Newsblog zum Krieg im Nahen Osten
Die Entwicklungen vom 29. bis 31. März

Wir halten Sie über den Krieg im Iran und in der Golf-Region auf dem Laufenden. In diesem Archiv finden Sie die Entwicklungen vom 29. bis 31. März 2026.

    US-Präsident Trump spricht vor einer Gruppe von Medienvertretern.
    US-Präsident Trump (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Mehmet Eser)
    Die aktuellen Entwicklungen lesen Sie hier.

    Dienstag, 31. März

    +++ Angesichts der Auswirkungen des Iran-Krieges hat Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan weitere Hilfen in Höhe von 177 Millionen Euro für den Nahen Osten zugesagt.

    Dies sei sowohl aus humanitären als auch aus sicherheits- und wirtschaftspolitischen Gründen geboten, sagte Alabali Radovan in der jordanischen Hauptstadt Amman. Die Gelder sind nach Angaben des Ministeriums für Jordanien, den Libanon, den Gazastreifen und das Westjordanland geplant. Diese Länder und Regionen seien besonders von den Folgen des Krieges betroffen, hieß es. So seien in Jordanien die Preise massiv gestiegen, was die Versorgung der syrischen Flüchtlinge im Land gefährde. Im Libanon gebe es zehntausende Vertriebene und im Gazastreifen erhalte die Bevölkerung weniger Hilfslieferungen über die Grenzübergänge.
    Reem Alabali-Radovan trägt ein rotes Oberteil, sitzt an einem Tisch und spricht gestikulierend.
    Reem Alabali-Radovan ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit Mai 2025 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Kabinett Merz. (picture alliance / photothek.de / Ute Grabowsky)

    +++ Die iranische Journalistin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad hat den ersten Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie in Frankfurt am Main erhalten.

    Die Aktivistin appellierte, das iranische Volk brauche keine Solidaritätserklärungen, sondern Hilfe im Kampf für die Demokratie. Alinejad betonte, demokratische Staaten hätten zu oft darin versagt, Menschen zu unterstützen, die Freiheit verlangten. Autoritäre Regime würden nicht durch Verhandlungen oder Handel verändert. An der Verleihung des mit 50.000 Euro dotierten Preises nahm auch Bundestagspräsidentin Klöckner teil. Alinejad war 2009 in die USA ins Exil geflüchtet, nachdem das jüngst getötete geistige Oberhaupt des Iran, Ali Chamenei, zu ihrer Ermordung aufgerufen hatte.
    Julia Klöckner (l, CDU), Bundestagspräsidentin, Mike Josef (2.v.l, SPD), Frankfurter Oberbürgermeister und Masih Alinejad (2.v.r), iranische Journalistin und Autorin, sitzen nebeneinander.
    Die iranische Journalistin Alinejad erhält Paulskirchenpreis. (Florian Wiegand/dpa)

    +++ In einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats ist die Tötung von drei indonesischen Blauhelmsoldaten im Südlibanon verurteilt worden.

    Mehrere Mitglieder des Gremiums erklärten in New York, die beiden Vorfälle in den vergangenen zwei Tagen seien Teil wiederkehrender Aggressionen gegen die UNIFIL-Truppe. Der UNO-Friedensmissionsleiter, Lacroix, sagte, die Ermittlungen zu den Angriffen dauerten an. Es sei unklar, welche Seite für den Tod der drei indonesischen Soldaten verantwortlich sei. Die Regierung in Jakarta mahnte die Einhaltung des humanitären Völkerrechts an. Die israelische Armee kündigte eine Prüfung der Vorfälle an. Die UNIFIL ist seit Jahrzehnten zwischen Israel und dem Libanon im Einsatz. An der Mission sind auch rund 200 Bundeswehrsoldaten beteiligt, die die libanesische Seegrenze überwachen.
    Der Sicherheitsrat tagt im Hauptquartier der Vereinten Nationen.
    Der Sicherheitsrat ist das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen (Archivbild). (Seth Wenig / AP / dpa / Seth Wenig)

    +++ Israel will nach einem Ende des Krieges gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz einen Teil des Südlibanon besetzt halten.

    Verteidigungsminister Katz sagte laut einer Mitteilung, die Armee werde im gesamten Gebiet bis zum Fluss Litani eine Sicherheitszone einrichten und vor Ort bleiben. Der Litani verläuft etwa 30 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Katz kündigte weiter an, auf der libanesischen Seite würden alle Häuser in Grenznähe nach dem Vorbild von Rafah und Beit Hanun im Gazastreifen abgerissen. Das Ziel sei, die Bedrohung für die Bewohner im Norden Israels durch Angriffe aus diesen Gebieten endgültig zu beseitigen. Die rund 600.000 aus der Region geflohenen Libanesen dürften erst wieder dorthin zurückkehren, wenn dies gewährleistet sei, erklärte Katz. Seit dem Ausbruch der neuen Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah Anfang März sind nach Angaben der libanesischen Behörden etwa 1.200 Menschen getötet und mehr als ‌1 Million vertrieben worden.

    +++ Die Revolutionsgarden drohen mit Attacken auf US-Unternehmen in der Region.

    Dies melden staatliche Medien. Auf der Liste der 18 anvisierten Konzerne stehen unter anderem Microsoft, Google, Apple, Intel, IBM, Tesla und Boeing. "Diese Unternehmen müssen ab dem 1. April um 20 Uhr Teheraner Zeit als Vergeltung für jeden Terrorakt im Iran mit der Zerstörung ihrer jeweiligen Zweigstellen rechnen", heißt es in einer Erklärung der Garden.

    +++ Nach Angaben des Hilfswerks Unicef sind seit Beginn des Iran-Kriegs in den Ländern des Nahen Ostens mehr als 340 Kinder getötet worden.

