Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Die Entwicklungen vom 28.02. bis 01.03.2026

Am 28. Februar haben Israel und die Vereinigten Staaten groß angelegte Angriffe auf den Iran begonnen. Die aktuellen Ereignisse halten wir in einem Newsblog fest. In diesem Archiv können Sie die bisherigen Entwicklungen nachvollziehen.

    Angriff auf Teheran: Ein Mann schaut von einem Häuserdach über die Dächer der iranischen Hauptstadt. Im Hintergrund steigt nach einem Luftschlag Rauch auf.
    Angriff auf Teheran: Viele Menschen hatten mit Angriffen der USA gerechnet. (IMAGO / Anadolu Agency / IMAGO / Fatemeh Bahrami)
    Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.

    Sonntag, 1. März

    +++ US-Präsident Trump geht davon aus, dass der Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite noch vier Wochen andauern wird.

    Trump sagte der britischen "Daily Mail", es sei immer mit vier Wochen geplant worden. Frühere Aussagen ließen auf eine deutlich kürzere Dauer schließen. Trump würdigte die getöteten US-Soldaten als "großartige Menschen". Er rechne leider damit, dass so etwas wieder passieren könne.

    +++ Der Iran hat auch Militärbasen im Irak und Jordanien ins Visier genommen, in denen die Bundeswehr stationiert ist.

    Nach Informationen des Magazins Spiegel wurden gestern und heute mehrere Raketen und Drohnen auf eine multinationale Basis in der Nähe des Flughafens in Erbil im Nordirak und auf ein Feldlager in al-Azraq im Osten von Jordanien abgefeuert. Ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr betätigte dem Sender Welt TV die Angriffe auf Stützpunkte der Bundeswehr im Nahen Osten. In dem Feldlager in Jordanien sind demnach rund 100 Soldaten der Luftwaffe stationiert. In Erbil sei derzeit eine niedrige zweistellige Zahl an Bundeswehrsoldaten. Die überwiegende Zahl der Soldaten habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs in Schutzräumen aufgehalten. Es habe keine Verletzten unter Bundeswehrsoldat gegeben, sagte der Sprecher.
    Bundeswehrsoldaten im Irak, fotografiert von hinten.
    Bundeswehrsoldaten im Irak (IMAGO / Pond5 Images / xhuettenhoelscherx via imago-ima)

    +++ Die EU-Außenminister haben angesichts der Militärangriffe auf den Iran sowie der Gegenschläge alle beiteiligten Parteien zur Zurückhaltung aufgerufen.

    Das internationale Recht müsse respektiert werden, erklärte die EU-Außenbeauftragte Kallas nach einer Videokonferenz der Außenminister der 27 Mitgliedsstaaten. In der gemeinsamen Stellungnahme verlangten die Außenminister zudem den Schutz von Zivilisten. Die iranischen Angriffe auf andere Länder in der Region seien unverantwortlich und müssten beendet werden. Wichtig sei es zudem, die nukleare Sicherheit zu wahren und Störungen von Seewegen, insbesondere der Straße von Hormus, zu vermeiden.

    +++ Israel aktiviert zusätzlich 100.000 Reservisten zur Verstärkung der israelischen Grenzen.

    Ein besonderer Fokus liege dabei auf der libanesischen Hisbollah-Miliz, die sich bisher nicht in den Krieg eingeschaltet hat, betonte ein Militärsprecher.

    +++ Die iranische Hauptstadt Teheran ist am Abend von schweren Explosionen erschüttert worden.

    Die Nachrichtenagentur Isna meldete, Einrichtungen des staatlichen Rundfunks seien zum Ziel eines israelisch-amerikanischen Angriffs geworden. Weiteren Berichten zufolge wurde auch der Sitz der iranischen Atombehörde angegriffen. Das israelische Militär berichtete am Abend, dass im Rahmen großangelegter Angriffe mehrere Dutzend militärischer Kommandozentren des Irans attackiert worden seien, darunter das Hauptquartier der Revolutionsgarden, Hauptquartiere der Geheimdienste, der Luftwaffe sowie von Einrichtungen der inneren Sicherheit des Irans.

    +++ Der frühere iranische Präsident Ahmadinedschad soll nach Angaben seiner Partei Dolate Bahar doch nicht getötet worden sein.

    Berichte über seinen Tod seien "falsch", hieß es in einer Mitteilung auf der Internetseite der Partei. Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Ilna gemeldet, der 69-Jährige sei bei einem Luftangriff in Teheran ums Leben gekommen. Welche der beiden Angaben richtig ist, konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

    +++ EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat einen "glaubwürdigen Übergang" im Iran gefordert.

    Brüssel stehe in engem Austausch "mit allen zentralen Akteuren", um Stabilität und Sicherheit zu wahren und das Leben von Zivilisten zu schützen, schrieb von der Leyen im Onlinedienst X. "Das Risiko einer weiteren Eskalation ist real." Es brauche daher eine dauerhafte Lösung: "Das muss das Ende der militärischen Atom- und ballistischen Raketenprogramme Irans sowie ein Ende der destabilisierenden Aktivitäten in der Luft, an Land und zur See bedeuten."

    +++ Der Oman, der zwischen Teheran und Washington vermittelt hat, hat im Konflikt mit den Iran eine Waffenruhe verlangt.

    Außenminister Albusaidi rief in einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Araghtschi zudem zum Dialog auf. US-Präsident Trump erklärte sich zu Gesprächen mit der neuen iranischen Führung bereit. Wann solche Verhandlungen stattfinden könnten, ließ er offen.

    +++ Das israelische Regierungsflugzeug parkt seit dem Abend aus Sicherheitsgründen auf dem Hauptstadtflughafen BER.

    Aus Regierungskreisen wurde bekannt, dass die Maschine auf israelischen Wunsch und mit vorheriger Anmeldung in Berlin landete. Die Boeing 767 Israels ist ein speziell ausgerüstetes Flugzeug mit weitreichenden Schutzsystemen und Kommunikationstechnik an Bord.
    Israels Staatsflugzeug „Flügel Zions“ steht am Flughafen BER.
    Israels Staatsflugzeug „Flügel Zions“ steht am Flughafen BER. (picture alliance / dpa / Christophe Gateau)

    +++ Beim US-Militäreinsatz gegen den Iran sind drei US-Soldaten getötet und fünf weitere schwer verletzt worden.

    "Einige andere erlitten leichte Splitterverletzungen und Gehirnerschütterungen – und befinden sich auf dem Weg zurück in den Dienst", teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten auf X mit. Umfangreiche Kampfhandlungen dauerten an. Wo und wodurch die Soldaten genau getötet wurden, teilte das Kommando nicht mit. Der Iran hatte bei seinen Gegenangriffen unter anderem US-Militärstützpunkte in der Golfregion ins Visier genommen, nachdem Israel und die USA das Land attackiert hatten.

    +++ Bundeswirtschaftsministerin Reiche betrachtet die Versorgung Deutschlands mit Öl und Gas als gesichert.

    Die CDU-Politikerin sagte im ARD-Fernsehen mit Blick auf die Sperrung der Straße von Hormus, es würden "keine signifikanten Mengen an Gas" über diesen Seeweg nach Deutschland importiert. Gas beziehe Deutschland vor allem über Pipelines aus Norwegen und Belgien, Flüssiggas überwiegend aus den USA und Kanada. In Bezug auf Öl betont Reiche, Hauptlieferanten für Deutschland seien Kasachstan, Norwegen und die USA. Es könne zu Preissteigerungen kommen, sie wolle aber darüber nicht spekulieren.

    +++ In mehreren deutschen Städten hat es heute wieder Demonstrationen zu den Militärschlägen gegen den Iran gegeben.

