
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.
Samstag, 2. Mai
+++ Das US-Finanzministerium warnt Reedereien weltweit vor jeder Art von Zahlung an das iranische Regime für eine sichere Passage durch die Straße von Hormus.
Wer das missachte, müsse mit Sanktionen rechnen, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Reedereien sollten nicht nur von Geldzahlungen absehen, sondern auch vom Transfer digitaler Vermögenswerte, von informellen Tauschgeschäften oder Spenden sowie von Zahlungen an iranische Botschaften. Präsident Trump hat mögliche Mautgeschäfte mit dem Iran bereits mehrfach kritisiert und als Grund für die US-Blockade iranischer Häfen angeführt.
+++ Das norwegische Nobelkomitee hat an die iranischen Behörden appelliert, die inhaftierte Menschenrechtsanwältin Narges Mohammadi in ein Krankenhaus in Teheran zu verlegen.
In einer Erklärung heißt es, ohne ihr vertrautes Ärzteteam sei das Leben der Friedensnobelpreisträgerin in Gefahr. Zuvor war bekannt geworden, dass die 54-Jährige in der Stadt Sandschan aus dem Gefängnis in eine Klinik gebracht wurde. Ihre Stiftung teilte mit, der Zustand Mohammadis habe sich wegen ihrer akuten Herzprobleme nochmals verschlechtert. Auch habe sie mehrfach das Bewusstsein verloren. Nach Angaben ihrer Anwälte erlitt Mohammadi bereits Ende März im Gefängnis einen Herzinfarkt, wurde aber anschließend nicht angemessen medizinisch versorgt.

+++ Die anhaltende Internetsperre im Iran beeinträchtigt die Wirtschaft des Landes.
Die Nachrichtenagentur AP berichtet, der Shutdown seit Beginn des Iran-Krieges habe für Unternehmen verheerende Folgen, da vor allem kleine Firmen auf Anwendungen wie Instagram und WhatsApp angewiesen seien. Im Iran selbst gibt es zwar eine Art landesweites Intranet. Dieses wird aber von den Behörden kontrolliert. Seit kurzem dürfen Netzanbieter zudem ausgewählten Firmen den Zugang zum globalen Internet verkaufen - allerdings nur mit Erlaubnis des Regimes. Das iranische Regime sperrt den Zugang der Bevölkerung zum Internet inzwischen seit mehr als zwei Monaten.
+++ Bei der Lieferung von US-Rüstungsgütern an mehrere europäische Staaten kommt es durch den Irankrieg offenbar zu größeren Verspätungen.
Das geht aus einem Bericht der Financial Times hervor, der sich auf mehrere namentlich nicht genannte Quellen stützt. Demnach hat die US-Regierung unter anderem Großbritannien, Polen, Litauen und Estland darüber informiert, dass zugesagte Rüstungsgüter deutlich später geliefert werden könnten. Das könnte auch Auswirkungen auf den Krieg in der Ukraine haben. Dort werden noch zahlreiche durch europäische Staaten finanzierte US-Waffen erwartet.
+++ Der iranische Außenminister Araghtschi hat vor weiteren Verhandlungen über ein Ende des Kriegs mit den USA und Israel Zugeständnisse von Washington verlangt.
Sein Land sei bereit, den diplomatischen Prozess fortzusetzen, falls sich - so wörtlich - "die übertriebenen Forderungen, die bedrohliche Rhetorik und die provokativen Handlungen der amerikanischen Seite" änderten, zitierte der iranische Fernsehsender Press TV den Außenminister. Ein ranghoher iranischer Militärvertreter sagte der Nachrichtenagentur Fars Mohammed Dschafar Assadi, die Führung des Landes gehe von einem Wiederaufflammen des Kriegs aus.
+++ Die UNO-Sonderorganisation für Telekommunikation will die Auswirkungen von Irans Angriffen auf die Telekommunikations-Infrastruktur in vier Staaten in Nahost und am Persischen Golf bewerten.
Der Rat der Internationale Fernmeldeunion (ITU) habe sein Sekretariat beauftragt, "die konkreten Auswirkungen von Störungen" in Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien und Kuwait "sowie die weiterreichenden Folgen für die regionale und globale Vernetzung zu überwachen, zu bewerten und darüber Bericht zu erstatten", erklärte eine Sprecherin.
+++ Bei neuen israelischen Luftangriffen im Südlibanon sind nach libanesischen Angaben fünf Menschen getötet worden.
