Newsblog zum Krieg im Nahen Osten
Die Entwicklungen vom 3. bis 5. April

Wir halten Sie über den Krieg im Iran und in der Golf-Region auf dem Laufenden. In diesem Archiv finden Sie die Entwicklungen vom 3. bis 5. April 2026.

    Links und rechts hohe Felsen, auf dem Wasser einige Fischerboote.
    Die Meerenge Bab al-Mandab vor der jemenitischen Küste (Archivbild). (AFP / KARIM SAHIB)
    Die aktuellen Entwicklungen lesen Sie hier.

    Sonntag, 5. April

    +++ Der iranische Kulturminister Salihi-Amiri hat sich unbeeindruckt von den Angriffsdrohungen von US-Präsident Trump gezeigt.

    "Die iranische Gesellschaft schenkt seinen Äußerungen im Allgemeinen keine Beachtung, da sie der Ansicht ist, dass ihm persönliche, verhaltensbezogene und verbale Ausgeglichenheit fehlt und er ständig zwischen widersprüchlichen Positionen wechselt", sagte Salihi-Amiri am Sonntag der Nachrichtenagentur AP. Den US-Präsidenten bezeichnete er als eine "instabile, wahnhafte Figur". Es habe den Anschein, als sei Trump zu "einem Phänomen geworden, das weder Iraner noch Amerikaner vollständig durchleuchten können", Salihi-Amiri fügte hinzu, die Straße von Hormus sei "für die Welt offen, aber für die Feinde Irans geschlossen".

    +++ US-Präsident Trump hat sein dem Iran gesetzten Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus konkretsieirt

    In seinem Onlinedienst Truth Social veröffentlichte Trump den schlichten Hinweis "Dienstag, 20.00 Uhr". Dies entspricht Mittwochfrüh um 2.00 Uhr MESZ. Zuvor hatte Trump Teheran Montag als Frist genannt, bis zu der eine Einigung erzielt werden müsse. Andernfalls drohe eine massive Zerstörungswelle von Kraftwerken und Brücken im Iran.

    +++ Bei einem iranischen Raketenangriff in Israel sind mindestens vier Menschen verletzt worden.

    Eine Rakete habe ein Wohnhaus in der Stadt Haifa direkt getroffen, teilte ein Armeevertreter mit. Der Einschlag sei Minuten nach einer Warnung vor einer neuen Welle iranischer Angriffe erfolgt. Nach Angaben des israelischen Rettungsdiensts Magen David Adom wurden in dem siebenstöckigen Wohngebäude vier Menschen verletzt.

    +++ Der russische Außenminister Lawrow forderte in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Araghtschi, Washington solle "die Sprache der Ultimaten" aufgeben und an den Verhandlungstisch zurückkehren.

    Wie Lawrows Büro mitteilte, hoffe Moskau darauf, "dass die Bemühungen einer Reihe von Staaten zur Deeskalation der Spannungen rund um den Iran erfolgreich sein werden".

    +++ Bei israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums am Sonntag mindestens elf Menschen getötet worden.

    Bei einem Beschuss des Dorfes Kfarhata im Süden des Landes starben demnach sieben Menschen. Ein weiterer Angriff auf ein Viertel in der Hauptstadt Beirut habe vier Menschen getötet und 39 weitere verletzt, teilte das Ministerium mit. Zudem meldete die libanesische Armee den Tod eines ‌Soldaten durch einen israelischen Angriff im Südlibanon. Die Gesamtzahl ⁠der Toten im Libanon seit Beginn des Krieges steigt ⁠den Behörden zufolge auf 1.461.

    +++ China will im UNO-Sicherheitsrat nach eigenem Bekunden mit Russland zusammenarbeiten, um die Lage im Nahen Osten zu beruhigen.

    Das erklärte Außenminister Wang Yi in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Lawrow, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet. Die Lösung der Schifffahrtsprobleme in der Straße von Hormus sei ein schnellstmöglicher Waffenstillstand, sagt Wang demzufolge. China trete stets für eine Lösung von Konflikten durch ‌Dialog ein. In der kommenden Woche stimmt der Sicherheitsrat in New York über eine Resolution Bahrains zum Schutz der ⁠Handelsschifffahrt in der Meerenge ab.

    +++ US-Präsident Trump droht dem Iran mit besonders markiger Wortwahl, um seiner Forderung nach Öffnung der Straße von Hormus Nachdruck zu verleihen.

    Wörtlich schrieb er auf seiner Plattform Truth Social: "Öffnet die verdammte Meerenge, Ihr verrückten Mistkerle, oder Ihr werdet in der Hölle landen." Erneut drohte er mit Angriffen auf Energieanlagen und Verkehrs-Infrastruktur, sollte Teheran nicht einlenken: "Am Dienstag ist im Iran gleichzeitig Tag des Kraftwerks und Tag der Brücke. Das wird ein unvergessliches Erlebnis!" schrieb Trump weiter.

    +++ Die iranischen Revolutionsgarden bekennen sich zu Angriffen auf petrochemische Anlagen in der Region.

    Konkret genannt wurden Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Bahrain. Sollten sich die Angriffe auf zivile Ziele im Iran wiederholen, würden die Einsätze gegen "wirtschaftliche Interessen der USA" intensiviert, warnten sie in einer Mitteilung.
    Über flachen, weißen Gebäuden steigt eine dunkle Rauchwolke in den blauen Himmel.
    Dunkler Rauch über dem internationalen Flughafen von Kuwait nach einem Drohnenangriff (Archivbild) (AFP / -)

    +++ Die stellvertretenden Außenminister des Oman und des Iran haben Gespräche darüber geführt, wie ein reibungsloser Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus gewährleistet werden kann.

