UNO-Sicherheitsrat
Wadephul wirbt für deutschen Sitz: "Wollen als Anwalt des Völkerrechts auftreten"

Die UNO-Vollversammlung entscheidet heute darüber, ob Deutschland erneut einen Sitz als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat erhält. Dazu ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Bundesaußenminister Wadephul sagte dem Deutschlandfunk, sollte die Bewerbung erfolgreich sein, werde Deutschland im Sicherheitsrat als "Anwalt des Völkerrechts" auftreten.

    Außenminister Johann Wadephul spricht vor dem UNO-Gebäude in New York in mehrere Mikrofone.
    Bundesaußenminister Wadephul (CDU) bei der UNO in New York. (dpa / Michael Kappeler)
    Das sei man auch immer gewesen, betonte Wadephul. Der CDU-Politiker warb gleichzeitig für eine Reform des Sicherheitsrats. Man müsse dafür sorgen, dass das Gremium wieder das Forum werde, wo Konflikte besprochen, gelöst und befriedet würden. Man dürfe sich nicht daran gewöhnen, dass sich das Recht des Stärkeren durchzusetzen versuche, mahnte Wadephul.

    Deutschland konkurriert mit EU-Partnern Österreich und Portugal

    Die Bundesrepublik tritt bei der Abstimmung in New York gegen Österreich und Portugal an. Benötigt wird eine Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen im UNO-Plenum. Das entspricht derzeit - sofern alle abstimmen - 128 der insgesamt 193 Mitglieder, da Afghanistan und Venezuela laut Diplomaten aktuell nicht stimmberechtigt sind.
    Die Bundesrepublik saß bereits sechsmal als nicht ständiges Mitglied im mächtigsten UNO-Gremium. Durchgefallen ist Deutschland bei einer Wahl zum Sicherheitsrat laut Diplomaten noch nie. 

    Scheitern wäre Rückschlag auch für Merz

    Der Bundesaußenminister nimmt für Deutschland an der Abstimmung teil. Weil es eine Zitterpartie werden dürfte, ist er bereits seit Freitag in New York, um für Zustimmung zu werben. Sollte Deutschland scheitern, wäre dies auch ein Rückschlag für die Bemühungen von Bundeskanzler Merz, bei der Lösung von Kriegen und Konflikten eine größere Rolle einzunehmen. Deutschland ist zweitgrößter UN-Geldgeber nach den USA. 
    Neben den fünf ständigen Vertretern im Sicherheitsrat - China, Russland, USA, Frankreich und Großbritannien - werden die restlichen zehn Sitze für je zwei Jahre von Mitgliedsstaaten besetzt. Abgestimmt wird auch über drei weitere frei werdende Sitze.
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    Diese Nachricht wurde am 03.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.