Newsblog zum Krieg im Nahen Osten
Die Entwicklungen vom 9. bis 13. April

Wir halten Sie über den Krieg im Iran und in der Golf-Region auf dem Laufenden. In diesem Archiv finden Sie die Entwicklungen vom 9. bis 13. April 2026.

    Zu sehen sind Gebäude im Zentrum von Beirut. Im Vordergrund liegen Trümmer.
    Vor den Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon gibt es Unklarheit über die genauen Ziele. (picture alliance / Sipa USA / Elisa Gestri)
    Die aktuellen Entwicklungen lesen Sie hier.

    Montag, 13. April

    +++ Israel und der Libanon sind sich kurz vor ihren Verhandlungen am Dienstag uneinig über das Ziel.

    Die libanesische Seite will über eine Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz sprechen. Israel schließt eine Feuerpause vorerst aus und fordert eine Entwaffnung der Miliz. Gespräche auf Botschafterebene sind für Dienstag im US-Außenministerium in Washington geplant. Beide Länder befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

    +++ Bundeskanzler Merz hat Israel und die Hisbollah-Miliz zu einem Ende der Kämpfe aufgerufen.

    In einem Telefonat mit Ministerpräsident Netanjahu sprach sich der Kanzler dafür aus, die Kampfhandlungen im Südlibanon zu beenden, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Merz habe den israelischen Regierungschef ermutigt, Friedensgespräche mit dem Libanon aufzunehmen. Auch die pro-iranische Hisbollah-Miliz müsse die Waffen niederlegen. Derweil telefonierte Außenminister Wadephul eigenen Angaben zufolge mit seinem libanesischen Kollegen Radschi. Direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon könnten ein wichtiger Schritt sein, heißt es.

    +++ Die militant-islamistische Hisbollah-Miliz im Libanon hat die Regierung des Landes aufgefordert, das für morgen geplante Gespräch mit Israel abzusagen.

    Milizen-Anführer Kassim sagte in einer Fernsehansprache, das geplante Treffen in Washington sei nutzlos. Die Hisbollah werde weiterhin israelischen Beschuss mit Gegenangriffen beantworten. Für morgen ist ein Gespräch von Vertretern der libanesischen Regierung und der israelischen Führung in Washington anberaumt. Es findet auf Botschafterebene statt. Israel strebt ein dauerhaftes Friedensabkommen an, macht dafür aber eine Entwaffnung der Hisbollah zur Bedingung. Der Libanon will nach eigener Darstellung zunächst eine Waffenruhe erreichen sowie den Abzug israelischer Soldaten aus dem Land.

    +++ Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine Stadt im Südlibanon eingekesselt.

    Die Stadt Bint Dschbeil sei eingeschlossen und es werde mit einem Angriff auf sie begonnen, teilte ein Armeesprecher mit. Ministerpräsident Netanjahu sagte, die Kämpfe würden sich seit Sonntag auf die Stadt konzentrieren. Israel geht nach eigener Darstellung im Südlibanon gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz vor.

    +++ Nach Angaben von US-Präsident Trump hat die iranische Führung Kontakt mit Washington aufgenommen.

    Er könne sagen, dass man von der anderen Seite angerufen worden sei, behauptete Trump. Er fügte an: "Sie wollen einen Deal machen." Eine entsprechende Äußerung des Irans ist öffentlich nicht bekannt.
    Donald Trump steht vor einer weißen Fassade mit Fenstern. Er trägt einen dunklen Anzug und Krawatte.
    Donald Trump vor dem Oval Office in Washington (AFP / BRENDAN SMIALOWSKI)

    +++ Die Vereinten Nationen haben vor Versorgungsengpässen bei Agrar- und Ernährungsprodukten gewarnt.

    Der Chefökonom der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO, Torero, skizzierte tiefgreifende Folgen für den Fall, dass sich die Lage in der Straße von Hormus nicht verbessert. Dann könne es zu Unterbrechungen der Düngemittel- und Energieexporte kommen, die Lebensmittel verteuern und Ernteerträge schmälern würden, so Torero. Ärmere Länder seien am stärksten gefährdet.

    +++ US-Präsident Trump hat gedroht, Schiffe in der Straße von Hormus zu zerstören.

    Er schrieb auf seiner Online-Plattform, man werde kleine Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden ausschalten, sollten sich diese der Seeblockade nähern. Dabei werde das US-Militär auf dasselbe Raketensystem setzen, das auch gegen Boote von mutmaßlichen Drogendealern vor der venezolanischen Küste genutzt worden sei.
    Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando hatte zuvor mitgeteilt, iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman dürften nicht mehr angelaufen werden. Die Durchfahrt von Schiffen ohne iranischen Ziel- oder Startpunkt werde nicht beeinträchtigt. Die USA wollen so den Iran von Einnahmen aus Ölexporten abschneiden.

    +++ China hat die Bedeutung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran betont.

    Außenminister Wang habe diese Haltung in einem Telefonat mit seinem pakistanischen Kollegen zum Ausdruck gebracht, wie das Ministerium mitteilte. Es habe Priorität, alles zu unternehmen, um die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen zu verhindern und die Waffenruhe aufrechtzuerhalten. China ist ein wichtiger Partner des iranischen Regimes.
    Der chinesische Außenminister Wang Yi sitzt auf einem Stuhl und schaut ernst.
    Chinas Außenminister Wang (Archivbild) (Pavel Bednyakov / Pool AP / AP / dpa / Pavel Bednyakov)

    +++ Der Sohn des letzten iranischen Schahs, Pahlavi, hat seinen Wunsch bekräftigt, in dem Land zukünftig eine Rolle zu spielen.

    Er wolle als einende nationale Figur agieren, sagte Pahlavi bei einem Besuch im schwedischen Parlament. Er stehe in Kontakt mit verschiedenen Gruppen der gespaltenen Opposition. Pahlavi lebt in den USA und hatte sich in der Vergangenheit für eine säkulare Demokratie im Iran ausgesprochen.

    +++ Der Libanon geht von mehr als 2.000 getöteten Menschen durch die Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz aus.

    Wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden mindestens 2.089 Menschen getötet. Darunter seien 252 Frauen, 166 Kinder und 88 Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Die Zahlen beziehen sich nach Behördenangaben auf den Zeitraum seit der Wiederaufnahme der Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah am 2. März.
    Bei dem Angriff in Nabatieh wurde nach Behördenangaben ein Regierungsgebäude zerstört. Vor dem zerstörten Haus sind drei Rettungskräfte zu sehen.
    Ein zerstörtes Regierungsgebäude in Nabatieh im Libanon (Archivbild) (IMAGO / Anadolu Agency / IMAGO / Ahmad Kaddoura)

    +++ Die von US-Präsident Trump angekündigte Blockade der Straße von Hormus soll am Nachmittag begonnen haben.

    Trump warnte, iranische Schiffe, die gegen die Maßnahmen verstießen, würden sofort eliminiert. Noch ist nicht klar, ob das zuständige US-amerikanische Regionalkommando Schiffe an der Durchfahrt durch die Meerenge hindert. Angekündigt war eine Blockade von Schiffen, die iranische Häfen als Start oder Ziel haben.

    +++ Der Iran hat angesichts einer von den USA angekündigten Seeblockade mit Angriffen im Persischen Golf und im Golf von Oman gedroht.

    Sicherheit gebe es entweder für alle oder für niemanden, hieß es in einem Bericht des iranischen Senders Irib. Die iranische Revolutionsgarde erklärte, die Straße von Hormus befinde sich weiter unter vollständiger Kontrolle des Irans. Für zivile Schiffe sei die Straße offen, man werde Marine-Schiffe nicht akzeptieren.

    +++ Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat nach pakistanischen Angaben Bestand.

    Die Feuerpause halte weiterhin, sagte Pakistans Regierungschef Sharif. Es werde mit aller Kraft daran gearbeitet, die offenen Streitpunkte zwischen den Ländern auszuräumen. Washington und Teheran hatten sich vergangene Woche auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt.