    Demnach starben im Iran 216 Mädchen und Jungen. Im Libanon wurden 124 Kinder getötet. In Israel waren es vier. Zudem gebe es in allen drei Ländern zusammen tausende Verletzte. Kinder in der Region seien schrecklicher Gewalt ausgesetzt, sagte Unicef-Direktorin Russell. Alle Konfliktparteien seien dazu aufgerufen, das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen und insbesondere die Rechte von Kindern zu wahren. Viele Minderjährige erlebten traumatische Ereignisse. Das habe langfristige Folgen für die psychische Gesundheit, hieß es.

    +++ Im Iran ist bei israelisch-amerikanischen Luftangriffen eine Entsalzungsanlage getroffen worden.

    Nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Isna wurde der Komplex auf der Insel Keschm in der Straße von Hormus schwer beschädigt und ist außer Betrieb. Eine Reparatur sei derzeit nicht möglich, hieß es. Über die konkreten Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung wurde nichts mitgeteilt. Entsalzungsanlagen sind diesbezüglich auch in anderen Staaten der Golfregion von großer Bedeutung.

    +++ Seit Beginn der israelischen Offensive im Libanon haben mehr als 200.000 Menschen das Land in Richtung Syrien verlassen.

    Knapp 180.000 davon sind Syrer, die ursprünglich vor Gewalt in ihrem Heimatland in den Libanon geflüchtet waren, wie das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR berichtet. Auch 28.000 Libanesen, die durch die Angriffe aus dem Süden des Landes geflohen sind, hätten die Grenze auf der Suche nach mehr Sicherheit überquert.
    Libanon: Ostern in Zeiten des Krieges

    +++ US-Präsident Trump erwägt laut einem Bericht, den US-Militäreinsatz zu beenden, ohne zuvor ein Ende von Irans Blockade der Straße von Hormus zu erzwingen.

    Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter, Trump und seine Berater seien in den vergangenen Tagen zu dem Schluss gekommen, dass ein Militäreinsatz zur Öffnung der Meeresstraße den Krieg zu sehr in die Länge ziehen würde. Stattdessen wolle sich der US-Präsident auf die Ziele konzentrieren, die iranische Marine und das Raketenarsenal des Landes außer Gefecht zu setzen. Sollten diese diplomatischen Anstrengungen für ein Ende der Blockade der Straße von Hormus fehlschlagen, sollten die Verbündeten der USA in Europa und in der Golfregion nach den Vorstellungen Trumps "die Führung dabei übernehmen, die Meerenge wieder zu öffnen".

    +++ Italien hat mehreren US-Kampflugzeugen während ihres Einsatzes im Krieg gegen den Iran eine Landung auf einem Militärstützpunkt auf Sizilien verweigert.

    Medienberichten zufolge wies das Verteidigungsministerium in Rom die Anfrage der US-Streitkräfte ab, da die notwendige Zustimmung des italienischen Parlaments kurzfristig nicht möglich gewesen sei. Der Vorfall habe sich bereits vor einigen Tagen ereignet. Die Regierung von Ministerpräsidentin Meloni erklärte, Italien halte sich strikt an seine internationalen Verpflichtungen. Gestern hatte Spanien seinen Luftraum für am Iran-Krieg beteiligte US-Flugzeuge gesperrt. Die Regierung in Madrid will sich nach eigenen Angaben nicht an einem einseitig und völkerrechtswidrig begonnenen Krieg beteiligen. US-Außenminister Rubio sagte, nach dem Krieg müssten die USA all das neu bewerten. Die NATO sei ein Bündnis und dürfe als solches keine Einbahnstraße sein.
    Blick auf das Hauptgebäude des Militärflughafens Sigonella in Italien
    Das Hauptgebäude des Militärflughafens Sigonella in Italien (picture alliance / Anadolu / Valeria Ferraro)

    +++ Drei chinesische Schiffe haben nach Angaben des Außenministeriums in Peking die Straße von Hormus passiert.

    Die vor kurzem erfolgte Durchfahrt sei mit den "zuständigen Parteien abgestimmt" worden, sagte Ministeriumssprecherin Mao, ohne zu sagen, um wen es sich handelte. "Wir sind dankbar für die Unterstützung", erklärte sie und wiederholte Chinas Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe, weil die Straße von Hormus ein wichtiger Korridor für den Waren- und Energiehandel sei.

    +++ China und Pakistan wollen im diplomatischen Bemühen um ein Ende des Iran-Krieges ihre Zusammenarbeit verstärken.

    Die Außenminister beider Länder würden "die strategische Kommunikation und Koordination zur Iran-Situation intensivieren und neue Anstrengungen unternehmen, um den Frieden zu fördern", sagte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao, während eines Besuchs hochrangiger Vertreter aus Islamabad in Peking. Pakistan hatte zuletzt bereits zwischen Iran und den USA vermittelt und dabei seine guten Beziehungen zu beiden Ländern ausgespielt.

    +++ EU-Energiekommissar Jorgensen hat an die Regierungen der EU-Länder appelliert, sich auf ‌eine länger andauernde Störung der Energiemärkte infolge des Iran-Kriegs vorbereiten.

    Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte aus einem Schreiben Jorgensens an die Minister, die Auswirkungen des Kriegs auf die Energieversorgung Europas seien derzeit zwar noch begrenzt. Die Regierungen seien jedoch gefordert, "rechtzeitig Vorkehrungen für eine möglicherweise anhaltende Störung zu treffen". Heute wollen die Energieminister zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.
    Dan Jorgensen steht vor einem blauen Hintergrund mit der Flagge der EU.
    Der für Energie und Wohnen zuständige EU-Kommissar Dan Jorgensen. (picture alliance / NurPhoto / Nicolas Economou)

    +++ Nach einem iranischen Raketenangriff auf Tel Aviv hat der israelische Rettungsdienst acht Verletzte gemeldet.