Eine Drohne habe ein Auto angegriffen, das in der Nähe der Stadt Nabatieh unterwegs gewesen sei, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Dabei seien zwei Insassen getötet worden. Bei einem Angriff auf ein Haus in Iklim al-Tuffah seien am frühen Morgen drei weitere Menschen ums Leben gekommen. Der Ort gilt als Hochburg der mit Israel verfeindeten proiranischen Hisbollah-Miliz.
Die israelische Armee teilte in einem Post auf der Plattform X mit, binnen 24 Stunden sei es zu rund 50 Angriffen im Südlibanon gekommen. Das Militär zerstöre weiterhin "Terror-Infrastruktur" in dem nördlichen Nachbarland und töte dort Terroristen, hieß es in dem Post.
+++ Die US-Regierung hat den Kongress umgangen und Rüstungsexporte im Wert von mehr als 8,6 Milliarden Dollar an Verbündete im Nahen Osten genehmigt.
Außenminister Marco Rubio rief eine Notlage aus, die sofortige Verkäufe an Israel, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate ermögliche, teilte das Außenministerium mit. Damit entfällt die übliche parlamentarische Prüfung der Rüstungsgeschäfte. Den Angaben zufolge erhält Katar den größten Anteil: Für 4,01 Milliarden Dollar wird Nachschub für das Patriot-Raketenabwehrsystem geliefert, hinzu kommen Präzisionswaffen (APKWS) im Wert von 992,4 Millionen Dollar. Israel erhält ebenfalls APKWS für 992,4 Millionen Dollar. Zu den Hauptauftragnehmern zählen die US-Rüstungskonzerne BAE Systems, RTX, Lockheed Martin und Northrop Grumman.

+++ Der Iran hat über Vermittler in Pakistan einen neuen Vorschlag im Konflikt mit den USA übermittelt.
Demnach zeigt sich das Land grundsätzlich verhandlungsbereit. Außenminister Abbas Araghtschi knüpft Gespräche jedoch an Bedingungen, darunter ein Ende der "bedrohlichen Rhetorik" und politischer Maßnahmen aus Washington. US-Präsident Donald Trump reagierte unzufrieden auf die Initiative, Details sind bislang nicht bekannt.
Parallel verschärfen beide Seiten den wirtschaftlichen Druck: Die USA melden 45 gestoppte Schiffe im Rahmen ihrer Seeblockade, während der Iran die wichtige Straße von Hormus weiter beeinträchtigt.
+++ Die US-Billigfluggesellschaft Spirit Airlines steht Insidern zufolge unmittelbar vor dem Aus.
Grund ist ein drastischer Anstieg der Kerosinpreise infolge des Iran-Krieges. Die Kosten haben sich bis Ende April auf rund 1,19 Dollar pro Liter verdoppelt. Die Verteuerung bringt die laufende Sanierung der Airline ins Wanken. Die US-Regierung bietet offenbar 500 Millionen Dollar Hilfe an, fordert im Gegenzug jedoch weitreichende Anteile. Die Gespräche sind ins Stocken geraten. Die Fluggesellschaft bereitet sich daher auf eine Einstellung des Flugbetriebs in der kommenden Nacht vor. Das Unternehmen wurde 1980 gegründet und beschäftigte zuletzt fast 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Freitag, 1. Mai
+++ Der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Klingbeil hat Bundeskanzler Merz gegen Kritik aus den USA verteidigt.
Klingbeil sagte bei einer Veranstaltung im nordrhein-westfälischen Bergkamen, Deutschland brauche keine Tipps von US-Präsident Trump. Dieser solle sehen, welchen – Zitat – Scherbenhaufen er im Nahen und Mittleren Osten angerichtet habe und dafür sorgen, dass ernsthafte Friedensgespräche mit dem Iran geführt würden. Trump habe offenbar wirklich gedacht, dass der Krieg in zwei, drei Tagen erledigt sei. Er trage jetzt die Verantwortung dafür, dass der Krieg im Iran schnell beendet werde. Bundeskanzler Merz hatte Trump Anfang der Woche vorgeworfen, die USA seien ohne jede Strategie in den Iran-Krieg gegangen. Trump schrieb daraufhin, Merz habe keine Ahnung, wovon er spreche und solle sich nicht in die Angelegenheiten Anderer einmischen.

+++ Die US-Regierung will eine Frist verstreichen lassen, innerhalb derer der Kongress weitere Militäreinsätze im Iran genehmigen müsste.
