Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Die Entwicklungen vom 4. und 5. März

Seit dem 28. Februar 2026 berichten wir über die aktuellen Entwicklungen im Iran-Krieg. In diesem Archiv finden Sie die Blog-Einträge vom 4. und 5. März.

    US-Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz im Weißen Haus
    US-Präsident Donald Trump (Archivbild) (AFP / MANDEL NGAN)
    Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.

    Donnerstag, 5. März

    +++ NATO erhöht Einsatzbereitschaft der Raketenabwehr.

    Die NATO erhöht wegen des iranischen Raketenbeschusses auf die Türkei die Alarm- und Einsatzbereitschaft ihrer ballistischen Abwehrsysteme. Die Maßnahme sei vom Befehlshaber des NATO-Luftstreitkräftekommandos angeordnet worden, teilte der Sprecher des militärischen NATO-Hauptquartiers im belgischen Mons am Abend mit. Dieser habe zudem empfohlen, die Bereitschaft auf diesem erhöhten Niveau zu belassen, bis die Bedrohung durch Irans anhaltende wahllose Angriffe in der Region nachlasse.

    +++ Israelischer Militärchef kündigt neue Kriegsphase an.

    "Wir gehen nun zur nächsten Phase der Operation über", sagte der israelische Armeechef Ejal Samir am Donnerstag in einer Fernsehansprache. "In dieser Phase werden wir die Zerschlagung des Regimes und seiner militärischen Kapazitäten fortsetzen." Die israelische Armee plane "weitere Überraschungen", die er noch nicht enthüllen wolle.
    Kommentar - Krieg gegen den Iran: Was will Netanjahu?

    +++ Außenminister: Iran strebt weder Waffenruhe noch Verhandlungen mit den USA an.

    Der Iran strebt nach Angaben von Außenminister Araghtschi derzeit weder eine Waffenruhe noch Verhandlungen mit den USA an. "Wir fordern keine Waffenruhe", sagte Araghtschi dem US-Sender NBC News. "Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den USA verhandeln sollten. Wir haben zweimal mit ihnen verhandelt, und jedes Mal haben sie uns mitten in den Verhandlungen angegriffen", sagte Araghtschi weiter. Die USA hatten im Juni an der Seite Israels in den Zwölf-Tage-Krieg zwischen beiden Staaten eingegriffen und iranische Atomanlagen bombardiert.

    +++ Macron will Libanon vor Eskalation im Iran-Krieg schützen.

    Er habe mit den Verantwortlichen im Libanon auf höchster Ebene Gespräche geführt, um einen Plan zur Beendigung der Angriffe auszuarbeiten, die die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel derzeit auf beiden Seiten der Grenze ausführten, teilte der französische Präsident Macron auf der Plattform X mit. Die libanesischen Behörden hätten zugesagt, die Kontrolle über die Stellungen der Hisbollah zu übernehmen und die Sicherheit auf dem gesamten Staatsgebiet vollständig zu gewährleisten. "Ich werde sie dabei nach Kräften unterstützen", erklärte Macron.

    +++ Irans Revolutionsgarden melden erneut Angriff auf US-Flugzeugträger.

    Von den Revolutionsgarden gestartete Drohnen haben iranischen Staatsmedien zufolge den US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" getroffen. Das berichtete das iranische Staatsfernsehen am Donnerstag, ohne genauere Angaben zu machen. Die Revolutionsgarden hatten bereits am Sonntag von einem Angriff auf den Flugzeugträger berichtet. Das Pentagon erklärte jedoch umgehend, dass die "abgefeuerten Raketen nicht einmal in die Nähe" des Schiffes gekommen seien. 

    +++ Trump will Mitsprache bei Wahl des Obersten Führers im Iran.

    Trump sagte dem Online-Medienportal Axios, er sollte ein Mitspracherecht bei der Wahl des Nachfolgers des getöteten Ajatollah Ali Chamenei haben. Dessen Sohn Modschtaba Chamenei, einen aussichtsreichen Kandidaten für die Nachfolge seines Vaters, bezeichnete der US-Präsident als inakzeptable Wahl. Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt». Modschtaba Chamenei sei ein "Leichtgewicht". Zuvor hatte die US-Regierung öffentlich bestritten, einen Machtwechsel im Iran zu verfolgen. Stattdessen sollten die Marine und das Raketenprogramm des Landes zerstört werden, sagte US-Verteidigungsminister Hegseth.

    +++ Ölraffinerie in Bahrain nach Angriffen in Brand geraten.

    "Eine Anlage in der Region Maameer wurde angegriffen", erklärte das Innenministerium in Manamah im Onlinedienst X. Der daraufhin ausgebrochene Brand sei "unter Kontrolle gebracht" worden, hieß es weiter. Es seien nur begrenzte Sachschäden gemeldet worden. Tote habe es nicht gegeben, teilte das Ministerium mit.

    +++ 90 Prozent weniger Schiffsverkehr in Wasserstraße von Hormus.

    Solange es die militärischen Fähigkeiten des Irans zuließen, werde er weiter versuchen, den Schiffsverkehr durch die Meerenge zu stören, schreibt das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) in seiner neuesten Lage-Analyse. Das Vorgehen in der Straße von Hormus sei Teil der iranischen Strategie, auch den Golfstaaten Kosten für den Krieg aufzuerlegen. 
    Das Logo des UNHCR ist auf einem Wimpel zu sehen.
    Das Logo des UNHCR (IMAGO/NurPhoto/IMAGO/Jakub Porzycki)

    +++ Iran-Krieg zwingt Hunderttausende Menschen zur Flucht.

    Laut dem UNO-Hilfswerk UNHCR sind mehr als 330.000 Menschen in der Region vertrieben worden. Die meisten davon seien innerhalb ihres eigenen Landes geflüchtet. Nach lokalen Schätzungen hätten in den ersten beiden Tagen nach Beginn der Gewalt rund 100.000 Menschen Irans Hauptstadt Teheran verlassen, hieß es. Bislang sei jedoch kein starker Anstieg der grenzüberschreitenden Bewegungen aus dem Iran zu verzeichnen. Das UNHCR bereite sich darauf vor, Menschen in Not zu helfen.

    +++ Roter Halbmond: 4.000 zivile Gebäude im Iran zerstört.

