
Costa erklärte, man wolle weiterhin konstruktiv mit den USA zusammenzuarbeiten. Es gebe ein gemeinsames transatlantisches Interesse an Frieden und Sicherheit in der Arktis, insbesondere durch Zusammenarbeit im Rahmen der Nato.
Bundesfinanzminister Klingbeil sagte bei einem Besuch seines französischen Kollegnen Lescure in Berlin, man bereite mit den europäischen Partnern Gegenmaßnahmen vor für den Fall, dass Trump seine Drohungen im Grönland-Streit aufrechterhalte. Man lasse sich nicht erpressen. Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Lange, sagte im Deutschlandfunk, Europa müsse klare Kante zeigen und notfalls erneut mit Gegenzöllen reagieren. Der SPD-Politiker sagte, dafür sehe er inzwischen eine breite Zustimmung innerhalb der EU-Staaten. Die Grünen-Fraktionschefin Dröge brachte zudem im ZDF einen Stopp von Energieimporten aus den USA ins Gespräch.
EU plant Gegenzölle im Wert von 93 Milliarden Euro
Bundesaußenminister Wadephul (CDU) stellte die ursprünglich für Mittwoch geplante Unterzeichnung des EU-Handelsabkommens mit den USA infrage. Damit würden ab 6. Februar automatisch zusätzliche Zölle für die USA im Volumen von 93 Milliarden Euro gelten. Diese würden etwa für US-Bourbon, Flugzeugteile, Sojabohnen und Geflügel gelten. Das Europäische Parlament hat nach Angaben von EVP-Chef Weber die Verabschiedung des Abkommens auf unbestimmte Zeit verschoben.
Macron schlägt "Handels-Bazooka" vor
Frankreich signalisierte, die Aktivierung des sogenannten Anti-Coercion Instrument (ACI) beantragen zu wollen, wie es aus dem Umfeld von Präsident Macron hieß. Das Instrument wird auch als "Handels-Bazooka" bezeichnet, weil es der EU weitreichende und flexible Möglichkeiten gibt. Das Gesetz ermöglicht, Vergeltungszölle auf den Import von US-Waren zu verhängen. Zudem könnten US-Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden – oder für bestimmte Produkte Ein- und Ausfuhrbeschränkungen erlassen werden.
Auslöser ist die Ankündigung von US-Präsident Trump, ab dem 1. Februar einen zusätzlichen zehnprozentigen Zoll auf Waren aus bestimmten EU-Ländern zu erheben, die sich gegen einen US-Kauf oder eine Annexion des zu Dänemark gehörenden Grönlands wehren. Deutschland und die übrigen betroffenen Länder kritisierten die angekündigten Sonderzölle in einer gemeinsamen Erklärung scharf.
Weiterführende Informationen
Diese Nachricht wurde am 19.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