Ein ranghoher Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Feindseligkeiten, die am 28. Februar begonnen hätten, seien mit dem Waffenstillstand Anfang April offiziell beendet. Laut Gesetz müsste Präsident Trump binnen 60 Tagen nach Kriegseintritt entweder die Zustimmung des Kongresses einholen oder die Streitkräfte abziehen. Die Frist endet heute. Verteidigungsminister Hegseth sagte vor dem Senat, die Frist sei dadurch ausgesetzt, dass es keine weiteren Kämpfe mehr gegeben habe. Der von den Republikanern dominierte Senat plant nun keine Abstimmung dazu. Die oppositionellen Demokraten widersprachen. Sie betonten, dass die US-Marine weiterhin Blockaden gegen den Iran durchführe und die Frist daher bindend bleibe.
+++ Vor dem Hintergrund des Streits um das Vorgehen der USA im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump nach Deutschland auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen gedroht.
"Das werde ich wahrscheinlich tun, warum sollte ich es auch nicht tun?", sagte Trump am Donnerstag im Oval Office auf eine Journalistenfrage nach einem möglichen Truppenabzug aus den beiden Ländern. "Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich", fügte er hinzu. Zum 31. Dezember 2025 waren 12.662 US-Soldaten im aktiven Dienst in Italien stationiert und 3.814 in Spanien. In Deutschland waren es 36.436. Am Mittwoch hatte Trump erklärt, Washington prüfe eine mögliche Reduzierung der US-Truppenstärke in Deutschland.
+++ Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Staatsangehörigen unter Berufung auf die Lage in der Region Reisen in den Iran, den Libanon und den Irak untersagt.
Alle Bürger der Emirate, die sich derzeit in diesen Ländern aufhielten, würden aufgerufen, "ihre sofortige Rückkehr zu beschleunigen", erklärte das Außenministerium der VAE. Vor der Einigung auf eine Waffenruhe hatte der Iran Ziele in den Emiraten mit Drohnen und Raketen angegriffen. Teheran attackierte dabei insbesondere zivile Einrichtungen und die Energieinfrastruktur.
Donnerstag, 30. April
+++ Israel wird nach den Worten von Verteidigungsminister Katz womöglich in Kürze wieder gegen den Iran vorgehen.
Die Islamische Republik dürfe "nicht erneut eine Gefahr für Israel" werden, so seine Begründung. US-Präsident Trump führe in Abstimmung mit dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu "die Bemühungen zum Erreichen der Kampfziele" an, sagte Katz laut seinem Büro bei einer Militärzeremonie. Die israelische Regierung unterstütze diese Bemühungen, "aber es ist möglich, dass wir bald wieder handeln müssen, um sicherzustellen, dass diese Ziele erreicht werden".
+++ Der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch, ist auf dem Weg zum FIFA-Kongress in Vancouver laut Medienberichten bei der Einreise nach Kanada an der Grenze abgewiesen worden.
Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Kanadas Außenministerin Anita Anand wurde von US-Medien damit zitiert, dass ihrem Verständnis nach iranischen Funktionären die Einreise "unbeabsichtigt" verwehrt worden sei. Laut dem Portal "Iran International" war Tadsch am Montag ein Visum ausgestellt worden, das am Dienstag dann wegen seiner Verbindung zur iranischen Revolutionsgarde (IRGC) wieder zurückgenommen wurde. Die IRGC gilt in Kanada als terroristische Vereinigung. Der iranische Fußballverband selbst teilte mit, dass es bei der Ankunft am Flughafen von Vancouver eine "Beleidigung" durch einen Polizisten gegeben habe. Infolgedessen habe die Delegation ihre Teilnahme am Kongress in Vancouver abgesagt und sich auf die Rückreise gemacht.
Die Frage, ob der Iran angesichts des Kriegs mit den USA an der WM teilnehmen wird, sorgt seit Wochen für Diskussionen. FIFA-Präsident Infantino erklärte beim Kongress, der Iran werde "selbstverständlich" teilnehmen. Der Grund dafür sei "ganz einfach: Wir vereinen. Wir müssen die Menschen zusammenbringen. Das ist meine Verantwortung. Das ist unsere Verantwortung".
+++ Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) warnt vor einer Fortsetzung des Kriegs im Iran.
