Montag, 22. April 2024

Sagen & Meinen
Alle Frauen sind stark

Medien berichten gerne über "starke Frauen". Auf das Adjektiv sollten sie verzichten, findet Lotte Laloire. Es suggeriere, dass Frauen eigentlich schwach seien.

Von Lotte Laloire | 07.03.2024
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aktion One Billion Rising strecken die Hände in die höhe. One Billion Rising ist eine weltweite Bewegung, die am Valentinstag überall auf der Welt an öffentlichen Plätzen tanzend demonstriert, um ein Ende der Gewalt an Mädchen und Frauen einzufordern.
Bei der Aktion "One Billion Rising" demonstrieren viele Menschen für ein Ende der Gewalt an Mädchen und Frauen. (picture alliance / dpa / Annette Riedl)
Als „starke Frauen“ portraitieren Medien Erfinderinnen, Pop-Diven oder auch LKW-Fahrerinnen. Schön, dass die Welt sich für das benachteiligte Geschlecht interessiert. Wenn sie „starke Frauen" sagen, meinen die meisten es gut.
„Starke Männer“ sucht man indes vergebens. Ihre Stärke gilt als selbstverständlich, sie wird nicht extra erwähnt. Durch diese Schieflage in der Berichterstattung entsteht der Eindruck, Frauen seien eigentlich schwach – außer eben diese eine Besondere, die deshalb herausgestellt wird.

Sind dann alle anderen Frauen "schwach"?

Was soll das überhaupt sein: eine „starke Frau"? Eine besonders arbeitsame, laute, mächtige? Oder eine, die dem Ideal des Männlichen am nächsten kommt? Und was ist dann mit den anderen, sind sie „schwach“?
Nein. Jede Frau ist anders stark. Auf das Adjektiv können wir getrost verzichten.