt als Risikopatient, weil er sich vor drei Jahren einer Lungentransplantation unterziehen musste.
+++ Wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben die Behörden im britischen Wales für den kommenden Sommer alle Prüfungen in Schulen abgesagt. Wie die BBC unter Berufung auf die walisische Bildungsministerin Williams berichtet, sollen die Noten stattdessen auf Basis der Mitarbeit im Unterricht vergeben werden. Zur Begründung hieß es, derzeit sei es unmöglich, gleiche Wettbewerbsbedingungen für Prüfungen zu garantieren.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts innerhalb eines Tages 15.332 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das entspricht ungefähr dem Wert von Dienstag vergangener Woche. An diesem Tag wurden 15.352 Neuinfektionen gemeldet. Am Samstag war mit 23.400 Fällen ein Höchststand registriert worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um 154 auf 11.506. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut dem RKI-Lagebericht von gestern bei 0,98. Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er eine längere Zeit lang unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.
+++ Bundesbildungsministerin Karliczek hat sich für eine Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen ausgesprochen. Die CDU-Politikerin sagte der "Rheinischen Post", sie halte das in einer Phase hoher Infektionszahlen auch an Grundschulen für zumutbar. Das Maskentragen sei das effektivste Mittel, um Unterricht zu ermöglichen. In mehreren Bundesländern gilt wegen der gestiegenen Infektionszahlen derzeit eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen. Grundschüler sind in der Regel davon ausgenommen. Hier geht es zu unserer Nachrichtenmeldung.
+++ Die EU soll nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) so schnell wie möglich einen Vertrag über die Lieferung eines Corona-Impfstoffs mit dem Mainzer Unternehmen Biontech und dem Pharmakonzern Pfizer abschließen. Spahn sagte im ZDF, er könnte es als deutscher Gesundheitsminister schwer erklären, wenn in anderen Regionen der Welt ein in Deutschland produzierter Impfstoff schneller genutzt würde als in der Bundesrepublik. Deshalb dringe er darauf, dass man jetzt zu einem Ergebnis komme. Als erste westliche Hersteller hatten Biontech und Pfizer vielversprechende Ergebnisse veröffentlicht. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. So weit ist die Forschung an Impfstoffen gegen das Coronavirus.
+++ In den USA haben die Behörden mindestens 125.390 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich demnach bislang rund 10,14 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg um mindestens 665 auf 238.427. Die USA sind sowohl bei den Infektions- als auch bei den Todesfällen das nach absolut gemessenen Zahlen am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.
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