Sechs Wochen Feindseligkeiten hätten Iran und die Region in ein "Muster der Kriegsführung" hineingezogen, das sich für die Zivilbevölkerung als verheerend erwiesen habe, wird die Präsidentin des IKRK, Mirjana Spoljaric, in einer Mitteilung zitiert. Würde der Konflikt in gleicher Intensität und gleichem Umfang wieder aufgenommen, wäre dies "für Millionen Menschen katastrophal". "Der humanitäre Preis für eine Region im Krieg ist für die Welt nicht tragbar", mahnte Spoljaric.
+++ Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Behördenangaben neun Menschen getötet worden.
Bei den Angriffen auf verschiedene Orte im Süden des Landes nahe der Stadt Nabatija seien zudem 23 Menschen verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Unter den Getöteten seien auch zwei Minderjährige und mindestens vier Frauen gewesen. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie prüfe die Angaben. In einer Erklärung der israelischen Armee hieß es am Nachmittag, sie habe militärische Anlagen der Hisbollah im Südlibanon ins Visier genommen.
+++ Der Oberste Führer des Irans, Ajatollah Chamenei, hat Forderungen nach einem Ende des Atom- und Raketenprogramms seines Landes zurückgewiesen.
Die technischen Fähigkeiten in diesen Bereichen seien Teil der nationalen Identität, sagte Chamenei laut einer im Staatsfernsehen verlesenen Stellungnahme. Zudem verlangte er den Abzug des US-Militärs aus dem Persischen Golf. Chamenei ist der Sohn und Nachfolger des zu Kriegsbeginn am 28. Februar getöteten Obersten Führers Ali Chamenei. Er wurde damals ebenfalls verletzt und ist seither nicht öffentlich aufgetreten.
+++ IEA-Chef Birol warnt vor der größten Energiekrise aller Zeiten.
Die Öl- und Gasmärkte erlebten wegen des Iran-Kriegs große Turbulenzen, sagte der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur bei einer Konferenz in Paris. Der aktuelle Ölpreis von mehr als 120 Dollar pro Barrel setze viele Länder unter starken Druck. Die Welt stehe vor einer enormen Herausforderung sowohl mit Blick auf die Wirtschaft als auch auf die Energieversorgung.

+++ Die israelische Marine hat im Mittelmeer mehr als 20 Schiffe einer internationalen Gaza-Hilfsflotte abgefangen und Dutzende Aktivisten festgenommen.
Nach Angaben des Außenministeriums in Jerusalem werden rund 175 Aktivisten "friedlich" nach Israel gebracht. Die "Global Sumud Flotilla" sprach dagegen von einem "gewaltsamen Einsatz in internationalen Gewässern". Marinesoldaten hätten mehrere Boote geentert und "systematisch außer Gefecht gesetzt". Der Einsatz erfolgte westlich der griechischen Insel Kreta, die rund 1.000 Kilometer Luftlinie von Israel entfernt liegt. Mit einem Eingreifen war gerechnet worden, der Zeitpunkt und die Entfernung überraschten jedoch.
+++ Preis für Erdöl der Sorte Brent erreicht höchsten Stand seit vier Jahren.
Wegen der im Zuge des Irankriegs weiterhin blockierten Straße von Hormus kostet ein Barrel der Nordseesorte mit Lieferung zum Juni mehr als 126 Dollar. Das sind sieben Prozent mehr als am Vortag. So teuer war Brent zuletzt Anfang 2022. Händler führen den Anstieg auf die stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA zurück. Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar hat sich der Ölpreis um etwas mehr als 70 Prozent verteuert.

+++ Irans Außenminister Araghtschi telefoniert mit Amtskollegen und IKRK-Präsidentin.
Der iranische Außenminister Araghtschi hat nach offiziellen Angaben mit den Außenministern von Indien, Kenia und Polen telefoniert. Wie die Regierung in Teheran mitteilte, kontaktierte er zudem die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Spoljaric, sowie den Sprecher des libanesischen Parlaments, Berri. Offizielle Berichte über diese Gespräche enthielten nur wenige Details. Vor einigen Tagen hatte Araghtschi bereits eine kurze diplomatische Tour unternommen: Am Sonntag besuchte er den Oman und Pakistan, ehe er am Montag nach Moskau reiste, um sich mit dem russischen Präsidenten Putin zu treffen.
+++ Terrorismusexperte Neumann hält iranische Anschläge in Deutschland für möglich.