    Betroffen seien 3.646 Wohngebäude sowie 528 Geschäftseinheiten, berichtete die iranische Halbmondgesellschaft auf Telegram.  Auch 14 Einrichtungen des Gesundheitswesens seien betroffen, darunter Krankenhäuser sowie Rehabilitationszentren, so die humanitäre Organisation weiter. Am sechsten Tag des Kriegs meldeten Augenzeugen aus der Hauptstadt Teheran zunächst weniger Raketenangriffe als noch zu Wochenbeginn. Videos in den sozialen Medien zeigten Schäden an Gebäuden in Wohnvierteln in der Metropole, Zuhause für rund 15 Millionen Menschen.
    Premierminister Sir Keir Starmer gibt im Unterhaus in London eine Erklärung zur Lage im Nahen Osten ab.
    Premierminister Sir Keir Starmer gibt im Unterhaus in London eine Erklärung zur Lage im Nahen Osten ab. (picture alliance/empics/House of Commons/UK Parliament/PA Wire)

    +++ Großbritannien verlegt vier weitere Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter nach Katar.

    Premierminister Starmer erklärte, man reagiere damit auf entsprechende Bitten von Verbündeten in der Region. Zudem bestätigte er, dass die USA inzwischen von britischen Stützpunkten aus "defensive" Luftschläge gegen iranische Raketen ausführten, bevor diese abgefeuert würden. Er stehe zu der Entscheidung, sich zunächst nicht an den Angriffen gegen den Iran zu beteiligen, betonte Starmer.
    Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme (undatiert).
    Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme (undatiert). (picture alliance / dpa)

    +++ In den Gewässern des Persischen Golfs sitzen laut UNO 20.000 Seeleute und 15.000 Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen fest.

    Die Internationale Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen erklärte, man sei mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um zur Sicherheit und zum Wohlergehen der Seeleute beizutragen". Seit Kriegsbeginn am Samstag hat die UN-Organisation demnach sieben Vorfälle gezählt, in die Schiffe in der Straße von Hormus verwickelt gewesen seien. Dabei seien zwei Menschen gestorben und sechs verletzt worden.

    +++ WHO hat keinen Zugang zu Zentrallager in Dubai.

    Dort seien alle Aktivitäten aufgrund der Sicherheitslage vorerst eingestellt worden, sagte die zuständige WHO-Direktorin Balkhy. In dem Lager liegen unter anderem Medikamente und Material für Noteinsätze in aller Welt. Von Dubai aus versorgt die Weltgesundheitsorganisation nach eigenen Angaben in manchen Jahren mehr als 20 Millionen Menschen in rund 70 Ländern. Die UNO-Organisation prüft nun, ob Material auf dem Landweg aus dem Logistikzentrum geholt werden kann.

    +++Zahlreiche Schiffe mit Nahrungsmitteln kommen wegen des Krieges nicht in ihre Zielländer.

    Das habe Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung für mehr als 50 Millionen Menschen in der Golfregion, hieß es in einem Bericht der Schifffahrtsseite MarineTraffic.com vom Donnerstag. Weil wichtige Häfen nicht angefahren werden können, seien Containerschiffe gestandet, die in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Katar, Saudi-Arabien, Bahrain und Kuwait unterwegs gewesen seien. Die Länder am Golf sind besonders auf landwirtschaftliche Importe angewiesen. Mehr als 90 Prozent ihrer Lebensmittel bezieht die Region aus dem Ausland.

    +++ Die israelische Armee hat einen Großteil der Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut als mögliche Angriffsziele ausgegeben.

    Die Armee richtete auf ihrem arabischsprachigen Kanal auf der Plattform X eine dringende Warnung an die Bewohner. Sie sollten sofort ihre Häuser verlassen. In der Regel folgen auf derartige Aufrufe Angriffe Israels. Die betroffenen Viertel gelten als Hochburg der Hisbollah-Miliz. Sie sind aber auch dicht besiedelte Wohngebiete. 

    +++ Aserbaidschan mobilisiert Armee nach Drohnenangriff.

    Die staatliche Nachrichtenagentur Azertag berichtet, dass die Armee zu jeder Art Einsatz bereit sein solle, sagte Aliyev demnach. Vorher waren Drohnen am Flughafen und in Nähe einer Schule in Nachitschewan eingeschlagen. Der Iran bestreitet eine Verantwortung für den Angriff. Das Präsidialamt sprach von einem "abscheulichen Terrorakt".

    +++ Libanesische Regierung verbietet "jegliche Aktivitäten" der iranischen Revolutionsgarden.

    Informationsminister Morcos erklärte, Revolutionsgarden-Mitglieder sollten "von den zuständigen Justizbehörden" festgenommen werden, "um sie auszuweisen". Zudem brauchen Iraner demnach künftig ein Visum für die Einreise in den Libanon. Die Regierung in Beirut hatte am Montag bereits ein "sofortiges Verbot" aller militärischen Aktivitäten der Hisbollah erlassen und die Miliz aufgefordert, ihre Waffen abzugeben.

    +++ Israel und Iran greifen sich erneut gegenseitig an - auch Golfstaaten wieder attackiert.

    Die israelische Armee erklärte, es seien Ziele des Regimes in Teheran attackiert worden. Zudem habe man militärische Einrichtungen getroffen, darunter Kommandozentralen, Lager für militärisches Gerät und Waffenproduktionsstätten. Die israelischen Streitkräfte attackierten zudem erneut Stellungen der militant-islamistischen Hisbollah im Libanon an.
    Der Iran griff seinerseits wieder Ziele in Israel und in anderen Ländern der Region an. In der gesamten Landesmitte Israels tönten die Warnsirenen, und die Luftabwehrsysteme waren im Einsatz. Aus Doha in Katar sowie aus Manama in Bahrain wurden erneut Raketeneinschläge und Explosionen gemeldet. Die Kaukasusrepublik Aserbaidschan warf dem Iran vor, das Land mit zwei Drohnen angegriffen zu haben, darunter ein Flughafen-Terminal. Es gab demnach mehrere Schwerverletzte. Das Regime in Teheran bestritt einen Angriff.
    NATO-Generalsekretär Mark Rutte spricht an einem Rednerpult.
    NATO-Generalsekretär Mark Rutte ​​​​​​ (imago / Anadolu Agency / Dursun Aydemir)

    +++ Mit Blick auf den Abschuss einer iranischen Rakete, die in Richtung Türkei unterwegs war, hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte betont, dass ein Bündnisfall derzeit nicht zur Debatte stehe.

