Davos
Trump: Grundlage für Grönland-Vereinbarung ​erzielt ​- Keine US-Zusatzzölle ab ​1. Februar

US-Präsident Trump hat sich mit NATO-Generalsekretär Rutte auf die Grundlage für eine Grönland-Vereinbarung und die Arktis-Region geeinigt. Das teilte Trump nach einem Treffen mit Rutte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos mit. In der Folge soll es keine zusätzlichen Zölle für mehrere europäische Länder ab dem 1. Februar geben.

    US-Präsident Trump und NATO-Generalsekretär Rutte bei einem Treffen am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Beide sitzen auf Sesseln und schauen sich an. Rutte gestikuliert. Hinter ihnen sind die amerikanische und die NATO-Flagge zu sehen.
    US-Präsident Trump und NATO-Generalsekretär Rutte bei einem Treffen am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Evan Vucci)
    Diese Zölle hätten auch Deutschland betroffen. Rutte bestätigte die Angaben Trumps. Eine Sprecherin Ruttes erklärte, bei weiteren Gesprächen unter den NATO-Verbündeten gehe es jetzt darum, durch ein gemeinsames Handeln die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten. Trump betonte lediglich, die Vereinbarung werde, wenn sie umgesetzt werde, für die USA und die anderen NATO-Mitglieder von Nutzen sein. Die weiteren Verhandlungen sollten unter ‌anderem Vizepräsident Vance und Außenminister Rubio führen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, dass die NATO den USA unter anderem vorgeschlagen habe, im Rahmen einer neuen Überwachungsmission Militärbasen in Grönland zu übernehmen.
    Dänemark und Schweden begrüßten die Ankündigungen Trumps. Der dänische Außenminister Rasmussen sagte, wichtig sei, dass eine Lösung gefunden werde, die die Menschen in Grönland respektiere. Dänemark wolle auf die Bedenken der USA eingehen. Die schwedische Außenministerin Stenergard betonte, so wie es aussehe, habe die Zusammenarbeit der Unterstützer Dänemarks Wirkung gezeigt.
    Bundesfinanzminister Klingbeil warnte am Abend vor zu großem Optimismus. Man sollte sich nicht "zu früh freuen" und zunächst abwarten, was konkret zwischen Trump und Rutte vereinbart worden sei, sagte der SPD-Chef im ZDF.

    Trump betont strategische Schlüsselposition Grönlands

    Zuvor hatte Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in einer Rede seinen Anspruch auf Grönland untermauert und zu sofortigen Gesprächen über eine Übernahme der Arktisinsel durch sein Land aufgerufen. Die Anwendung militärischer Gewalt schloss Trump aus. Grönland habe für die USA eine strategische Schlüsselposition inne. Niemand sei besser für die Verteidigung der Insel geeignet als die Vereinigten Staaten.
    Trump sagte, "ich habe großen Respekt für die Menschen in Grönland und in Dänemark, aber jeder NATO-Verbündete muss in der Lage sein, das eigene Territorium zu verteidigen." Er fügte hinzu, die USA hätten die Insel nach dem Zweiten Weltkrieg dummerweise an Dänemark zurückgegeben. Nun erweise sich das Land als undankbar.

    Rasmussen: "Keine Verhandlungen über Grönland-Übergabe"

    Der dänische Außenminister Rasmussen sagte, aus Trumps Rede gehe klar hervor, "dass die Ambitionen des Präsidenten unverändert sind". Es sei natürlich positiv, dass Trump erklärt habe, dass die USA keine militärische Gewalt anwenden würden. Aber das Problem sei damit nicht gelöst. Rasmussen betonte, Verhandlungen über eine Übergabe Grönlands an die USA kämen für Dänemark nicht infrage.
    Wegen des Streits um Grönland wollen sich am Donnerstag die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel zu einem Sondergipfel treffen. Dabei soll das weitere Vorgehen abgestimmt werden.
    Diese Nachricht wurde am 21.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.