    +++ Bundesaußenminister Wadephul hat sich nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran für weitere Gespräche ausgeprochen.

    Man halte es für entscheidend, dass weiter verhandelt werde, sagte Wadephul beim Treffen mit seinem südafrikanischen Amtskollegen Lamola. Der deutsche Außenminister richtete den Appell an alle drei Kriegsparteien. Er betonte, dass er die Forderung der USA nach einem iranischen Verzicht auf Atomwaffen unterstütze. Zur Straße von Hormus sagte er, dass die Seestraße offen und frei bleiben solle. Er äußerte sich nicht explizit zur Ankündigung des US-Präsidenten, die Meerenge zu blockieren.
    Johann Wadephul (CDU, r), Außenminister, steht neben seinem südafrikanischen Amtskollegen Ronald Ozzy Lamola zum Treffen der binationalen Kommission.
    Außenminister Wadephul empfängt seinen südafrikanischen Kollegen Lamola in Berlin. (picture alliance/dpa/Michael Kappeler)

    +++ Papst Leo XIV. hat die Art der Kriegsführung auf der Welt verurteilt.

    In Algerien kritisierte er "fortwährende Verstöße gegen des Völkerrecht und neokoloniale Tendenzen". Der Respekt vor der Menschenwürde und die Anteilnahme am Leid anderer seien wichtiger denn je. Leo nannte in diesem Zusammenhang keinen Krieg explizit. Zuvor sprach er über die Kriege in der Ukraine und im Iran sowie über die Bodenoffensive Israels im Südlibanon.

    +++ EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat eine schnelle Abkehr von fossilen Brennstoffen gefordert.

    Als Grund nannte sie die hohen Energiekosten infolge des Iran-Krieges. Von der Leyen sagte in Brüssel, Europa zahle einen hohen Preis für seine Abhängigkeit von Öl und Gas. Sie wolle deshalb erneuerbare Energien und die Atomkraft ausbauen. Fabriken, Heizungen und Autos sollten in Zukunft mit Strom laufen. Kernkraft verschaffe der EU mehr Unabhängigkeit und Sicherheit.
    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (Archivbild) (AFP / SIMON WOHLFAHRT)

    +++ Frankreich hat eine Konferenz zur Sicherung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus angekündigt.

    Diese Konferenz werde sein Land gemeinsam mit Großbritannien in den kommenden Tagen organisieren, teilt Präsident Macron mit. Dabei gehe es um einen multinationalen und klar defensiven Marineeinsatz, der getrennt von den Kriegsparteien agieren solle, sobald die Lage dies erlaube.
    Zuvor hatte der britische Premierminister Starmer verkündet, Großbritannien werde sich nicht in den Iran-Krieg hineinziehen lassen. Sein Land werde eine Blockade der Straße von Hormus nicht unterstützen, sagte er. Es sei von entscheidender Bedeutung, die Meerenge wieder zu öffnen.

    +++ Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom zieht fast sein gesamtes Personal aus dem iranischen Atomkraftwerk Buschehr ab.

    Rosatom-Chef Alexej Lichatschew kündigte den Rückzug von 108 weiteren Beschäftigten aus der von Russland gebauten Atomanlage an, in deren Umfeld im Verlauf des US-israelischen Krieges gegen den Iran mehrfach Projektile einschlugen. Nur 20 Beschäftigte blieben zurück, um die Ausrüstung auf dem Gelände zu überwachen, auf dem Russland zwei weitere Reaktoren baut, erklärte Lichatschew. Die Evakuierung der Mitarbeiter erfolge in Abstimmung mit den iranischen Behörden.
    Blick auf das iranische Atomkraftwerk Buscher.
    Das iranische Atomkraftwerk Buschehr (Archivbild) (picture alliance / TASS)

    +++ Die iranischen Streitkräfte haben die US-Einschränkungen für Schiffe in internationalen ‌Gewässern als "Akt der Piraterie" bezeichnet.

    Die angekündigte Seeblockade in der Straße von Hormus sei illegal, erklärte das iranische MIlitär. Die Häfen am Golf müssten für alle zugänglich sein oder für niemanden. Der Iran werde einen dauerhaften Mechanismus zur Kontrolle der Straße von Hormus einführen. Kein Hafen am Golf oder am Golf von Oman werde sicher bleiben, falls iranische Häfen gefährdet seien, hieß es weiter.

    +++ Bundeskanzler Merz hat die Vorbereitung der vorläufig gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan kritisiert.

    "Ich bin von der Entscheidung, die Gespräche in Islamabad abzubrechen, nicht überrascht gewesen", sagte der CDU-Vorsitzende in Berlin. "Ich hatte von Anfang an nicht den Eindruck, dass sie wirklich gut vorbereitet waren", fügte Merz hinzu. Wen er mit dieser Kritik meinte, sagte er nicht.
    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

    +++ Trotz des vorläufigen Scheiterns der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sieht China die jüngsten Gespräche als Schritt in die richtige Richtung zur "Entspannung der Lage".

    Alle Seiten sollten sich an die vorläufige Waffenruhe halten, ihre Streitigkeiten auf diplomatischem Weg lösen und ein Wiederaufflammen der Kämpfe vermeiden, sagte Außenamtssprecher Guo Jiakun in Peking. 

    +++ Die Ankündigung von US-Präsident Trump, die Straße von Hormus teilweise blockieren zu lassen, hat die Ölpreise wieder deutlich steigen lassen.

    Sowohl die US-Referenzsorte WTI als auch die Nordseesorte Brent notierten heute früh bei mehr als 100 Dollar je Barrel. Das ist ein Anstieg um acht Prozent. Ein Barrel sind circa 159 Liter.

    +++ Deutschlands größter Energieversorger Eon rechnet als Folge des Iran-Kriegs auch langfristig mit Auswirkungen auf die Strom- und Gaspreise.

    Der Chef des heimischen Vertriebsgeschäfts, Thon, sagte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", so schnell werde das generelle Niveau aus der Zeit vor dem Konflikt nicht zurückkehren. Im Einkauf an den Energiebörsen hätten sich die Preise für das laufende Jahr zwischenzeitlich beim Gas um 75 Prozent erhöht und beim Strom um 35 Prozent.

    +++ Vor Beginn der angekündigten US-Teilblockade iranischer Häfen meiden viele Öltanker Schifffahrtsdaten zufolge die Straße von Hormus.

    Ein unter der Flagge Maltas fahrendes Schiff hat demnach an der Meerenge bereits kehrtgemacht. Andere Tanker mit Ziel in arabischen Nachbarstaaten passieren die wichtige Wasserstraße jedoch weiterhin.
    US-Präsident Donald Trump bei einem Briefing im Weißen Haus.
    US-Präsident Donald Trump (picture alliance / Sipa USA / CQ-Roll Call)

    +++ US-Präsident Trump und seine Berater erwägen einem Zeitungsbericht zufolge die Wiederaufnahme begrenzter Militärschläge im Iran.

    Diese Maßnahme sei zusätzlich zur Teil-Blockade der Straße von Hormus im Gespräch, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Damit solle den Druck auf Teheran wegen der stockenden Friedensgespräche erhöht werden.

    +++ Das Libanesische Rote Kreuz hat dem israelischen Militär einen Drohnenangriff auf seine Einheit vorgeworfen.

    Dabei sei ein Sanitäter getötet worden, teilte die Hilfsorganisation mit. Ein weiterer sei bei dem Angriff im südlibanesischen Ort Beit Yahun leicht verletzt worden. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht. Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 87 medizinische Fachkräfte im Land durch israelische Angriffe getötet worden.

    +++ Das US-Militärkommando für den Nahen Osten hat präzisiert, wie die von Präsident Trump angekündigte Teil-Blockade der Straße von Hormus umgesetzt werden soll.