    Sechs der Verletzten wurden in der vorwiegend von orthodoxen Juden bewohnten Stadt Bnei Brak nahe Tel Aviv behandelt, wie der Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte. Das Heimatschutzkommando erklärte, es habe Berichte über Schäden im Zentrum des Landes erhalten. Die Polizei hatte zuvor herabstürzende Trümmerteile gemeldet, nachdem vor anfliegenden iranischen Raketen gewarnt worden war. Die israelische Armee erklärte, die Luftabwehr habe anfliegende Raketen abgefangen. Der iranische Staatssender Irib meldete ebenfalls, der Iran habe Raketen in Richtung Israel abgefeuert.

    +++ Das nach einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff ausgebrochene Feuer auf einem kuwaitischen Öltanker ist nach Angaben Dubais gelöscht worden.

    ​Die 24 Besatzungsmitglieder der "Al Salmi" seien in Sicherheit und es gebe keine Verletzten, teilen die Behörden des Golfemirats mit. Die Kuwait Petrol Corporation (KPC) erklärt unterdessen, dass der vollbeladene Supertanker bei einem iranischen Angriff getroffen und am Rumpf beschädigt worden sei. KPC warnte laut der kuwaitischen Nachrichtenagentur Kuna vor einer ​drohenden Ölpest. Den Schiffsinformationsdiensten Lloyd's List Intelligence und TankerTrackers zufolge hat der Tanker zwei Millionen Barrel Öl aus Kuwait und Saudi-Arabien geladen. Laut Lloyd's ‌sollte das Schiff den chinesischen Hafen Qingdao ansteuern.

    +++ Der UNO-Sicherheitsrat berät heute in einer Dringlichkeitssitzung über die Blauhelm-Mission im Libanon.

    Auf Antrag Frankreichs befasst sich das Gremium mit mehreren tödlichen Vorfällen. Am Sonntag sowie am heutigen Dienstag waren insgesamt drei indonesische Soldaten bei Explosionen getötet worden. Zwei weitere Soldaten der Libanon-Mission Unifil wurden am Montag verletzt. Die indonesische Regierung rief die Konfliktparteien im Südlibanon zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts auf. Die Sicherheit der Friedenstruppen müsse "oberste Priorität" haben, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Jakarta.
    UNIFIL-Truppen der Vereinten Nationen im Libanon während einer Patrouille.
    Die Unifil-Friedenstruppe ist seit 1978 im Libanon stationiert, sie umfasst mehr als 10.000 Soldaten und Zivilkräfte. (IMAGO / Xinhua / IMAGO / Ali Hashisho)

    +++ Der CDU-Bundestagsabgeordnete Reza Asghari hält den US-israelischen Krieg gegen den Iran für alternativlos.

    Die Diplomatie bringe uns nicht weiter, sagte Asghari im Deutschlandfunk. Man habe 30 Jahre lang versucht, Teheran von der Entwicklung von Atom-Waffen abzuhalten. Zudem bedrohe das iranische Raketenprogramm die Region. Asghari, der 1987 nach zwei Jahren Haft als politischer Gefangener aus dem Iran floh, hält einen Regimewechsel in Teheran für nötig. Er verwies unter anderem auf die Straße von Hormus, die auch künftig vom Iran jederzeit gesperrt werden könne und Folgen für die Weltwirtschaft hätte. Asghari hofft auf Aufstand der iranischen Bevölkerung, dass die Menschen wieder auf die Straßen gehen, sagte Asghari.
    Interview mit Reza Asghari, CDU, zu: Hoffnung auf Frieden im Iran?

    +++ In Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran ist Staatsmedien zufolge nach Explosionen der Strom ausgefallen.

    Zuvor seien mehrere Explosionen zu hören gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Fars. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, einige Bewohner im Osten Teherans seien ohne Strom, und die Behörden arbeiteten daran, die Versorgung wiederherzustellen.

    +++ Der Iran hat seinen Beschuss benachbarter Golfstaaten fortgesetzt.

    In Saudi-Arabien teilte das Verteidigungsministerium mit, das Land sei in der Nacht wiederholt mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Die Geschosse seien von der Luftabwehr abgefangen und zerstört worden. Auch Kuwait meldete Beschuss durch Raketen und Drohnen. Im Hafen von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde ein kuwaitischer Öltanker getroffen, wodurch ein Brand ausgelöst wurde. Die Besatzung befindet sich nach Angaben der Behörden in Sicherheit. Auch in Bahrain waren Sirenen zu hören.

    +++ Im iranischen Parlament sind Pläne für die Einführung von Gebühren in der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus erarbeitet worden.

    Das berichtet das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf ein Mitglied der Sicherheitskommission. Das Vorhaben umfasst demnach auch ein Durchfahrtsverbot für die USA und Israel sowie für andere Länder, die den Iran sanktionierten. Durch die Straße von Hormus verläuft in Friedenszeiten rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Seit Beginn des Krieges ist die Meerenge durch die iranische Seite weitgehend gesperrt. Seither sind die Öl- und Gaspreise deutlich gestiegen.
    Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme (undatiert).
    Die Straße von Hormus (picture alliance / dpa / Nasa: The Visible Earth)

    +++ Ein Tanker ist im Persischen Golf unter Beschuss geraten.

    Wie die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mitteilte, traf ein nicht näher beschriebenes Projektil das Schiff rund 57 Kilometer nordwestlich von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und löste einen Brand aus. Die Besatzung sei in Sicherheit, die Behörden ermittelten. Von wo und von wem das Geschoss abgefeuert wurde, war zunächst nicht bekannt. Zuvor hatten nach Angaben der Behörde zwei Geschosse im Persischen Golf vor Saudi-Arabien ein Containerschiff verfehlt.  Dort liegen wichtige Häfen und Verladestationen. Es handelt sich um einen Meeresabschnitt, der sich vor der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Straße von Hormus befindet.

    +++ Das Weiße Haus hat signalisiert, dass US-Präsident Trump den Ländern am Persischen Golf eine Beteiligung an den Kosten des Iran-Krieges nahelegen will.

