Iran-Krise
Sicherheitsexperte Heusgen: Europa zeigt sich schwach gegenüber dem Mullah-Regime

Der frühere Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Heusgen, hat die Rolle der EU angesichts der gewaltsam unterdrückten Protestwelle im Iran kritisiert.

    Ein Bild von Christoph Heusgen
    Christoph Heusgen (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)
    Heusgen sagte im Deutschlandfunk, die bislang verfolgte differenzierte Linie der Europäer gegenüber dem Iran, auch im Hinblick auf die Verhandlungen um das Atomprogramm, sei hinfällig. Notwendig sei eine Haltung, die sich eindeutig gegen das Mullah-Regime wende. Dass die EU uneinig sei, weil etwa Spanien, Frankreich und Italien bei der Listung der Revolutionsgarden als Terrorgruppe bremsten, sehe er als Schwäche der EU. Alle Außenminister sollten sich hinter den Forderungen der EU-Außenbeauftragten Kallas versammeln.
    Laut Heusgen seien die jüngsten Proteste brutaler als in früheren Situationen niedergeschlagen worden, da die außenpolitische Position des Iran und die wirtschaftliche Lage sich verschlechtert hätten. Ein Militärschlag, etwa seitens der USA, würde wenig bringen, wohl aber politische Unterstützung von außen, wie eine weitere Isolierung des Landes. Auch Druck auf China als größter Ölabnehmer des Iran und eine Befassung des Sicherheitsrates mit der Lage im Iran könnten wirksam sein, so Heusgen.
    Hier geht es zum Newsblog zu Lage im Iran.
    Diese Nachricht wurde am 15.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.