    Demnach soll ab heute Nachmittag (16.00 Uhr MESZ) allen Schiffen die Durchfahrt verboten werden, die iranische Häfen anlaufen oder von dort auslaufen. Wer lediglich die Meerenge passieren wolle, sei von der Blockade ausgenommen. Die Reedereien würden über Einzelheiten in Kürze informiert. Der Iran reagierte mit einer Drohung auf den Vorstoß der USA. Die iranische Revolutionsgarde teilte mit, falls sich US-Militärschiffe der Meerenge nähern sollten, werde dies als Bruch der zurzeit geltenden Waffenruhe gewertet.

    Sonntag, 12. April

    +++ Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen mit dem Iran hat US-Präsident Trump eine Blockade der Straße von Hormus angekündigt.

    Die US-Marine werde allen Schiffen die Einfahrt oder das Verlassen der Meerenge versperren, teile Trump auf der Plattform Truth Social mit. Zudem werde jedes Schiff in internationalen ‌Gewässern abgefangen, das eine ​Gebühr an den Iran für ​die Durchfahrt ‌der Meerenge gezahlt habe. Der Präsident teilte außerdem mit, dass die US-Marine mit der Zerstörung von Minen beginnen werde, die in dem Gebiet verlegt worden sind.
    Zugleich stellte Trump in Aussicht, dass die US-Blockade wieder gelockert werden könne, sollte die Durchfahrt für alle Schiffe uneingeschränkt möglich sein. Für den Fall von Angriffen auf US-Kräfte oder zivile Schiffe drohte Trump mit massiver militärischer Gewalt. Der Iran hatte die US-Truppen davor gewarnt, in der Straße von Hormus aktiv zu werden.

    +++ Nach Einschätzung des Seerechtlers Valentin Schatz von der Universität Lüneburg müssen die USA während einer möglichen Seeblockade der Straße von Hormus bestimmten Schiffen die Durchfahrt ermöglichen.

    Nach dem Seekriegsrecht haben Schiffe neutraler Staaten weiter Durchfahrtsrechte durch Meerengen, wie Schatz der Deutschen Presse-Agentur sagte. Weder der Iran noch die USA seien befugt, diese Rechte auszusetzen. 

    +++ Die iranischen Revolutionsgarden haben erklärt, jeder Versuch von Militärschiffen, sich der Straße von Hormus zu nähern, werde als Verstoß gegen Waffenstillstand gewertet.

    Der Iran werde darauf "hart und entschlossen" reagieren. Die Meerenge stehe unter der Kontrolle und dem "intelligenten Management" der iranischen Marine. Sie sei für die "sichere Durchfahrt nichtmilitärischer Schiffe gemäß spezifischer Vorschriften" offen.

    +++ Inmitten anhaltender israelischer Angriffe auf den Libanon hat der israelische Regierungschef Netanjahu am Abend ein Video veröffentlicht, das ihm beim Truppenbesuch im Südlibanon zeigt.

    Netanjahu trägt in dem Video eine kugelsichere Weste und ist von Soldaten umgeben, von denen einige maskiert sind. Zudem versicherte er, durch das im Zuge des Iran-Krieges erfolgte Vorgehen der israelischen Armee im Nachbarland sei "die Gefahr eines Eindringens" von Kämpfern der pro-iranischen Hisbollah nach Israel gebannt worden.

    +++ Der CDU-Außenpolitiker Röttgen hält die angekündigte Blockade der Straße von Hormus durch die US-Marine für überfällig.

    "Für die USA und fast den ganzen Rest der Welt ist es unabdingbar, dass das iranische Regime nicht die Kontrolle über die Straße von Hormus behält", sagte Röttgen der "Rheinischen Post". Dass die USA dem Regime nun die Nutzung und die für das Regime unerlässlichen Einnahmen daraus abschnitten, sei überfällig, betonte Röttgen. 

    +++ Für einen Frieden im Iran-Krieg müssen sich die Konfliktparteien nach Ansicht von Omans Außenminister Badr al-Busaidi womöglich zu großen Zugeständnissen durchringen.

    "Aber das ist gar nichts im Vergleich zum Schmerz und Versagen des Krieges", schrieb er auf X. Al-Busaidi drängte darauf, dass die Waffenruhe verlängert und die Gespräche fortgesetzt werden.

    +++ Im Iran sind seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf das Land nach Behördenangaben mehr als 3.300 Menschen getötet worden.

    Von unabhängiger Seite konnten die Angaben zunächst nicht überprüft werden. 

    +++ Nach Ansicht der Nahost-Expertin Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung ist nicht klar, was die USA im Iran-Krieg erreichen wollen.

    Scheller sagte im Deutschlandfunk, anfangs seien die Kriegsziele ein Ende des iranischen Atomprogramms gewesen sowie eine Zerstörung der Marine. Regimechange sei zwischenzeitlich auf der Liste gewesen. Zuletzt habe die Straße von Hormus im Zentrum gestanden und Trump habe in den Raum gestellt, dass der Iran und die USA sich die Mautgebühren teilen könnten. Wenn es möglich sei, Vorteile finanzieller Art herauszuschinden, würde Trump sich vermutlich auf vieles einlassen, so Scheller.

    +++ Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon sind Staatsmedien zufolge sechs Menschen getötet worden.

    Die Attacke habe Sonntagmorgen ohne Vorwarnung ein Haus in Maarub getroffen, in dem sieben Menschen lebten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht. Israel hatte nach Beginn der Waffenruhe im Iran-Krieg seine Angriffe auf die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon noch verstärkt.

    +++ Der Verhandlungsleiter der iranischen Delegation hat den USA die Schuld dafür gegeben, dass die Friedensverhandlungen in Islamabad abgebrochen wurden.

    "Meine Kollegen in der iranischen Delegation brachten zukunftsorientierte Initiativen vor, doch letztendlich gelang es der Gegenseite nicht, in dieser Verhandlungsrunde das Vertrauen der iranischen Delegation zu gewinnen", schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer seines Landes, Ghalibaf, auf der Plattform X. Er habe bereits vor den Gesprächen betont, dass der Iran über den nötigen guten Willen und Entschlossenheit verfüge, aber aufgrund der Erfahrungen aus vorangegangenen Kriegen kein Vertrauen in die Gegenseite habe.

    +++ Durch die nach iranischen Angriffen beschädigte Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien fließt nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur wieder Öl.

    Die Pipeline habe ihre Betriebskapazität wiedererlangt, hieß es in der Meldung. Demnach konnten auch andere Anlagen der Energie-Infrastruktur repariert werden und arbeiteten wieder mit voller Leistung. Über die Ost-West-Pipeline fließt Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf zum Hafen von Janbu am Roten Meer. Mit ihrer Hilfe kann die Straße von Hormus umgangen werden, die seit Beginn des Krieges blockiert ist.

    +++ Der Sprecher des iranischen Parlaments hat erklärt, er sei "dankbar für den Einsatz Pakistans" bei den Verhandlungen.

    Zuvor hatte der israelische Sicherheitsminister Elkin dem Armeehörfunk gesagt, er halte weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran für möglich. Er warnte aber auch: "Die Iraner spielen mit dem Feuer." Sowohl die iranische, als auch die US-amerikanische Delegation sind aus Islamabad wieder abgereist.

    +++ Ein konservativer Analyst aus dem Umfeld des iranischem Regimes hat den USA mangelnde Verhandlungsbereitschaft vorgeworfen.

    Die "New York Times" zitiert, die Gespräche seien gescheitert, weil die Vereinigten Staaten eine vollständige Einstellung der Urananreicherung, die Ausfuhr von fast 900 Pfund Uranvorräten aus dem Land sowie die „Kontrolle über die Sicherheit der Straße von Hormus nach ihren eigenen Bedingungen“ gefordert hätten. Die Vereinigten Staaten hätten zudem keine Zusage gemacht, Israels Bombardierung des Libanon zu beenden. „Es scheint, als wären die Amerikaner nicht gekommen, um zu verhandeln!“, sagte er.

    +++ Der Iran und die USA haben sich dem Außenministerium in Teheran zufolge bei ihren Gesprächen ‌in Islamabad in einigen Punkten verständigt.

