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StartseiteSport AktuellGroße Freude und feine Ironie20.06.2018

RusslandGroße Freude und feine Ironie

Die Freude auf den Partymeilen in Russland ist riesig. Kaum zu glauben, dass dies die Mannschaft sei, die vor der WM so schlecht gespielt habe, ist der Tenor im Gastgeberland nach zwei Siegen. In den sozialen Netzwerken wird ironisch gemutmaßt, dass die Politik im Freudentaumel die Rente ganz abschaffen könnte.

Von Thielko Grieß

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Russland besiegt Ägypten - schon der zweite Sieg für die Sbornaja (dpa-Bildfunk / AP / Martin Meissner)
WM 2018 - Russland - Ägypten (dpa-Bildfunk / AP / Martin Meissner)
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Die Freude ist groß und unübersehbar. Das Fernsehen zeigt seit gestern Abend Bilder von den Partymeilen in Moskau und Sankt Petersburg, lässt Fans zu Wort kommen, denen nach Stunden des Feierns die Stimme heiser geworden ist. Auch Zeitungen und Portale im Netz stimmen mit ein. Die Wirtschaftszeitung "Wedemosti" schreibt von einem "historischen Sieg", die "Rossijskaja Gaseta", Amtsblatt der Regierung, titelt: "Danke für den Fußball!".

Ähnlich in der Politik: Im Föderationsrat wurde die heutige Sitzung mit Glückwünschen an die Adresse der Mannschaft begonnen und Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew postete auf Facebook, wie er mit seinem belorussischen Kollegen gestern Abend das Spiel im Fernsehen verfolgte.

Ironische Kommentare in sozialen Netzwerken

In sozialen Netzwerken bekommt die Spornaja ebenfalls viel Lob. Kaum zu glauben, dass dies die Mannschaft sei, die vor der WM so schlecht gespielt habe, so der Tenor. Und manche Russinnen und Russen posten Ironisches. Das für seine Härte bekannte Oberhaupt der Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, habe nun auch die Ägypter unter seine Kontrolle gebracht. Dort, in Grosny, hat die ägyptische Mannschaft ihr Hauptquartier.

Andere spielen auf die zurzeit in Russland stattfindende Debatte über die deutliche Erhöhung des Rentenalters an. Wenn die Mannschaft sich weiter von Sieg zu Sieg spiele, wird gewitzelt, traue sich die Regierung noch die unpopulärsten Maßnahmen zu: Dann gebe es bald gar keine Rente mehr.

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