    Sie wolle ihm nicht vorgreifen, aber sie wisse, dass er diese Idee habe und gehe davon aus, dass er sich dazu noch äußern werde, sagte Sprecherin Leavitt. Ein Journalist hatte in Leavitts Pressekonferenz in Washington angesprochen, dass im Golfkrieg 1990 nach der Besetzung Kuwaits durch Iraks Diktator Saddam Hussein arabische Nachbarländer wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate einen Großteil der Kosten getragen hätten. Sie denke, Trump sei ziemlich interessiert daran, sie auch jetzt dazu aufzurufen, sagte Leavitt dazu.

    Montag, 30. März

    +++ Israel hat einen erneuten Raketenangriff durch den Iran gemeldet.

    Die israelische Armee wies die Bevölkerung an, bis auf weiteres Schutzräume aufzusuchen. Im Großraum Tel Aviv wurden die Warnsirenen ausgelöst, Einwohner berichteten von Explosionsgeräuschen. Berichte über Verletzte gab es bislang nicht.
    Am blauen Himmel fliegt eine Rakete. Sie hinterlässt einen weißen Schleier.
    Eine von iranischem Gebiet abgeschossene Rakete. (Archivbild) (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Str)

    +++ Der Iran führt nach Angaben seines Außenministeriums derzeit keine Gespräche mit der US-Regierung.

    Der iranische Außenamtssprecher Baghai sagte, der Iran habe stattdessen über Vermittler wie Pakistan Botschaften erhalten. Er nannte die Forderungen der USA "überzogen und unrealistisch". Das Weiße Haus dagegen erklärte, die Gespräche mit dem Iran würden fortgesetzt und entwickelten sich gut. US-Regierungssprecherin Leavitt ergänzte, die öffentlichen Aussagen des iranischen Regimes unterschieden sich von dessen privater Kommunikation mit dem Weißen Haus.

    +++ Bei einer Explosion im Südlibanon sind nach Angaben der Vereinten Nationen zwei Blauhelmsoldaten getötet worden.

    Die UNO-Mission im Libanon teilte mit, das Fahrzeug der beiden Soldaten sei durch eine Detonation zerstört worden. Am Sonntagabend war bereits ein Blauhelmsoldat bei einer Explosion im Südlibanon getötet worden.

    +++ Ein NATO-Abwehrsystem hat erneut ein iranisches Geschoss im türkischen Luftraum abgefangen.

    Das teilte eine Sprecherin des NATO-Bündnisses mit. Vom türkischen Verteidigungsministerium hieß es, alle notwendigen Maßnahmen würden entschlossen und ohne zu zögern gegen jede Bedrohung des Staatsgebiets und des Luftraums des Landes ergriffen.
    Es ist bereits der vierte Vorfall dieser Art in den vergangenen Wochen. Zuletzt war eine ballistische Rakete in den türkischen Luftraum eingedrungen und zerstört worden. Die iranische Führung dementierte bisher stets, die Türkei beschossen zu haben.

    +++ Zwei Geschosse haben im Persischen Golf vor Saudi-Arabien ein Containerschiff verfehlt.

    Wie die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt mitteilte, schlugen die beiden nicht näher beschriebenen Projektile innerhalb einer Stunde in der Nähe des Frachters ins Wasser. Die Seeleute seien wohlauf und Behörden hätten Ermittlungen eingeleitet. Den Angaben zufolge ereignete sich der Zwischenfall 22 Seemeilen vor der Stadt Ras Tanura an der saudi-arabischen Küste.

    +++ FIFA-Präsident Infantino geht trotz des Krieges im Nahen Osten weiterhin fest von der Teilnahme des Iran an der Fußball-WM im Sommer aus.

    "Wir wollen, dass der Iran spielt. Es gibt keinen Plan B, C oder D – es gibt Plan A", sagte Infantino im mexikanischen Fernsehen. Die iranische Nationalmannschaft solle unter "bestmöglichen Bedingungen" teilnehmen. Der Iran habe sich sportlich für die WM qualifiziert. Allerdings räumte der FIFA-Chef ein, dass die politische Lage "sehr kompliziert" sei.
    Gianni Infantino, Präsident der Fifa Anfang Mai 2025 im Weißen Haus in Washington.
    FIFA-Präsident Infantino bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus (Archivbild). (Imago | Newscom | AdMedia)

    +++ Die Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Staaten sind bereit, "alle notwendigen Maßnahmen" zu ergreifen, um die Stabilität der Energiemärkte zu wahren.

    Damit sollen die wirtschaftlichen Folgen der jüngsten Preis-Schwankungen begrenzt werden, heißt es in einer Erklärung nach einem Online-Treffen. Die G7 rufen zudem dazu auf, auf ungerechtfertigte Exportbeschränkungen für Öl und Gas sowie ihrer Derivate zu verzichten. Zu den G7 zählen Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Großbritannien, Italien und die USA. 

    +++ Trotz einer Ausweisung durch libanesische Behörden will der Iran seinen Botschafter nicht aus dem Libanon abziehen.

    Der Botschafter in Beirut werde seine Arbeit an seinem Einsatzort fortsetzen, sagte ein Sprecher des iranischen Außenamts. Das libanesische Außenministerium hatte den iranischen Botschafter Scheibani vergangene Woche aufgefordert, das Land zu verlassen. Die Regierung in Beirut versucht, den iranischen Einfluss im Land einzudämmen - auch, weil sie unter Druck steht, die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah durchzusetzen.

    +++ In einer israelischen Ölraffinerie in Haifa ist durch herabstürzende Trümmerteile abgefangener Drohnen ein Brand ausgelöst worden.

    Der israelischen Feuerwehr zufolge wurde niemand verletzt, die Löscharbeiten dauerten an. Der Brand soll demnach in einem Tank ausgebrochen sein, der 3000 Kubikmeter Benzin enthält. Die Einsatzkräfte müssen das Benzin abpumpen.

    +++ Bundeskanzler Merz stellt für die Zeit nach dem Iran-Krieg einen Beitrag Deutschlands bei der Sicherung der Straße von Hormus in Aussicht.

