
Die mehr als 20 Jahre in der Leitung des Verteidigungsbündnisses tätige Niehus sagte im Deutschlandfunk, Trump habe die Bündnistreue schon häufig infrage gestellt. Auch bei dem Treffen mit Rutte äußerte der US-Präsident Unmut über die NATO-Partner. Niehus betonte, Europa sollte sich nicht mehr auf die USA verlassen. Sie halte es für unwahrscheinlich, dass ein amerikanischer Präsident Polen oder Estland verteidigen würde. Deswegen müsse Europa sobald wie möglich alle militärischen Fähigkeiten, die bislang die USA innerhalb der NATO vorhielten, selbst aufbauen. Sie forderte von den Europäern vor allem auch, selbst Informationen zu sammeln und zu analysieren. Wörtlich sagte Niehus: "Donald Trump versteht die NATO nicht, er wird sie auch verstehen und es interessiert ihn auch nicht".
Auf Trump-Postings nicht wie ein "Hühnerhaufen" reagieren
Sie warnte aber vor Panikreaktionen. Sie bezog sich dabei auf Trumps Aussage, Alliierte, die ihn im Iran-Krieg nicht unterstützten, mit dem Abzug von US-Truppen zu "bestrafen". Niehus verwies darauf, dass es etwa mit immensen Kosten verbunden sei, 10.000 Soldaten von Deutschland nach Polen zu verlegen. Die Europäer müssten davon wegkommen, auf jeden zweiten Trump-Post wie ein "aufgescheuchter Hühnerhaufen" zu reagieren.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
Diese Nachricht wurde am 09.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.