    In zwei wichtigen Fragen habe es aber unterschiedliche Ansichten gegeben, weshalb es nicht zu einer Einigung gekommen sei, sagt ein Sprecher des Ministeriums iranischen Medien zufolge. Die Gespräche hätten in einer Atmosphäre des Misstrauens stattgefunden. Es sei daher nicht zu erwarten gewesen, dass beide Seiten in nur einer Gesprächsrunde zu einer Einigung hätten kommen können. Die Kontakte und Beratungen zwischen dem Iran und Pakistan sowie "unseren anderen Freunden" würden fortgesetzt.

    +++ Pakistan ruft die USA und den Iran auf, ‌die vereinbarte Waffenruhe einzuhalten.

    Dies sei unbedingt notwendig, erklärt Außenminister Dar, nachdem die Verhandlungen in Islamabad ohne Einigung beendet wurden. Zugleich dankt er den USA und dem Iran für ihre Anerkennung der Bemühungen Pakistans um eine Beendigung des Krieges.

    +++ Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind vorerst gescheitert.

    "Die schlechte Nachricht ist, dass wir zu keiner Einigung gekommen sind", sagte US-Vizepräsident Vance in Islamabad vor Journalisten. So habe es vom Iran keine feste Zusage für einen Verzicht auf Atomwaffen gegeben. Die US-Delegation verlasse Islamabad, nachdem sie Teheran ein "letztes und bestes Angebot" unterbreitet habe, sagte der Stellvertreter von US-Präsident Trump nach 21-stündigen Verhandlungen. "Wir werden sehen, ob die Iraner es akzeptieren."
    US-Vizepräsident JD Vance steht an einem Rednerpult.
    US-Vizepräsident JD Vance spricht während einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit Vertretern aus Pakistan und Iran. (Jacquelyn Martin / POOL AP / AP / dpa / Jacquelyn Martin)

    Samstag, 11. April

    +++ Zwei Kriegsschiffe der US-Marine haben am Samstag die Straße von Hormus durchquert.

    Damit sollten Vorbereitungen dafür getroffen werden, dass die wichtige Seefahrtstraße von Minen geräumt werden könne, erklärte das das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom. Die beiden Kriegsschiffe seien Teil einer "umfassenderen Mission, die sicherstellen soll, dass die Straße vollständig von den zuvor von den iranischen Revolutionsgarden verlegten Seeminen befreit wird". US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, sein Land habe mit dem "Prozess zur Freigabe der Straße von Hormus" begonnen.
    US-Vize-Präsident Vance läuft auf einem roten Teppich vor einem Flugzeug der US-Regierung neben Pakistans Außenminister Dar (r.) und Pakistans Armee-Chef Munir (l.).
    US-Vize-Präsident Vance wird bei seiner Ankuft in Islamabad von Pakistans Außenminister Dar (r.) und Pakistans Armee-Chef Munir (l.) empfangen. (picture alliance / Anadolu / Min. of Foreign Affairs of Pakistan / Handout)

    +++ In Islamabad haben die Gespräche zwischen den USA und dem Iran begonnen.

    Zum Auftakt traf sich Premierminister Sharif sowohl mit der iranischen Delegation, als auch mit den Vertretern der USA, die von Vizepräsident Vance angeführt werden. Sharifs Büro teilte mit, die Gespräche sollten als Sprungbrett für einen dauerhaften Frieden in der Region dienen.

    +++ Die USA ‌und der Iran widersprechen sich in einer zentralen Frage.

    Ein Vertreter der US-Regierung dementierte Berichte, wonach die USA der Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen zugestimmt hätten. Zuvor hatte ein hochrangiger iranischer Insider dies der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Die Freigabe der ⁠Mittel ⁠sei an die ⁠Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormus geknüpft, sagte der Insider.

    +++ Kurz vor Beginn der ersten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat der pakistanische Außenminister Dar seine Hoffnung auf konstruktive Gespräche bekräftigt.

    Dar bestätigte zudem, dass die US-Delegation unter Vizepräsident Vance heute früh in Islamabad eingetroffen ist. Die iranischen Unterhändler waren bereits in der vergangenen Nacht vor Ort. Pakistan fungiert als Verhandler zwischen den Kriegsparteien. Dar betonte, man habe den Wunsch, die Parteien weiterhin dabei zu unterstützen, eine "dauerhafte und tragfähige Lösung für den Konflikt" zu finden.

    +++ In der Debatte über Entlastungen angesichts hoher Energiepreise liegen die Positionen in der Bundesregierung weiterhin auseinander.

    Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig bekräftigte die Forderung nach einer Senkung der Energiesteuern, einer Übergewinnsteuer und einem Preisdeckel für Kraftstoffe. Schwesig sagte im Deutschlandfunk, die Menschen erwarteten zurecht, dass die Spritpreise wieder sänken. Ölkonzerne, die von der Krise profitierten, müssten ihren Beitrag dazu leisten. Die SPD-Politikerin wiederholte ihre Forderung nach einem Treffen der Länderregierungschefs mit dem Bundeskanzler.
    Mit ihren Aussagen unterstützt Schwesig den Vorschlag von Bundesfinanzminister Klingbeil, mit staatlichen Eingriffen auf die hohen Kraftstoffpreise zu reagieren. Wirtschaftsministerin Reiche, CDU, hatte gestern Forderungen der SPD als teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig zurückgewiesen. Der Grünen-Vorsitzende Banaszak kritisierte die Auseinandersetzung in der Koalition als verantwortungslos. Die Menschen hätten ein Recht auf eine handlungsfähige Regierung. Banaszak verlangte eine Senkung der Stromsteuer, die durch eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne finanziert werde.

    +++ China bereitet US-Geheimdienstinformationen zufolge die Lieferung von Luftabwehrsystemen an den Iran vor.

    Darauf deuteten Einschätzungen der US-Geheimdienste hin, berichtet der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf drei Insider. Demnach plane China die Lieferung von schultergestützten Flugabwehrraketen, sogenannten Manpads. Es gebe zudem Anzeichen dafür, dass China versuche, die Lieferungen über Drittländer zu leiten, um ihre Herkunft zu verschleiern. Das US-Außenministerium, das US-Präsidialamt und die chinesische Botschaft in Washington reagieren zunächst nicht auf Anfragen.

    +++ Kurz vor den ersten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat UNO-Generalsekretär Guterres die Kriegsparteien aufgerufen, sich ernsthaft um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zu bemühen.

    Sie müssten die Gespräche in Pakistan mit dem Ziel nutzen, die Lage zu deeskalieren und eine Rückkehr zu Feindseligkeiten zu verhindern, erklärte sein Sprecher in New York.

    +++ Die USA und der Iran wollen heute einen Versuch unternehmen, die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zu festigen.

    Gesprächsort ist die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Die iranische Delegation wird von Parlamentspräsident Ghalibaf angeführt, die amerikanische Delegation leitet Vizepräsident Vance. Die Positionen beider Seiten liegen weit auseinander. Teheran verlangt unter anderem ein Ende der israelischen Angriffe auf die iran-treue Hisbollah-Miliz im Libanon. Die USA fordern die umgehende Wiederöffnung der Straße von Hormus. Auch das iranische Atom- und Raketenprogramm spielt eine Rolle.

    +++ US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben von einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus aus.

    "Wir werden den Golf mit oder ohne sie (die Iraner) öffnen", sagte Trump vor Journalisten. "Ich denke, es wird ziemlich schnell passieren, und wenn nicht, werden wir es zu Ende bringen." Die strategisch wichtige Meerenge dürfte eines der zentralen Themen bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran werden.

    +++ Die Iraner sind inzwischen seit 1.000 Stunden vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen.

    Das teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks in der Nacht auf der Plattform X mit. Es handelt sich demnach um die bislang längste landesweite Internetsperre weltweit.  Mit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt.
    Rauchwolken über Teheran am 5. April 2026
    Rauchwolken über Teheran: Seit Ende Februar greifen die USA und Israel Ziele im Iran an. (picture alliance / Kyodo)

    Freitag, 10. April

    +++ Der Libanon hat Verhandlungen mit Israel über eine Waffenruhe für kommenden Dienstag in Washington bestätigt.