    In Berlin nahmen etwa 1.800 Menschen an einer Kundgebung teil, wie die Polizei mitteilte. Die Stimmung sei friedlich und ausgelassen, hieß es. Die Teilnehmer riefen unter anderem "Danke USA" und "Danke Trump". In Düsseldorf gingen etwa 6.000 Menschen unter dem Motto "Freiheit für den Iran" auf die Straßen. Viele Teilnehmer reagierten mit Jubel auf die Nachricht vom Tod des iranischen Staatsoberhaupts Chamenei. Einige trugen Bilder des Schah-Sohns Pahlavi, der sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht hat. Auch in Köln, Frankfurt und weiteren Städten gab es Demonstrationen.
    Teilnehmer einer Demonstration gegen das iranische Mullah-Regime in Düsseldorf feiern den Tod des obersten Führer des Irans, Ajatollah Chamenei. Ein Mann hat sich dabei in eine US-Flagge gehüllt.
    Teilnehmer einer Demonstration gegen das iranische Mullah-Regime in Düsseldorf feiern den Tod des obersten Führer des Irans, Ajatollah Chamenei. (Henning Kaiser / dpa)

    +++ Bei den ​Angriffen auf den Iran sind nach den Worten von US-Präsident Trump Dutzende Führungspersonen getötet worden.

    "Es geht schnell voran. Niemand kann den Erfolg glauben, den wir haben, 48 Anführer sind auf einen Schlag weg", sagte Trump dem Sender Fox News. Außerdem kündigte der Präsident gegenüber der Zeitschrift "Atlantic" Gespräche mit der iranischen Führung an. Sie wollten reden und er habe zugestimmt, betonte Trump.

    +++ Israels Ministerpräsident Netanjahu hat eine weitere Intensivierung der militärischen Angriffe auf Teheran angekündigt.

    Die israelische Armee greife bereits mit "zunehmender Stärke" im Herzen der iranischen Hauptstadt an, sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Dies werde sich in den kommenden Tagen noch weiter verstärken. Nach einem Treffen mit Verteidigungsminister Katz, dem Generalstabschef Zamir und dem Leiter des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Barnea, habe er die Anweisung gegeben, die Offensive fortzusetzen. In dieser setze Israel "wie nie zuvor" die gesamte Kraft der Armee ein, sagte Netanjahu.

    +++ Bundeskanzler Merz hat die Angriffe Israels und der USA auf den Iran verteidigt.

    Die Bundesregierung teile die Erleichterung vieler Iranerinnen und Iraner, dass das Mullah-Regime jetzt an sein Ende komme, sagte er in Berlin. Mit den Vereinigten Staaten und Israel habe man zudem das gemeinsame Interesse, dass der Terror dieses Regimes aufhöre. Man werde die Partner nicht belehren, sagte Merz. Denn offensichtlich hätten bisher alle Maßnahmen den Iran nicht von dem Atom- und Raketenprogramm abhalten können.
    Das Bild zeigt Friedrich Merz mit einem ernsten Gesichtsausdruck vor einer deutschen und einer europäischen Flagge, während er ein Statement abgibt.
    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Statement in Berlin (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)

    +++ Bundesaußenminister Wadephul sieht keine Möglichkeit, im Nahen Osten und in der Golfregion gestrandete Deutsche ausfliegen zu lassen.

    Wegen der Sperrung der Lufträume für zivile Flugzeuge sei man dazu nicht in der Lage, sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. In die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes für die Region haben sich nach seinen Worten mindestens 10.000 Deutsche eingetragen. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands sind derzeit rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter von den Luftraumsperrungen betroffen.

    +++ Bei den israelischen Angriffen auf den Iran ist auch der ehemalige Präsident Ahmadinedschad getötet worden.

    Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Ilna befand sich der 69-Jährige zum Zeitpunkt des Angriffs gemeinsam mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der Hauptstadt. Ahmadinedschad führte den Iran von 2005 bis 2013. Zu Beginn galt er als Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner und Konservativen im Parlament. Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs die Kritik an seinem Kurs. Seine harte Linie in der Atompolitik löste internationale Sanktionen aus, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise führten.
    Der frühere iranische Präsdient Mahmoud Ahmadinedschad
    Der frühere iranische Präsdient Mahmoud Ahmadinedschad (picture alliance / AP Photo / Ebrahim Noroozi)

    +++ Nach dem Tod von Ayatollah Chamenei hat eine Übergangsführung die Arbeit aufgenommen.

    Dies gab Präsident Peseschkian im iranischen Fernsehen bekannt. Dem neugebildeten sogenannten "Führungsrat" gehören neben ihm der iranische Justizminister Edschei und der Ayatollah Arafi an. Der iranische Außenminister Araghtschi sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Jezeera, ein neuer Oberster Führer werde bereits in ein bis zwei Tagen gewählt.

    +++ Das US-Militär hat nach eigenen Angaben ein iranisches Kriegsschiff im Golf von Oman versenkt.

    Eine Korvette der Jamaran-Klasse sei an einem Pier in Tschahbahar versenkt worden, teilte das zuständige US-Zentralkommando mit. In einem Beitrag auf der Plattform X rief das Kommando die iranischen Streitkräfte auf, ihre Waffen niederzulegen und ihre Posten zu verlassen. Die US-Armee versenkte seit gestern nach Angaben von Präsident Trump insgesamt neun iranische Schiffe. Das Hauptquartier der iranischen Marine sei größtenteils zerstört.

    +++ Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger im Persischen Golf angegriffen.

    "Der US-Flugzeugträger 'USS Abraham Lincoln' wurde von vier ballistischen Raketen getroffen", teilten die Revolutionsgarden laut örtlichen Medien mit. "Land und Meer werden mehr und mehr zum Friedhof der terroristischen Aggressoren", warnten sie demnach. Das US-Militär dementierte die Aussagen und sprach von einer "Lüge".
    Lesen Sie auch: Nach Chameneis Tod - Wie geht es im Iran weiter?

    +++ In Beit Schemesch im Norden Israels gab es mindestens acht Tote durch einen iranischen Luftangriff.

    Zudem wurden nach Angaben der Rettungskräfte mehr als 20 Menschen verletzt. In mehreren Landesteilen wurde Luftalarm ausgelöst. Korrespondenten von Nachrichtenagenturen und israelische Medien berichteten von Detonationen in der Luft durch Raketenabwehr unter anderem über Tel Aviv sowie von Einschlägen. Schon am frühen Morgen hatte der Iran erneut Israel und auch Ziele in anderen Staaten der Region mit Raketen angegriffen.

    +++ Beim Angriff auf eine Mädchenschule im Iran sollen mehr als 100 Menschen getötet worden sein.

    Rettungskräfte des Iranischen Roten Halbmondes sprachen von mindestens 108 Opfern. Auch die Justizbehörden gaben die Zahl der Toten mit 108 Toten an. Lokale Behörden machten Israel für den Angriff in Minab verantwortlich. Die israelische Armee erklärte, sie wisse nichts über einen israelischen oder US-Angriff in Minab.
    Das Bild zeigt die zerstörte Mädchenschule in der iranischen Provinz. Zahlreiche Helfer stehen vor den Trümmern.
    Die Schule in Minab nach den Angriffen. (AFP / ALI NAJAFI)

    +++ Die Lufthansa streicht zahlreiche Flüge bis zum 8. März.

    Alle Airlines der Lufthansa Group setzen ihre Flüge in den Nahen Osten zunächst bis zum 08. März aus. Betroffen sind die Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Im gleichen Zeitraum werden die Lufträume über Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar, Kuwait, Bahrain, Dammam und Iran nicht genutzt. Flüge von ‌und nach Dubai sowie Abu Dhabi werden demnach ⁠bis einschließlich 4. März ausgesetzt.