    "Niemand spricht über Artikel 5", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. "Das Wichtigste ist, dass unsere Gegner gestern gesehen haben, dass die NATO so stark und so wachsam ist, und seit Samstag sogar noch wachsamer, wenn das überhaupt möglich ist."

    +++ Das Bundeskartellamt hat Erwartungen auf ein Vorgehen wegen der Preissprünge an den deutschen Tankstellen infolge des Iran-Kriegs gedämpft.

    Der Präsident der Behörde, Mundt, erklärte, zwar analysiere man die Preisentwicklung fortlaufend und würde bei Hinweisen auf kartellrechtswidriges Verhalten auch konsequent dagegen vorgehen. Doch gebe es für das Bundeskartellamt kein Instrumentarium, um geopolitisch getriebene Preissteigerungen quasi auf Knopfdruck zu verhindern. Selbst ein ungewöhnlich hoher Abstand zwischen der Entwicklung des Rohölpreises und den Preisen an den Tankstellen würde keinen unmittelbaren Verdacht auf ein illegales Verhalten der Konzerne darstellen. Bundeswirtschaftsministerin Reiche hatte eine kartellrechtliche Prüfung der Preissprünge angekündigt. Die Koalitionsfraktionen im Bundestag haben sich auf die Einsetzung einer Arbeitsgruppe verständigt, die die steigenden Preise untersuchen soll.

    +++ Die EU-Außenminister beraten mit Vertretern der Golfstaaten.

    Bei der Videokonferenz soll es unter anderem um die iranischen Angriffe auf die Golfregion und die Auswirkungen für die Weltwirtschaft gehen. Einberufen wurde das Treffen von der EU-Außenbeauftragten Kallas. Der Iran hat als Reaktion auf die israelisch-amerikanischen Angriffe wiederholt Militärstützpunkte und Botschaften der USA attackiert - unter anderem in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Teheran drohte zudem damit, alle Schiffe in der Straße von Hormus zu zerstören. Die Meerenge gilt als Nadelöhr für den globalen Container- und Tankerverkehr.
    Kaja Kallas, Außenbeauftragte der Europäischen Union, spricht vor dem Treffen der EU-Außenminister mit Vertretern des Golfkooperationsrates mit Reportern.
    Kaja Kallas, Außenbeauftragte der Europäischen Union, spricht vor dem Treffen der EU-Außenminister mit Vertretern des Golfkooperationsrates mit Reportern. (AP / Virginia Mayo)

    +++ Der iranische Generalstab hat dementiert, die Türkei mit einer ballistischen Rakete angegriffen zu haben.

    In einer Stellungnahme hieß es, der Iran respektiere die Souveränität seines befreundeten Nachbarlandes. NATO-Kräfte hatten gestern eine Rakete aus dem Iran in der türkischen Grenzregion abgefangen. Die türkische Regierung bestellte in der Folge den iranischen Botschafter ein. Unklar ist bisher, welches Ziel die Rakete hatte. In der Türkei sind amerikanische Soldaten stationiert. Der US-Stützpunkt in Incirlik gilt als wichtiges Militär-Drehkreuz in der Region. 

    +++ Europäische Staaten wollen Zypern militärisch unterstützen.

    Auf der Mittelmeerinsel war am Montag eine britische Basis von einer Drohne iranischer Bauart getroffen worden. Heute sagten Spanien, Frankreich, Italien und die Niederlande nach italienischen Angaben zu, Marineeinheiten zu entsenden. Spanien gab inzwischen bekannt, eine Fregatte zu schicken. Frankreich hatte schon gestern die Verlegung des Flugzeugträgers Charles de Gaulle von der Ostsee ins Mittelmeer angekündigt und zur Begründung ausdrücklich auf die Lage in Zypern verwiesen. Ein Kriegsschiff aus Großbritannien soll in der kommenden Woche in der Region eintreffen. Auf Zypern wird heute auch der britische Verteidigungsminister Healey erwartet, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen.

    +++ Italien will die Golfstaaten bei der Luftabwehr unterstützen.

    Angesichts iranischer Angriffe auf mehrere Golfstaaten kündigte Ministerpräsidentin Meloni an, entsprechende Ausrüstung in die Region zu liefern. Sie betonte ausdrücklich, es handle sich um Luftverteidigung. Italien habe sich dazu entschlossen, weil es mit den Golfstaaten befreundet sei und weil sich Zehntausende Italiener und etwa zweitausend Soldaten in der Region befänden, die es zu schützen gelte. Verteidigungsminister Crosetto hatte erst kürzlich erklärt, Rom habe Hilfeersuchen aus mehreren Golfstaaten erhalten. Man prüfe nun ein schnelles und mit EU-Partnern koordiniertes Vorgehen.

    +++ Israels Regierung fordert von den Rüstungsunternehmen eine beschleunigte Produktion von Waffensystemen.

    Wie ein Sprecher des Verteidigungsministerium bestätigte, gehe es dabei um die Herstellung offensiver und defensiver Rüstungsgüter. Israel bereitet sich den Angaben zufolge auf anhaltende Kampfhandlungen und eine mögliche Ausweitung auf weitere Fronten vor. 

    +++ In Israel sind die ersten Flüge mit Rückkehrern gelandet.

    Nach Angaben der Fluggesellschaften El Al und Israir habe damit eine Kampagne zur Rückführung ihrer Fluggäste in ihre Heimat habe damit begonnen. Die Maschinen landeten auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Für die nächsten Tage sind weitere Flüge geplant. Ihre Zahl soll jedoch zunächst beschränkt bleiben, solange Raketenangriffe aus dem Iran und dem Libanon auf die Küstenmetropole andauern. Nach Medienberichten waren mit Kriegsbeginn rund 100.000 Israelis im Ausland gestrandet.

    +++ Aserbaidschan hat den iranischen Botschafter nach dem Einschlag zweier Drohnen einbestellt.