Nach der Warnung des Verfassungsschutzes vor Anschlägen der pro-iranischen Gruppe Hayi in Europa hält der Terrorismusexperte Neumann eine Eskalation auch in Deutschland für möglich. Die Anschläge folgten einer Vorgehensweise, "die wir von den iranischen Revolutionsgarden seit vielen Jahren kennen", sagte der Professor für Sicherheitsstudien am Londoner King's College der Nachrichtenagentur AFP. Der Iran sende damit ein "klares Signal": Teheran wolle zeigen, dass es "bei einer Verschärfung der Lage im Iran-Krieg noch weiter eskalieren könnte".
Mittwoch, 29. April
+++ Der Ölpreis hat nach neuen Drohungen von US-Präsident Trump gegen den Iran deutlich zugelegt.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg um 7,1 Prozent auf 119,19 US-Dollar. Zuvor hatte Trump auf seiner Online-Plattform angesichts der schleppenden Verhandlungsfortschritte den Iran scharf kritisiert und eine mögliches Ende der Waffenruhe angedeutet.
+++ Bundesaußenminister Wadephul hat mit seinem US-Amtskollegen Rubio telefoniert.
Aus Delegationskreisen hieß es, beide Minister seien sich einig, dass es eine schnelle Verhandlungslösung zur Beendigung des Iran Krieges brauche. Der Iran müsse bereit sein, dauerhaft auf die Entwicklung von Nuklearwaffen zu verzichten. Hierbei könne es erforderlich sein, den Druck auf Iran weiter zu erhöhen, etwa durch weitere Sanktionen.
+++ Libanons Staatschef Aoun hat Israel aufgefordert, die vereinbarte Waffenruhe einzuhalten.
Sonst werde es keine direkten Gespräche geben. Die israelischen Angriffe könnten so nicht weitergehen, sagte Aoun. Das Land warte nun darauf, dass die USA einen Termin für den Beginn direkter Verhandlungen mit Israel festlegten. Israel hat trotz der vereinbarten Feuerpause wiederholt Hisbollah-Ziele im Libanon angegriffen, insbesondere im Süden des Landes.
+++ US-Präsident Donald Trump erwägt nach Angaben aus Regierungskreisen eine monatelange Blockade iranischer Häfen.
Wie ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses mitteilte, brachte Trump bei einem Treffen mit Vertretern der Ölindustrie die Möglichkeit ins Spiel, die Blockade um "mehrere Monate" zu verlängern. Neben Finanzminister Bessent waren demnach auch Vizepräsident Vance und Trumps Stabschefin Wiles dabei. Der US-Ölkonzern Chevron bestätigte die Teilnahme von Konzernchef Wirth.
+++ Der Krieg gegen den Iran hat das US-Militär nach Angaben aus dem Pentagon bislang etwa 25 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) gekostet.
Der Großteil der Summe sei für Munition ausgegeben worden, sagte der Finanzchef des US-Verteidigungsministeriums, Jules Hurst III., in einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des US-Kongresses. Der Krieg begann am 28. Februar.
+++ Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist vorerst nicht in die USA.
Das Büro des Regierungschefs wies Berichte zurück, wonach Netanjahu in der kommenden Woche US-Präsident Donald Trump treffen soll. In Medienberichten hieß es zuvor, Hintergrund des Treffens seien die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon sowie die Koordinierung mit den USA im Umgang mit dem Iran.
Trump hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass er in naher Zukunft den israelischen Regierungschef sowie den libanesischen Präsidenten Aoun empfangen werde. Ein genaues Datum für ein solches Treffen nannte er aber zunächst nicht.
+++ Das Minenjagdboot "Fulda" der Deutschen Marine soll am Montag ins Mittelmeer verlegt werden.
Dies erfolge als sogenannte Vorausstationierung für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus, teilte das Verteidigungsministerium mit. Boot und Besatzung sollen damit also näher an das mögliche Einsatzgebiet gebracht werden. Minister Pistorius hatte diesen Schritt bereits angekündigt. Als wesentliche Voraussetzungen für eine Beteiligung Deutschlands an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus gelten eine nachhaltige Beendigung der Kampfhandlungen, eine völkerrechtliche Grundlage sowie ein Mandat des Bundestags.

+++ US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Teheran, zu einer Verhandlungslösung mit den USA zu kommen.
Mit einem Post auf seiner Plattform Truth Social drohte er: "Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschließt. Sie sollten sich lieber bald schlaumachen!" Dazu postete der US-Präsident eine Fotomontage, die ihn im Hollywood-Stil im schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte, Sonnenbrille und umgehängtem Sturmgewehr zeigt. Dahinter sind Explosionen in einer kargen Berglandschaft zu sehen. Überschrieben ist die Darstellung mit den Worten: "NO MORE MR. NICE GUY" (etwa: "Jetzt ist Schluss mit lustig").
