Samstag, 28. Mai 2022

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Putins Jahrespressekonferenz
Putin gibt Fehler zu

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine jährliche Presse-Audienz gegeben. Dabei erklärte er den Journalisten den Zustand des Landes und warf auch einen Blick auf den Sport. Vor allem die WM und der Dopingskandal haben das Land 2018 beschäftigt. Beim Thema Doping räumte Putin sogar eigenes Versagen ein.

Von Gesine Dornblüth | 20.12.2018

Der russische Präsident Putin steht auf seiner jährlichen Pressekonferenz vor Mikrofonen und hebt beide Hände.
Der russische Präsident Putin auf seiner jährlichen Pressekonferenz. (dpa/Alexander Zemlianichenko)
Wladimir Putins Jahres-Pressekonferenz kurz vor Jahresende ist immer auch ein Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr, und dementsprechend wollte ein Vertreter des kremlnahen Fernsehsenders NTW vom Präsidenten wissen, welches denn für ihn emotional die wichtigsten Ereignisse 2018 gewesen seien.
Putins Antwort fiel knapp aus.
"Die Präsidentenwahl und die Fußball-WM. Sie war wichtig für das Land und für die ganze Welt."
Putin (re.) hält eine goldene Trophäe, Infantino kommt von links auf ihn zu. Vor der Bühne stehen Zuschauer.
Putin konnte mit der WM in Russland im In- und Ausland punkten (AFP/Mladen ANTONOV)
Dass die Ausrichtung der WM ein riesiger Erfolg war, ist weitgehend Konsens in Russland und war den Fragestellern und dem Präsidenten nur noch Nebensätze wert. Ein Lob ging an die ehrenamtlichen jugendlichen Helfer während der WM, sie seien, so Putin, eine Stütze Russlands - im Gegensatz zu den russischen Rappern, die Drogen und Suizid verherrlichen würden.
Im Dopingskandal räumt Putin eigenes Versagen ein
Mehr Raum bekam das Thema Doping. Der Fragesteller, Vertreter einer russischen Sportzeitung, schickte zunächst voraus, er habe das Gefühl, beim Doping gehe es, angesichts der immer neuen Strafmaßnahmen gegen russische Sportler, längst um Politik.
Er wollte wissen:
"Haben wir unseren Sport jetzt so sauber bekommen, dass wir sagen könnten: Bei uns ist alles in Ordnung?"
Putin räumte daraufhin ein, Russland sei in gewissem Maße selbst Schuld an der Situation. Die Funktionäre hätten nicht genug getan, um Doping zu verhindern.
Rehabilitierung der russischen Anti-Doping-Agentur steht offenbar bevor
"Eine andere Sache ist, dass man uns anhängen will, es habe ein staatliches Doping gegeben. Das gab es nie und wird es nie geben."
Russland habe nun sehr viel gegen Doping getan, so Putin, aber noch nicht alles.
In dieser Woche haben Kontrolleure der Welt-Anti-Doping-Agentur, WADA, das zwischenzeitlich suspendierte russische Anti-Doping-Labor in Moskau besucht. Möglicherweise steht die vollständige Rehabilitierung der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada bevor.