Freitag, 25.09.2020
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
StartseiteSport AktuellImmunität des Schweizer Bundesanwalts Lauber aufgehoben24.08.2020

Treffen mit FIFA-Präsident InfantinoImmunität des Schweizer Bundesanwalts Lauber aufgehoben

Dem scheidenden Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber drohen wegen der Geheimtreffen mit dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino nun auch juristische Konsequenzen. Eine Parlamentskommission hat Laubers Immunität aufgehoben. Somit kann ein Strafverfahren eröffnet werden. Gegen FIFA-Chef Infantino läuft das Verfahren bereits.

Von Thomas Kistner

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Foto vom oberste Strafermittler der Schweiz, Michael Lauber, bei einer Pressekonferenz durch zwei Journalisten hindurch (picture alliance / dpa / Marcel Bier)
Wie nah steht der oberste Strafermittler der Schweiz, Michael Lauber, FIFA-Chef Gianni Infantino? (picture alliance / dpa / Marcel Bier)
Mehr zum Thema

Ethikkommission stellt Verfahren gegen Infantino ein "Fortsetzung des juristischen FIFA-Kabaretts"

Rechtsexperte Pieth zum Verfahren gegen FIFA-Präsidenten "Wenn sie nicht müssen, lassen sie Infantino leben"

Strafverfahren gegen FIFA-Boss Infantino Die Sportwelt schweigt

Strafverfahren gegen Infantino eröffnet "Dieser Mann war ein enormer Stresstest für den Weltfußball"

Nach Rücktritt des FIFA-Chefermittlers Dreht sich der Wind in der Schweizer Justiz?

Schweizer Bundesanwalt Umstrittener FIFA-Ermittler Michael Lauber bietet Rücktritt an

Formal eröffnet wurde das Strafverfahren gegen Bundesanwalt Michael Lauber bereits Ende Juli. Durch die Aufhebung seiner Immunität kann es nun endgültig beginnen.

Lauber muss in der Affäre rund um seine nie protokollierten Treffen mit FIFA-Präsident Gianni Infantino zwar Ende dieses Monats zurücktreten, er hätte aber auch danach weiter eine relative Immunität für Handlungen während seiner Amtszeit genossen. Mit der direkten Aufhebung der Immunität hat die Parlamentskommission nun alle Hindernisse für das Strafverfahren aus dem Weg geräumt.

Sonderermittler sieht "Anzeichen für ein strafbares Verhalten"

Laut dem Schweizer Sonderermittler Stefan Keller sind die Inhalte der Geheimtreffen völlig unklar, Keller sieht darin aber "Anzeichen für ein strafbares Verhalten". Es geht um Amtsmissbrauch, Verletzung des Amtsgeheimnisses und Begünstigung sowie die Anstiftung dazu. Zum Zeitpunkt der geheimen Treffen in den Jahren 2016 und 2017 liefen unter Bundesanwalt Lauber mehrere Verfahren rund um die FIFA.

Eines davon tangierte Infantino sogar persönlich, es drehte sich um einen von ihm signierten Fernsehvertrag. Ein Mailverkehr zeigt, dass er Lauber bei einem der Treffen von seiner Unschuld überzeugen wollte.

Die Gefahr, das Amt zu verlieren, ist nun größer denn je für den FIFA-Chef. Zwar hat ihn vor Tagen das von ihm handverlesene FIFA-Ethikkomitee ohne substantielle Gründe reingewaschen. Doch im Fall einer strafrechtlichen Verurteilung müssten ihn auch die eigenen Ethiker sperren – und dieses Szenario droht nun stärker denn je.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk