
Merz erklärte, die Vorschläge sicherten langfristig die Rente und verteilten die Lasten gerecht auf alle Beteiligten. Die gesetzliche Rente bleibe mit der Reform die zentrale Säule der Altersvorsorge und nehme die Last von den Schultern der jüngeren Generation. Zentral sei, dass das Paket der Kommission vollumfänglich umgesetzt werde, da die Vorschläge ineinandergriffen und aufeinander aufbauten, erklärte der CDU-Vorsitzende.
Bas: "Freue mich auf anstehende Diskussionen"
Ähnlich äußerte sich Arbeitsministerin Bas vom Koalitionspartner SPD. Es gebe jetzt kein Rosinenpicken bei den Expertenvorschlägen, sondern diese seien ein "Gesamtkunstwerk". Man könne nicht das eine oder andere weglassen, sondern man müsse den Mut aufbringen, ob man das in der Gesamtheit umsetzen wolle oder ob man es nicht wolle, sagte Bas. Sie jedenfalls wolle dieses Paket umsetzen. Sie freue sich auf die anstehenden Diskussionen.
Eintrittsalter soll steigen
Die Empfehlungen sehen unter anderem vor, dass das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden und langsam steigen soll - ab 2042 alle zehn Jahre um ein halbes Jahr. Zudem soll das Rentensystem durch eine staatliche, kapitalgedeckte Vorsorge gestärkt werden. Die Beiträge sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils hälftig tragen.
Um die Ausgaben der gesetzlichen Rente zu dämpfen, sollen Optionen für einen vorzeitigen Eintritt eingeschränkt werden. So soll etwa die abschlagsfreie sogenannte "Rente ab 63" entfallen. Zur Stabilisierung sollen zudem zeitnah außerdem Politiker und Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen.
Kritik aus verschiedenen Richtungen
Bereits vor der Vorstellung der Reformvorschläge gab es viel Kritik. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Kaiser, warnte, besonders für die Menschen in Ostdeutschland dürfe es keine Absenkung des aktuellen Rentenniveaus ab 2031 geben. Andernfalls drohe vielen Ruheständlern die Armut.
Die stellvertretende SPD-Fraktionvorsitzende im Bundestag, Schmidt, sagte im Deutschlandfunk, die Vorschläge der Kommission seien keine Gesetzesvorlage, die man unkritisch übernehmen werde. Einzelne Punkte müssten in der Koalition noch diskutiert werden.
Der Hotel- und Gaststättenverband warnte vor der geplanten Abschaffung der Minijobs. Der Präsident des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Haumann, sagte der "Rheinischen Post", der Vorstoß gehe an der betrieblichen Realität vorbei und wäre für das Gastgewerbe eine Katastrophe. Allein hier gebe es rund 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte.
Dagegen begrüßte die Ökonomin Grimm den Vorschlag. Das Mitglied im Wirtschafts-Sachverständigenrat sagte derselben Zeitung, eine Abschaffung würde vor allem die Arbeitsanreize für Geringverdiener massiv erhöhen.
Diese Nachricht wurde am 23.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.








