
In einem Schreiben Spahns an die Fraktion, das auch dem Deutschlandfunk-Hauptstadtstudio vorliegt, heißt es, sein persönliches Glück, gemeinsam mit seinem Mann eine Familie zu gründen, sei nicht vereinbar mit seinem politischen Amt. Weiter heißt es, der Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden
unserer Fraktion sei "größer geworden, als ich es erwartet hatte". Er betonte, die "zunehmende Unerbittlichkeit" in der öffentlichen Auseinandersetzung habe ihn sehr nachdenklich gemacht.
unserer Fraktion sei "größer geworden, als ich es erwartet hatte". Er betonte, die "zunehmende Unerbittlichkeit" in der öffentlichen Auseinandersetzung habe ihn sehr nachdenklich gemacht.
Respektsbekundungen in der Koalition
Der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Merz bezeichnete den Rücktritt als richtig und unvermeidlich. "Glaubwürdigkeit ist in der Politik das höchste Gut", teilte Merz in einer Erklärung mit. CSU-Landesgruppenchef Hoffmann sagte, Spahns Entscheidung verdiene allerhöchsten Respekt. Zugleich kündigte er an, dass er selbst bis zur Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden die Amtsgeschäfte übernehmen werde. "Die Fraktion bleibt entscheidungs- und handlungsfähig." Eine Entscheidung über Spahns Nachfolge wird noch Laufe des Monats erwartet.
Auch SPD-Fraktionschef Miersch äußerte Respekt und fügte hinzu: "Wir haben in der Koalition sehr eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet." Auch der CSU-Vorsitzende Söder bekundete Respekt: "Ich danke Jens Spahn für die sehr gute Zusammenarbeit, gerade in schwierigen Zeiten".
Deutliche Worte aus der Opposition
Grünen-Kochefin Brantner sagte der "Rheinischen Post": "Der Rücktritt war überfällig – auch wenn dies nur der letzte Tropfen auf einem ohnehin heißen Stein war." Privat wünsche sie Spahn dennoch alles Gute. Der Kovorsitzende der Linken nannte den Schritt "längst überfällig". Ebenfalls der "Rheinischen Post" sagte er: "Der Rücktritt von Jens Spahn war längst überfällig. Eigentlich hätte er schon nach der Maskenaffäre gehen müssen." Der FDP-Vorsitzende Kubicki warf der CDU generelle Probleme beim Umgang mit moralischen Fragen und sprach von einem "weiteren moralischen Tiefpunkt" der Partei. Er spielte damit auch auf die Vorgänge um Berlins scheidenden Regierenden Bürgermeister Wegner an. Kubicki ergänzte: "Schade, dass Jens Spahn nicht erklärt hat, auf Grund eigener Erfahrungen seine Haltung zur Leihmutterschaft geändert zu haben."
Druck war stetig gewachsen
Der Druck auf Spahn war in den vergangenen beiden Tagen stetig gewachsen. Zunächst hatte die Schatzmeisterin der Frauen-Union, Rosin, seinen Rücktritt gefordert, später dann auch der Landes-Vorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, Peters, und der CDU-Politiker Bosbach. Bosbach sagte noch vor dem Rücktritt im Deutschlandfunk, es sei "hochproblematisch", wenn der Eindruck entstehe, dass für Politiker andere Regeln gelten.
CDU-Parteitag war gegen Legalisierung in Deutschland
Spahn und sein Mann waren mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden. Leihmutterschaften sind in Deutschland nicht zulässig. Die CDU hatte sich zuletzt im Februar gegen eine Legalisierung ausgesprochen, auch Spahn selbst war als Minister in der Vergangenheit dagegen.
"Der Spagat wurde größer als ich erwartet hatte" - Das Rücktrittsschreiben von Unionsfraktionschef Spahn im Wortlaut
Diese Nachricht wurde am 18.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.