    Dies hätten die Botschafter Libanons und Israels in Washington und der US-Botschafter im Libanon vereinbart, erklärte das Präsidialbüro in Beirut. Gegenstand dieses "ersten Treffens" sei die mögliche "Bekanntgabe einer Waffenruhe" und des Beginns von Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel unter Federführung der USA.

    +++ Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten wird nach Einschätzung der Weltbank auch bei einem Halten der Waffenruhe weltweite wirtschaftliche Folgen haben.

    Der Präsident des Instituts, Banga, sagte, das globale Wachstum könnte in diesem Jahr um bis zu 0,4 Prozentpunkte sinken. Sollte die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran scheitern und der Konflikt eskalieren, fielen die Schäden noch weitaus größer aus.

    +++ Die iranische Verhandlungsdelegation ist in Islamabad angekommen.

    Das berichten iranische Medien. Zu den Unterhändlern zählten Außenminister Araghtschi, der Sekretär des Verteidigungsrates, der Chef der Zentralbank sowie mehrere Parlamentsabgeordnete. Angeführt werde die Gruppe von Parlamentspräsident Ghalibaf.

    +++ Pakistans Ministerpräsident Sharif hat die in Islamabad anstehenden Gespräche als entscheidend für einen dauerhaften Waffenstillstand im Nahost-Konflikt bezeichnet.

    Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sollen demnach am Samstag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beginnen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident Vance angeführt. Der Iran knüpft seine Teilnahme an ein Ende der israelischen Angriffe auf die mit Teheran verbundene Hisbollah-Miliz im Libanon.

    +++ Frankreichs Präsident Macron und Papst Leo XIV. haben vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zu Frieden in der Welt aufgerufen.

    Angesichts der zahlreichen Konflikte sei der Einsatz für Frieden Pflicht und Anspruch, erklärte Macron nach einer Privataudienz bei Leo XIV. Der Papst verurteilte die sinnlose und unmenschliche Gewalt im Nahen und Mittleren Osten. Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die Bomben abwürfen, sagte er. Beide äußerten die Hoffnung, dass durch Dialog und Verhandlungen ein friedliches Zusammenleben wieder möglich werden könne. Der in den USA geborene Papst hat wiederholt die Politik der Regierung in Washington kritisiert.

    +++ Kuwait meldet iranischen Angriff.

    Ziel seien mehrere Einrichtungen der Nationalgarde gewesen, teilte die Armee mit. Mehrere Militärangehörige seien verletzt worden. Außerdem sei erheblicher Sachschaden entstanden.

    +++ Hisbollah-Chef Kassim hat erneut die Kampfbereitschaft der Organisation betont.

    Der Widerstand werde bis zum "letzten Atemzug weitergehen", hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Rede Kassims. Israel sei es in 40 Jahren nicht gelungen, die Hisbollah davon abzuhalten, Raketen, Drohnen und andere Geschosse abzufeuern. Kassim forderte die libanesische Regierung auf, bei den geplanten Verhandlungen mit Israel "keine Zugeständnisse" zu machen.
    Scheich Naim Kassim mit Bart und Turban; man sieht seinen Kopf.
    Hisbollah-Chef Kassim: "Machen weiter bis zum letzten Atemzug" (Bilal Hussein / P/dpa)

    +++ Der europäische Flughafenverband warnt vor Kerosinknappheit.

    Der europäische Dachverband für Flughafenbetreiber (ACI Europa) erklärte, es könne eine "systemische Kerosinknappheit" geben, sollte der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nicht binnen drei Wochen "in stabiler und nennenswerter Weise" wieder aufgenommen werden. In einem Brief an die EU-Kommission, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag, forderte der Verband die "dringende Überwachung der Verfügbarkeit und der Versorgung" in den kommenden sechs Monaten. 

    +++ Irans Parlamentspräsident fordert eine Libanon-Waffenruhe noch vor dem Beginn der Verhandlungen mit den USA.

    Vor den Friedensgesprächen zwischen dem Iran und den USA hat der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf Bedingungen gestellt. "Zwei der Maßnahmen, auf die sich die Parteien geeinigt haben, müssen noch umgesetzt werden: ein Waffenstillstand im Libanon und die Freigabe der iranischen Vermögenswerte,", schrieb Ghalibafb im Onlinedienst X.  Die Gespräche sollen in Pakistan stattfinden, am Samstag wird US-Vizepräsident JD Vance in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erwartet.

    +++ Das israelische Militär hat ein Regierungsgebäude in der südlibanesischen Stadt Nabatieh angegriffen.

    Dabei wurden nach Angaben libanesischer Behörden 13 Sicherheitskräfte getötet. Bei ihnen soll es sich um Mitarbeiter des Inlandsnachrichtendienstes gehandelt haben. Der Nachrichtendienst verurteilte den Angriff. Libanons Präsident Aoun forderte die internationale Gemeinschaft erneut auf, die israelischen Angriffe zu stoppen.
    Mehrere Männer stehen auf den Trümmern eines eingestürzten Hauses. Daneben weitere Gebäude.
    Aufräumarbeiten in Beirut nach israelischen Angriffen (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Marwan Naamani)

    +++ Die Europäische Kommission begrüßt die geplanten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon.

    Diplomatie sei der einzige Weg, und alle Parteien müssten das humanitäre Völkerrecht ohne Einschränkungen einhalten, sagte ein Sprecher in Brüssel. Zugleich forderte er die sofortige Einstellung der Angriffe im Libanon. Das US-Außenministerium richtet in der kommenden Woche Gespräche zwischen dem Libanon und Israel aus. Dabei soll es um die Verhandlungen über eine Waffenruhe gehen.

    +++ Dem Libanon droht nach UNO-Angaben eine Krise bei der Lebensmittelversorgung.

    Das Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen teilte mit, der Iran-Krieg ‌beeinträchtige die Lieferung von Gütern ins Land. Man erlebe nicht nur Vertreibung, sondern auch eine sich rasch entwickende Lebensmittel-Krise. Auch die Weltgesundheitsorganisation warnte vor negativen Folgen anhaltender Angriffe. So drohten Arzneimittel und Blutkonserven knapp zu werden.

    +++ Kurz vor den geplanten Verhandlungen in Pakistan über ein Ende des Iran-Krieges hat US-Vizepräsident Vance das Regime in Teheran vor Tricksereien gewarnt.

    Vance sagte, Präsident Trump habe ziemlich klare Vorgaben gemacht, wie die Gespräche verlaufen sollten. Der Vizepräsident soll in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad für die amerikanische Seite die Gespräche leiten. Allerdings ist unklar, ob der Iran überhaut teilnimmt.

    +++ Trotz der Waffenruhe im Iran-Krieg sind die Menschen in der Islamischen Republik weiterhin vom Internet weitgehend abgeschnitten.

    Nach aktuellen Angaben der Organisation Netblocks, die den Internetverkehr weltweit seit Jahren beobachtet, dauert die Sperre durch das Regime inzwischen sechs Wochen. Die Bevölkerung hat demnach nur Zugang zu dem nationalen und kontrollierten Intranet. Die Blockade begann Ende Februar. Grundsätzlich ist zwar die Nutzung von VPN-Verbindungen möglich, um die Sperre zu umgehen. Diese sind aber oft teuer, langsam und unzuverlässig.

    +++ Die Inflationsrate in den USA ist im März deutlich gestiegen.

    Hintergrund sind vor allem die Kraftstoffpreise, die infolge des Iran-Krieges deutlich anstiegen. Das US-Arbeitsministerium teilte mit, die Inflationsrate habe im März bei 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gelegen. Im Februar - und damit vor Beginn des Iran-Krieges - betrug sie noch 2,4 Prozent. Auch die Kerninflation zog leicht an, hier werden die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel nicht eingerechnet.

    +++ Der britische Premier Starmer hat eine Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr angemahnt.

    Dies sei wichtig, um die fragile Waffenruhe zu stärken, erklärte er bei der Abreise aus Katar im Rahmen eines dreitägigen Besuchs in der Golfregion. Staats- und Regierungschefs in der Region machten sehr deutlich, dass es in der Meerenge weder Gebühren noch Beschränkungen für die kommerzielle Schifffahrt geben dürfe, sagte Starmer.

    +++ Bei den US-israelischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds mehr als 125.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden.

    Darunter seien etwa 100.000 Wohnungen und mindestens 23.500 Geschäfte, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Koliwand, im iranischen Staatsfernsehen. Neben Wohn- und Geschäftsvierteln seien im Krieg auch zahlreiche andere zivile Einrichtungen getroffen worden. Koliwand zufolge wurden etwa 340 medizinische Einrichtungen, darunter Krankenhäuser, Apotheken, Notfallzentren und Labore bei den Luftangriffen beschädigt. Außerdem seien 32 Universitäten getroffen worden. 857 Gebäude von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen seien gezielt attackiert worden, sagte Koliwand.

    +++ Mehrere europäische Staaten haben die Führung in Teheran aufgerufen, sich bei den im pakistanischen Islamabad geplanten Verhandlungen mit den USA beweglich zu zeigen.

    Bundesaußenminister Wadephul erklärte im Onlinedienst X, er habe mit dem iranischen Außenminister Araghtschi gesprochen und ihn aufgefordert, die mit den USA vereinbarte Waffenruhe einzuhalten. Ferner habe er von der Führung des Irans verlangt, sich auf "konstruktive Verhandlungen" einzulassen und die "freie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus" zu ermöglichen.
    Auch der spanische Außenminister Albares berichtete von einem Austausch mit Araghtschi, in dem er Teheran aufgerufen habe, "in gutem Glauben" zu verhandeln und aufzuhören, Raketen und Drohnen abzufeuern. Albares kritisierte erneut mit scharfen Worten das Vorgehen Israels im Libanon. Was im Libanon geschehe, sei eine "Schande für das Gewissen der Menschheit", sagte der spanische Außenminister. "Das Ausmaß der Gewalt, die Verletzung des humanitären Völkerrechts durch Israel sind inakzeptabel."
    Blick auf ein Terminal des Flughafens Dubai, davor stehen zahlreiche Flugzeuge.
    Terminal am Flughafen von Dubai (Archivbild) (AFP / -)

    +++ Das Geschäftsklima bei Reisebüros und Reiseveranstaltern hat sich im Zuge des Iran-Krieges stark abgekühlt.

    Der Branchenindikator des Ifo-Instituts fiel im März auf minus 41,7 Punkte, nach minus 14,8 Punkten im Februar. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage erheblich zurückhaltender als noch im Februar, auch die Geschäftserwartungen haben sich deutlich verschlechtert. Seit Ausbruch des Krieges wurden für wichtige Transitländer mit Drehkreuzflughäfen in der Golfregion Reisewarnungen ausgesprochen. Viele Flugreisende mit Reisezielen in Asien ‌steigen dort um: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts hatten 2025 etwa 2,7 Millionen Flugpassagiere mit Start auf ​einem Hauptverkehrsflughafen in Deutschland ein erstes Streckenziel in Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

    +++ Trotz der Waffenruhe im Iran-Krieg sind die Menschen in der Islamischen Republik weiterhin weitgehend abgeschnitten vom Internet.

    Nach aktuellen Angaben der Organisation Netblocks, die den Internetverkehr weltweit seit Jahren beobachtet, dauert die Sperre durch das Regime inzwischen sechs Wochen. Die Bevölkerung hat demnach nur Zugang zu dem nationalen und kontrollierten Intranet. Das Regime gewähre allerdings ausgewählten Nutzern Zugang zum normalen Internet, um das eigene Narrativ über Soziale Medien zu verbreiten.
    Die Blockade des Internets begann Ende Februar. Grundsätzlich ist zwar die Nutzung von VPN-Verbindungen möglich, um die Sperre zu umgehen. Diese sind aber oft teuer, langsam und unzuverlässig.

    +++ Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Laschet, hat eine Beteiligung von NATO-Staaten am Iran-Krieg ausgeschlossen.

    Erst wenn die Kampfhandlungen endeten und ein entsprechendes Mandat der Vereinten Nation vorliege, könne Deutschland zum Beispiel Minensuchboote in die Straße von Hormus entsenden, um den Seeweg zu sichern, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Da dies aber bislang noch nicht der Fall sei und man nicht erkennen könne, welche Strategie US-Präsident Trump verfolge, sollte man von der Aufstellung irgendwelcher Szenarien absehen.

    +++ Nach den jüngsten Angriffen auf Produktionsstätten, Raffinerien und Pipelines ist Saudi-Arabiens Produktionskapazität für Erdöl um rund 600.000 Barrel pro Tag gefallen.

    Zudem sei die Kapazität der wichtigen Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der Straße von Hormus Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, um 700.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag zurückgegangen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium. Durch die rund 1.200 Kilometer lange Röhre können im Normalfall Medienberichten zufolge etwa fünf bis sieben Millionen Barrel pro Tag fließen. Mit einer täglichen Fördermenge von gewöhnlich rund zehn Millionen Barrel pro Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrößte Ölproduzent der Welt.

    +++ Der Konflikt im Nahen Osten hat die japanischen ‌Erzeugerpreise im März unerwartet stark steigen lassen.

    Der entsprechende Index sei im Jahresvergleich um 2,6 Prozent gestiegen, teilte die japanische Zentralbank mit. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Plus von 2,4 Prozent gerechnet, nach revidierten 2,1 Prozent im Februar. Der zunehmende Preisdruck könnte die Notenbank dazu veranlassen, die Zinsen in naher Zukunft ‌anzuheben.

    +++ Das US-Außenministerium hat wegen Angriffen pro-iranischer Gruppen auf US-Einrichtungen im Irak den Botschafter des Landes einbestellt.

    Washington werde diese Angriffe "nicht tolerieren" und erwarte von der irakischen Regierung, dass sie "unverzüglich alle Maßnahmen" ergreife, um die mit dem Iran verbündeten Milizen auf eigenem Territorium zu zerschlagen, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Pigott. Er fügte hinzu, die Beziehungen zwischen den USA und dem Irak litten darunter, dass "einige mit der irakischen Regierung verbundene Elemente weiterhin aktiv politischen, finanziellen und operativen Schutz für die Milizen bieten". Nach dem Ausbruch des Iran-Krieges hatten pro-iranische bewaffnete Gruppen wiederholt Ziele im Irak beschossen, darunter die US-Botschaft in Bagdad.

    +++ Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben erneut einen Vorstoß der Demokraten zur Beendigung der Militäroperationen gegen den Iran blockiert.

    Die Abgeordneten der Partei verhinderten eine Resolution der Demokraten, die US-Präsident Trump die Vollmachten für den Einsatz entziehen sollte. Die Initiative der Demokraten hatte zwar überwiegend symbolischen Charakter. Die Partei kündigte aber an, nach der Osterpause in der kommenden Woche weitere Abstimmungen über Trumps Kriegsvollmachten durchsetzen zu wollen. Sie wirft dem Präsidenten vor, seine Befugnisse zu missbrauchen und den Kongress bei außenpolitischen Entscheidungen systematisch zu übergehen.
    Das US-Kapitol, Sitz von Repräsentantenhaus und Senat
    Das US-Kapitol, Sitz von Repräsentantenhaus und Senat in Washington D.C. (picture alliance / dts-Agentur / -)

    +++ Der frühere iranische Außenminister Charrasi ist Behördenangaben zufolge nach einem Luftangriff seinen Verletzungen erlegen.

