Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Die Entwicklungen vom 8. März 2026

+++ Erneut hat die NATO eine iranische Rakete in Richtung Türkei zerstört. +++ Wegen des Iran-Kriegs fliegt die Lufthansa bestimmte Ziele in der Region weiterhin nicht an. +++ Frankreich arbeitet mit Partnern an einer Initiative, um wieder mehr Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahe der iranischen Küste zu ermöglichen. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

    Die Flagge der NATO (North Atlantic Treaty Organization) weht an einem klaren Tag im Wind.
    Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.

    Sonntag, 8. März

    +++ Der Expertenrat im Iran hat einen neuen obersten Anführer des Landes bestimmt.

    Nach der Tötung von Ayatollah Ali Chamenei ist dessen Sohn Modschtaba Chamenei zu seinem Nachfolger ernannt worden, wie das für die Wahl des geistlichen Oberhaupts zuständige Gremium mitteilte. Die USA und Israel hatten am 28. Februar massive Luftangriffe auf den Iran gestartet und dabei Ali Chamenei sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet.
    Ein Mann mit schwarzem Turban läuft neben anderen Männern. Er trägt eine Brille und einen grauen Bart.
    Modschtaba Chamenei ist der Sohn von Ayatollah Ali Chamenei. (picture alliance / NurPhoto / Morteza Nikoubazl)

    +++ Die USA haben den Tod eines siebten US-Militärangehörigen im Iran-Krieg gemeldet.

    Das Mitglied der Streitkräfte sei seinen Verletzungen erlegen, die es zu Beginn der Angriffe "des iranischen Regimes im Nahen Osten" erlitten habe, teilte das für die Region zuständige US-Militärkommando mit. Der Militärangehörige war demnach bei einem Angriff auf die US-Truppen in Saudi-Arabien am 1. März schwer verwundet worden. Sechs weitere US-Soldatinnen und Soldaten waren vor einer Woche bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden. 

    +++ Die iranische Militärführung hat mit Angriffen auf Ölanlagen in der Golfregion gedroht, falls Israel weiterhin Energie-Infrastruktur im Iran ins Visier nimmt.

    Die Regierungen anderer Staaten in der Region müssten die USA und Israel so schnell wie möglich vor weiteren Angriffen warnen, erklärte das zentrale iranische Militärkommando im Staatsfernsehen. Andernfalls werde die iranische Armee ähnliche Schritte ergreifen. Israelische Kampfjets hatten Öldepots rund um Teheran bombardiert, riesige Feuer brachen aus. Nach Verwaltungsangaben wurde die Treibstoffversorgung in der iranischen Hauptstadt vorübergehend unterbrochen.

    +++ In Spanien haben Zehntausende Menschen gegen die Angriffe der USA und Israels auf den Iran demonstriert.

    Die Menschen trugen Plakate mit der Aufschrift "Nein zum Krieg!". Es ist ein Motto, das Ministerpräsident Sánchez in den vergangenen Tagen mehrfach verkündet hatte. Allein in Madrid gingen bei zwei Demonstrationen nach Polizeischätzung insgesamt 35.000 Menschen auf die Straße - viele von ihnen Frauen, da die Demonstrationen auch zum Internationaler Frauentag stattfanden. Die Organisatoren sprachen von rund 180.000 Teilnehmern. Veranstaltungen gab es unter anderem auch in Barcelona und Bilbao. Sánchez wirft den USA und Israel vor, mit ihren Angriffen auf den Iran das Völkerrecht zu verletzen.

    +++ Die israelische Armee hat die Leitzentrale der iranischen Raumfahrtbehörde beschossen. 

    Von dort sei auch der militärische Überwachungssatellit "Chayyam" gesteuert worden, der von den Revolutionsgarden für "terroristische Aktivitäten und zur Überwachung des Staates Israel und seiner Bevölkerung" eingesetzt worden sei, teilte ein Militärsprecher mit. Ob die Verbindung zu dem Satelliten damit unterbrochen wurde, war zunächst unklar. Russland hatte "Chayyam" im August 2022 für den Iran vom Weltraumbahnhof Baikonur aus in All befördert.

    +++ Die Arabische Liga hat die iranischen Angriffe auf Golfstaaten verurteilt.

    Teherans Attacken auf mehrere Mitgliedstaaten seien rücksichtslos und ein strategischer Fehler, sagte Generalsekretär Gheit bei einer Videokonferenz der Außenminister der Staatengruppe. Sie seien durch nichts zu rechtfertigen. Der Iran hatte zuvor erneut mehrere Golfstaaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Kuwait attackiert.
    Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit, steht während einer Pressekonferenz an einem Mikrofon.
    Der ägyptische Diplomat Ahmed Abul Gheit ist der Generalsekretär der Arabischen Liga. (IMAGO / SNA / IMAGO / Evgeny Biyatov)

    +++ In der saudi-arabischen Stadt Al-Chardsch sind zwei Menschen bei einem Geschosseinschlag in einem Wohngebiet getötet worden.

    Zwölf weitere wurden verletzt, wie der Zivilschutz auf ‌der Plattform X mitteilte. Bei den Todesopfern handele es sich um einen Inder und einen Bangladescher. Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor erklärt, sie hätten Radarsysteme in der Stadt beschossen. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Riad.

