Mehr Geld, mehr Kooperation und ein Eisbrecher 
Wie die EU künftig mehr in die Arktis investieren will

Die Europäische Union hat Fehler im Umgang mit Grönland und der Arktis eingeräumt. Es sei zu wenig in die Arktis und ihre Sicherheit investiert worden, sagte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen nach dem Sondergipfel in Brüssel. Was ist nun geplant? Ein Überblick.

    Ursula von der Leyen spricht auf einer Pressekonferenz im Brüsseler Ratsgebäude.
    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem Sondergipfel zur Grönlandkrise. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Omar Havana)
    Von der Leyen kündigte ein umfassendes Investitionspaket für Grönland an. Im nächsten EU-Haushalt ab 2028 wolle die Kommission die finanzielle Unterstützung für Grönland verdoppeln, das zum Hoheitsgebiet Dänemarks gehört. Weitere Details nannte sie nicht. Diese werde sie bald vorstellen, erklärte die Kommissionspräsidentin.
    Zudem solle die Zusammenarbeit mit der weltgrößten Insel intensiviert werden, betonte von der Leyen. Einen Teil ihrer gestiegenen Verteidigungsausgaben werde die EU für arktistaugliche Ausrüstung wie einen europäischen Eisbrecher einsetzen. Die Beziehungen zu Partnern in der Region wie Großbritannien, Kanada, Norwegen und Island müssten gestärkt werden, sagte von der Leyen, dies sei eine geopolitische Notwendigkeit.

    Rutte: Werden Abschreckung und Verteidigung in der Arktis stärken

    NATO-Generalsekretär Rutte bekräftigte, dass die Allianz gemeinsam mit Dänemark daran arbeitet, die Abschreckung und Verteidigung in der Arktis zu verbessern. Das schrieb Rutte auf X. Die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen teilte in Kopenhagen mit, im Laufe des Tages nach Grönland zu reisen. Sie hatte sich am Rande des Sondergipfels gestern Abend für eine dauerhafte Stationierung von NATO-Soldaten auf der Arktisinsel ausgesprochen und zugleich auf die Souveränität ihres Landes verwiesen. Der NATO-Oberbefehlshaber ⁠in Europa, Grynkewich, hatte zuvor erklärt, die zunehmende Zusammenarbeit zwischen China und Russland in der Arktis bereite ihm Sorgen.
    Zudem hatte US-Präsident Trump einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und mit sicherheitspolitischen Überlegungen begründet. Die EU-Staats- und Regierungschefs warnten die USA vor neuen Drohungen und betonten, das ausgesetzte Handelsabkommen mit Washington wieder auf den Weg bringen zu wollen. Der Brüssel-Korrespondent des Deutschlandfunks, Moritz Küpper, sagte, die europäischen Staaten hätten Geschlossenheit und Stärke bewiesen.
    Über das angekündigte Grönland-Rahmenabkommen zwischen den USA und der EU sind bislang nur wenige Details bekannt. Trump erklärte in einem TV-Interview, auf Grönland werde ein Teil des militärischen Abwehrschirms "Golden Dome" gebaut und die USA erhielten unbegrenzten Zugang zu der Arktisinsel.
    Diese Nachricht wurde am 23.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.