    +++ Die EU-Außenminister beraten heute in einer digitalen Konferenz.

    Die EU-Außenbeauftragte Kallas hat den Tod von Chamenei als einen "entscheidenden Moment" in der Geschichte Irans bezeichnet. Zwar sei die Zukunft ungewiss, doch sei nun der Weg frei für ein "anderes Iran", das die Menschen mit größerer Freiheit gestalten könnten, schrieb Kallas auf der Plattform X. Die Außenminister der EU kommen heute zu einer virtuellen Sondersitzung zusammen.

    +++ Papst Leo XIV. ruft zu Frieden im Nahen Osten auf.

    Stabilität und Frieden bringe man nicht mit Armeen, sagte das katholische Kirchenoberhaupt in Rom in seiner Ansprache nach dem traditionellen Angelus-Gebet. Der Papst rief dazu auf, die „Spirale der Gewalt“ zu stoppen. Er appellierte an die politischen Entscheider, der Diplomatie wieder Raum zu geben. Zum Wohl der Völker brauche es einen Frieden, der auf Gerechtigkeit aufbaue.

    +++ In der Straße von Hormus ist ein Öltanker angegriffen worden.

    Nach Angaben der Behörden des Sultanats Oman wurden vier Menschen verletzt. Die 20-köpfige Besatzung des unter der Flagge von Palau fahrenden Öltankers wurde in Sicherheit gebracht. Es ist bisher nicht klar, wer den Angriff verübt hat. Nach den israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran haben mehrere Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser die Fahrten ihrer Schiffe durch die Straße von Hormus eingestellt.

    +++ China fordert eine Rückkehr zu Verhandlungen.

    Chinas Außenminister Wang hat die Angriffe der USA und Israels auf den Iran als inakzeptabel bezeichnet. Die "unverhohlene Tötung" eines souveränen Staatsoberhaupts und ⁠die Anstiftung zum Regimewechsel seien nicht hinnehmbar. Peking fordere ein sofortiges Ende der Militäraktionen und eine Rückkehr zum Dialog, sagte er laut der Nachrichtenagentur Xinhua in einem Telefonat mit dem russischen Außenminister Lawrow.

    +++ Russlands Präsident Putin prangert "zynischen Mord" an.

    Putin kondolierte seinem iranischen Kollegen Peseschkian zum Tod von Ajatollah Chamenei. Er bezeichnete dessen Tötung bei den Luftangriffen durch die USA und Israel als "zynischen Mord". Damit seien alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts verletzt worden. Auch Nordkorea verurteilte die Angriffe auf den Iran.

    +++ In Berlin gibt es eine weitere große Iran-Demonstration.

    In Berlin sind auch heute Demonstrationen rund um die Lage im Iran geplant. Für den Nachmittag sei eine Kundgebung am Brandenburger Tor mit 5.000 Teilnehmern angemeldet, sagte ein Polizeisprecher. Zudem soll den Angaben zufolge eine Versammlung an der iranischen Botschaft in Dahlem im Bezirk Steglitz-Zehlendorf stattfinden. Bereits gestern hatten in Berlin und in weiteren deutschen Städten tausende Menschen gegen das Regime in Teheran und für Freiheit in dem Land demonstriert.

    +++ Die radikal-islamistische Hamas verurteilt die Tötung von Irans Geistlichem Führer Chamenei.

    In einer Erklärung der Hamas heißt es, die USA und Israel trügen die volle Verantwortung für das gegen die Souveränität des Iran gerichtete "abscheuliche Verbrechen" sowie die Auswirkungen für die Sicherheit und Stabilität der Region. Die Palästinenserorganisation fügte hinzu, man trauere um Chamenei, der "unseren Widerstand politisch, diplomatisch und militärisch" unterstützt habe.

    +++ Irans Präsident Peseschkian spricht von "Kriegserklärung an Muslime".

    Peseschkian sagte in einer Fernsehansprache, die "Ermordung" Chameneis werde als "offene Kriegserklärung an die Muslime und insbesondere an die Schiiten überall auf der Welt wahrgenommen". Zugleich kündigte er Vergeltung an. Der Iran betrachte es als "seine legitime Pflicht und sein Recht, sich an den Tätern und Drahtziehern dieses historischen Verbrechens zu rächen".

    +++ Das israelische Militär kündigt eine neue Angriffswelle auf Teheran an.

    Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine neue Welle von Luftangriffen auf den Iran gestartet. Man ziele "auf das Herz von Teheran", hieß es. AFP-Korrespondenten berichten bereits von mehreren Explosionen in der iranischen Hauptstadt. Die Nachrichtenagentur AP schreibt, über der Stadt steige eine riesige Rauchwolke auf, der Boden bebe.
    Laut Agenturberichten ereigneten sich die Explosionen in einem Viertel, in dem sich die Zentralen der iranischen Polizei sowie des Staatsfernsehens befinden.

    +++ Die Politikwissenschaftlerin Bente Scheller kritisiert die Haltung der EU im Nahost-Krieg.

    Scheller sagte im Deutschlandfunk, es sei fatal, dass sich die EU bezüglich des neuen Militäreinsatzes der USA und Israels völkerrechtlich nicht klarer geäußert habe. "Wir werden noch sehen, was das für Konsequenzen für Europa hat." Die Expertin der Böll Stiftung sieht die 27 Mitgliedstaaten nicht in der Position, um bei den weiteren Entwicklungen im Iran mitreden zu können.
    Nahostexpertin: Stabilität der Gesamtregion unter Druck

    +++ Es gibt mehrere Tote bei einem Sturm auf das US-Konsulat in Karatschi.

    In der pakistanischen Stadt Karatschi haben hunderte Demonstranten versucht, das US-Konsulat zu stürmen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden nach Angaben der Polizei mindestens acht Menschen getötet.

    +++ Aus dem Irak werden Ausschreitungen gemeldet.

    In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben Demonstranten versucht, in das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf. Sie setzten nach Angaben von Augenzeugen scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein.
    In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben sich Demonstranten versammelt, um gegen die Tötung des geistlichen Oberhaupts des Irans zu protestierten.  Sie halten Bilder von Chamenei in die Höhe und schwenken iranische Flaggen.
    In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben sich Demonstranten versammelt, um gegen die Tötung des geistlichen Oberhaupts des Irans zu protestierten. (AFP / AHMAD AL-RUBAYE)

    +++ Das iranische Staatsfernsehen berichtet, dass Generalstabschef Mussawi getötet wurde.

    Abdolrahim Mussawi ist dem iranischen Fernsehen zufolge ‌bei Angriffen auf ⁠den Iran ums Leben ⁠gekommen.

    +++ Der frühere Botschafter Stein rechnet mit einem längerem Krieg.

    Wie lange dieser dauern werde, hänge alleine von US-Präsident Trump ab, sagte Stein im Deutschlandfunk. Als Ziele Israels nannte Stein, führende Personen im politischen, militärischen und nuklearen Bereich des Iran gezielt zu töten und das iranische Raketenarsenal zu zerstören. Dies habe man bereits mit der US-israelischen Angriffswelle auf den Iran im Juni des vergangenen Jahres erreichen wolle.
    "Präventivoffensive" und "regime change" - Shimon Stein, Ex-Botschafter Israels

    +++ Der israelische Verteidigungsminister Katz nennt Tod Chameneis eine "Frage der Gerechtigkeit".

    Chamenei sei "zusammen mit hochrangigen Mitgliedern der iranischen Terrorfestung" eliminiert worden, erklärte Katz in Onlinediensten. "Gerechtigkeit ist geschehen, und die Achse des Bösen hat einen schweren Schlag erlitten", betonte Katz.