    Der Leiter des Strategischen Rats für Auswärtige Beziehungen sei vor einigen Tagen bei einer israelisch-amerikanischen Attacke verwundet worden; er sei nun ein Märtyrer, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Charrasi war von 1997 bis 2005 Außenminister der Islamischen Republik. Zuletzt beriet er Medien zufolge den obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei, der zu Beginn des Krieges getötet worden war.

    +++ Der oberste iranische Führer Modschtaba Chamenei hat in einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft erklärt, sein Land habe den Krieg gegen Israel und die USA "nicht gesucht" und wolle diesen nicht.

    "Aber wir werden in keinem Fall auf unsere legitimen Rechte verzichten", fügte Chamenei hinzu. Der oberste Führer rief zudem die Bürger der Islamischen Republik auf, weiter gegen die USA auf die Straße zu gehen. Öffentliche Kundgebungen der Bevölkerung hätten "ganz sicher Einfluss auf den Ausgang der Verhandlungen", fügte er hinzu. Modschtaba Chamenei hatte nach der Tötung seines Vaters Ayatollah Ali Chamenei zu Beginn des Iran-Kriegs dessen Nachfolge angetreten, ist seither jedoch nicht öffentlich erschienen und hat nur wenige schriftliche Erklärungen abgegeben. Dies löste Spekulationen über seinen Gesundheitszustand aus.

    +++ Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben erneut Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen.

    Bei der Attacke seien etwa zehn Abschussrampen getroffen worden, von denen aus Geschosse auf den Norden Israels abgefeuert worden seien, teilte das Militär mit. Medienberichten zufolge feuerte die Schiiten-Miliz in der Nacht eine Rakete auf Israel ab, die allerdings abgefangen wurde. In Tel Aviv und Aschdod wurde demnach Luftalarm ausgelöst. Nach israelischer Lesart gilt die Waffenruhe im Iran-Krieg nicht für das Nachbarland Libanon.

    +++ Von diesem Freitag an soll es in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran geben.

    Ziel ist eine dauerhafte Beendigung des Krieges. Zu den schwierigen Themen dürfte bei den Gesprächen auch der Streit um die Öffnung der Straße von Hormus zählen.
    Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme
    Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme (NASA/The Visible Earth)

    +++ Der Iran hält sich nach Ansicht von US-Präsident Trump mit Blick auf die Straße von Hormus nicht an das Abkommen für eine befristete Waffenruhe.

    Der Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge "sehr schlechte Arbeit", die man auch als "unredlich" bezeichnen könne, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform. Dies sei nicht die Vereinbarung, die man getroffen habe. Rund eine Stunde zuvor hatte Trump bereits auf Truth Social gepostet, es gebe Berichte, wonach das Land Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er wies den Iran an, das zu beenden.

    Donnerstag, 9. April

    +++ Gespräche zwischen Israel und dem Libanon sollen laut den USA bereits nächste Woche beginnen.

    Vertreter beider Länder werden in Washington zusammenkommen, erklärte ein Beamter des US-Außenministeriums.

    +++ Israel und der Libanon ​wollen möglicherweise kommende Woche direkte Gespräche aufnehmen.

    Wie israelische Medien berichten, sollen Vertreter beider Länder in Washington zusammenkommen. Aus der libanesischen Regierung hieß es, Verhandlungen würden nur stattfinden, wenn es zuvor eine Waffenruhe gebe.

    +++ Im Libanon hat sich die Zahl der Todesopfer durch die israelischen Angriffe weiter erhöht.

    Landesweit gebe es mehr als 300 Tote, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Die Zahl werde voraussichtlich noch steigen, da Rettungskräfte weiterhin Leichen aus den Trümmern bergen würden. Es gab demnach etwa 1.000 Verletzte.

    +++ NATO-Generalsekretär Rutte hat sich offen für einen Einsatz des Militärbündnisses in der Straße von Hormus gezeigt.

    Die NATO wäre bereit, eine Rolle bei einer möglichen Mission zu übernehmen, sofern sie dazu in der Lage sei, sagte Rutte bei einer Rede in Washington. Wenn das Bündnis helfen könne, gebe es natürlich keinen Grund, dies nicht zu tun. Rutte räumte ein, dass mehrere Mitgliedstaaten im Iran-Krieg erst verspätet reagiert hätten. Als es darum gegangen sei, die Unterstützung zu leisten, die die USA benötigt hätten, seien einige Verbündete etwas zögerlich gewesen. Man müsse aber fairerweise zugeben, dass sie vom Beginn des Krieges etwas überrascht gewesen seien. Rutte sagte nicht, welche Länder er damit meinte. Der NATO-Generalsekretär betonte, die europäischen Mitglieder täten mittlerweile alles, worum Trump sie zur Stärkung der Allianz gebeten habe.
    NATO-Generalsekretär Mark Rutte spricht im Ronald Reagan Institute in Washington und gestikuliert mit beiden Händen.
    NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Washington (AP / Manuel Balce Ceneta)

    +++ Israel will direkte Verhandlungen mit der libanesischen Regierung führen.

    Nach den wiederholten Bitten des Nachbarlandes habe Ministerpräsident Netanjahu das Kabinett angewiesen, die Gespräche "so bald wie möglich" zu beginnen, heißt es in einer Mitteilung seines Büros. Die Beratungen sollen sich demnach auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren. Der libanesische Präsident Aoun hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Israel signalisiert. 

    +++ Mit den wirtschaftlichen Folgen des Krieges wollen sich demnächst auch der Internationale Währungsfonds und die Weltbank beschäftigen.

    Bei deren Frühjahrstagung in der kommenden Woche wird es laut IWF-Chefin Georgiewa darum gehen, den ökonomischen Schock zu bewältigen. Sie erwarte einen Anstieg der Nachfrage nach Finanzhilfen durch Mitgliedsstaaten auf 20 bis 50 Milliarden Dollar. Der zunächst in ‌eine Waffenruhe übergegangene Krieg stelle die Weltwirtschaft auf die Probe, fügte Georgiewa hinzu. Bei Öl und Erdgas sei ein Angebotsschock ausgelöst worden, der die Energiepreise in die Höhe ⁠getrieben und gleichzeitig die Lieferketten gestört habe.

    +++ Russland hat die israelischen Angriffe auf den Libanon verurteilt und fordert eine sofortige Waffenruhe.

    Das Vorgehen könne die Verhandlungen scheitern lassen und zu einer weiteren Eskalation in der Region führen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Israel hatte am Mittwoch seine bislang schwersten Angriffe auf den Libanon seit Kriegsbeginn ausgeführt. Russland selbst führt sein über vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Sämtliche internationale Bemühungen, Moskau zu einer Feuerpause zu bewegen, scheiterten bislang.

    +++ Die Bundesregierung nimmt nach den Worten von Kanzler Merz wieder direkte Gespräche mit der Führung im Iran auf.

    Es gehe darum, dass Deutschland einen eigenen Beitrag leiste, sagte Merz mit Blick auf die zuletzt von den USA und dem Iran vereinbarte Waffenruhe. Merz betonte, es öffne sich jetzt "ein Zeitfenster für eine Verhandlungslösung", die Lage sei aber noch "fragil". Zwar gebe es jetzt eine Chance auf Frieden, dieser sei aber noch lange nicht erreicht.
    "Allein die letzten 24 Stunden haben gezeigt, wie fragil die Waffenruhe in der Region ist, wie unklar die Lage auch in der Straße von Hormus bleibt und wie weit die Positionen der Beteiligten noch auseinander liegen", fügte Merz hinzu. Deutschland wolle nach einem möglichen Friedensschluss auch dabei helfen, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten, wenn es dafür ein Konzept gebe.

    +++ Das israelische Militär hat eine Evakuierungswarnung für die Vororte im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut herausgegeben.

    Üblicherweise gehen solche Warnungen Angriffen voraus.

    +++ Der Iran wertet die israelischen Angriffe im Libanon als Verletzung der mit den USA vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe.