    Das teilte das omanische Außenministerium mit. Die Gespräche fanden demzufolge statt, nachdem der Iran am vergangenen Donnerstag erklärt hatte, man arbeite gemeinsam daran, wie der Schiffsverkehr in der Meerenge überwacht werden könne. Seit Beginn des Iran-Kriegs ist der Verkehr durch die Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gekommen.

    +++ Das iranische Militär hat nach eigenen Angaben ein Flugzeug und zwei Hubschrauber der US-Armee abgeschossen.

    Die Abschüsse seien im Süden von Isfahan erfolgt, teilte das zentrale Einsatzkommando mit. Die Luftfahrzeuge seien an der Rettungsaktion für das vorübergehend vermisste Besatzungsmitglied eines abgeschossenen US-Kampfjets beteiligt gewesen. Den Angaben zufolge geht es um "zwei Hubschrauber vom Typ Black Hawk und ein Militärtransportflugzeug vom Typ C-130". Die Revolutionsgarden veröffentlichten Fotos, die die Trümmer zeigen sollen. Die Armee bezeichnete die US-amerikanische Rettungsaktion als "gescheitert".
    Auf sandigem Wüstenboden liegen große Trümmerteile. Sie sind vom Ruß geschwärzt und Rauch steigt auf.
    Das Foto der iranischen Revolutionsgarden soll Trümmer eines US-amerikanischen Luftfahrzeugs zeigen. (AFP / -)

    +++ Das Internet im Iran ist laut Experten so lange blockiert wie noch nie.

    Die Menschen seien bereits den 37. Tag in Folge ohne Internetverbindung, erklärte die Organisation Netblocks im Onlinedienst X. Diese Blockade übertreffe alle anderen vergleichbaren Vorfälle und sei die längste landesweite Internetsperrung der Welt. Das iranische Regime hatte den Zugang zum Netz am 28. Februar abgeschaltet, nachdem Israel und die USA den Krieg gegen das Land begonnen hatten. Wegen der Abschaltung ist es für die Iranerinnen und Iraner sehr schwer, sich unabhängig zu informieren oder Menschen im Ausland zu kontaktieren.

    +++ Der Iran hat erneut Nachbarstaaten in der Golfregion attackiert.

    In Kuwait wurde durch den Einschlag einer iranischen Drohne ein Gebäude des Finanzministeriums beschädigt. Nach Angaben des Informationsministeriums traf eine Drohne zudem eine Anlage des Ölkonzerns Kuwait Petroleum Corporation. Dabei seien zwei Kraftwerke sowie eine Wasserentsalzungsanlage getroffen worden.
    In Bahrain meldete das Unternehmen Bapco Energies, dass in einer seiner Lagerstätten nach einem iranischen Angriff ein Feuer ausgebrochen sei. Der Brand sei inzwischen gelöscht worden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten brach nach einer Attacke ein Brand in einem Petrochemiewerk aus. Die Produktion wurde eingestellt. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe vor fünf Wochen feuert der Iran im Gegenzug Raketen und Drohnen auf Nachbarländer, die US-Militärbasen beherbergen.

    +++ Eine Woche nach ihrer Tötung im Südlibanon sind drei Blauhelmsoldaten aus Indonesien beigesetzt worden.

    Die Soldaten der UNO-Mission Unifil wurden in ihren Heimatorten mit militärischen Ehren beerdigt. Einer der Blauhelmsoldaten war vor einer Woche bei der Explosion eines Geschosses im Südlibanon getötet worden, wo die Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah wieder aufgeflammt sind. Die beiden anderen kamen einen Tag später ums Leben, als ihr Fahrzeug durch eine Detonation zerstört wurde.
    Soldaten halten bei der Trauerfeier Bilder der drei getöteten indonesischen UNO-Soldaten hoch.
    Trauerfeier für die drei getöteten indonesischen UNO-Soldaten. (picture alliance / NurPhoto / Aditya Irawan)

    +++ Israels Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele der Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen.

    Nachrichtenagenturen meldeten fünf heftige Bombardements. Die Gegend im Süden Beiruts gilt als Hochburg der pro-iranischen Miliz, ist aber auch dicht besiedeltes Wohngebiet. Israels Armee hatte die Bewohner bereits mehrfach zur Flucht aufgerufen. Nach Angaben der libanesischen Armee wurde ein Soldat im Südlibanon getötet. Die Hisbollah feuerte auch wieder Geschosse auf Israel. In mehreren Regionen im Norden gab es gleich mehrfach Raketenalarm.

    +++ Im Iran sind zwei weitere Männer hingerichtet worden.

    Nach Angaben der Justizbehörden sollen sie während der Massenproteste im Januar eine militärische Einrichtung gestürmt haben, um Waffen zu stehlen. Amnesty International sprach von unfairen Verfahren und möglichen Foltergeständnissen. Im Zusammenhang mit den Protesten gegen die iranische Führung waren in den vergangenen Tagen bereits vier Menschen hingerichtet worden, darunter ein 18-Jähriger.

    +++ Das Satelliten-Unternehmen Planet Labs hat auf Bitten der US-Regierung die Veröffentlichung von Aufnahmen aus dem Nahen und Mittleren Osten weitgehend eingestellt.

    Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf E-Mails der US-Firma an Kunden. Die Einschränkung gelte unter anderem für den Iran sowie die betroffenen Staaten rund um den Persischen Golf. Bilder würden nur noch in Einzelfällen freigegeben, hieß es. Die Satellitenaufnahmen von Planet Labs werden unter anderem von Journalisten genutzt, um die Folgen von Angriffen oder die Bewegung von Schiffen zu dokumentieren.

    +++ Im Iran ist das seit Tagen vermisste Besatzungsmitglied eines abgeschossenen US-Kampfjets gerettet worden.

    US-Präsident Trump erklärte auf seiner Online-Plattform, Spezialkräfte hätten den Offizier gefunden. Er sei verletzt, aber in Sicherheit. Trump sprach von einer der gewagtesten Rettungsaktionen in der Geschichte der USA. Der arabische Sender Al Dschasira berichtet, vor der Bergung des Mannes habe es ein Feuergefecht gegeben. Die iranische Führung hatte am Freitag erklärt, den US-Kampfjet über dem Südwesten des Landes abgeschossen und eine Belohnung auf die Gefangennahme des Soldaten ausgesetzt zu haben. Bei der Suche nach dem Mann wurde iranischen Angaben zufolge ein weiteres US-Flugzeug in der Nähe der Straße von Hormus getroffen. Der Pilot konnte gerettet werden.

    +++ Südkorea hat die Golfstaaten um stabile Energielieferungen gebeten.

    Es gehe um die Versorgung mit Öl, Flüssigerdgas und weiteren Ressourcen, sagte Finanzminister Koo bei einem Treffen mit Botschaftern aus der Region. Auch sollten die Staaten die Sicherheit koreanischer Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus gewährleisten. Die Diplomaten der Golfstaaten sagten in einer Erklärung eine stabile Versorgung und eine enge Zusammenarbeit mit Seoul zu.
    Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme.
    Die Straße von Hormus (Archivbild) (picture alliance / dpa / Nasa: The Visible Earth)

    +++ Im Nordwesten des Iran sind laut Staatsmedien drei Menschen durch Angriffe getötet worden.

    Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim sind Israel und die USA für die Attacke verantwortlich. Bei einem weiteren Angriff habe es drei Verletzte in der Provinz Ardabil gegeben. Diese grenzt an Aserbaidschan, meldet die Agentur mit Bezug auf den Regionalgouverneur.

    +++ Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat die Bundesregierung zu grundlegenden Reformen noch vor dem Sommer aufgefordert.

    Der Wirtschaftsstandort Deutschland stehe unter Druck wie selten zuvor in der Nachkriegsgeschichte, sagte BDI-Hauptgeschäftsführerin Gönner. Der Iran-Krieg verschärfe die Situation zusätzlich. Nur wenn die Regierung jetzt ein klares Signal setze, werde Deutschland die Wachstumsschwäche überwinden können. Entscheidend seien Reformen in den Sozialversicherungen, um Lohnzusatzkosten zu begrenzen und Fehlanreize zu vermeiden, erklärte Gönner.

    Samstag, 4. April

    +++ Die israelische Polizei hat in Tel Aviv eine Anti-Kriegs-Demonstration aufgelöst.

    Mehrere hundert Menschen hatten sich auf dem zentralen Habima-Platz versammelt, um gegen die Militärangriffe Israels im Iran und im Libanon zu protestieren. Die Behörden hatten aus Sicherheitsgründen nur eine Versammlung mit maximal 150 Teilnehmern zugelassen. Die Polizei drängte die Demonstranten deshalb vom Platz. Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtet von mindestens 14 Festnahmen.
    Mehrere Menschen stehen nebeneinander. Sie sind schwarz gekleidet. Auf ihren Handflächen steht in schwarzer Farbe "Stop" und "War".
    Hunderte Menschen haben in Tel Aviv ein Ende des Krieges im Nahen Osten gefordert. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Maya Levin)

    +++ Bei iranischen Raketenangriffen auf Israel sind mindestens fünf Menschen verletzt worden.

    Nach Angaben des israelischen Rettungsdiensts Magen David Adom wurden in Tel Aviv und Umgebung fünf Männer unter anderem durch Glassplitter verletzt. Mehrere Häuser wurden beschädigt. Insgesamt habe es seit Mitternacht sieben Wellen iranischer Angriffe gegeben, teilte das israelische Militär mit. Die Luftabwehr habe anfliegende Raketen abgefangen.

    +++ In den USA sind zwei Verwandte des getöteten iranischen Militärkommandeurs Soleimani festgenommen worden.

    Das teilte das Außenministerium in Washington mit. Minister Rubio habe die Aufenthaltsgenehmigungen der beiden Frauen widerrufen. Es handele sich um die Nichte und die Großnichte Soleimanis. Sie befänden sich nun in Gewahrsam der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE. Die Nichte habe wiederholt Hetze und Propaganda der iranischen Führung verbreitet, hieß es. Soleimani war im Januar 2020 auf Befehl von US-Präsident Trump bei einem Drohnenangriff getötet worden.

    +++ US-Präsident Trump hat dem Iran erneut gedroht.

    Er erinnerte auf seiner Online-Plattform an das Ultimatum, das er dem Land gestellt habe und das in 48 Stunden auslaufe. Wenn es bis dahin keine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus gebe, werde - Zitat - die Hölle über den Iran hereinbrechen.

    +++ Die US-Armee setzt die Suche nach einem im Iran vermissten Besatzungsmitglied eines abgestürzten Kampfjets fort.