    +++ US-Präsident Trump hat den Iran vor "beispielloser Gewalt" gewarnt, ‌sollte das Land ⁠Vergeltung üben.

    Die Vereinigten Staaten würden den Iran mit einer noch nie dagewesenen Macht treffen, erklärt Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. "Der Iran hat gerade erklärt, dass er heute sehr hart zuschlagen wird, härter als jemals zuvor. Sie sollten das aber besser nicht tun", schrieb der US-Präsident.

    +++ Tausende trauern in Teheran um Chamenei.

    Nach dem Tod des geistlichen Oberhaupts des Iran, Chamenei, haben sich tausende Menschen in der Hauptstadt Teheran zu einer Kundgebung versammelt. Die größtenteils schwarz gekleideten Teilnehmer skandierten auf dem zentralen Enghelab-Platz "Tod den Vereinigten Staaten" und "Tod Israel", wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichten. Viele von ihnen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Chamenei hoch.
    Lesen Sie auch: Tötung des obersten Führers im Iran - Wer war Chamenei?

    +++ Staatsfernsehen: Iran startet neue Welle von Angriffen auf Israel und US-Stützpunkte.

    Als Vergeltung für die massiven US-israelischen Luftangriffe hat der Iran nach Angaben von Staatsmedien eine neue Welle von Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region und auf Israel gestartet. Zu den Zielen zählten 27 US-Stützpunkte sowie das israelische Militärhauptquartier und Gebäude der Rüstungsindustrie in Tel Aviv, berichtete das iranische Staatsfernsehen. 

    +++ Im Iran soll nach der Tötung von Religionsführer Chamenei vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen.

    Das erklärte ein Berater Chameneis, wie staatliche Medien berichten. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen demnach Präsident Peseschkian, der Justizminister sowie ein Mitglied des Wächterrats übernehmen. Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen, bis der sogenannte Expertenrat - ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen - einen Nachfolger benennt. Laut der iranischen Verfassung müsste der Expertenrat umgehend einen neuen Führer bestimmen.

    +++ In Israel haben am frühen Morgen erneut die Sirenen geheult.

    Es seien Raketen aus dem Iran in Richtung Israel abgefeuert worden, gab die israelische Armee bekannt. Die Luftwaffe sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den Anweisungen des Heimatschutzkommandos zu folgen. Zuvor hatten israelische Kampfflugzeuge ihre Angriffswellen gegen militärische Ziele im Iran fortgesetzt.

    +++ Irans Revolutionsgarden kündigen Rache für den Tod Chameneis an.

    "Die Mörder des Imams der Nation werden einer harten, entschiedenen und abschreckenden Strafe nicht entgehen", zitiert die Deutsche Presse-Agentur aus einer Erklärung. 

    +++ Iranische Staatsmedien bestätigen den Tod Chameneis.

    Entsprechend berichteten unter anderem die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Fars. Chamenei sei in den frühen Morgenstunden des Samstags als "Märtyrer" getötet worden, hieß es. Es wurde eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen.
    Bereits zuvor war nach Berichten über Chameneis Tod in Teheran spontan Jubel ausgebrochen, wie die Deutsche Presse-Agentur meldet. Die Nachricht sei unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können.
    Zu sehen ist Ali Chamenei, das politische und religiöse Oberhaupt des mehrheitlich schiitischen Iran.
    Ali Chamenei, geistliches Oberhaupt des Irans (Archivbild). (picture alliance / Anadolu / Iranian Leader Press Office / Handout)

    +++ Die israelische Luftwaffe hat im Iran nach eigenen Angaben mehr als 30 weitere Ziele angegriffen.

    Dutzende Kampfflugzeuge hätten eine weitere Angriffswelle gegen ballistische Raketenstellungen und die Luftabwehrsysteme im Westen und im Zentrum des Iran abgeschlossen, hieß es. Man werde die Angriffe zur Schwächung der iranischen Militärkapazitäten fortsetzen.

    +++ Die USA sehen den Angriff auf den Iran von internationalem Recht gedeckt.

    Die Vereinigten Staaten hätten in enger Abstimmung mit Israel rechtmäßige Maßnahmen gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen ergriffen, sagte der amerikanische UNO-Botschafter Waltz bei einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats in New York. Artikel 51 der UNO-Charta verankert das Recht eines Landes auf Selbstverteidigung.

    +++ Die Angriffe der ​USA und Israels auf den Iran sowie die iranischen Vergeltungsschläge haben zu einer Störung des weltweiten Flugverkehrs ‌geführt.

    Wichtige Flughäfen ⁠im Nahen Osten, darunter das internationale Drehkreuz Dubai, wurden geschlossen. Zahlreiche Staaten in der Region schlossen ihren Luftraum, darunter der Iran, der Irak, Kuwait, Israel und Bahrain. Fluggesellschaften in Europa und im Nahen Osten kündigten weitreichende Streichungen an.
    Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Reise- und Sicherheitshinweise für mehrere Staaten in der Region. Auf seiner Internetseite stellte das Ministerium zudem Hinweise für Menschen zusammen, die entweder in betroffenen Staaten festsitzen oder dorthin reisen wollten.

    +++ Laut Netanjahu viele "Anzeichen" für den Tod von Irans geistlichem Oberhaupt Chamenei.

    "Heute Morgen haben wir in einem gewaltigen Überraschungsschlag die Anlage von Chamenei im Herzen Teherans zerstört und es gibt viele Anzeichen, dass dieser Tyrann nicht mehr am Leben ist", sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache. Israelischen Berichten zufolge wurde Chameneis Leiche gefunden. Aus Teheran gab es keine Bestätigung. Das Büro des Ajatollahs wurde lediglich in iranischen Staatsmedien mit folgenden Worten zitiert: "Der Feind greift zur psychologischen Kriegsführung, das sollte allen bewusst sein." US-Präsident Donald Trump erklärte Chamenei dagegen auf seiner Plattform Truth Social für tot. Aus dem Iran liegt dafür keine Bestätigung vor.

    +++ Israels Luftwaffe hat eine weitere Angriffswelle gegen Ziele im Iran geflogen.

    Unter anderem sei eine wichtige Raketenstellung ins Visier genommen worden, hieß es in der Nacht.

    Samstag, 28. Februar

    +++ Der Iran hat Israel erneut mit Raketen angegriffen.

    Wie das israelische Militär in der Nacht mitteilte, wurden die Luftabwehrsysteme aktiviert, um gegen die Bedrohung vorzugehen. Die Bevölkerung sei dazu aufgerufen worden, den Anweisungen des Heimatschutzes zu folgen.

    +++ Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hält morgen eine Dringlichkeitssitzung wegen der Angriffe ‌der USA und Israels auf den ​Iran ab.

    Das von Russland beantragte Treffen ​beginne um 9 ‌Uhr (MEZ), berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf die Organisation. Diplomaten zufolge gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass ‌bei ‌den Angriffen iranische ​Atomanlagen getroffen wurden.

    +++ Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel ist am Abend eine Person in Tel Aviv getötet worden.

    Wie mehrere Medien berichten, wurden zudem mehr als 20 Menschen verletzt.

    +++ Der UNO-Sicherheitsrat ist wegen der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran und die iranischen Gegenschläge zu einer Sondersitzung zusammengekommen.