+++ Die iranische Landeswährung ist auf ein Rekordtief gefallen. Der Rial hatte am Mittwoch einen Wechselkurs von 1,8 Millionen für einen US-Dollar.
Zuvor war die Währung während des Kriegs im Nahen Osten stabil geblieben. Am Montag setzte ein Abwärtstrend ein. Fachleute warnen, dass der Wertverlust des Rial die Inflation weiter ankurbeln könnte. Im Iran sind die Preise für viele importierte Waren vom Dollarkurs abhängig. Betroffen sind unter anderem Lebensmittel, Medikamente und Elektronikgeräte. Die von den USA verhängte Blockade gegen iranische Häfen hat den Druck auf die bereits angeschlagene iranische Wirtschaft erhöht. Da Öllieferungen gestoppt werden, ist eine wichtige Einnahmequelle für den Iran beeinträchtigt.
+++ Nach UNO-Angaben wurden im Iran seit Kriegsbeginn mindestens 21 Menschen hingerichtet.
Die Todesurteile waren im Zusammenhang mit den Protesten im Januar, wegen Zugehörigkeit zu Oppositionsgruppen und wegen Spionage verhängt worden. Wie das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte auch mitteilte, wurden seit Ende Februar mehr als 4.000 Menschen im Iran im Zusammenhang mit dem Krieg festgenommen.
+++ US-Präsident Donald Trump lässt offenbar eine längere Blockade des Iran vorbereiten.
Trump habe seine Berater entsprechend angewiesen, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Er wolle den Druck auf die iranische Wirtschaft und die Ölexporte aufrechterhalten, indem der Schiffsverkehr von und zu den Häfen des Landes unterbunden werde.
+++ Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nach Angaben der Vereinten Nationen seit Kriegsbeginn um mehr als 95 Prozent zurückgegangen.
Dagegen seien die Preise für Lebensmittel-Rohstoffe um sechs Prozent gestiegen, sagte der UNO-Sprecher Stéphane Dujarric in New York. Der Rohölpreis für Europa sei darüber hinaus um 53 Prozent gestiegen, fügte er mit dem Verweis auf ein Online-Dashboard mit, mit dessen Hilfe sich unter anderem die Preisentwicklungen angesichts der blockierten Meerenge am Persischen Golf beobachten lassen.
+++ Der US-Benzinpreis ist auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn gestiegen.
Für eine Gallone (3,785 Liter) Benzin müssen Amerikaner derzeit im Schnitt 4,18 US-Dollar (3,57 Euro) zahlen, wie der Automobilverband AAA auf Anfrage bestätigte. Zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar lag der Wert im Schnitt noch bei 2,98 Dollar. Seither ist der Preis also um rund 40 Prozent gestiegen. Hintergrund des Anstiegs ist auch Irans Blockade der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus.
Für die US-Regierung ist der Anstieg ein unbequemes Thema: Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Energiepreise im Land zu halbieren. Rund ein halbes Jahr vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress ist er davon allerdings weit entfernt.
+++ Bei einem israelischen Angriff auf eine Patrouille der libanesischen Armee sind fünf Menschen getötet worden.
Darunter seien drei Sanitäter gewesen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Zwei Soldaten seien verletzt worden. Das Ministerium wies darauf hin, dass es sich noch um vorläufige Zahlen handle. Der Angriff ereignete sich in der südlichen Stadt Madschdal Sun, nahe der Küstenstadt Tyros. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht dazu.
Nach Angaben der libanesischen Armee und des Zivilschutzes trafen israelische Streitkräfte eine Armeepatrouille, die medizinische Teams des Zivilschutzes und Bulldozer bei einem Rettungseinsatz am Ort eines vorherigen israelischen Angriffs begleitete. Einige der Einsatzkräfte seien durch den zweiten Angriff unter Trümmern eingeschlossen worden, hieß es.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte den Angriff und erklärte, er sei Teil einer Reihe israelischer Angriffe auf Rettungs- und Einsatzkräfte, die gegen das Völkerrecht verstießen. Die libanesische Armee hat sich in den jüngsten Gefechten zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah weitgehend zurückgehalten, obwohl Dutzende ihrer Soldaten getötet wurden.

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