    Agenturberichten zufolge wurden mehrere Spezialkräfte in den Süden des Landes geschickt, um eine Gefangennahme des Mannes zu verhindern.

    +++ Der russische Staatskonzern Rosatom zieht nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen 198 Mitarbeiter aus dem iranischen Kernkraftwerk Buschehr ab.

    Die Evakuierung sei bereits geplant gewesen, bevor die Internationale Atomenergiebehörde den Tod eines iranischen Wachmanns durch Bombensplitter gemeldet habe. Die Entwicklungen nahe der Anlage verliefen nach dem schlimmsten anzunehmenden ‌Szenario, zitieren die Agenturen Rosatom-Chef Lichatschow. Der russische Präsident Putin sei über die Lage informiert worden.

    +++ Österreichs Außenministerin Meinl-Reisinger hat mit ihrem iranischen Amtskollegen Araghtschi telefoniert.

    "In Zeiten wie diesen ist es wichtig, den Dialog aufrechtzuerhalten", erklärte die Außenministerin auf der Plattform X. Meinl-Reisinger forderte im Telefonat nach eigenen Angaben eine Deeskalation und ein Ende der Angriffe auf Nachbarstaaten. Zudem müsse die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus wiederhergestellt werden.
    Österreich ist kein Nato-Mitglied und sieht sich traditionell eher in der Rolle eines Vermittlers.

    +++ Der Iran hat Luftangriffe auf die Sonderwirtschaftszone der Petrochemie in Mahschahr gemeldet.

    Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf das Gouverneursamt, dass es drei Einschläge und heftige Explosionen gegeben habe.  Getroffen wurden demnach die Petrochemieunternehmen Fadschr 1 und 2, Ridschal und Amirkabir. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es Todesopfer und Verletzte gegeben habe. Israels Armee wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Angriff äußern. Mahschahr ist eine Hafenstadt in der iranischen Provinz Chusesten nahe der Grenze zum Irak. 
    Ein iranischer Wachmann steht vor dem petrochemischen Komplex Mahshahr in der Provinz Khuzestan im Südwesten des Iran.
    Der petrochemische Komplex Mahshahr in der Provinz Khuzestan im Südwesten des Iran (Abedin Taherkenareh / EPA FILE / dpa )

    +++ Nach dem Einschlag eines Projektils in der Nähe des iranischen Kernkraftwerks Buschehr gibt es der Internationalen ‌Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge keine erhöhten Strahlungswerte.

    Wie die IAEA auf X mitteilte, kam ein Wachmann durch Splitter ums Leben. Zuvor hatte bereits die iranische Nachrichtenagentur Tasnim über das Todesopfer und Schäden an einem Nebengebäude berichtet. Die IAEA erklärt dazu, dass die Schäden durch Druckwellen und Trümmerteile entstanden seien.
    Blick auf das iranische Atomkraftwerk Buscher
    Das iranische Atomkraftwerk Buschehr (picture alliance / TASS)

    +++ Angesichts der hohen Preise hat der SPD-Wirtschaftsflügel Seeheimer Kreis eine Streichung der Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel gefordert.

    Die deutsche Politik könne den internationalen Ölpreis nicht kontrollieren, sagte Seeheimer-Chef Limbacher der "Bild"-Zeitung. Aber man könne dafür sorgen, dass teurere Lebensmittel die Deutschen weniger belasteten. Er forderte deshalb eine Senkung der Mehrwertsteuer "auf null" bei gesunden Lebensmitteln. Dazu zählte er Obst, Gemüse, Milch- und Fleischprodukte, Eier, Brot, Nudeln, Reis und Wasser. Limbacher ergänzte, es brauche eine Inflationsbremse für die "normalen Leute" im Land. Wegen des Nahost-Krieges erwarten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für Deutschland 2026 eine spürbar höhere Inflation.

    +++ Der Iran hat nach eigenen Angaben das zweite US-Kampfflugzeug abgeschossen.

    Der «New York Times» zufolge konnte sich der Pilot retten.

    +++ Seit Beginn des Krieges gegen den Iran sind nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministeriums rund 370 US-Militärangehörige verletzt worden.

    Die Zahl der Todesopfer gab das Pentagon mit 13 an.

    +++ Die Rekordpreise an den deutschen Tankstellen sorgen weiter für politische Debatten.

    Wirtschaftsministerin Reiche hat Forderungen nach staatlichen Steuernachlässen an den Tankstellen und einem Tempolimit eine Absage ‌erteilt. Stattdessen sollten Autofahrer durch eine höhere Pendlerpauschale entlastet werden. Das sagte die CDU-Politikerin der "Augsburger Allgemeinen". Dies komme zielgenau jenen zugute, die auf ihr Fahrzeug angewiesen seien. Auch die Wirtschaftsweise Grimm nannte eine Erhöhung der Pauschale keine schlechte Idee, warb aber vor allem für ein Tempolimit, ähnlich wie Grünen-Fraktionschefin Dröge. Von einer Preisdeckelung durch staatlichen Eingriff warnte Grimm. Sie sagte im Deutschlandfunk, diese kurzfristigen Hilfen sorgten mittelfristig für Schwierigkeiten beim Weg aus einer Inflation.
    Verbraucherschutzministerin Hubig von der SPD hingegen sprach sich für einen Preisdeckel aus. Sie sagte der "Rheinischen Post", Mobilität müsse auch in angespannten Zeiten verlässlich und bezahlbar bleiben. Die Parteichefin der AfD, Weidel, verlangte unter anderem eine Senkung der Energiesteuer sowie eine Aussetzung der CO2-Bepreisung.