    Generalsekretär Guterres sprach zur Sitzungseröffnung von einer unkontrollierbaren Situation am Golf und im Nahen Osten. Er rief alle Beteiligten Staaten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
    Der iranische Vertreter im Sicherheitsrat bezeichnete die Angriffe auf sein Land als ungesetzlichen Vorgang. Israel und die USA hätten mit dem Beschuss von Zivilisten Kriegsverbrechen begangen.
    In einem Saal ohne Fenster sitzen Vertreter der Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats an einem runden Tisch.
    Der UNO-Sicherheitsrat in New York (Archivbild). (picture alliance / Pacific Press / Lev Radin)

    +++ Israel: Mehrere Vertreter der iranischen Militärführung getötet

    Israelischen Angaben zufolge sind bei den Angriffen mehrere führende Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden. Unter den Toten seien unter anderem der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sowie Irans Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung dafür.

    +++ Außenminister Wadephul: Bundesregierung prüft völkerrechtliche Einordnung

    Bundesaußenminister Wadephul sprach im ARD-Fernsehen von einem "ruchlosen Vorgehen" der iranischen Führung gegen Israel, Nachbarstaaten am Golf und gegen die eigene Bevölkerung. Mit Blick auf den rechtlichen Rahmen der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran sagte Wadephul, derzeit prüfe die Bundesregierung eine völkerrechtliche Einordnung der Vorgänge.

    +++ Iran: "Zahl der bei einem Raketenangriff getöteten Schülerinnen auf 108 gestiegen"

    Bei einem Raketenangriff im Süden des Irans sind nach iranischen Angaben mindestens 108 Schülerinnen ums Leben gekommen. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Dutzende weitere Schülerinnen seien verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. In der Provinz Hormusgan liegen mehrere Marinestützpunkte der iranischen Streitkräfte.
    Rauch steigt aus einem Gebäude in den Nachthimmel über Teheran im Iran
    Angriff auf iranische Hauptstadt Teheran (picture alliance / Anadolu / Fatemeh Bahrami)

    +++ Israelische Luftwaffe: bislang größter Angriff jemals

    Israels Luftwaffe hat Armeeangaben zufolge im Iran den bisher größten Einsatz ihrer Geschichte ausgeführt. Rund 200 Kampfflugzeuge hätten etwa 500 Ziele angegriffen, teilte das israelische Militär mit. Die gegenseitigen Angriffe wurden nach israelischen Angaben auch am Abend fortgesetzt. "In diesem Moment greifen israelische Luftwaffenpiloten in Abstimmung mit US-amerikanischen Angriffen Hunderte Ziele im Iran an", sagte Israels Generalstabschef Zamir. Gleichzeitig warnte er die Bürger vor Leichtsinn und einem vorzeitigen Verlassen der Schutzräume bei Raketenalarm.

    +++ Starmer: Iran kann das jetzt beenden

    Der britische Premier Keir Starmer hat an die Führung des Irans appelliert, im Konflikt mit den USA und Israel nachzugeben. Das Land solle von weiteren Angriffen absehen, sein Waffenprogramm aufgeben und "die entsetzliche Gewalt und Repression gegen das eigene Volk" beenden. Die Führung der Islamischen Republik sei "absolut abscheulich", sagte er. An den Angriffen der USA und Israels auf den Iran habe sich London nicht beteiligt, erklärte Starmer.

    +++ EU-Außenbeauftragte beruft Krisensitzung für Sonntag ein.

    Bei einer außerordentlichen Videokonferenz sollen die EU-Außenminister über die Lage beraten. "Die wahllosen Angriffe des ​iranischen Regimes auf seine Nachbarn bergen die Gefahr, die Region in einen umfassenderen Krieg hineinzuziehen", schreibt Kallas. Es sei entscheidend, dass sich der Krieg nicht weiter ausbreite.

    +++ Iranischer Roter Halbmond meldet mindestens 201 Tote bei Angriffen.

    Fast 750 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Rote Halbmond nach einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Isna mit. Von den 31 Provinzen des Landes waren demnach 24 von den Angriffen betroffen. Der Rote Halbmond sei in allen betroffenen Gebieten im Einsatz.
    Hören Sie auch eine Sonderausgabe unseres "Der Tag" mit aktuellen Einschätzungen zur Lage im Kriegsgebiet:

    +++ US-Militär: Bislang keine US-Opfer nach iranischen Angriffen

    Bei iranischen Angriffen auf US-Militärstützpunkte im Nahen Osten habe es nur geringfügige Schäden gegeben, meldet das US-Militär. Teheran habe mit "Hunderten Raketen- und Drohnenangriffen" reagiert. Als Angriffsziele im Iran nannte die US-Armee Einrichtungen der Revolutionsgarde, Drohnen- und Raketenabschussvorrichtungen sowie Militärflugplätze. Zuvor hatte ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden erklärt, man habe 14 US-Stützpunkte angegriffen und dabei hunderte amerikanische Soldaten getötet.

    +++ Bundesregierung nach Iran-Eskalation im Krisenmodus

    Nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran hat die Bundesregierung den Krisenstab einberufen; Bundeskanzler Merz beriet in Telefonaten mit Staats- und Regierungschefs über die militärische Eskalation, das Auswärtige Amt sprach Reisewarnungen für zahlreiche Länder in der Nahost-Region aus. Deutschland war nach Angaben der Bundesregierung vorab über die Angriffe informiert, ist militärisch aber nicht beteiligt.

    +++ US-Demokraten kritisieren "illegalen" Angriff im Iran

    Der demokratische Senator Markey verurteilte Trumps Angriffsbefehl auf den Iran als "illegal und verfassungswidrig". Der Anführer der Demokraten im Senat, Schumer, forderte eine Unterrichtung des Kongresses über den Militäreinsatz durch die Trump-Regierung. "Das amerikanische Volk will keinen weiteren endlosen und kostspieligen Krieg im Nahen Osten, wenn es zu Hause so viele Probleme gibt", erklärte Schumer.

    +++ Bundeskanzler Merz hat den Iran scharf kritisiert und ein sofortiges Ende der iranischen Angriffe gefordert.

    In einer Erklärung rief der Kanzler Teheran "nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen". Der Iran müsse zudem "auch andere destabilisierende Aktivitäten in der Region und darüber hinaus unterlassen" sowie "die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung beenden". Darüber hinaus betonte Merz der Mitteilung zufolge, Deutschland sei nicht an den Angriffen auf den Iran beteiligt gewesen.

    +++ Von der Leyen ruft nach Angriffen auf Iran zu "maximaler Zurückhaltung" auf.

    "Die Entwicklungen im Iran sind höchst besorgniserregend", erklärte von der Leyen. "Wir rufen alle Seiten zu maximaler Zurückhaltung, zum Schutz von Zivilisten und zum vollständigen Respekt des Völkerrechts auf." Nach Angaben des EU-Ratsvorsitzes werden Vertreter der EU-Mitgliedstaaten am Sonntag zu Krisengesprächen in Brüssel zusammenkommen.
    US-Präsident Trump steht an einem Rednerpult. Er trägt eine Kappe mit der Aufschrift USA.
    Ausschnitt aus einem Videostatement von US-Präsident Trump, das auf der Internetplattform Truth Social geteilt wurde. (IMAGO / Anadolu Agency / US President Trump Via Truth Social)

    +++ Trump verfolgte Angriff auf Iran von Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida aus.

    "Der Präsident und sein nationales Sicherheitsteam werden die Lage den ganzen Tag über weiterhin genau beobachten", teilte die Regierungssprecherin Leavitt auf X mit. Sie bestätigte ein Telefonat zwischen Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.

