
Nielsen fügte hinzu, man sei offen für einen Dialog. Dieser müsse aber über die angemessenen Kanäle und unter Achtung des Völkerrechts geschehen. Zuvor hatte Trump den Anspruch seines Landes auf Grönland bekräftigt. Er sagte dem US-Magazin “The Atlantic”, Venezuela sei möglicherweise nicht das letzte Land, in dem die Vereinigten Staaten intervenierten. Die USA brauchten Grönland unbedingt. Die Insel sei "umzingelt von russischen und chinesischen Schiffen", argumentierte Trump. Er hatte schon öfter damit gedroht, Grönland den USA einzuverleiben. Auch militärische Mittel schloss er nicht aus.
Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen forderte die Vereinigten Staaten auf, ihre Drohungen zu unterlassen. Die USA hätten kein Recht, eines der Länder des Königreichs Dänemark zu annektieren. Sie erinnerte zudem daran, dass Grönland Teil der NATO sei.
Der Bundesvorsitzende der Linken, van Aken, forderte gegenüber den Sendern RTL und NTV eine stärkere diplomatische Präsenz europäischer Staaten auf Grönland. Wenn europäische Botschafter vor Ort wären, fiele es den USA schwerer, die Insel einzunehmen. Zudem müssten alle Europäer klar sagen, dass kein Millimeter von Grönland an die USA gehe.
Online-Post der Gattin von US-Stabschef Miller
Das Thema war durch einen Online-Post aus dem Umfeld der US-Regierung wieder in den Blickpunkt gerückt: Die Ehefrau von Trumps Vize-Stabschef Miller hatte eine Grönland-Karte in den Farben der US-Flagge gepostet und mit dem Kommentar "bald" versehen. Grönlands Regierungschef Nielsen hatte schon da protestiert: "Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden." Auch der dänische Botschafter in den USA, Sörensen, ermahnte Washington, die territoriale Integrität des Königreichs zu wahren.
Diese Nachricht wurde am 05.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.