    Das Außenministerium in Baku erklärte, zwei Menschen seien durch den Beschuss verletzt worden. Die beiden Drohnen schlugen demnach auf dem Flughafen von Nachitschewan nahe der iranischen Grenze und bei einer Schule ein. Aserbaidschan verurteilte die Angriffe und forderte eine Erklärung vom Iran. Das Land behalte sich das Recht vor, "angemessene Gegenmaßnahmen" zu ergreifen. Vom Iran gab es zunächst keine Stellungnahme.

    Die iranischen Revolutionsgarden haben eigenen Angaben zufolge einen US-Tanker im nördlichen Teil des Golfs getroffen.

    Das Schiff stehe in Flammen. Die Revolutionsgarden erklären in einer von staatlichen Medien verbreiteten Mitteilung, dass in Kriegszeiten die Durchfahrt durch die Straße von Hormus unter der Kontrolle der Islamischen Republik stehen werde.

    +++ Bundeswirtschaftsministerin Reiche kündigt eine kartellrechtliche Prüfung der Preissprünge an den deutschen Tankstellen an.

    Es müsse untersucht werden, ob die durch den Iran-Krieg entstandene Situation ausgenutzt werde, erklärte die CDU-Politikerin im Podcast von "Table.Briefings". Darüber sei sie mit dem Bundeskartellamt im intensiven Austausch. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Müller, sagte im Deutschlandfunk, ansonsten drohten den Mineralölunternehmen empfindliche Strafen durch die Monopolkommission. Diese lägen um ein Mehrfaches höher als die Gewinne durch die Preisanstiege.
    Die Koalitionsfraktionen im Bundestag haben sich bereits auf die Einsetzung einer Arbeitsgruppe verständigt, die die steigenden Preise für Kraftstoffe und Energie untersuchen soll.

    +++ Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen den Iran gestartet.

    Ziel sei die Infrastruktur des Regimes in ganz Teheran gewesen. Korrespondentenberichten zufolge wurden aus der Hauptstadt mehrere Explosionen gemeldet. Auch in anderen iranischen Städten gab es Einschläge. Die israelische Luftwaffe griff zudem erneut Stellungen der militant-islamistischen Hisbollah im Libanon an. Ein Armeesprecher teilte mit, man habe Infrastruktur der Terrororganisation in der Hauptstadt Beirut zerstört. Zudem seien Raketenabschussrampen nahe der Grenze zu Israel getroffen worden.
    Eine Lufthansa Maschine aus Maskat landet am Frankfurter Flughafen. Der erste Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung ist am frühen Donnerstagmorgen am Frankfurter Flughafen gelandet.
    Der erste Evakuierungsflug aus dem Oman ist gelandet. (Hannes P. Albert / dpa / Hannes P Albert)

    +++ In Frankfurt am Main ist das erste Flugzeug eingetroffen, das im Auftrag der Bundesregierung deutsche Staatsbürger aus der Golf-Region ausgeflogen hat.

    Die Lufthansa-Maschine aus Maskat im Oman landete um kurz vor acht auf dem Frankfurter Flughafen. An Bord befinden sich Deutsche, die wegen des Iran-Kriegs in Ländern am Persischen Golf gestrandet waren. Sie mussten zunächst auf dem Landweg nach Maskat reisen. Insgesamt sitzen rund 30.000 deutsche Touristen in der Krisenregion fest.

    +++ Auch Neuseeland will gestrandete Staatsbürger mit Militärflugzeugen in sichere Drittländer bringen.

    Die Streitkräfte würden auf Bitten der Regierung in den kommenden Tagen zwei Transportflugzeuge für die Evakuierungen in die Krisenregion verlegen, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Aus Sicherheitsgründen werde der genaue Zielort nicht bekanntgegeben, sagte Verteidigungsministerin Collins. Ziel sei es, bereitzustehen, um Zivilisten aus dem Krisengebiet in sichere Drittstaaten zu bringen, sobald die Lage dies erlaube. Nach Angaben des Außenministeriums sind rund 3.000 Neuseeländer in der Region registriert, mehr als 1.800 von ihnen über das neuseeländische Krisenportal. Die Regierung geht jedoch davon aus, dass sich insgesamt noch deutlich mehr Landsleute in der Region befinden.

    +++ Der US-Senat unterstützt mehrheitlich den von Präsident Trump angeordneten Militäreinsatz gegen den Iran.

    Die Senatoren stimmten 53 zu 47 gegen eine parteiübergreifende Resolution. Sie zielte darauf ab, den Luftkrieg zu beenden. Zudem sollten alle Feindseligkeiten gegen den Iran vom Kongress genehmigt werden. Die Republikaner haben in der Parlamentskammer eine knappe Mehrheit vor den Demokraten. Das Ergebnis verlief weitgehend entlang der Parteigrenzen. Das Repräsentantenhaus stimmt einen Tag später über die Resolution ab.

    +++ Bundesverteidigungsminister Pistorius lehnt einen Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg ab.

    Deutschland sei nicht Kriegspartei, sagte Pistorius in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Die Bundeswehr werde sich an diesem Krieg nicht beteiligen. Oberste Priorität für die Bundesregierung habe der Schutz der deutschen Bürger sowie Soldatinnen und Soldaten in der Region.

    Mittwoch, 4. März

    +++ Der US-Senat unterstützt mehrheitlich den von Präsident Trump angeordneten Militäreinsatz gegen den Iran.

    Die Senatoren stimmten 52 zu 47 gegen eine parteiübergreifende Resolution. Sie zielte darauf ab, den Luftkrieg zu beenden. Zudem sollten alle Feindseligkeiten gegen den Iran vom Kongress genehmigt werden. Die Republikaner haben in der Parlamentskammer eine knappe Mehrheit vor den Demokraten. Das Ergebnis verlief weitgehend entlang der Parteigrenzen. Das Repräsentantenhaus stimmt einen Tag später über die Resolution ab.

    +++ Bundesverteidigungsminister Pistorius lehnt einen Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg ab.

    Deutschland sei nicht Kriegspartei, sagte Pistorius in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Die Bundeswehr werde sich an diesem Krieg nicht beteiligen. Oberste Priorität für die Bundesregierung habe der Schutz der deutschen Bürger sowie Soldatinnen und Soldaten in der Region.

    +++ Kurdische Gruppen im Nordirak bereiten sich offenbar auf einen Militäreinsatz im Iran vor.