    +++ Israelische Armee: Angriffe auf den Iran haben "völlig anderes Ausmaß" als 2025

    Der Militäreinsatz sei "komplexer und komplizierter", erklärte Generalstabschef Samir. Die Vorbereitungen seien "kurz, aber intensiv und unglaublich gründlich" gewesen. Samir sprach von einem "beispiellosen" Militäreinsatz gegen den Iran. "Wir befinden uns in höchster Einsatzbereitschaft, sowohl defensiv als auch offensiv", sagte der General. Die Armee befinde sich in einem "bedeutenden und entscheidenden Einsatz, um die Fähigkeiten des iranischen Terrorregimes zu zerschlagen".
    Vor einem Gebäude mit der Aufschrift "Potsdamer Platz" schwenkt eine Menschenmenge Fahnen in den Farben grün, weiß und rot.
    Demonstration am Potsdamer Platz nach militärischen Angriffen zwischen Israel, den USA und dem Iran. (IMAGO / STEINSIEK.CH / Alon David)

    +++ Demonstrationen in mehreren deutschen Städten nach Angriffen auf das iranische Regime.

    Nach Angaben der Polizei zogen in Berlin am Nachmittag rund 1.600 Menschen bei einem Demonstrationszug durch die Stadt. In Frankfurt versammelten sich rund 2.000 Menschen in der Innenstadt. Dort soll es bei einer Kundgebung Berichten zufolge Applaus für die militärische Intervention der USA gegeben haben. Auch in München haben zahlreiche Menschen gegen die Führung des Irans demonstriert. In Hamburg waren nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks mehr als 5.000 Exil-Iraner auf den Straßen.

    +++ Hisbollah: Ganze Region soll sich "Aggression" entgegenstellen

    Die Hisbollah-Miliz im Libanon hat alle Länder und Menschen in der Region aufgerufen, sich der "Aggression" entgegenzustellen. Die vom Iran unterstützte Miliz warnte in einer Erklärung vor "verheerenden Folgen" der Angriffe, die "ausnahmslos" jeden Menschen in der Region betreffen würden. Sie bekundete zudem ihre Solidarität mit dem Iran. Die Regierung in Beirut hatte zuvor erklärt, der Libanon wolle nicht in den Konflikt hineingezogen werden.

    +++ Straße von Hormus offenbar gesperrt

    Die iranischen Revolutionsgarden verbieten Schiffen laut der EU-Marinemission Aspides die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Schiffe hätten über UKW-Funk die Mitteilung erhalten, dass "keinem Schiff die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestattet ist", sagte der Vertreter, der anonym bleiben wollte. Eine offizielle Bestätigung des Irans für die Sperre liegt jedoch nicht vor. Die Meerenge ist die weltweit wichtigste Route für den Ölexport und wird für Transporte aus mehreren Förderländern genutzt.
    Das Foto zeigt die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats bei einer Sitzung des Gremiums.
    Der UNO-Sicherheitsrat (dpa / ZUMA Press Wire / Lev Radin)

    +++ UNO beruft Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats ein.

    Wie die UNO mitteilte, soll sich die für 22.00 Uhr MEZ angesetzte Sitzung mit "der Lage im Nahen Osten" befassen. Sie sei auf Drängen Frankreichs und Bahrains einberufen worden, teilte die israelische Delegation bei den Vereinten Nationen mit.

    +++ Selenskyj lobt "entschlossene USA"

    Immer wenn die USA entschlossen seien, würden globale Verbrecher schwächer, teilte Selenskyj in einer Videobotschaft mit. Dieses Verständnis müsse auch Russland erreichen. Es sei nur gerecht, dem iranischen Volk eine Chance zu geben, sich des "Terrorregimes zu entledigen", führte er aus. Obwohl die Ukraine den Iran nie bedroht habe, habe sich die iranische Führung entschieden, Putins Verbündeter zu sein. Russland habe gegen die Ukraine mehr als 57.000 Kampfdrohnen der ursprünglich iranischen Bauart Schahed eingesetzt.
    +++ Der geistliche Führer des Irans Ajatollah Chamenei hat nach Worten des Außenministers Araghtschi die israelisch-amerikanischen Luftangriffe überlebt.
    Chamenei sei "soweit ich weiß" noch am Leben, sagte der Minister im Gespräch mit dem US-Sender NBC News. Araghtschi zufolge waren bei den Angriffen zwei Kommandeure getötet worden. Hochrangige Funktionäre der Führung in Teheran hätten überlebt. Die Angaben Araghtschis lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

    +++ Irans Behörden rufen per SMS zum Verlassen von Teheran auf.

    "Angesichts der gemeinsamen Einsätze der USA und des 'zionistischen Regimes' gegen Teheran und andere Großstädte sollten Sie, wenn möglich und Ruhe bewahrend, andere Städte ansteuern", hieß es in der SMS, die auch Journalisten der Nachrichtenagentur AFP im Iran erhielten. Schon kurz nach dem ersten Angriff stockte in Teheran der Verkehr. Vor allem die Straßen ins Umland waren rasch überfüllt, vor Bäckereien und Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Viele Geschäfte blieben ganz geschlossen. Zu Fuß waren nur noch wenige Menschen unterwegs.
    Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, spricht während einer Plenarsitzung auf dem UN-Klimagipfel COP30 in Belem.
    Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Guterrees, spricht auf der Weltklimakonferenz COP30 in Belem. (Eraldo Peres / AP / dpa / Eraldo Peres)

    +++ UNO-Generalsekretär Guterres verurteilt US-israelische Luftangriffe und Irans Reaktion.

    "Ich verurteile die heutige militärische Eskalation im Nahen Osten", erklärte Guterres. "Der Einsatz von Gewalt durch die USA und Israel gegen den Iran und die folgende Vergeltung des Iran in der ganzen Region untergraben internationalen Frieden und Sicherheit." Alle Länder müssten sich an das Völkerrecht halten, erklärte Guterres und forderte ein Ende der Gewalt: "Ich rufe auf zu einer sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen und zu einer Deeskalation."

    +++ Lufthansa und weitere Airlines annullieren Flüge in die Region.

    Bis zum 7. März würden alle Flüge nach Tel Aviv in Israel, Irans Hauptstadt Teheran, Libanons Hauptstadt Beirut, Jordaniens Hauptstadt Amman und Erbil im Irak annulliert, teilte unter anderem die Lufthansa mit. Bis dahin würden die Lufträume dieser Länder nicht genutzt. Mehrere Staaten schlossen ihre Lufträume zumindest begrenzt. Zusätzlich würden alle Flüge von und nach Abu Dhabi bis einschließlich Sonntag gestrichen, hieß es weiter. Außerdem hat die Bundesregierung die Reisehinweise für die gesamte Region verschärft.

    +++ Bei den israelisch-amerikanischen Luftangriffen ist Berichten zufolge der Amtssitz des geistlichen Führers Ajatollah Chamenei bombardiert worden.

    Ein vom iranischen Nachrichtenkanal Sabrin-News veröffentlichtes Satellitenfoto zeigte das vollständig zerstörte Areal des als "Beyt" bekannten Hochsicherheitsbereichs in der Hauptstadt Teheran. Auch Bewohner in Teheran berichteten davon. Ob sich Chamenei zum Zeitpunkt der Attacke dort aufhielt, ist unklar. Er hatte sich in den vergangenen Wochen angesichts der militärischen Spannungen selten in der Öffentlichkeit gezeigt.
    Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi spricht an einem Rednerpult bei den Vereinten Nationen in Genf.
    Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in Genf (dpa / KEYSTONE / Martial Trezzini)

    +++ Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat die Angriffe auf sein Land scharf verurteilt.

    Es handele sich um einen Krieg, der "völlig unprovoziert, illegal und unrechtmäßig" sei, schrieb der Minister auf X. «Unsere mächtigen Streitkräfte sind auf diesen Tag vorbereitet und werden den Aggressoren die Lektion erteilen, die sie verdienen", fügte er hinzu. Außerdem erteilte der Außenminister den Hoffnungen ​von US-Präsident Trump auf einen Sturz der Regierung in Teheran eine Absage. Dies sei eine "Mission Impossible", sagt der Minister. Aktuell gebe es keinen direkten Draht nach Washington, der Iran sei aber an einer Deeskalation interessiert. Voraussetzung für Verhandlungen sei jedoch ein Ende der Angriffe. "Wenn die USA reden wollen, wissen sie, wie sie uns erreichen können."

