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Sexueller Missbrauch
Turnerin Biles gibt erstes Interview

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio war sie einer der Stars. Turnerin Simone Biles holte für die USA vier Mal Gold. Doch all die Jahre schwieg sie über den Missbrauch, den sie durch US-Teamarzt Larry Nassar hatte erleiden müssen. Nach Ende des Gerichtsprozess trat sie nun im amerikanischen Fernsehen auf.

Von Andrea Schültke | 31.01.2018

    Die US-Turnerin Simone Biles während der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.
    Die US-Turnerin Simone Biles während der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. (dpa/ picture alliance / Soeren Stache)
    In der Today Show des US-Senders CNN sagte Simon Biles den Tränen nah, es sei sehr hart, das durchzustehen, was Larry Nassar ihr angetan habe. Die Richterin Rosemarie Aquilina sei ihre Heldin. Sie habe es den Frauen ermöglicht, im Gerichtssaal Larry Nassar ins Gesicht zu sagen, wie sehr sie unter seinen sexuellen Übergriffen gelitten haben.

    Darüber haben in dem Verfahren knapp 160 Betroffene und ihre Familien gesprochen. Ihre schockierenden und herzzerreißenden Berichte wurden live im Internet übertragen. Dadurch war auch öffentlich geworden, dass der Arzt die Turnerinnen sogar während der Wettkämpfe missbraucht hatte.
    Der ehemalige Arzt der US-Turnerinnen, Larry Nassar, steht wegen sexuellem Missbrauch und anderen Delikten vor Gericht.
    Der ehemalige Arzt der US-Turnerinnen, Larry Nassar, wurde wegen sexuellem Missbrauchs und dem Besitz von Kinderpornografie zu lebenslanger Haft verurteilt. (AFP/Geoff Robins)
    "Wir können sehr gut verdängen"
    Auf die Frage, wie sie das durchgestanden habe, erklärte Simone Biles: "Ich glaube, wir können sehr gut verdrängen. Wir möchten nicht, dass es jemand bemerkt und wir wollen auch nicht darüber nachdenken. Wir möchten mit ganzem Herzen unseren Wettkampf machen und unser Land vertreten."
    Eine Einstellung, die den Turnerinnen ganz früh vermittelt wurde, berichteten viele der Frauen. Und genau das sei der Grund gewesen, warum sie nicht darüber gesprochen hätten.