
Ministerin Warken betonte in Berlin, die Abgabe auf Zucker sei nicht nur aus finanziellen Gründen sinnvoll, sondern auch aus Gründen der Prävention. In anderen Ländern sehe man, dass der Zuckerkonsum messbar zurückgegangen sei. Das sei nicht zwingend ein Ergebnis von weniger Konsum, sondern von einer Anpassung der Rezeptur durch die Hersteller. Diese hätten infolge einer Abgabe deutlich weniger Zucker zugefügt.
Der Vorstandsvorsitzende der Edeka-Zentrale, Mosa, kritisierte dagegen, zusätzliche Abgaben würden das ohnehin angespannte Konsumklima weiter verschlechtern. "Kunden sollten selbst entscheiden, was sie kaufen und essen wollen." Ähnlich äußerte sich der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung indes lobte die Pläne. Sie könnten zur Prävention von Fettleibigkeit und anderer ernährungsmitbedingter Erkrankungen beitragen. Aus wissenschaftlicher Sicht seien Steuern auf Süßgetränke wirksam.
Einnahmen fließen in die gesetzliche Krankenversicherung
Die Zuckerabgabe soll nach Plänen der Regierung ab 2028 erhoben werden. Die erwarteten Einnahmen von jährlich 450 Millionen Euro fließen den Planungen zufolge in die gesetzliche Krankenversicherung. Die Abgabe ist Teil eines Gesetzespakets zur finanziellen Stabilisierung der Krankenkassen, das das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedet hat.
Diese Nachricht wurde am 29.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