    Präsident Peseschkian erklärte, durch diese Attacken würden Verhandlungen sinnlos. Er reagierte damit auf die schwersten israelischen Angriffe im Libanon seit Anfang März, bei denen gestern mehr als 250 Menschen getötet wurden. Israel ‌hatte erklärt, die Waffenruhe schließe den Libanon nicht mit ein, obwohl sich Vermittler Pakistan zuvor entsprechend geäußert hatte. Im Libanon nimmt das israelische Militär nach eigenen Angaben immer wieder Ziele der mit dem Iran verbündeten, militant-islamistischen Hisbollah-Miliz ins Visier.

    +++ Lediglich ein Tanker für Ölprodukte und fünf verschiedene Massengutfrachter haben in den letzten 24 Stunden die Straße von Hormus durchquert.

    Das geht aus einer Auswertung von Daten von Schiffsverfolgungsdiensten hervor. Damit findet auch weiterhin kein nennenswerter Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge statt. Bereits seit Ausbruch des Krieges am 28. Februar gibt es dort kaum Bewegung. Vor Beginn der Angriffe fuhren laut Marktschätzungen durchschnittlich 140 Schiffe täglich durch die Straße von Hormus.

    +++ Der Experte für maritime Sicherheit, Moritz Brake, glaubt nicht an einen europäischen Schutz für Handelsschiffe in der Straße von Hormus.

    Brake sagte im Deutschlandfunk, selbst mit massiver militärischer Präsenz, könnten die europäischen Staaten nicht mehr leisten als die USA. So könne keine absolute Sicherheit für Handelsschiffe erreicht werden. Der Chef des Beratungsunternehmens Nexmaris riet Deutschland und Europa dazu, Partnerschaften zu stärken, indem jeder seine Fähigkeiten einbringe. Er sprach zum Beispiel von Partnerschaften zu Kanada, der Ukraine oder den Golfstaaten. So könne sich Deutschland gegen Krisen wappnen.

    +++ Im Libanon ist nach den israelischen Angriffen mit mehr als 200 Toten Staatstrauer angeordnet worden.

    Öffentliche Einrichtungen blieben geschlossen, ein Großteil der Bewohner der Hauptstadt Beirut blieben Berichten zufolge in ihren Häusern. Derweil dauern die Aufräumarbeiten an. Vor allem in Beirut wurden zahlreiche Häuser zerstört. Getroffen wurden hierbei nicht nur die südlichen Vororte, die als Hochburg der Hisbollah-Miliz gelten. Angriffe gab es auch in Wohn- und Geschäftsvierteln im Zentrum der Stadt. Auch wichtige Transportwege waren Ziel israelischer Angriffe.

    +++ Die USA planen derzeit keinen Abzug ihres Militärs aus dem Nahen Osten.

    Die verstärkte Präsenz bleibe bestehen, bis der Iran die getroffene Vereinbarung für eine Waffenruhe vollständig umgesetzt habe, schrieb US-Präsident Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Dazu gehöre auch die dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus. Falls dies nicht geschehe, würden die Angriffe auf das Land heftiger als je zuvor wieder aufgenommen, drohte Trump.
    Blick über den Flugzeugträger, links im Bild die US-Flagge an einem turmartigen Aufbau, rechts vor blauem Himmel Kampfjets.
    Seit März 2026 ist der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford (CVN 78) im Mittelmeer und im Nahen Osten stationiert. (Getty Images / U.S. Navy)

    +++ Bundestagsvizepräsident Nouripour fordert eine europäische Initiative für die Sicherung des Friedens im Nahen Osten.

    Deutschland müsse dabei mehr Engagement zeigen und gemeinsam mit den europäischen Partnern einen Plan erarbeiten, sagte der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk. Deutschland und Europa hätten in der Region strategische Interessen. Europa könne vor allem im Libanon dabei helfen, dass die Situation nicht völlig aus dem Ruder laufe. Die Lage dort sei dramatisch, mahnte Nouripour. Es sei zwar richtig, dass die pro-iranische Hisbollah nach wie vor eine Bedrohung für Israel sei. Trotzdem müsse man versuchen, Israel zu einer Einstellung seiner Angriffe zu bewegen. Die Welt brauche dort eine Atempause, um die Möglichkeit für eine dauerhafte Friedenslösung im Nahen Osten zu schaffen.

    +++ In Islamabad werden strenge Sicherheitsvorkehrungen vor den Gesprächen zwischen dem Iran und den USA ergriffen.

    Teile der Stadt wurden bereits abgeriegelt, Hunderte Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Die Hauptstraßen zum Regierungsviertel sind gesperrt. Das Hotel, in dem die Unterhändler erwartet werden, wird zu einer Art Sperrzone. Pakistans Ministerpräsident Sharif, der als Vermittler auftritt, bestätigte den Beginn der Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung am Freitag. Am Tag darauf sollen die Delegationen auch direkte Gespräche führen.
    Der Sitz des pakistanischen Ministerpräsidenten, ein großes Gebäude mit heller Fassade, davor stehen Barrikaden.
    Die Gespräche könnten unter anderem im Sitz des Ministerpräsidenten stattfinden. (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Ilya Ryzhov)

    +++ Der Iran erwägt weiter, Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus zu erheben.

    +++ Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon will Israel weiterhin angreifen.

    In Reaktion auf Israels "Verstoß gegen die Waffenruhe" sei in der Nacht der Kibbuz Manara im Norden Israels beschossen worden, hieß es in einer Erklärung der Schiiten-Miliz. Die Gegenangriffe auf Israel würden so lange fortgesetzt, bis die israelisch-amerikanische Aggression aufhöre. Zuvor hatte die Hisbollah erklärt, sie habe das "Recht", auf israelische Angriffe zu reagieren.

    +++ Die massiven israelischen Angriffe auf den Libanon gefährden nach den Worten von UNO-Generalsekretär Guterres die vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.

    Ein Sprecher von Guterres appellierte an alle Kriegsparteien, die Kampfhandlungen uneverzüglich einzustellen. Es gebe keine militärische Lösung für den Konflikt.

    +++ NATO-Generalsekretär Rutte hat nach einem Treffen mit US-Präsident Trump, die Kritik der Bündnispartner relativiert.

    Er verneinte im Gespräch mit dem US-Sender CNN die Frage, ob es unter den Verbündeten die vorherrschende Meinung gebe, dass der Krieg völkerrechtlich illegal sei. Der US-Präsident habe sich "eindeutig enttäuscht" über das transatlantische Bündnis und mehrere Partnerstaaten gezeigt.
    US-Präsident Trump und NATO-Generalsekretär Rutte sitzen in Sesseln und sprechen.
    US-Präsident Trump und NATO-Generalsekretär Rutte haben sich erneut getroffen (Archivbild). (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Evan Vucci)

    +++ Frankreichs Präsident Macron hat an die USA und den Iran appelliert, die Waffenruhe einzuhalten.

    In Telefonaten mit US-Präsident Trump und dem iranischen Präsidenten Peseschkian sagte Macron nach eigenen Angaben, die Vereinbarung müsse den Weg für umfassende Friedensverhandlungen ebnen. Macron forderte zudem, dass die Waffenruhe auch für den Libanon gelten müsse. Die israelischen Angriffe seien auf Schärfste zu verurteilen.

    +++ Der Sohn des letzten Schahs, Pahlavi, hat Äußerungen von US-Präsident Trump zurückgewiesen, wonach es im Iran bereits zu einem Regimewechsel gekommen sei.

    Die Iraner müssten sich noch immer von ihren religiösen Herrschern befreien, sagte Pahlavi dem französischen Sender LCI. Er habe aber keine Zweifel, dass das iranische Volk dies schaffen werde. Trump hatte dem Iran einen "Regimewechsel" attestiert und erklärt, man habe es in dem Land jetzt "mit anderen Leuten zu tun".
    USA: Reza Pahlavi, Sohn des letzten iranischen Schahs, spricht bei einem Interview in Washington, DC.
    Reza Pahlavi, Sohn des letzten iranischen Schahs (AFP/OLIVIER DOULIERY)

    Ältere Beiträge finden Sie im Archiv des Newsblogs.