Mittwoch, 30. November 2022

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USA nach Florida-Attentat
Mit Waffen gegen Waffengewalt?

Eine intensivere Überprüfung und ein höheres Mindestalter von Waffenkäufern - das sind einige der Vorschläge von Donald Trump, die er dem Kongress zur Abstimmung vorlegen will, um die Waffengewalt in den USA unter Kontrolle zu bringen. Die von der Waffenlobby befürwortete Idee, Lehrer zu bewaffnen, sorgt weiterhin für Diskussionen.

Von Thilo Kößler | 23.02.2018

    Ein Mann steht am 06.09.2013 am Südrand des Grand Canyon, Arizona, mit seiner Waffe im Halfter neben einer Frau. Das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit ist im US-Bundesstaat Arizona erlaubt.
    Die Schulen in den USA müssten zu den bestbewachten Orten des Landes ausgebaut werden, fordert etwa die Waffenlobby-Organisation NRA (picture alliance / dpa / Alexandra Schuler)
    Erst das Treffen mit Schülern, Eltern und Lehrern zur Frage, welche Konsequenzen aus dem jüngsten Amoklauf von Parkland und den wachsenden Protesten gegen die laxen Waffengesetze zu ziehen sind. Dann ein Treffen mit Experten aus einzelnen Bundesstaaten und Kommunen.
    Donald Trump hat die Initiative in der Debatte um die grassierende Waffengewalt in den Vereinigten Staaten an sich gezogen - anders als bei seinen Vorgängern geschehe nun endlich etwas, sagte der Präsident im Kreis der Experten.
    Donald Trump möchte die Background-Checks intensivieren, die Überprüfung von Waffenkäufern. Er ist entschlossen, das Mindestalter für legale Waffenkäufe von 18 auf 21 Jahre zu erhöhen - und er möchte die Schnellfeuereinrichtungen verbieten lassen, mit denen sich aus halb automatischen Waffen im Handumdrehen vollautomatische Gewehre machen lassen. Und es gehe ihm um psychische Erkrankungen, deutete der Präsident an, ohne konkret zu werden.
    Trump verteidigt seine Vorschläge per Twitter
    In einer ganzen Reihe von Tweets verteidigte Trump seinen Vorschlag, ausgewählte Lehrer in den Schulen zu bewaffnen - erneut betonte er, dass das Konzept der "verdeckten Waffen" in Schulgebäuden auch bedeuten würde, den gefährlichen waffenfreien Zonen vor und in Schulgebäuden ein Ende zu machen.
    Trump betonte, dass er bereits intensive Gespräche mit Senatoren und Abgeordneten über seinen geplanten Maßnahmenkatalog geführt habe - Trump muss alle Vorschläge dem Kongress zur Abstimmung vorlegen. Er habe sich auch mit der NRA beraten, der einflussreichen Waffenlobby der National Rifle Association, so Trump.
    Bewaffnung von Lehrern: Ein Konzept der Waffenlobby
    Deren Vizepräsident Wayne LaPierre machte in einem Vortrag vor ultrakonservativen Gruppierungen auf der CPAC-Jahresversammlung deutlich, dass die Initiative der Bewaffnung von Lehrern ursprünglich ein NRA-Konzept gewesen sei: Die Schulen müssten zu den bestbewachten Orten des Landes ausgebaut werden, sagte La Pierre - dem Übel bewaffneter Angriffe sei am besten durch eine sofortige bewaffnete Reaktion beizukommen
    NRA-Vize LaPierre bezog unmissverständlich politisch Stellung und warf den Demokraten vor, den Amerikanern die Waffen und das Recht auf Waffenbesitz wegnehmen zu wollen. Er wies ihnen auch die Schuld an den Sicherheitslücken in den Schulen zu und an dem Scheitern des FBI, das in Parkland Warnungen vor einem Attentat nicht nachgegangen war.
    Waffenaffine Kreise sperren sich gegen Verschärfung des Waffenrechts
    Der Maßnahmenkatalog Donald Trumps scheint insgesamt eng mit der Waffenlobby abgestimmt zu sein - nur in punkto Anhebung der Altersgrenze auf 21 Jahre macht die NRA Widerstand geltend. Indes scheinen sich bereits innerhalb der republikanischen Partei Konflikte aufzutun. Besonders waffenaffine Kreise sperren sich gegen alle Reformen zur Verschärfung des Waffenrechts.
    Andere äußern Bedenken mit Blick auf den Vorschlag, Lehrer zu bewaffnen. Marco Rubio etwa, Senator aus Florida, der selbst von der NRA beim letzten Wahlkampf mit einer Million Dollar unterstützt worden war, sagte, er fühle sich überhaupt nicht wohl bei dem Gedanken, seine Kinder in eine Schule mit bewaffneten Lehrern zu schicken.