    Merz sagte bei einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten al-Scharaa in Berlin, das Beste sei, dass dieser Krieg so schnell wie möglich an sein Ende komme. Wenn die notwendigen Voraussetzungen erfüllt seien, werde Deutschland "selbstverständlich bereit sein, seinen Beitrag zur freien Schifffahrt in der Straße von Hormus zu leisten". Merz schlug vor, dies im Rahmen einer internationalen Kontaktgruppe zu tun, damit eine bestmögliche Koordinierung zwischen den Staaten ermöglicht werde, die wie Deutschland bereit seien zu helfen. 
    Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geben im Bundeskanzleramt eine Pressekonferenz.
    Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa besucht Berlin. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine den iranischen Revolutionsgarden unterstehende Universität in Teheran angegriffen.

    In den vergangenen Tagen sei eine der zentralen militärischen Infrastruktureinrichtungen der Revolutionsgarden angegriffen worden, teilte die israelische Armee mit. Sie befindet sich demnach auf dem Gelände der Imam-Hossein-Universität, der "wichtigsten militärischen Ausbildungsstätte der Revolutionsgarden". Unter dem Deckmantel ziviler Aktivitäten werde dort an der Entwicklung moderner Waffen geforscht, hieß es weiter.

    +++ Der Iran hat nach Angaben des israelischen Militärs wieder mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. ‌

    Zudem gebe es zum zweiten Mal seit Beginn des US-israelischen Krieges einen Angriff aus dem Jemen, teilte die Armee mit. Zwei Drohnen seien abgefangen worden. Bei der Stadt Haifa nahe von Ölraffinerien wurden ein Gebäude und ein Tankwagen von Raketen-Trümmern getroffen, wie die Feuerwehr mitteilte. Energieminister Cohen erklärte, dass keinerlei Schäden an den Produktionsanlagen entstanden seien. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira zeigte Fernsehbilder von einem brennenden Tanklager.

    +++ Die neuen Regeln an Tankstellen treten am Mittwoch in Kraft.

    Das sichere eine reibungslose Umsetzung und sei bereits zügig, sagt ein ‌Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin. Der Bundespräsident hatte das Gesetz bereits am Freitag unterzeichnet, damit hätte es auch schon früher in Kraft treten können. Es begrenzt Preiserhöhungen an Tankstellen auf ein Mal pro Tag und schärft das Kartellrecht, um mehr Transparenz in die Preisgestaltung zu bringen.

    +++ Kuwait und andere Golfstaaten stehen weiter unter Beschuss durch den Iran.

    Das Energieministerium in Kuwait meldete in der Nacht auf der Plattform X Schäden an einem Nebengebäude eines Stromkraftwerks und einer Entsalzungsanlage. Ein indischer Arbeiter sei ums Leben gekommen.  Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing unterdessen erneut fünf ballistische Raketen ab, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auch Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate seien wieder unter Beschuss durch Drohnen und Raketen geraten, berichtete der arabische Fernsehsender Al Jazeera. Die Geschosse seien abgefangen worden.

    +++ Die spanische Regierung hat den Luftraum des Landes für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran in Verbindung stehen.

    Diese Maßnahme "ist Teil der Entscheidung der spanischen Regierung, sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, nicht zu beteiligen und ihn nicht zu unterstützen", sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Cuerpo dem Radiosender "Cadena Ser". Das Verbot betrifft Medienberichten zufolge nicht nur Starts von spanischem Boden, sondern auch den Überflug militärischer Flugzeuge, die etwa von Stützpunkten in Großbritannien oder Frankreich aus operieren.

    +++ Im Iran sind Regierungsangaben zufolge Dutzende historische Orte bei den US-israelischen Bombardierungen beschädigt worden.

    Landesweit wurden einer Erklärung zufolge Schäden an gut 130 historischen Bauwerken verzeichnet. Am stärksten betroffen ist demnach die Provinz der Hauptstadt Teheran, gefolgt von der Kulturmetropole Isfahan. Das Ministerium für Kulturerbe, Tourismus und Handwerk berichtete außerdem über zahlreiche Schäden an touristischen Orten und Gebäuden in insgesamt zehn Provinzen.
    Teheran: Die von der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur XinHua zeigt Rauch über Gebäuden in Teheran.
    Es gab erneut Angriffe auf Teheran. (Shadati / XinHua / dpa / Shadati)

    +++ Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben dutzende Waffen-Produktionsstätten im Iran angegriffen.

    Darunter sei auch eine Anlage für die Fertigung von Boden-Luft-Raketen in der Hauptstadt Teheran, teilte die israelische Armee mit. Insgesamt wurden während der Luftangriffswellen etwa 40 Waffenproduktions- und Forschungseinrichtungen getroffen.

    +++ Der Iran hat den Tod des Marinekommandanten der Revolutionsgarden, Tangsiri, bestätigt.

    Er sei an den Folgen schwerer ‌Verletzungen gestorben, berichten staatliche Medien unter Berufung auf eine Erklärung der Revolutionsgarden. Israel hatte Tangsiri nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff am Mittwoch getötet.
    Ein Bild von Februar 2025 zeigt den Marinekommandeur der Revolutionsgarden, Aliresa Tangsiri
    Der Marinekommandeur der Revolutionsgarden, Aliresa Tangsiri (Archivbild). (AFP / -)

    +++ Wegen der Folgen des Iran-Kriegs wollen deutlich mehr Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts ihre Preise erhöhen.

    Der entsprechende Indikator kletterte um fünf Punkte auf den höchsten Wert seit März 2023, wie das Ifo-Institut in München mitteilte. Besonders stark steigen die Preiserwartungen demnach in der Industrie sowie im Baugewerbe. Auch die konsumnahen Dienstleister, also zum Beispiel Gastronomie, Einzelhandel oder Gesundheit, erhöhten ihre Preiserwartungen kräftig.

