
Der deutsche Außenhandelsverband BGA warnte: "Einseitige Zolldrohungen untergraben Vertrauen und belasten den transatlantischen Handel erheblich". Völlig unklar sei zudem, auf welcher rechtlichen Basis Trump die angekündigte Zollerhöhung umsetzen wolle.
Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Lange, betonte, Trumps Ankündigung zeige, wie unzuverlässig die US-Seite sei. Die EU müsse darauf mit großer Klarheit und Entschlossenheit reagieren.
Der Ökonom Fratzscher meinte, Trump "nutzt Deutschlands und Europas stetiges Nachgeben als Schwäche aus". Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergänzte, es räche sich erneut, "dass die Europäische Union und auch die Bundesregierung im Konflikt mit Trump immer wieder nachgegeben und ihn gewähren lassen haben". Obwohl die US-Gerichte Trumps Zölle als unrechtmäßig eingestuft hätten, versuche er nun, auf Kosten Europas und insbesondere der deutschen Autohersteller innenpolitisch in den USA wieder an Popularität zu gewinnen.
EU-Kommission droht mit Gegenmaßnahmen
Die EU-Kommission behält sich nach der von US-Präsident Trump angekündigten Anhebung der Zölle auf europäische Fahrzeuge Gegenmaßnahmen vor. Eine Sprecherin teilte in Brüssel mit, es gebe Optionen, um die Interessen der EU zu schützen. Zugleich betonte sie, dass man das Handelsabkommen mit den USA im Einklang mit der üblichen Gesetzgebungspraxis umsetze
Trump will Zölle von 25 Prozent auf Fahrzeuge aus der EU
Trump hatte auf seiner Online-Plattform mitgeteilt, dass die Zölle für europäische Pkw und Lastwagen ab der nächsten Woche auf 25 Prozent erhöht werden. Als Begründung führte er an, dass die EU das im vergangenen Jahr vereinbarte Handelsabkommen mit den USA nicht einhalte. In dem Abkommen wurde für die meisten europäischen Waren ein Zollsatz von 15 Prozent festgelegt. Die EU verpflichtete sich im Gegenzug unter anderem, ihre Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen. Die Vereinbarung muss noch von den EU-Mitgliedsstaaten gebilligt werden.
Diese Nachricht wurde am 01.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