    +++ In der Golfregion ist ein zweites US-Kampfflugzeug abgestürzt.

    Die genaue Ursache ist noch unklar. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert amerikanische Regierungsbeamte, wonach die Maschine vom Typ A-10 nahe der Straße von Hormus von iranischem Beschuss getroffen wurde und über Kuwait abstürzte. Der Pilot habe sich mit dem Schleudersitz retten können.
    Zuvor hatten mehrere Medien übereinstimmend über den Abschuss eines US-Kampflugzeugs vom Typ F-15 berichtet. Eines der beiden Besatzungsmitglieder sei gerettet worden, nach dem zweiten werde noch gesucht. Präsident Trump antwortete dem Fernsehsender NBC News auf eine entsprechende Frage, er sehe durch die Abschüsse etwaige Gespräche mit dem Iran nicht beeinflusst. Der britischen Zeitung "The Independent" sagte er, er hoffe, dass der Pilot nicht von Iranern gefangengenommen oder verletzt werde.

    +++ Die Lufthansa befürchtet wegen des Iran-Krieges Engpässe bei der Versorgung mit Kerosin.

    Die Vorständin für Technik, IT und Innovation, Vittadini, sagte der "Welt am Sonntag", schon jetzt sei die Frage der Verfügbarkeit von Flugbenzin an einigen asiatischen Flughäfen schwierig. Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibe, desto kritischer könne auch die Versorgungssicherheit beim Kerosin werden. Die anhaltende Blockade der Handelsroute hat bereits zu einem deutlichen Anstieg der Keronsinpreise.
    Lufthansa-Flieger in Frankfurt am Main
    Lufthansa-Maschinen in Frankfurt am Main (dpa / Boris Roessler)

    +++ Nach einem Luftabwehreinsatz ‌in Dubai sind Trümmerteile auf ein Gebäude des US-Technologiekonzerns Oracle gestürzt.

    Bei dem Vorfall im Technologiepark Internet City gibt es nach Angaben der Behörden des Emirats keine Verletzten. Oracle steht auf einer Liste von 18 US-Unternehmen, die die iranischen Revolutionsgarden als Vergeltung für Angriffe auf ihr Land zu Zielen erklärt haben.

    +++ Der deutsche Islamwissenschaftler und BSW-Politiker Lüders geht davon aus, dass das Regime in Teheran den Krieg ohne große Probleme noch lange weiterführen kann.

    Lüders sagte im Deutschlandfunk, der Irankrieg werde die Überlebensdauer des dortigen politischen Systems um mindestens eine Generation verlängern. In der iranischen Bevölkerung gebe es zwar Ablehnung gegen das System, aber auch viel Wut angesichts der aktuellen Attacken auf die zivilie Infrastruktur. Der Irankrieg sei nicht zu gewinnen.

    +++ Die israelische Armee hat in der Nacht Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen.

    Das Militär erklärte im Onlinedienst Telegram, es habe Infrastruktur der vom Iran finanzierten islamistischen Hisbollah-Miliz angegriffen. Binnen einer halben Stunde ereigneten sich mindestens zwei Explosionen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Libanesische Medien meldeten Attacken auf südliche Vororte der Hauptstadt.

    +++ Das israelische Militär hat in der Nacht erneute Raketenangriffe aus dem Iran gemeldet.

    Die Abwehrsysteme seien im Einsatz gewesen, um die Bedrohung abzufangen, teilte die Armee auf Telegram mit. Über etwaige Schäden oder Verletzte lagen zunächst keine Angaben vor.

    +++ Im UNO-Sicherheitsrat ist erneut eine Abstimmung über eine Resolution zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus verschoben worden.

    Das Votum soll nach Angaben von Diplomaten in der kommenden Woche stattfinden. Beobachter deuten die weitere Vertagung als Hinweis, dass auch die abgeschwächte Version des Textes für Russland und China nicht akzeptabel ist. Zuvor war bereits eine erste Abstimmung über die ursprüngliche Fassung verschoben worden. Darin war zunächst vom Einsatz "aller notwendigen Mittel" für den Schutz der kommerziellen Schifffahrt die Rede, was auch offensive Militäreinsätze eingeschlossen hätte. Später war lediglich noch von Verteidigungseinsätzen die Rede. Seit Beginn des Iran-Kriegs ist der Verkehr durch die Meerenge weitgehend zum Erliegen gekommen. In der Folge stiegen die Ölpreise deutlich.

    +++ US-Geheimdienstberichte kommen Insidern zufolge zu dem Schluss, dass der Iran die Straße von Hormus vorerst nicht wieder öffnen wird.

    Die Kontrolle über die wichtigste Ölroute der Welt sei das einzige echte Druckmittel der Islamischen Republik gegen die USA, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung in Teheran wolle die Energiepreise hoch halten, um US-Präsident Trump zu einem raschen Ende des seit fast fünf Wochen andauernden Krieges zu drängen. Ein Vertreter des Weißen Hauses erklärt dagegen, Trump sei zuversichtlich, dass die Meerenge "sehr bald" wieder befahrbar sein werde.

    Freitag, 3. April

    +++ In der iranischen Hauptstadt Teheran ist es zu neuen schweren Angriffen gekommen.