    Das berichtet die Nachrichtenagentur ap. Ein Vertreter der Kurdistan Freedom Party sagte demnach, dass ein Teil der Streitkräfte in Gebiete nahe der iranischen Grenze in der Provinz Sulaymaniyah verlegt worden sei und sich dort in Bereitschaft befinde. Den Angaben zufolge soll es sich bei den Kämpfern auch um dem Iran nahestehende Dissidenten handeln. Das Weiße Haus in Washington wies Berichte über eine geplante Bewaffnung kurdischer Gruppen durch die US-Regierung zurück. Die Behauptung, Präsident Trump habe derlei Plänen zugestimmt, sei falsch und sollte nicht verbreitet werden, sagte Regierungssprecherin Leavitt.

    +++ Die Arabische Liga hat den Iran aufgefordert, sofort alle Angriffe auf Golfstaaten einzustellen.

    Die Attacken seien ein strategischer Fehler und müssten beendet werden, erklärte der Generalsekretär der Liga, Ahmed Abul Gheit. Die Arabische Liga besteht aus 22 Mitgliedstaaten. Die Liga fördert die regionale Zusammenarbeit. Sie gilt jedoch weithin als politisch schwach.

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben weitere militärische Ziele im Iran angegriffen.

    Das Exil-Medium Iran International verweist auf eine Erklärung der Armee, wonach es sich um eine groß angelegte Operation gegen einen Militärkomplex gehandelt habe. Darin hätten sich die Hauptquartiere mehrerer Zweige des Sicherheitsapparats befunden, die mit den Revolutionsgarden, der Basidsch-Miliz, der Quds-Einheit und der nationalen Polizei in Verbindung standen.
    Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von einer heftigen Explosion in der iranischen Hauptstadt. Iranische Staatsmedien meldeten mehrere Explosionen im Westen Teherans. Iranische Medien berichteten zudem von Explosionen in mehreren weiteren Städten, darunter Bandar Abbas am Persischen Golf und Täbris im Nordwesten. 

    +++ Irans Präsident Peseschkian lobt die Regierung in Madrid, weil sie den USA nicht erlaubt, in Spanien gelegene Luftwaffenstützpunkte für den Krieg gegen den Iran zu nutzen.

    In einer Mitteilung auf X schrieb Peseschkian, das verantwortungsvolle Verhalten Spaniens zeige, dass es im Westen noch Ethik und ein Gewissen gebe. US-Präsident Trump drohte Spanien nun mit einem vollständigen Handelsstopp.

    +++ Nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen sind in den ersten beiden Tagen des Iran-Kriegs rund 100.000 Menschen aus Teheran geflohen.

    Das geht aus einer Lagebeschreibung des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) hervor. Die Lage am Grenzübergang Islam Qala zu Afghanistan bleibe stabil, hieß es weiter.

    +++ Iranische Anlagen, in denen Atommaterial gelagert wird, sind nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA nicht beschädigt worden.

    Basierend auf den neusten verfügbaren Satellitenbildern seien keine Schäden zu sehen, teilte die UNO-Organisation im Onlinedienst X mit. Es bestehe daher "derzeit auch keine Gefahr der Freisetzung radioaktiver Strahlung".

    +++ China will im Iran-Krieg vermitteln.

    Dazu solle ein Sondergesandter in die Region geschickt werden, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Peking. Ein Name wurde nicht genannt. Auch zu den Ländern, in denen der Gesandte tätig werden soll, wurden zunächst keine Angaben gemacht. China ist strategischer Partner des Iran.

    +++ Der Libanon meldet 72 Todesopfer und 83.000 Menschen auf der Flucht seit Beginn der israelischen Angriffe.

    Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden außerdem 437 Menschen verletzt. Israel hatte auf Angriffe der pro-iranischen Hisbollah reagiert.

    +++ Der Drohnenangriff auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern erfolgte nach Erkenntnissen des britischen Verteidigungsministeriums nicht vom Iran aus.

    Laut der Mitteilung lieferte Großbritannien zuletzt Luftabwehrsysteme an britische und verbündete Stützpunkte in der Region. Hubschrauber mit speziellen Waffensystemen zu Abwehr von Luftbedrohungen sollen in den kommenden Tagen in Zypern eintreffen. In der Nacht zum Montag war eine Drohne iranischer Bauart auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden Zyperns eingeschlagen.

    +++ Die US-Botschaft in Bagdad hat die eigenen Staatsbürger aufgefordert, den Irak so schnell wie möglich zu verlassen.

    "US-Bürger im Irak werden nachdrücklich aufgefordert, das Land zu verlassen, sobald sie dazu sicher in der Lage sind", erklärte die Botschaft im Onlinedienst X. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine Ausreise gefahrlos möglich sei, sollten sie sich an einem sicheren Ort aufhalten.

    +++ Libanons Präsident Aoun bittet die USA um Hilfe wegen der israelischen Angriffe.

    Aoun appellierte an den US-Botschafter im Libanon, Einfluss auf die Regierung in Washington zu nehmen. Diese solle Israel dazu drängen, die Angriffe auf den Libanon zu stoppen, wie aus einer Erklärung der Präsidentschaft hervorgeht über die der Sender Al-Dschasira berichtet.

    +++ Die Türkei hat nach dem Abfangen einer iranischen Rakete im türkischen Luftraum den iranischen Botschafter einbestellt.

    Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Außerdem habe der türkische Außenminister Fidan mit seinem iranischen Kollegen Araghtschi telefoniert und darauf hingewiesen, Schritte zu meiden, die zur Eskalation der Konflikte führen könnten.

    +++ Die Türkei bereitet sich wegen des Iran-Kriegs auf Flüchtlinge vor.

    Es seien Pläne ausgearbeitet worden, die unter anderem Pufferzonen entlang der Grenze und die Errichtung von Zeltlagern vorsähen, sagte Innenminister Ciftci in Ankara. Die Behörden hätten zunächst Kapazitäten für die Aufnahme von bis zu 90.000 Menschen geschaffen.

    +++ Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Röwekamp, hält Hilfe der Deutschen Marine bei der Sicherung der Straße von Hormus für denkbar.