    +++ Bei einem Raketenangriff im Süden Irans sind nach iranischen Angaben mindestens 70 Schülerinnen ums Leben gekommen.

    Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichteten Staatsmedien. Rund 90 weitere Schülerinnen seien verletzt worden. "Diese Schule war ein direktes Ziel dieses Angriffs", hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. In der Provinz Hormusgan liegen mehrere Marinestützpunkte der iranischen Streitkräfte. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben zu Opferzahlen nicht.

    +++ Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mit einer zweiten Raketenwelle auf Israel begonnen.

    Erneut seien ballistische Raketen auf die "besetzten Gebiete" gefeuert worden, berichtete der staatliche Rundfunk. Gemeint ist damit israelisches Staatsgebiet, das der Iran nicht offiziell anerkennt. Irans Armee teilte unterdessen mit, Dutzende Kampfdrohnen in Richtung Israel geschickt zu haben. "Diese Operation wird bis zur vollständigen Bestrafung der aggressiven Feinde fortgesetzt werden", hieß es in der Mitteilung, die iranische Staatsmedien verbreiteten.

    +++ Angesichts der Eskalation im Nahen Osten hat der französische Präsident Macron eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats verlangt.

    Die gegenwärtige Entwicklung sei gefährlich und müsse gestoppt werden, sagte Macron. Die iranische Führung müsse nun in ernsthafte Verhandlungen über ihr Atom- und Raketenprogramm eintreten. Die Bevölkerung müsse frei über ihre Zukunft entscheiden. Auch die britische Regierung erklärte, es dürfe keine weitere Eskalation zu einem weiteren regionalen Konflikt geben. Spaniens Regierungschef Sanchez kritisierte die Angriffe der USA und Israels. Diese trügen zu einer unsichereren und feindseligeren Weltordnung bei.

    +++ Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hardt, hat sich für eine Unterstützung Israels durch die Bundesregierung ausgesprochen.

    Hardt sagte im Deutschlandfunk, für den Fall, dass Israel durch iranische Gegenschläge in Bedrängnis komme, müsse Deutschland Israel unterstützen. Das sei die oberste Erwartung an die Bundesregierung. Er gehe davon aus, dass die Europäische Union im Laufe des Tages eine gemeinsame Position formulieren werde, sagte der CDU-Politiker weiter.

    +++ Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz warnt nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran vor einer gefährlichen Kettenreaktion.

    Die militärische Eskalation könne für die Zivilbevölkerung in der Region verheerende Folgen haben, erklärte die Präsidentin der Hilfsorganisation, Spoljaric, in Genf. Nachdrücklich mahnte sie die Einhaltung der Kriegsregeln und des humanitären Völkerrechts an. Dies sei eine Verpflichtung und keine Option. Zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser, Wohnhäuser und Schulen müssten von Angriffen verschont bleiben. Medizinisches Personal und Ersthelfer müssten ihre Arbeit sicher ausführen können.
    Porträtaufnahme der Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Spoljaric. Sie steht vor dem Logo der Hilfsorganisation und spricht in ein Mikrofon.
    IKRK-Präsidentin Spoljaric (Archivbild) (Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE / dpa / Salvatore Di Nolfi)

    +++ In Israel hat es Medienberichten zufolge vereinzelte Einschläge durch iranische Gegenangriffe gegeben.

    Die Polizei habe Granatsplitter in Jerusalem und in der Stadt Beit Schemesch beseitigt, erklärte der israelische Rettungsdienst. Ein Gebäude in der Stadt Tirat Carmel südlich von Haifa sei beschädigt worden. Im Norden sei ein Mann durch die Druckwelle einer Explosion verletzt worden, berichtete die Zeitung "Times of Israel". 

    +++ Russland hat die Angriffe auf den Iran verurteilt.

    Es handle sich um einen vorab geplanten und unprovozierten bewaffneten Angriff auf einen souveränen und unabhängigen UNO-Mitgliedsstaat, der sofort gestoppt werden müsse, teilte das russische Außenministerium mit. Washington und Tel Aviv würden Bedenken hinsichtlich des iranischen Atomprogramms als Vorwand nennen, während sie eigentlich einen Regierungswechsel in Teheran anstrebten. Die USA und Israel stürzten den Nahen Osten in einen Abgrund unkontrollierter Eskalation.

    +++ Nach Einschätzung unserer Deutschlandfunk-Korrespondentin in den USA, Anne Raith, ist die US-Öffentlichkeit vom Ausmaß des Angriffs überrascht.

    Viele Menschen hätten mit gezielten Schlägen gerechnet, um den Iran am Verhandlungstisch zu Ergebnissen zu bringen. Aktuell sehe es aber so aus, dass dies kein kurzer, begrenzter Angriff sei. Schließlich habe US-Präsident Trump in seiner Videobotschaft große Kampfhandlungen angekündigt und die amerikanische Bevölkerung darauf eingestellt, dass dabei auch US-amerikanische Soldaten getötet werden könnten. Das haben man so von ihm zuvor noch nicht gehört. Der Deutschlandfunk berichtet in seinem laufenden Programm und in weiteren Sondersendungen über die Ereignisse. Die Sondersendung von 12 Uhr können Sie hier nachhören:

    +++ Bei einem Raketenangriff im Süden Irans sind nach iranischen Angaben mindestens 40 Schülerinnen ums Leben gekommen.

    Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan unweit der Küste am Persischen Golf, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den dortigen Vizegouverneur. Die Schule sei ein direktes Ziel des Angriffs gewesen. Die Rettungsarbeiten seien im Gang. In der Provinz Hormusgan liegen mehrere Marinestützpunkte der iranischen Streitkräfte.

    +++ Iranische Staatsmedien haben Angriffe Israels und der USA auf zahlreiche Ziele im ganzen Land bestätigt.

    Neben der Hauptstadt Teheran seien auch Ziele in Isfahan, Schiras und Tabris getroffen worden, hieß es. Detonationen wurden auch aus mehreren Städten im Westen des Landes sowie aus Hafenstädten am Persischen Golf gemeldet, die für den iranischen Ölhandel wichtig sind.

    +++ Die Spitzen der Europäischen Union haben alle Beteiligten der Angriffe im Nahen Osten zu maximaler Zurückhaltung aufgefordert.

    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Ratspräsident Costa sagten in einer gemeinsamen Erklärung, die Entwicklungen seien äußerst besorgniserregend. Alle Parteien müssten Zivilisten schützen und das Völkerrecht achten. Die EU werde zudem alle nötigen Schritte unternehmen, um ihre Bürger in der Region zu unterstützen. Die EU-Außenbeauftragte Kallas hatte zuvor erklärt, die EU-Marine-Mission "Aspides" im Roten Meer befinde sich in hoher Alarmbereitschaft und stehe bereit, den Seeweg in der Region offen zu halten.

    +++ Die USA und Israel versuchen mit ihren Angriffen offenbar auch einen Regimewechsel im Iran voranzutreiben.