    +++ Israel hat neue Luftangriffe auf den Iran geflogen.

    Ziel sei militärische Infrastruktur in verschiedenen Teilen der Hauptstadt Teheran, wurde am Morgen mitgeteilt. US-Präsident Trump erklärte, das US-Militär habe viele seit langem verfolgte Ziele angegriffen und zerstört. Erneute iranische Raketenangriffe auf Israel wurden aus einem Gebiet in der Nähe eines Atomforschungszentrums gemeldet.
    Iran-Krieg geht mit Wucht weiter

    +++ Im Norden des Irans ist nach Angaben staatlicher Medien eine Petrochemie-Anlage angegriffen worden.

    Bei dem Angriff auf die Einrichtung des Unternehmens Tabriz Petrochemical seien keine Gefahrstoffe freigesetzt worden, heißt es. Das Unternehmen verarbeitet Erdöl und Erdgas zu chemischen Produkten, die zur Herstellung von Alltagsmaterialien verwendet werden.

    +++ Der Südasien-Experte Christian Wagner glaubt nicht, dass Pakistan als Vermittler im Irak-Krieg viel bewegen kann.

    Das Land habe vergleichsweise wenig Möglichkeiten, auf die Konfliktparteien Druck auszuüben, sagte Wagner im Deutschlandfunk. Dennoch sei es für Pakistan eine Chance, sich auf der internationalen Bühne zu präsentieren und diplomatisches Kapital zu gewinnen, so der Politikwissenschaftler von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).
    Pakistan hatte sich bereit erklärt, in den kommenden Tagen Gespräche zwischen den USA und dem Iran auszurichten. Zuvor hatte Außenminister Dar mit seinen Amtskollegen aus Saudi-Arabien, Ägypten und der Türkei in Islamabad über Wege zum Frieden in der Region beraten.

    +++ Die US-Regierung befindet sich nach den Worten von Präsident Trump in "aussichtsreichen Gesprächen" zur Beendigung des Krieges mit dem Iran.

    Diese Verhandlungen machten gute Fortschritte, sagte Trump Medienberichten zufolge. Bisher waren die Bemühungen indirekt über die pakistanische Regierung gelaufen, die auch angeboten hat, direkte Gespräche zwischen den USA und den Iran auszurichten. Trump verwies auch auf Ankündigungen, wonach die iranische Regierung zugesagt habe, weiteren Schiffen unter pakistanischer Flagge die Passage durch die Straße von Hormus zu gestatten. Die Blockade des Seewegs etwa für Öltanker hat zu massiven wirtschaftlichen Problemen weltweit geführt.

    +++ Australien will die Steuern auf Benzin und Diesel halbieren, um die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten abzufedern.

    Die Regierung teilte mit, die Steuererleichterungen würden den Bund innerhalb von drei Monaten voraussichtlich 2,55 Milliarden australische Dollar (etwa 1,52 Milliarden Euro) kosten. Die Senkung der Spritsteuer werde am Mittwoch in Kraft treten, hieß es. Der Bundesstaat Tasmanien setzte zudem bereits die Beförderungsgebühren im öffentlichen Nahverkehr aus, der Bundesstaat Victoria plant, am Mittwoch nachzuziehen.

    +++ Irans Forschungsreaktor Chondab ist nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) durch Beschuss stark beschädigt worden.

    Der früher Arak genannte Schwerwasserreaktor sei nicht mehr betriebsfähig, erklärte die Behörde mit Sitz in Wien auf der Plattform X. Sie berief sich dabei unter anderem auf Satellitenbilder und eigene Kenntnisse der Einrichtung. Die Anlage enthalte kein deklariertes Nuklearmaterial. Der Iran habe den Beschuss des Reaktors am 27. März gemeldet, hieß es.

    Sonntag, 29. März

    +++ Pakistan hat sich bereit erklärt, Gespräche zwischen den USA und dem Iran auszurichten.

    Das teilte der pakistanische Außenminister, Dar, nach einem Treffen mit den Ressortchefs aus Ägypten, Saudi-Arabien und der Türkei mit. Diese hätten ihre volle Unterstützung für baldige Gespräche zwischen Washington und Teheran in Pakistans Hauptstadt bekundet, sagte er im Staatsfernsehen. Bei den Beratungen ging es zudem um die Auswirkungen des Krieges, darunter die Blockade der Straße von Hormus.
    Ob es tatsächlich zu Gesprächen zwischen den USA und dem Iran kommt, ist derzeit ungewiss. Medienberichte, die USA würden einen Einsatz von Bodentruppen vorbereiten, hatten den Ton verschärft. Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf erklärte, Washington signalisiere Verhandlungsbereitschaft, plane aber heimlich einen Bodenangriff. Der Iran werde keine Demütigung akzeptieren.

    +++ Der Chef des wichtigsten Lobbyverbands der US-Öl- und Gasindustrie, Sommers, dringt auf rasche Schritte zur Öffnung der Straße von Hormus.

    Der Präsident und CEO des American Petroleum Institute (API) sagte dem Sender Fox News, das sei die einzige Lösung mit Blick auf die steigenden Verbraucherpreise und Energiekosten. Sommers sprach sich für gezielte Maßnahmen gegen die iranische Führung aus, um das Ziel zu erreichen. Ansonsten werde sich das Problem mit der Zeit verschlimmern. Je länger der Handelsweg blockiert bleibe, desto höher stiegen die Preise, warnte Sommers. Sorge bereite ihm auch das Eingreifen der jemenitischen Huthi-Miliz in den Konflikt.

    +++ Israels Ministerpräsident Netanjahu hat die Armee angewiesen, im Süden des Libanons weiter vorzudringen.