    Anwohner im Norden der Stadt berichteten von massiven Explosionen, die ganze Gebäude zum Zittern gebracht hätten. Menschen seien in Panik auf die Straße gelaufen. Einem lokalen Medienbericht zufolge wurden Ziele im wohlhabenden Stadtteil Niawaran angegriffen. Die israelische Armee hatte zuvor nach eigenen Angaben eine "großangelegte Welle von Angriffen" auf Teheran gestartet.

    +++ Die israelische Armee hat bei ihrem militärischen Vorgehen gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon eine Brücke zerstört.

    Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, die Brücke zwischen den Städten Sohmor und Maschghara im Südosten des Landes sei bombardiert und zerstört. Israel hatte Angriffe auf zwei Brücken über den Fluss Litani angekündigt. Damit solle der Transport von "Verstärkung und militärischer Ausrüstung" der Hisbollah unterbunden werden, erklärten die israelischen Streitkräfte.

    +++ Das US-Verteidigungsministerium hat das Repräsentantenhaus über den ungeklärten Verbleib eines Besatzungsmitglieds nach dem Abschuss eines US-Kampfjets über dem Iran informiert.

    Ein Kongressmitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur AP, das Pentagon habe dem Streitkräfteausschuss erklärt, dass ein Besatzungsmitglied gerettet worden sei. Der Status des zweiten Besatzungsmitglieds sei unklar.

    +++ US-Präsident Trump sieht laut einem Medienbericht etwaige Gespräche mit dem Iran durch den Absturz eines US-Kampfjets nicht beeinflusst.

    Der TV-Sender NBC News berichtete unter Verweis auf ein Telefoninterview mit dem Präsidenten, dass dieser auf die Frage, ob es einen Einfluss auf diplomatische Gespräche gebe, gesagt habe: "Nein, überhaupt nicht. Nein, es ist Krieg."

    +++ In der Golfregion ist offenbar ein zweites US-Kampfflugzeug abgestürzt.

    Die Maschine vom Typ A-10 sei nahe der Straße von Hormus verunglückt, berichtet die "New York Times". Der Pilot sei gerettet worden. Nach Darstellung des Iran wurde die Maschine von der Luftabwehr getroffen.

    +++ Der russische Präsident Putin und der türkische Staatschef Erdogan haben bei einem Telefonat eine sofortige Waffenruhe im Iran-Krieg gefordert. 

    Dies schreibt die Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf Angaben des Kreml. Die beiden Politiker forderten, es müssten Friedensvereinbarungen geschlossen werden, "welche die legitimen Interessen aller Staaten in der Region berücksichtigen". Intensive militärische Handlungen führten zu schwerwiegenden negativen Konsequenzen in der Region und weltweit, unter anderem in den Bereichen Energie, Handel und Logistik, erklärten die beiden Staatschefs weiter. 
    Einem iranischen Medienbericht zufolge lehnte Teheran einen Vorschlag der USA für eine Feuerpause ab. Eine Stellungnahme aus Washington lag zunächst nicht vor.
    Zu sehen sind der türkische Präsident Erdogan und der russische Präsident Putin.
    Der türkische Präsident Erdogan (l.) und Kreml-Chef Putin haben über den Iran-Krieg gesprochen (Archivbild). (imago / ITAR-TASS / Sergei Karpukhin)

    +++ Bei den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran ist erneut eine Hochschule in der Hauptstadt Teheran getroffen worden.

    Wie die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf die Nachrichtenagentur Tasnim schreibt, wurden bei der Attacke das medizinische Forschungsinstitut sowie das Laborgebäude der Beheschti-Universität fast vollständig zerstört. Zudem sei auch das Studentenwohnheim auf dem Universitäts-Gelände stark beschädigt worden. Mehr zum Thema.

    +++ Die USA bestätigen den Abschuss eines Kampfjets über dem Iran.

    Die Suche nach der Besatzung sei am Laufen, sagte ein Vertreter der Regierung in Washington der Nachrichtenagentur Reuters. US-Medienberichten zufolge konnte bereits ein Besatzungsmitglied von Spezialeinheiten gerettet werden. Das berichteten der Sender CBS und das Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf informierte Kreise.
    Iranische Staatsmedien hatten mit Verweis auf die Revolutionsgarden berichtet, das Flugzeug sei im zentralen Luftraum durch ein neues fortschrittliches Verteidigungssystem abgeschossen worden. Es sei bereits der zweite Abschuss eines Kampfjets vom Typ F-35 gewesen. Militärexperten wiesen in Sozialen Medien allerdings darauf hin, dass die veröffentlichten Fotos mehr auf ein Wrack eines F-15 deuteten. 

    +++ Ein Containerschiff des französischen Schifffahrtskonzerns CMA CGM hat als wohl erster Frachter eines europäischen Eigners seit Beginn des Iran-Kriegs die Straße von Hormus passiert, wie die Nachrichtenagentur AFP schreibt.

    Die unter der Flagge Maltas fahrende "Kribi" sandte anstelle ihres Fahrtzieles die Botschaft "französischer Eigentümer" aus. Das geht laut AFP aus den Daten der Website MarineTraffic hervor. Das Schiff passierte die Meerenge am Donnerstag. Am selben Tag durchquerten drei Tanker die Straße von Hormus auf einer selten genutzten Route nahe der omanischen Küste. Sie hatten den Angaben zufolge die Botschaft "omanische Eigentümer" ausgesandt.
    Die meisten Schiffe, die seit Anfang März durch die vom Iran de facto blockierte Straße von Hormus fuhren, stammten aus dem Iran oder hatten Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, China oder Saudi-Arabien. Peking äußerte am Dienstag seinen Dank, nachdem drei chinesische Frachter die Meerenge passiert hatten.