    Ein Vertreter der israelischen Regierung sagte, die Angriffe richteten sich gezielt gegen den obersten Führer des Landes, Chamenei, und gegen Präsident Peseschkian. US-Präsident Trump hatte in seiner Videansprache zuvor die Menschen im Iran ausdrücklich dazu aufgerufen, die Macht zu übernehmen. An das iranische Volk gewandt sagte er: "Eure Zeit für die Freiheit ist gekommen." Wenn die USA mit ihrem Einsatz fertig seien, sollten die Menschen die Chance ergreifen. Die Gelegenheit werde nicht so schnell wiederkommen.
    US-Präsident Trump steht an einem Rednerpult. Er trägt eine Kappe mit der Aufschrift USA.
    Ausschnitt aus einem Videostatement von US-Präsident Trump, das auf der Internetplattform Truth Social geteilt wurde. (IMAGO / Anadolu Agency / US President Trump Via Truth Social)

    +++ Mehrere arabische Golfstaaten sind nach eigenen Angaben Ziel iranischer Raketenangriffe geworden.

    In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde staatlichen Medien zufolge ein Mensch getötet. Kuwait, Katar, die Emirate und Jordanien teilen mit, iranische Raketen abgefangen zu haben. In Bahrain wurde nach Behördenangaben ein Servicezentrum der Fünften US-Flotte getroffen. Die iranischen Revolutionsgarden erklären, die Operation werde unerbittlich fortgesetzt.

    +++ Die Bundesregierung beruft den Krisenstab ein.

    Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes mitteilte, ist das Treffen für 12 Uhr angesetzt. Das Amt stehe in engem und ständigem Kontakt ‌mit den Botschaften in Iran und Israel sowie den weiteren Vertretungen in der Region. Außenminister Wadephul sagte, man beobachte die aktuelle Situation genau.

    +++ Der CDU-Außenpolitiker Kiesewetter sieht den Angriff der USA und Israels auf den Iran als berechtigt an.

    Er sagte dem Nachrichtenportal t-online, der Iran hintergehe seit Jahren das internationale Atomabkommen und vermittele den Eindruck, militärische Nuklearmacht zu werden. Der Militärschlag habe damit eine Berechtigung. Die FDP-Europapolitikerin Strack-Zimmermann äußerte die Hoffnung auf ein Ende des autoritären Regierungssystems im Iran.
    Linken-Fraktionschef Pellmann verurteilte den Angriff hingegen. Er betonte, das Völkerrecht spiele "mal wieder" keine Rolle. Es gelte jetzt auf internationaler Ebene eine Eskalation zu verhindern; auch die Bundesregierung als enger Partner Israels stehe dabei in der Pflicht.

    +++ Der Iran hat nach Angaben des israelischen Militärs zum Gegenschlag ausgeholt.

    Es seien Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden, teilte das Militär mit. Die iranischen Revolutionsgarden sprachen von einer "Antwort auf die Aggression des feindlichen und verbrecherischen Gegners", wie aus einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur Irna hervorging.

    +++ Zahlreiche Fluggesellschaften haben aufgrund der Angriffe Flüge in den Nahen Osten abgesagt.

    Ein Sprecher der Lufthansa sagte, der Flugverkehr von und nach Dubai sei heute und morgen unterbrochen. Die Verbindungen von und nach Tel Aviv, Beirut und dem Oman würden bis zum 7. März gestrichen. Ähnlich reagieren Fluggesellschaften wie Virgin Atlantic, Air Arabia und Wizz Air. Momentan ist der Luftraum über Israel, dem Iran und dem Irak ohnehin für den zivilen Luftverkehr geschlossen.

    +++ Die deutsche Botschaft in Tel Aviv fordert die Deutschen in Israel auf, sich dringend an die Anweisungen der Sicherheitsbehörden zu halten.

    "Bleiben Sie vor allem nah an geeigneten Schutzräumen", schreibt der deutsche Botschafter Steffen Seibert auf X. In Israel wurde Luftalarm ausgelöst. Auch in mehreren Golfstaaten wurde vor iranischen Angriffen gewarnt. Dort befinden sich mehrere US-Militärbasen.
    Mehrere Menschen stehen in einem Keller. Zwei Männer halten Hunde an der Leine.
    Mehrere Menschen in einem Luftschutzkeller in der israelischen Stadt Tel Aviv - auch dort wurde Luftalarm ausgelöst. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Ohad Zwigenberg)

    +++ Im Iran hat das Gesundheitsministerium erste Maßnahmen getroffen.

    Der Rund-um-die-Uhr-Betrieb in Kliniken werde aufrechterhalten, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Ebenfalls sollen landesweit ausgewählte Apotheken Tag und Nacht geöffnet sein. Ärzte und Personal im Gesundheitswesen solle sich in Bereitschaft halten. Kriegsverletzungen sollen kostenlos behandelt werden.

    +++ Die USA beteiligen sich an dem Angriff auf den Iran.

    Das bestätigte US-Präsident Trump in einer Videobotschaft. Er sagte, das US-Militär habe einen "großen Kampfeinsatz" im Iran begonnen. Ziel sei es, sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen bauen könne. Man werde sowohl die Raketen als auch die Raketenindustrie des Landes zerstören. Gleichzeitig forderte Trump die Menschen im Iran dazu auf, die derzeitige Regierung zu stürzen.

    +++ Der Iran ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars Ziel von massiven Cyberangriffen geworden.

    Betroffen sind demnach mehrere inländische Nachrichtenagenturen und zentrale Plattformen, die mit erheblichen Störungen zu kämpfen hätten. Dazu zählten auch die Websites der Nachrichtenagenturen Irna und Isna. Die Agentur Fars steht den Revolutionsgarden nahe.

    +++ Bei dem Angriff auf den Iran sind im Süden der Hauptstadt Teheran mehrere Ministerien angegriffen worden.

    Das sagte ein iranischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Der Nachrichtenagentur Fars zufolge wurden auch Explosionen aus den Städten Isfahan, Ghom, Karadsch und Kermanschah gemeldet.

    +++ Israel, Iran und Irak haben ihren Luftraum für Zivilflugzeuge geschlossen.

    Das berichten verschiedene Medien. Israels Verteidigungsminister Katz teilte zudem mit, er habe einen sofortigen Ausnahmezustand im gesamten Land ausgerufen.

    +++ Der Iran hat Revolutionsführer Chamenei nach eigenen Angaben in Sicherheit gebracht.

    Ein Regierungsvertreter sagte, Chamenei halte sich nicht in Teheran auf, sondern sei an einem sicheren Ort. Iranische Medien berichten zudem, dass das Internet und Mobilfunknetze in Teilen des Landes ausgefallen sind.

    +++ Israel hat Luftangriffe auf den Iran gestartet.

    Israels Verteidigungsminister Katz sprach von einem "Präventivschlag", um Bedrohungen für Israel zu beseitigen. Weitere Einzelheiten gab der Minister zunächst nicht bekannt.

    +++ Aus der iranischen Hauptstadt Teheran und deren Umgebung sind Explosionen gemeldet worden.

    Über Verletzte oder Schäden ist noch nichts bekannt. Auf Seiten Israels wiederum wurde Luftalarm ausgelöst. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, nicht zu den Flughäfen zu kommen. Außerdem wurden Schulen und öffentliche Gebäude geschlossen.

    +++ Das Auswärtige Amt rät "dringend" von Reisen nach Israel ab.

    Das geht aus den aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des Ministeriums hervor. Zudem hob der Krisenstab nach Angaben von mehreren Mitarbeitern deutscher Organisationen für die Botschaft in Tel Aviv die Krisenstufe an. Zuvor hatte die US-Regierung ihren Botschaftsmitarbeitern in Israel eine umgehende Ausreise nahegelegt.

    +++ Nach der jüngsten Gesprächsrunde zwischen Vertretern der USA und des Iran in Genf hat sich US-Präsident Trump unzufrieden mit dem Ergebnis gezeigt.

    Er sei "nicht begeistert", sagte Trump. Die USA wollten keine keine Atomwaffen für den Iran, doch das Land würde "diese goldenen Worte" nicht sagen. Über einen möglichen Militäreinsatz sei aber noch nicht entschieden.