    Er sagte auf einer Lagebesprechung, dass der - wie er es nannte - "bestehende Sicherheitsstreifen" ausgedehnt werden soll. Ziel sei es, so Netanjahu, eine Bedrohung aus diesem Gebiet zu verhindern. Obwohl Israel der Hisbollah bereits schwere Schläge versetzt habe, verfüge die pro-iranische Miliz weiterhin über Restfähigkeiten, Raketen abzufeuern.
    Der israelische Militäreinsatz steht zunehmend in der Kritik. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF teilte zuletzt mit, seit Beginn der Offensive seien 370.000 Kinder aus ihren Wohnungen und Häusern vertrieben worden. Bundeskanzler Merz nannte den Einsatz schon vor zwei Wochen einen "Fehler", verurteilte aber zugleich auch, dass die Hisbollah an der Seite Irans in den Krieg eingetreten sei.

    +++ Der Iran hat die USA vor einer Bodenoffensive gewarnt.

    Parlamentspräsident Ghalibaf erklärte, Washington signalisiere Verhandlungsbereitschaft, plane aber heimlich einen Bodenangriff. Er sprach von einem Täuschungsmanöver. Der Iran sei vorbereitet und werde keine Demütigung akzeptieren. Zitat: "Zweifelt keinen Augenblick an der Entschlossenheit unserer Soldaten."
    Der Sprecher der iranischen Streitkräfte sagte dem Staatssender Irib zufolge, eine Bodenoffensive oder Besetzung eines Teils des iranischen Territoriums sei ein "Wunschtraum" - und man warte nur auf solch eine Aktion. 

    +++ Die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric, beklagt im Iran-Krieg zunehmende Angriffe auf die Zivilbevölkerung.

    Sie sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sie beobachte im gesamten Nahen Osten eine "grassierende Regellosigkeit, was das Kriegsrecht angeht". Die Genfer Konventionen verböten Angriffe auf die Zivilbevölkerung, fügte sie hinzu: "Wenn man sich daran nicht mehr hält, dann werden Kriege zwischen Kriegsparteien zu Kriegen gegen die Zivilbevölkerung." Derzeit würden von allen Seiten überproportional hohe zivile Opfer und Schäden an ziviler Infrastruktur in Kauf genommen.
    Das Foto zeigt die Schweizerin Mirjana Spoljaric Egger, die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).
    IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric kritisiert die Kriegsführung im Nahen Osten. (Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE / dpa / Salvatore Di Nolfi)

    +++ Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs ist der ukrainische Präsident Selenskyj zu Gesprächen über Sicherheitsfragen nach Jordanien gereist.

    Er schrieb auf X, die oberste Priorität habe das Thema "Sicherheit". Es sei "wichtig, dass alle Partner die dafür nötigen Anstrengungen unternehmen". Weiter erklärte er: "Die Ukraine leistet ihren Beitrag. Es stehen wichtige Treffen bevor." Am Samstag hatte der ukrainische Staatschef mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar eine Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung besiegelt. Zuvor hatte Kiew ein ähnliches Abkommen mit Saudi-Arabien geschlossen.

    +++ Angesichts der fortwährenden Angriffe des Iran hat der Golfstaat Bahrain ein nächtliches Fahrverbot für Schiffe verhängt.

    Das Fahrverbot gelte von 18.00 Uhr abends bis 04.00 Uhr morgens, "um die Sicherheit für die Seeleute angesichts der iranischen Aggression zu erhöhen", hieß es in einer Erklärung des Innenministeriums.

    +++ In Pakistan hat ein diplomatisches Treffen zum Iran-Krieg begonnen.

    Das Staatsfernsehen zeigte, wie der pakistanische Außenminister seine Amtskollegen aus Ägypten, der Türkei und aus Saudi-Arabien empfing. Bei den Gesprächen soll es um den Fortgang der Bemühungen Pakistans gehen, im Rahmen indirekter Gespräche zwischen Teheran und Washington ein Ende des Konflikts anzubahnen.
    Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty, Saudi-Arabiens Außenminister Faisal bin Farhan, Pakistans Außenminister Muhammad Ishaq Dar und der türkische Außenminister Hakan Fidan stehen nebeneinander.
    Diplomatisches Spitzentreffen in Islamabad wegen des Iran-Krieges. (picture alliance / Anadolu / Turkish Foreign Ministry / Handout)

    +++ Der höchste Vertreter der katholischen Kirche in Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, ist von der israelischen Polizei am Zugang zur Grabeskirche gehindert worden.

    Das teilte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem mit. Es sei das erste Mal seit Jahrhunderten, dass hohen Kirchenvertretern das Feiern des Palmsonntags in der Grabeskirche verweigert worden sei. - Nach christlichem Glauben wurde an dieser Stelle Jesus gekreuzigt. Die israelische Polizei berief sich auf Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg.

    +++ Die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere regionale Nachbarn am Golf stehen weiter unter Beschuss durch den Iran.

    Die Emirate meldeten, ihre Flugabwehr habe allein heute 16 Raketen und 42 Drohnen abgefangen. Auch in Bahrain und in Kuwait ertönten heute erneut Warnsirenen. Saudi-Arabien zerstörte in der Nacht nach eigenen Angaben zehn iranische Drohnen.

    +++ Das iranische Regime hat das Internet nach Angaben der Organisation Netblocks inzwischen seit vier Wochen de facto komplett gesperrt.

    Demnach liegt der Internetverkehr weiterhin bei rund einem Prozent der vor dem Krieg üblichen Werte. Erst gestern teilte Netblocks mit, der Iran befinde sich weiterhin in "digitaler Dunkelheit" - und damit werde das Recht der Menschen auf Kommunikation und Information verletzt.

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    +++ Ein hochrangiger Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate hat Sicherheitsgarantien für die Nachbarstaaten des Irans im Falle einer Einigung über ein Ende des Krieges gefordert.

    Der Iran sei zur größten Bedrohung der Sicherheit am Persischen Golf geworden, schrieb Anwar Gargasch in sozialen Medien. Für die iranischen Angriffe auf zivile und kritische Infrastruktur forderte er Wiedergutmachung.