    Deutschland habe bewiesen, dass es die Freiheit der Seewege und des Handels auch international absichern könne, sagte der CDU-Politiker im Sender Welt TV. Eine Beteiligung der Marine sei aber nur auf der Grundlage einer internationalen Mission möglich, betonte Röwekamp. Die Freiheit der Meere sei ein anerkanntes Recht. Deswegen sei die Forderung, dass die Straße von Hormus für die zivile Schifffahrt freigehalten werden müsse, nachvollziehbar und begründet.

    +++ US-Verteidigungsminister Hegseth hat nach Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Irans eine Untersuchung angekündigt.

    "Alles, was ich sagen kann, ist, dass wir das untersuchen", sagte Hegseth bei einer Pressekonferenz zur US-Militäroperation gegen den Iran. "Wir greifen natürlich niemals zivile Ziele an." 
    Der Minister äußerte sich damit zu Medienberichten über einen Angriff auf eine Schule am Samstag. Den Berichten zufolge wurden mehr als 160 Menschen getötet, die meisten davon Kinder. Die Schule liegt nahe einer Anlage der Revolutionsgarden.

    +++ Die USA wollen ihre Angriffe auf den Iran ausweiten.

    Künftig würden auch Ziele im Landesinneren beschossen, kündigt US-Generalstabschef Caine an. Er begründet dies damit, dass der Iran im Verlauf des Krieges weniger Raketen und Drohnen abfeuere. Es würden auch weiterhin die Infrastruktur des Irans und seine Marine angegriffen.

    +++ Die USA haben nach eigenen Angaben ein iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas versenkt.

    Verteidigungsminister Hegseth teilte mit, ein amerikanisches U-Boot habe die Fregatte angegriffen. Zuvor hatte es bereits Berichte über eine Explosion auf dem Schiff gegeben. Das Außenministerium in Sri Lanka teilte mit, dass mindestens 80 Besatzungsmitglieder getötet worden seien. Die Marine Sri Lankas erklärte, sie habe 32 Menschen gerettet. Insgesamt hätten sich 180 Personen an Bord der Fregatte "Iris Dena" befunden. Das Schiff der iranischen Marine ist unter anderem mit Boden-Luft-Raketen und Torpedos bewaffnet.

    +++ Der Krieg gegen den Iran wird teuer für die israelische ‌Wirtschaft.

    Nach Schätzung des Finanzministeriums dürfte er wöchentlich mehr als neun Milliarden Schekel (2,5 Milliarden Euro) kosten. Grundlage dieser Schätzung sind die derzeit geltenden Beschränkungen durch den Zivilschutz. Diese sehen unter anderem Einschränkungen im Berufsleben, Schulschließungen, das Verbot von Versammlungen und die Mobilisierung von Reservisten vor.

    +++ Im Zuge des Kriegs mit dem Iran geraten iranisch-kurdische Gruppen im benachbarten Irak zunehmend ins Visier Teherans.

    Die irakische Partei der Freiheit Kurdistans (PAK), eine Partei iranischer Kurden, meldete einen Angriff mit Raketen und Drohnen, bei dem es Tote und Verletzte gegeben habe. Schon vor einigen Tagen hatte ein PAK-Sprecher dem Nachrichtensender Alhurra von iranischen Drohnenangriffen auf Büros von Kurdenparteien im Irak berichtet. Irans Revolutionsgarden stufen viele dieser Gruppen im Irak als "Terrorgruppen" ein. Auch die kurdische Minderheit im Iran wird Menschenrechtlern zufolge systematisch unterdrückt und verfolgt.

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben den Flughafen Mehrabad in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen.

    Es seien dort "Verteidigungs- und Aufklärungssysteme" der iranischen Führung außer Gefecht gesetzt worden, hieß es in einer Mitteilung. Diese hätten eine Bedrohung für Flugzeuge der israelischen Luftwaffe dargestellt.
    Der Flughafen Mehrabad wird vor allem für Inlandsflüge genutzt. Er verfügt über einen militärischen Teil und dient als Basis der Regierungsflotte. Der internationale Flughafen befindet sich rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt.

    +++ Die Türkei hat eine ballistische Rakete aus dem Iran abgefangen.

    Zunächst war unklar, ob es sich um einen Irrläufer handelte oder das Geschoss absichtlich in Richtung Türkei abgefeuert worden war. Das Verteidigungsministerium in Ankara teilte mit, dass die Rakete nach dem Überqueren des irakischen und syrischen Luftraums Richtung Türkei geflogen sei. Sie sei im östlichen Mittelmeer von dort stationierten NATO-Luftabwehrsystemen erfasst und unschädlich gemacht worden. Das Ministerium teilte weiter mit, dass die Türkei alle notwendigen Schritte zur Verteidigung ihres Staatsgebiets unternehme. Die NATO erklärte in einer ersten Stellungnahme, sie stehe eng an der Seite ihrer Verbündeten, inklusive der Türkei, während der Iran willkürlich die gesamte Region angreife.

    +++ In Israel ist der Großraum Tel Aviv parallel mit Raketen aus dem Iran und aus dem Libanon angegriffen worden.

    Dies bestätigte ein israelischer Armeesprecher. Es seien eine Rakete aus dem Iran und mehrere von der libanesischen Hisbollah-Miliz abgefeuert worden. Die Polizei teilte mit, es seien in mehreren Gebieten in Tel Aviv Raketentrümmer niedergegangen. Zuvor hatte die israelische Armee erklärt, eine weitere Angriffswelle auf die iranische Hauptstadt Teheran geflogen zu haben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet über eine Rauchwolke, die im Nordosten der Stadt aufgestiegen sei sowie Militärflugzeuge am Himmel.

    +++ Die Versorgung Deutschlands mit Öl und Gas ist nach Angaben von Bundeswirtschaftsministerin Reiche nicht gefährdet.

    Es gebe zwar Preisausschläge an den Märkten, aber kein Mengenproblem, sagte die CDU-Politikerin in München. Die Preissprünge bei Öl und Gas führte Reiche auf die Reaktion der Märkte zurück. Der Ministerin zufolge plant die Bundesregierung keine Spritpreisbremse zur Entlastung von Autofahrern.

    +++ Der Dieselpreis ist infolge der Verwerfungen des Iran-Krieges auf mehr als zwei Euro gestiegen.

    Am Morgen ermittelte der ADAC einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter. Auch Superbenzin der Sorte E10 legte deutlich zu und kostete in der morgendlichen Spitze 1,995 Euro pro Liter. Der Anstieg fiel aber nicht ganz so stark aus wie beim Diesel, der dem ADAC zufolge deutlich sensibler auf Krisen reagiert.