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine "großangelegte Welle von Angriffen" auf die iranische Hauptstadt Teheran gestartet.

    Ziel sei die "Infrastruktur des iranischen Regimes in Teheran", teilten die israelischen Streitkräfte am Freitag mit. Am Donnerstag war eine Autobahnbrücke bei Teheran gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit bombardiert worden.

    +++ Papst Leo XIV. fordert den israelischen Präsidenten Herzog nach Angaben des Vatikans in einem Telefonat auf, "alle Wege des Dialogs wieder zu öffnen", um den Krieg im Iran zu beenden.

    Der Papst dringe zudem darauf, Zivilisten zu schützen und ‌die Einhaltung des Völkerrechts sowie des humanitären Völkerrechts zu fördern, teilt der Vatikan weiter mit.

    +++ Italiens Ministerpräsidentin Meloni ist überraschend zu einem Besuch in der Golfregion eingetroffen.

    Die Regierungschefin landete am Nachmittag mit einem Flugzeug aus Rom in Saudi-Arabien, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Aufenthalt war aus Sicherheitsgründen bis zur Ankunft geheim gehalten worden.
    Als weitere Stationen der zweitägigen Reise wurden neben Saudi-Arabien die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar genannt. Thema soll auch die Energieversorgung sein. In Italien gibt es - wie in vielen anderen Ländern - große Sorge, dass bei einer Fortdauer des Krieges Energie knapp werden und die Preise noch mehr steigen könnten

    +++ Die Zahl der Schiffspassagen durch die Straße von Hormus hat zugenommen.

    Nach einem Bericht der Datenfirma Windward sind am Mittwoch 16 Frachter durch die weitgehend blockierte Meerenge gefahren, am Vortag seien es elf Schiffe gewesen. Die Zahl der Durchfahrten sei drei Tage infolge gestiegen. Sie beträgt aber noch immer nur einen Bruchteil des Verkehrs vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar. 

    +++ Die Bündnispartner der USA haben irritiert auf die neuerliche Kritik an der NATO durch Präsident Trump reagiert.

    Frankreichs Präsident Macron erklärte, wer jeden Tag Zweifel an seinem Engagement nähre, höhle die Substanz aus. Der Wert der NATO basiere auf dem Vertrauen der Mitgliedstaaten. Bundesaußenminister Wadephul (CDU) äußerte sich besorgt.
    Der französische Präsident Emmanuel Macron spricht während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung in Seoul.
    Emmanuel Macron (AP / JUNG YEON-JE)

    +++ Angesichts der Kosten durch den Iran-Krieg hat das Weiße Haus eine massive Erhöhung des US-Verteidigungshaushalts auf 1,5 Billionen Dollar (1,3 Billionen Euro) im nächsten Jahr gefordert.

    Das geht aus einem Ausgabenentwurf hervor, der am Freitag an die US-Abgeordneten geschickt wurde. Der Anstieg der Pentagon-Ausgaben von einem Jahr zum nächsten wäre damit der größte seit dem Zweiten Weltkrieg, berichteten US-Medien.
    Für das laufende Haushaltsjahr 2026 sind für den Verteidigungsbereich rund 1 Billion Dollar (870 Milliarden Euro) eingeplant.

    +++ Bei US-Angriffen auf eine Autobahnbrücke in der Nähe von Teheran sind laut iranischen Staatsmedien acht Menschen getötet worden.

    Zudem seien 95 Menschen verletzt worden, die sich unter der Brücke und am Flussufer aufgehalten hätten. Die Autobahnbrücke "B1" wurde den Angaben zufolge zwei Mal bombardiert. Sie ist Teil der Pendlerroute zwischen der Großstadt Karadsch und der Hauptstadt. Ein Teilabschnitt befand sich noch im Bau. Irans Außenminister Araghtschi erklärte, Angriffe auf zivile Strukturen, einschließlich unfertiger Brücken, würden die Iraner nicht zur Kapitulation zwingen. Derartige Angriffe seien Ausdruck eines moralischen Zusammenbruchs der USA.
    Eine zerstörte Autobahnbrücke
    Weite Teile der Autobahnbrücke B1 im Iran sind zerstört. (IMAGO / Anadolu Agency / IMAGO / Fatemeh Bahrami)

    +++ Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Rekrutierung von Kindern für die Freiwilligen-Miliz Basidsch im Iran scharf verurteilt.

    Dies sei ein Kriegsverbrechen, teilte Erika Guevara-Rosas von Amnesty International mit. Die Revolutionsgarden hatten kürzlich Kinder und Jugendliche ab einem Alter von zwölf Jahren zum Dienst bei den Basidsch-Milizen aufgerufen, die Kontrollposten betreiben und in der Vergangenheit Proteste brutal niedergeschlagen haben. Augenzeugenberichte und die eigene Analyse von Videoaufnahmen würden zeigen, dass bereits "Kindersoldaten an Kontrollposten und auf Patrouillen eingesetzt wurden", hieß es von Amnesty. Einige seien mit Waffen wie Kalaschnikow-Sturmgewehren ausgerüstet.

    +++ Israel ist erneut mit Raketen beschossen worden.