    +++ Die EU-geführte Marinemission "Aspides" warnt vor Angriffen der proiranischen Huthi-Miliz im Jemen auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer und im östlichen Golf von Aden.

    Schiffe könnte dort erneut ins Visier geraten, teilte die Marinemission mit Sitz im griechischen Larissa mit. Reedereien, deren Schiffe sich in der Region befinden, werde empfohlen, besonders vorsichtig zu sein. Die Huthi-Miliz hatte ihre Raketenangriffe auf Israel wieder aufgenommen und ist damit an der Seite des Irans in den von den USA und Israel begonnenen Krieg eingetreten. Der Iran blockiert die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Straße von Hormus. Nun könnte nach Ansicht der Marinemission "Aspides" auch der Schiffsverkehr durch das Rote Meer und den Golf von Aden durch die Huthi-Miliz in Gefahr geraten.

    +++ Das Pentagon bereitet sich einem Medienbericht zufolge auf wochenlange Bodeneinsätze im Iran vor.

    Die "Washington Post" meldet, die Pläne umfassten Bodeneinsätze von Spezialeinheiten und konventionellen Truppen auf der Insel Charg. Die Insel ist für die iranischen Ölexporte wichtig. Auch Küstenstandorte nahe der Straße von Hormus seien mögliche Ziele. Wie es in dem Bericht weiter heißt, ist eine Dauer von mehreren Wochen vorgesehen, aber kein vollständiger Einmarsch. Es sei auch unklar, ob Präsident Trump einen Einsatz von Bodentruppen im Iran genehmigen werde. Außenminister Rubio sagte zuletzt, die USA könnten ihre Kriegsziele auch ohne Bodentruppen erreichen.

    +++ Auf Einladung Pakistans sind die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei in Islamabad zu zweitägigen Gesprächen zusammengekommen.

    Bei den Beratungen geht es um eine mögliche Deeskalation des seit einem Monat andauernden Iran-Krieges. Die Außenminister sollen auch Premierminister Sharif treffen. Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran. Islamabad verfügt über gute Beziehungen zu Teheran und den Golfstaaten sowie zu den USA und hat sich seit der Ausweitung des Krieges als Vermittler angeboten.

    +++ Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sehen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig an und weisen auf mögliche Konsequenzen für Deutschland hin.

    Die Angriffe der beiden Länder stellten "nach herrschender Ansicht" einen Verstoß gegen das in der Charta der Vereinten Nationen verankerte Gewaltverbot dar, da sie weder vom Recht der Selbstverteidigung gedeckt noch vom UNO-Sicherheitsrat autorisiert worden seien, heißt es in einem Gutachten der Bundestags-Experten. Dieses wurde von Abgeordneten der Linksfraktion in Auftrag gegeben und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte die "Berliner Zeitung" darüber berichtet.
    Die Wissenschaftler gehen in ihrer 12-seitigen Analyse der Frage nach, ob die mögliche Nutzung von Militärbasen in Deutschland wie dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein für Angriffe gegen den Iran eine Beihilfe darstellt, für die Deutschland völkerrechtlich Verantwortung tragen muss. Sie kommen zu dem Schluss, dass dies "vorbehaltlich der konkreten Umstände der Nutzung (...) jedenfalls nicht ausgeschlossen ist". 

    +++ Nach Einschätzung des Juristen Wolff Heintschel von Heinegg verstößt der Angriff der USA und Israels auf den Iran nicht gegen das Völkerrecht.

    Die Diskussion habe sich wegen der Begründungsversuche der US-Administration auf die Frage reduziert, ob ein iranischer Angriff auf Israel und/oder die USA unmittelbar bevorstand, sagte von Heinegg im Deutschlandfunk. Dadurch sei der größere Zusammenhang aus dem Blick geraten. Der Völkerrechtler verwies auf eine Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ). Das Interview können Sie hier hören:

    +++ Die Huthi-Miliz hat eigenen Angaben zufolge erneut Israel angegriffen.

    Man habe Raketen und Drohnen auf militärische Ziele abgefeuert, erklärte ein Huthi-Sprecher. Die Miliz, die weite Teile des Jemens kontrolliert, war gestern mit dem Abschuss einer Rakete in Richtung Israel in den Iran-Krieg eingetreten.

    +++ Der starke Anstieg der Dieselpreise belastet das deutsche Speditionsgewerbe erheblich.

    Seit Beginn des Iran-Kriegs sei der Preis um rund 40 Cent pro Liter gestiegen, sagte der Chef des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Engelhardt. Er spricht aktuell von Mehrkosten in Höhe von rund 1.200 Euro pro Monat. "Dass dies früher oder später Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben könnte, ist naheliegend", betonte Engelhardt. Die Transportbranche fordert angesichts der stark gestiegenen Dieselpreise kurzfristige staatliche Entlastungen.
    Im Vordergrund fahren auf einer Autobahn zwei LKW. Im Hintergrund sind noch zwei Autos erkennbar.
    Steigende Dieselpreise setzen die Spediteure unter Druck (Symbolbild). (imago / Zoonar / monticello)

    +++ Der Iran nimmt erneut Israel und die Golfstaaten ins Visier.

    In Bahrain wurden bei einem Angriff auf ein Aluminiumwerk zwei Menschen verletzt. In der kurdischen Autonomieregion im Norden des Iraks wurde die Residenz von Präsident Barsani angegriffen. Die USA machten dafür Milizen verantwortlich, die der Führung in Teheran nahestehen.

    +++ Der Iran droht mit Angriffen auf US-Universitäten in der Golfregion.

    Die iranischen Revolutionsgarden haben mit Angriffen auf amerikanische Universitäten in der Golfregion gedroht. Zuvor wurde Medienberichten zufolge bei mutmaßlich US-israelischen Luftangriffen unter anderem die technische Universität in Teheran getroffen. Gebäude seien beschädigt worden, es habe aber keine Opfer gegeben. Die Revolutionsgarden forderten eine Verurteilung der Angriffe von Seiten der US-Regierung.
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