Gründungszeremonie in Davos
Was US-Präsident Trump mit seinem "Friedensrat" erreichen will

Der von US-Präsident Trump initiierte "Friedensrat" wurde bei einer Zeremonie am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos offiziell gegründet. Aber was sieht der "Friedensrat" vor? Eine Übersicht.

    Trump am Rednerpult in Davos
    US-Präsident Trump will mit dem Friedensrat ein neues internationales Gremium schaffen. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber)

    Was soll der "Friedensrat" bewirken?

    Eigentlich sollte der "Friedensrat" für die Überwachung einer Nachkriegs-Ordnung im Gazastreifen zuständig sein. So sah es der Friedensplan für das Palästinensergebiet vor. Doch in den 13 Kapiteln der "Charta" kommt das Wort Gaza gar nicht vor.
    In der Präambel der Charta heißt es, man bedauere, "dass zu viele Ansätze der Friedensförderung dauerhafte Abhängigkeiten begünstigen und Krisen institutionalisieren, anstatt die Menschen aus ihnen herauszuführen". Die Vertragsparteien würden die "Charta" in dem Entschluss verabschieden, "eine Koalition williger Staaten zu bilden, die sich zu praktischer Zusammenarbeit und wirksamem Handeln verpflichten".

    Wie wird der "Friedensrat" organisiert und wer gehört dazu?

    Vorsitzender des "Friedensrats" soll US-Präsident Trump selbst sein. Staaten können sich unbefristet einen Sitz sichern, wenn sie innerhalb eines Jahres eine Milliarde US-Dollar zum Etat beisteuern. Wer diese Gebühr nicht zahlt, soll nur für drei Jahre im Gremium vertreten sein. Insgesamt sollen rund 60 Länder eine Einladung bekommen haben, darunter auch Russland und China.
    Zugesagt haben bislang unter anderem Ägypten, Argentinien, Belarus, Indien, Israel, Kuwait, Kasachstan, Paraguay, Türkei, Ungarn und die Vereinigten Arabischen Emirate. Abgesagt haben hingegen bereits Frankreich, Norwegen und Schweden. Wegen der zögerlichen Haltung von Frankreichs Präsident Macron, drohte Trump bereits mit Zöllen von 200 Prozent auf Wein und Champagner.

    Bildet der Friedensrat eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen?

    Wer will, kann die Formulierungen als Konkurrenz zur gültigen UNO-Charta lesen. Gleich im ersten Kapitel ist unter der Überschrift Auftrag festgehalten: "Der Friedensrat ist eine internationale Organisation, die sich für Stabilität, die Wiederherstellung verlässlicher und rechtmäßiger Regierungsführung sowie die Sicherung dauerhaften Friedens in von Konflikten betroffenen oder bedrohten Gebieten einsetzt."

    Welche Befürchtungen gibt es?

    Hauptpunkt der Kritik an den Plänen Trumps ist, dass der "Friedensrat" vollständig auf seine Person zugeschnitten ist. Mitglied kann nur werden, wer vom Vorsitzenden Trump eingeladen wird. Festgeschrieben wird außerdem, dass Trump die Befugnis hat, einen Nachfolger zu benennen. Ein Ersatz des Vorsitzenden könne nur durch freiwilligen Rücktritt oder aufgrund von Geschäftsunfähigkeit erfolgen, wenn dies vom Vorstand einstimmig beschlossen werde. Eine zeitliche Bindung an die Amtszeit Trumps als US-Präsident ist demnach nicht vorgesehen. Kritiker befürchten, Trump wolle sich offenbar zum Vorsitzenden des "Friedensrats" auf Lebenszeit machen. 
    Auch die Zusammensetzung des Vorstands des "Friedensrats" liegt laut der "Charta" ausschließlich in Trumps Händen. "Der Vorstand wird vom Vorsitzenden ausgewählt und setzt sich aus international anerkannten Persönlichkeiten zusammen", heißt es in Kapitel vier. Die Vorstandsmitglieder sollen für jeweils zwei Jahre ernannt werden. Der Vorsitzende - also Trump - "kann sie abberufen, eine Verlängerung ist ihm jedoch möglich".

    Wie reagiert Deutschland auf die Initiative?

    Bundeskanzler Merz hat dem Friedensrat zwar anders als Frankreichs Präsident Macron noch keine öffentliche Absage erteilt. Eine Zustimmung zu der Charta in ihrer jetzigen Form dürfte für ihn aber nicht infrage kommen. Man unterstütze prinzipiell jede Maßnahme, die zu Frieden und Stabilität im Gazastreifen beitrage, heißt es aus Regierungskreisen. Sie müsse sich aber "im Rahmen der völkerrechtlichen Ordnung" bewegen.
    Diese Nachricht wurde am 22.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.