    +++ Der Libanon meldet fast 400 Tote in dieser Woche durch israelische Angriffe.

    394 Menschen seien in dieser Woche im Libanon durch israelische Angriffe getötet worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Unter den Toten seien 83 Kinder.

    +++ Das israelische Militär hat dem zukünftigen Nachfolger Chameneis gedroht.

    In einem Post auf der Plattform X kündigte das Militär auf Farsi an an, jeden Nachfolger des getöteten iranischen Staatsoberhauptes Ayatollah Chamenei weiterhin zu verfolgen. Die Warnung gelte auch für alle, die planten, an dem Treffen zur Wahl eines Nachfolgers Chameneis teilzunehmen. 

    +++ Vier Menschen sind bei den US-israelischen Angriffen auf iranische Ölanlagen getötet worden.

    Darunter seien zwei Fahrer, sagte der Leiter der nationalen Mineralöl-Vertriebsgesellschaft im iranischen Staatsfernsehen. Die Ölanlagen seien beschädigt, die Flammen seien jedoch unter Kontrolle gebracht worden.

    +++ US-Präsident Trump hat Verhandlungen mit dem Iran eine Absage erteilt.

    Er hat mit der Zerschlagung der gesamten Staatsführung und des Militärs gedroht. Angesichts der Luftangriffe auf die Islamische Republik könnte die Frage nach Diplomatie irrelevant werden, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Er sei nicht auf Verhandlungen aus. Der Iran strebt allerdings nach jüngsten Äußerungen von Außenminister Abbas Araghtschi derzeit weder eine Waffenruhe noch Verhandlungen mit den USA an. "Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den USA verhandeln sollten", sagte Araghtschi am Donnerstag dem US-Sender NBC News.

    +++ Der Expertenrat im Iran hat sich wohl weitgehend auf einen Nachfolger für das getötete Staatsoberhaupt Ayatollah Chamenei geeinigt.

    Ein Name wurde noch nicht genannt. Es müssten noch einige Hürden bei dem Nachfolgeprozess ausgeräumt werden, sagt das Expertenratsmitglied Ayatollah Mohammadmehdi Mirbaqeri der Nachrichtenagentur Mehr zufolge.

    +++ Der Iran hat Israel erneut mit Raketen attackiert.

    Der israelischen Armee zufolge reagierte die Luftabwehr im Land am Sonntagmorgen auf mindestens vier Angriffswellen binnen fünf Stunden. In weiten Teilen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst, unter anderem in den Großstädten Tel Aviv, Haifa und Beerscheba.

    +++ Mindestens vier Personen sind bei einem iraelischen Angriff auf Hotel in Beirut getötet worden.

    Die israelische Armee hat nach libanesischen Angaben gezielt ein Zimmer im Ramada-Hotel im Zentrum der Hauptstadt Beirut angegriffen. Wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und zehn weitere verletzt. Das israelische Militär bestätigte einen Angriff auf ranghohe Kommandeure der iranischen Revolutionsgarden in Beirut. Ziel seien Kommandeure des Libanon-Korps der Al-Kuds-Brigaden gewesen.
    Personen in gelber Schutzausrüstung sind durch die zerstörte Fassade des Ramada Hotels in Beirut zu sehen.
    Ersthelfer im Ramada Hotel in Beirut nach einem israelischen Angriff. (AFP / IBRAHIM AMRO)

    +++ China hat Angriffe der USA und Israels auf den Iran kritisiert.

    Die Welt dürfe nicht zum Gesetz des Dschungels zurückkehren, sagte Chinas Außenminister Wang Yi in Peking am Rande des dort tagenden Nationalen Volkskongresses. Dies sei ein Krieg, der für keine der beteiligten Seiten Vorteile habe. Kurz nach Beginn der Angriffe vor einer Woche hatte China die "traditionelle Freundschaft" zum Iran betont und Teheran Unterstützung zugesichert. Taten folgten bisher aber nicht.

    +++ Mindestens ein Mensch ist nach iranischen Angriffen auf Dubai getötet worden.

    Ein Mann wurde durch herabstürzende Trümmerteile getötet und die Fassade eines Wolkenkratzers beschädigt. Der Präsident der Emirate, Mohammed, erklärte, sein Land befinde sich im Krieg. Auch Saudi-Arabien, Katar und Bahrain meldeten iranische Angriffe.

    +++ In Kuwait getötete US-Soldaten sind in die USA überführt worden.

    US-Präsident Trump hat mit Vertretern seiner Regierung an der Überführung von sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten teilgenommen. Er reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover im US-Bundesstaat Delaware, wo er auch auf die Familien der Gefallenen traf. Die sechs Soldaten - fünf Männer und eine Frau - wurden nach Angaben des US-Militärs alle in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet.
    Iran-Krieg: Donald und Melania Trump sowie JD Vance und seine Frau salutieren bei der Überführung gefallener US-Soldaten.
    Iran-Krieg: Donald und Melania Trump sowie JD Vance und seine Frau bei der Überführung gefallener US-Soldaten (AP / dpa / Mark Schiefelbein)

    +++ Die Bundesregierung zieht ihr Personal der Botschaft in Teheran ab.

    Das Personal wurde vorübergehend im Ausland in Sicherheit gebracht. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das noch verbliebene Personal sei aufgrund der Bedrohungslage temporär verlegt worden.
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