    Im Norden des Landes gab es am Vormittag nach Einschlägen in der Gegend der Stadt Haifa infolge eines iranischen Angriffs Schäden an Gebäuden und Autos, wie israelische Medien berichteten. Demnach setzte der Iran die international weitgehend geächtete Streumunition ein. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, ein Mann sei leicht verletzt worden.  Iranischen Informationen zufolge wurden Militärziele in Israel beschossen. Unter anderem sei ein Militärflugplatz rund 30 Kilometer von Haifa attackiert worden. In der Metropolregion Tel Aviv sei eine Produktionsstätte für Kampfdrohnen getroffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Die iranischen Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Schäden an Militäranlagen und im Rüstungsbereich unterliegen in Israel der Zensur.
    Zerstörungen in einem Gebäude in Ramat Gan, Israel
    Zerstörungen in einem Gebäude in Ramat Gan, Israel (AFP / ILIA YEFIMOVICH)

    +++ Nach einem iranischen Drohnenangriff auf eine Ölraffinerie in Kuwait ist auch eine Entsalzungsanlage im Golfstaat getroffen worden.

    Die Attacke habe erheblichen Schaden an einigen Komponenten der Entsalzungsanlage verursacht, teilten die kuwaitischen Behörden mit. Die Anlagen wandeln das salzige Wasser des Persischen Golfs in Trinkwasser für die trockene Region um. Im Fall von Kuwait stammen etwa 90 Prozent des Trinkwassers aus der Meerwasserentsalzung.

    +++ Nordrhein-Westfalen verlängert den Abschiebestopp in den Iran um weitere drei Monate bis Mitte Juli.

    Die Sicherheitslage im Iran habe sich durch den Krieg deutlich verschärft, begründete Fluchtministerin Schäffer (Grüne) den Schritt. "Für Straftäter und Gefährder gilt der Abschiebestopp nicht", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.  Bereits im Januar hatte Nordrhein-Westfalen angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen und des brutalen Vorgehens gegen die Zivilbevölkerung im Iran Abschiebungen dorthin ausgesetzt. Ein Abschiebestopp gilt deswegen auch in mehreren anderen Bundesländern. 

    +++ Der UNO-Sicherheitsrat hat noch keine Resolution zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus beschlossen.

    Nach Intervention von China, Russland und Frankreich wurde der Text der Entschließung geändert. Die für heute vorgesehene Abstimmung wurde verschoben. Im ersten Entwurf war vom Einsatz "aller notwendigen Mittel" für den Schutz der kommerziellen Schifffahrt die Rede. Dies hätte auch offensive Militäreinsätze eingeschlossen. Im abgeänderten Text werden nur Verteidigungseinsätze autorisiert. Über die Vorlage soll nun vermutlich am Samstag abgestimmt werden.

    +++ US-Präsident Trump droht dem Iran mit der weiteren Zerstörung von wichtiger Infrastruktur.

    "Unsere Streitkräfte, die größten und stärksten ‌der Welt, haben noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was im Iran noch übrig ist. Als nächstes kommen Brücken, dann Kraftwerke", schrieb Trump in sozialen Medien und fügte hinzu: "Die neue iranische Führung weiß, was getan werden muss, und zwar SCHNELL!"
    US-Präsident Donald Trump spricht zu Reportern an Bord der Air Force One
    US-Präsident Donald Trump spricht zu Reportern an Bord der Air Force One (AP / dpa / Mark Schiefelbein)

    +++ Bundesaußenminister Wadephul zeigt sich angesichts neuer Äußerungen von US-Präsident Trump zu einem möglichen NATO-Austritt beunruhigt.

    Natürlich besorgten ihn solche Aussagen, sagte der CDU-Politiker der Funke-Mediengruppe. Auch denke er, dass "unser klares Bekenntnis und unser entschiedenes Eintreten" für das Bündnis die USA davon überzeugen würden, diese Erfolgsstory gemeinsam weiterzuschreiben. Zugleich wies Wadephul darauf hin, dass Trump einen NATO-Austritt nicht im Alleingang entscheiden könne.
    Zuvor hatten sich führende US-Senatoren von Republikanern und Demokraten in einer gemeinsamen Erklärung für einen Verbleib der Vereinigten Staaten im westlichen Verteidigungs-Bündnis ausgesprochen. Trump und sein Außenminister Rubio hatten kürzlich abermals die NATO-Mitgliedschaft der Vereinigten Staaten infrage gestellt.

    +++ Pentagon-Sprecher Parnell bestätigt den Rücktritt von Heeres-Stabschef George.

    Er teilte auf der Online-Plattform X mit, der General trete den sofortigen Ruhestand an. Die oppositionellen Demokraten warnten vor einer politischen Vereinnahmung der traditionell neutralen US-Streitkräfte. Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit sind zahlreiche ranghohe Militärvertreter ausgetauscht worden, ebenso die Spitzen von Marine, Küstenwache und NSA.
    Der bisherige Generalstabschef der Armee, General Randy George, im September 2025
    Der bisherige Generalstabschef der Armee, General Randy George, im September 2025 (AP / dpa / Julia Demaree Nikhinson)

    +++ Inmitten des Iran-Kriegs hat US-Verteidigungsminister Hegseth Heereschef George zum Rücktritt gedrängt.

    Ein Vertreter der Regierung in Washington bestätigte einen entsprechenden Bericht des Fernsehsenders CBS. Der General sei aufgefordert worden, in den sofortigen Ruhestand zu gehen. Gründe wurden zunächst nicht genannt. George war noch von Trumps Vorgänger Biden an die Spitze der Landstreitkräfte berufen worden. CBS berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, Hegseth wolle einen General auf dem Posten, der seine militärische Vision und diejenige von Präsident Trump teile.

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