    +++ Die Wirtschafts-Sachverständige Schnitzer spricht sich gegen eine Preisbremse für Kraftstoffe aus.

    Die Preise stiegen, weil Diesel und Benzin durch den Iran-Krieg knapper würden, sagte die Vorsitzende des auch "Wirtschaftsweisen" genannten Gremiums der Nachrichtenagentur Reuters. Damit signalisierten sie, dass man seinen Verbrauch reduzieren sollte. Dieses Signal durch einen Tankrabatt wieder auszuschalten, hätte zur Folge, dass niemand sein Verhalten anpasse. Die Ökonomin fügte hinzu, vielmehr sollten die Wettbewerbsbehörden ein Auge darauf haben, dass die Mineralölkonzerne die Situation nicht ausnutzen und die Preise stärker anheben als durch die ‌steigenden Kosten gerechtfertigt. Gestern hatte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Bilger, erklärt, die schwarz-rote Koalition behalte sich Maßnahmen zur Preisdämpfung vor.

    +++ Der Iran hat die für heute geplante Trauerfeier für den bei US-israelischen Luftangriffen getöteten obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei laut staatlichen Medien verschoben.

    Zur Begründung verwies das Staatsfernsehen auf den erwarteten großen Andrang bei der ursprünglich für den Abend geplanten Trauerfeier in der Hauptstadt Teheran. Ein neuer Termin werde zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, hieß es. Der 86-jährige Chamenei war am Samstag am ersten Tag des Iran-Kriegs getötet worden. Er hatte das Land seit 1989 geführt.

    +++ Der Iran hat eigenen Angaben zufolge kurdische Gruppen im Irak mit Raketen angegriffen.

    Der staatliche iranische Rundfunk berichtet, die Armee habe Stellungen in der autonomen kurdischen Region im Nordirak ins Visier genommen. Das "Wall Street Journal" hatte gestern unter Berufung auf amerikanische Regierungsvertreter gemeldet, dass US-Präsident Trump mit einem Kurdenführer im Irak telefoniert habe. Trump soll demnach erwägen, die irakischen Kurden bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen. Kurdische Milizen waren bereits bei Einsätzen gegen die Terrormiliz IS im Irak und in Syrien wichtige Verbündete der USA. Teile der Kurden streben nach einem eigenen Staat. Sie leben vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei.

    +++ Nahe dem iranischen Atomtechnologiezentrum Isfahan sind der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge zwei Gebäude beschädigt worden.

    Es seien aber keine Gebäude betroffen, in denen sich nukleares Material befinde, und es bestehe daher auch aktuell kein Strahlungsrisiko, teilte die IAEA mit Sitz in Wien auf der Onlineplattform X mit. Behördenchef Grossi wiederholte jedoch seinen Aufruf an die Kriegsparteien, maximale Zurückhaltung zu üben, um einen Atomunfall zu verhindern. Die IAEA geht davon aus, dass hoch angereichertes Uran unterirdisch in Isfahan gelagert wird, wie aus dem jüngsten Iran-Bericht der Organisation hervorging.

    +++ In Saudi-Arabien ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums ein Angriff auf die größte Ölraffinerie des Landes abgewehrt worden.

    Der Angriff auf die Raffinerie Ras Tanura an der Ostküste Saudi-Arabiens sei mutmaßlich "mit einer Drohne" ausgeführt worden und habe "keine Schäden verursacht", erklärte das Ministerium im Onlinedienst X. In Ras Tanura werden bis zu 550.000 Barrel pro Tag produziert. Die Anlage ist ein wichtiger Pfeiler des saudiarabischen Energiesektors.

    +++ Der Iran verfügt nach Einschätzung der israelischen Armee weiter über "erhebliche Kapazitäten" für Raketenangriffe.

    Israel habe im Iran schon "dutzende Raketenwerfer zerstört", die eine "erhebliche Bedrohung" dargestellt hätten, und werde dies auch weiter tun, sagte Armeesprecher Defrin. "Aber das Regime verfügt nach wie vor über erhebliche Kapazitäten." Defrin wies außerdem darauf hin, dass die israelische Luftabwehr nicht "undurchdringlich" sei.

    +++ Kuwait hat einen weiteren Angriff auf sein Staatsgebiet gemeldet.

    Die Streitkräfte hätten "eine Welle von Raketen und Drohnen" im Luftraum des Landes abgefangen, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete von Sirenenalarm in Kuwait-Stadt. 

    +++ Die Sicherheitslage in Deutschland hat sich nach Angaben von Bundesinnenminister Dobrindt durch den Iran-Krieg nicht wesentlich verändert.

    Deutschland sei weiterhin einer "abstrakten Gefährdung" ausgesetzt, sagte der CSU-Politiker dem ZDF. Den ‌Behörden seien keine konkreten Anschlagspläne bekannt. Die Nachrichtendienste arbeiteten eng zusammen.

    +++ Der frühere deutsche Botschafter im Iran, Muzel, rechnet nicht mit einer neuen großen Protestwelle.

    Die iranische Bevölkerung lebe in Angst, sagte Muzel im Deutschlandfunk. Wegen der US-israelischen Angriffe hätten viele Leute die Hauptstadt Teheran bereits verlassen. Größere Demonstrationen seien derzeit schwierig. Muzel war bis Ende 2024 Botschafter im Iran. Zuvor leitete er von 2015 bis 2020 die deutsche Auslandsvertretung in Katar.

    +++ Die israelische Armee hat im Iran auch Stellungen der Basidsch-Milizen angegriffen.

    Ein Sprecher der israelischen Armee teilte mit, es seien Dutzende Stützpunkte der Basidsch-Kräfte bombardiert worden. Die Stützpunkte der Milizen seien von der iranischen Führung dazu genutzt worden, ihre Stabilität zu sichern und die Kontrolle über verschiedene Landesteile aufrechtzuerhalten. Die Basidsch-Milizen sind besonders für ihr hartes Vorgehen gegen die Proteste im Iran bekannt.
    Zu sehen sind Mitglieder der paramilitärischen Basidsch-Kräfte im Iran.
    Mitglieder der paramilitärischen Basidsch-Kräfte marschieren während einer Militärparade in der iranischen Hauptstadt Teheran Archivbild). (Vahid Salemi / AP / dpa / Vahid Salemi)

    +++ Das US-Außenministerium hat für das "nicht für Notfälle zuständige" Personal der Konsulate in den pakistanischen Großstädten Lahore und Karatschi die Ausreise angeordnet.

    Die Konsulatsmitarbeiter und ihre Familien sollten Pakistan aus "Sicherheitsgründen" verlassen, teilte die US-Botschaft in Islamabad mit. Am Status der Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt ändere sich nichts. 

    +++ In mehreren Golfstaaten sind erneut Einrichtungen der USA vermutlich vom Iran attackiert worden.

    Ein Ziel war nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters erneut die Botschaft in der saudischen Hauptstadt Riad, bei der es Sachschaden gab. Zudem sei die dortige Station des amerikanischen Geheimdienstes CIA beschädigt worden. In Katar wurde der US-Stützpunkt al-Udeid getroffen. Am Abend war bereits in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff ein Feuer am amerikanischen Konsulat ausgebrochen.

    +++ Der Iran nimmt mit einer Zeremonie in Teheran Abschied von dem getöteten geistlichen Oberhaupt Ajatollah Ali ‌Chamenei.

    Die Feierlichkeiten sollen um 22.00 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MEZ) auf der Imam-Chomeini-Gebetsstätte beginnen und drei Tage andauern, wie die staatlichen Medien melden. Einzelheiten zum Trauerzug sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

    +++ Ein erster Rückholflug für in der Golfregion gestrandete Deutsche soll abheben.

    Nach Angaben von Bundesaußenminister Wadephul ist ein erster Charterflug der Lufthansa nach Maskat im Oman vorgesehen. Weitere Flüge unter anderem für Kinder, Kranke und Schwangere sind demnach in Vorbereitung. Gestern landeten in Frankfurt am Main bereits deutsche Passagiere mit einer Maschine der Airline Emirates aus Dubai.

    +++ Auch Großbritannien bringt Staatsbürger aus dem Oman zurück.

    Man arbeite mit Fluggesellschaften an zusätzlichen Kapazitäten ab Maskat, sagte Außenministerin Cooper im Parlament. Vorrang hätten besonders schutzbedürftige Personen. Ein von der Regierung gecharterter Flug soll heute starten. Zudem plane British Airways für Donnerstag einen weiteren Flug. In den Golfstaaten haben sich nach Angaben der Ministerin 130.000 Briten registriert.

    +++ Der Vizepräsident des Bundestages, Nouripour, hat die Reaktion von Bundeskanzler Merz auf die Spanien-Kritik von US-Präsident Trump moniert.

    Es hätte einen deutlicheren Widerspruch gegen Trumps Drohung gebraucht, sagte der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk. Es müsse sichtbarer sein, dass die Mitglieder der Europäischen Union zusammenstünden. Trump hatte vor Journalisten im Beisein von Merz die Regierung in Madrid erneut dafür kritisiert, dass sie den USA die Nutzung spanischer Stützpunkte für den Iran-Krieg verweigert. Er kündigte an, den amerikanischen Handel mit Spanien zu stoppen. Merz betonte, er habe dem Präsidenten sehr deutlich gesagt, dass man Spanien nicht gesondert schlecht behandeln könne.

    +++ Im Iran ist einem Bericht zufolge der Sohn des getöteten geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei, Modschtaba Chamenei, Favorit für dessen Nachfolge als oberster Führer.

    Wie die "New York Times" berichtet, gab es in einem Expertenrat einflussreicher Geistlicher weitgehende Einigkeit darüber, seine Ernennung zu verkünden. Es habe bei einem virtuellen Treffen des Gremiums aber auch zurückhaltende Stimmen gegeben, die darauf verwiesen hätten, dass man Modschtaba Chamenei damit zur Zielscheibe für die USA und Israel machen würde. Die Zeitung beruft sich auf drei iranische Offizielle, die mit den Beratungen vertraut seien. Ajatollah Ali Chamenei war am Samstag bei einem israelischen Angriff getötet worden.
    Zu sehen ist Modschtaba Chamenei, der Sohn des getöteten geistlichen Oberhaupts und Machthabers Ayatollah Ali Chamenei. Er winkt.
    Modschtaba Chamenei 2019 bei einer Parade in der iranischen Hauptstadt Teheran (Archivbild). (IMAGO / ZUMA Press Wire / IMAGO / Rouzbeh Fouladi)

    +++ Neben dem Iran hat auch die proiranische Hisbollah im Libanon weitere Raketen auf Israel abgefeuert.

    Ein Ziel war nach Angaben der militant-islamistischen Miliz der Marinestützpunkt in Haifa im Norden Israels. Auch Tel Aviv wurde wieder attackiert. Nach Angaben der israelischen Armee konnten die meisten Raketen in der Luft abgefangen werden. Ob es Schäden oder Opfer gab, wurde nicht mitgeteilt. Die Hisbollah hatte in der Nacht auf Montag nach der Tötung des iranischen Ayatollahs Chamenei mit ihren Angriffen begonnen und den Krieg damit auf den Libanon ausgeweitet.

    +++ Die US-Armee hat eine erste Zwischenbilanz ihrer Angriffe gegen den Iran gezogen.

    Der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten, Admiral Cooper, erklärte in einem auf X veröffentlichten Video, bislang seien fast 2.000 Ziele im Iran attackiert und unter anderem ballistische Raketen, Abschussvorrichtungen und Drohnen getroffen worden. Die Armee habe auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört, darunter ein U-Boot. Cooper sagte, derzeit gebe es kein einziges iranisches Schiff mehr im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und im Golf von Oman. Ziel sei, die gesamte iranische Marine zu versenken.

    +++ Dutzende Anhänger der venezolanischen Regierung sind in der Hauptstadt Caracas in Solidarität mit der iranischen Führung marschiert.

    Sie haben damit ihre Trauer um den Tod des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei bekundet, der bei den US-israelischen Angriffen auf den Iran getötet wurde. Die Demonstranten trugen T-Shirts mit dem Foto des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, der bei einem US-Einsatz Anfang Januar festgenommen wurde. Maduro galt als Verbündeter Teherans.
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