
+++ US-Präsident Trump hat Verhandlungen mit der iranischen Führung über ein Kriegsende ausgeschlossen.
Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social, es werde kein Abkommen geben. Stattdessen müsse es auf eine "bedingungslose Kapitulation" des Irans hinauslaufen. Erst nach einem solchen Schritt und der Auswahl einer "großartigen und akzeptablen" neuen iranischen Führung würden die USA und ihre Verbündeten daran arbeiten, das Land "vom Rande der Zerstörung zurückzuholen". Man werde sich dann auch für eine Stärkung der iranischen Wirtschaft einsetzen. Am vergangenen Sonntag kurz nach dem Beginn der US-Angriffe auf den Iran und der Tötung des iranischen geistlichen Oberhaupts Chamenei - hatte Trump sich noch grundsätzlich für Verhandlungen bereit gezeigt.
+++ Nach dem Raketenangriff am vergangenen Wochenende auf eine Mädchenschule im Iran fordern die Vereinten Nationen eine unabhängige Untersuchung.
UNO-Fachleute sprachen in Genf von einem schwerwiegenden Angriff auf Kinder, auf die Bildung und die Zukunft einer ganzen Gemeinschaft. Bildungseinrichtungen dürften nie zu militärischen Zielen werden. Am vergangenen Samstag hatte eine Rakete die Mädchenschule in Minab im Süden des Iran getroffen. Dabei wurden nach iranischen Angaben mehr als 150 Schülerinnen getötet. Laut einem Bericht der "New York Times" sind vermutlich die USA für den Angriff verantwortlich. Dies habe eine Auswertung von Satellitenbildern, Videos und Veröffentlichungen in Online-Medien ergeben. Die Schule sei getroffen worden, während US-Streitkräfte einen benachbarten iranischen Marinestützpunkt angegriffen hätten. Nach Angaben von Außenminister Rubio untersucht das Pentagon den Vorfall.
+++ Bundeskanzler Merz sieht im Fall einer raschen Beendigung des Iran-Kriegs nur geringe Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.
Merz sagte auf der Internationalen Handwerksmesse in München, aus heutiger Sicht - aber nur aus heutiger Sicht - werde es wahrscheinlich bei einem Dämpfer bleiben. Man sehe die Konjunkturauswirkungen im Augenblick praktisch hinter dem Komma. Merz warnte, wenn der Krieg länger dauern und möglicherweise auf größere Teile des Nahen Ostens übergreifen sollte, dann könnte er auch viel weitergehende Folgen haben. Auch aus diesem Grunde wirke die Bundesregierung in Abstimmung mit europäischen Partnern auf ein rasches Kriegsende hin.
+++ Der Anstieg der Ölpreise beschleunigt sich.
Am Nachmittag wurde Rohöl der Nordseesorte Brent an der Börse in Frankfurt am Main erstmals seit fast zwei Jahren über 90 US-Dollar gehandelt. Grund sind der Iran-Krieg und die damit verbundene Sorge vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Wochenende hat sich Rohöl der Sorte Brent um etwa 25 Prozent verteuert.
+++ UNO-Menschenrechtskommissar Türk hat an die Bundesregierung appelliert, sich im Iran-Krieg für die Einhaltung des Völkerrechts und der Menschenrechte einzusetzen.
Er rufe alle Länder mit Einfluss auf die kriegsführenden Parteien auf, die Wahrung des Völkerrechts ohne Ausnahme zu verlangen. Dazu gehöre der Schutz von Zivilisten. Türk sagte, er hoffe, diese Botschaft auch von der deutschen Regierung zu hören. Bundeskanzler Merz hatte zu Beginn des Krieges erklärt, völkerrechtliche Einordnungen würden relativ wenig bewirken. Auf Kritik an den USA und an Israel verzichtete er bislang, wies jedoch auf die Risiken des Kriegs hin.
+++ Ein zweiter von der Bundesregierung organisierter Evakuierungsflug aus der Golf-Region ist auf dem Flughafen in Frankfurt am Main gelandet.
Die Maschine der Fluggesellschaft Condor mit Bundesbürgern an Bord kam aus Maskat in Oman. Die Ankunft war ursprünglich bereits für gestern Abend erwartet worden, der Abflug hatte sich aber verzögert. Gestern war bereits eine erste von der Bundesregierung gecharterte Maschine mit Deutschen angekommen. Geplant sind noch mindestens zwei weitere dieser Flüge. Zudem gibt es solche privater Reiseanbieter.
Die Lufthansa-Tochter Eurowings teilte mit, sie wolle mit einem Sonderflug heute Nacht rund 150 Bundesbürger aus dem saudischen Riad nach Köln ausfliegen. Ein Linienflug von München nach Riad wurde Lufthansa zufolge aus Sicherheitsgründen nach Kairo umgeleitet. Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs sitzen zehntausende deutsche Touristen in der Region fest.
+++ Im Libanon sind die südlichen Vorstädte der Hauptstadt Beirut und die Küstenstadt Sidon Ziel erneuter israelischer Angriffe geworden.
In Sidon kamen nach Angaben der Behörden fünf Menschen ums Leben. Einer von ihnen war nach Angaben von Sicherheitskreisen ein Mitglied der militant-islamistischen Hamas. Die südlichen Vorstädte Beiruts gelten als Hochburg der mit dem Iran verbündeten Hisbollah. Deren Infrastruktur sei Ziel der Angriffe, teilte die israelische Armee mit. Auch die iranische Hauptstadt Teheran wurde erneut von Israel attackiert.
Die Hisbollah teilte einen neuen Raketenbeschuss auf den Norden Israels mit. Der Iran hat eigenen Angaben zufolge einen Öl-Tanker in US-Besitz vor der Küste Kuwaits angegriffen. Außerdem seien wieder Ziele in Israel und US-Stellungen in den Golfstaaten mit Raketen angegriffen worden, berichtet der staatliche Rundfunk in Teheran.
+++ Die USA haben nach eigenen Angaben unterirdische Raketenabschussrampen im Iran attackiert.
B-2 Tarnkappenbomber hätten am Morgen Dutzende Penetrator-Bomben auf tief vergrabene Abschussrampen für ballistische Raketen abgeworfen, sagte der Chef des US-Regionalkommandos im Nahen Osten, Cooper. "Wir haben auch das iranische Äquivalent des Weltraumkommandos getroffen, was ihre Fähigkeit vermindert, die Amerikaner zu bedrohen", sagte er.
+++ Das UNO-Flüchtlingshilfswerk stuft die eskalierende Gewalt im Nahen Osten als großen humanitären Notfall ein.
Sowohl im Libanon als auch im Iran seien in den ersten Tagen des Konflikts jeweils rund 100.000 Menschen vertrieben worden, teilte das UNHCR in Genf mit. Zehntausende geflohene Syrer seien zudem aus dem Libanon in ihr Heimatland zurückgekehrt. Die Weltgesundheitsorganisation warnt angesichts der Massenflucht und des Mangels an sauberem Wasser vor dem Ausbruch von Krankheiten. Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen, Türk, äußerte sich besorgt über die umfassenden israelischen Evakuierungsaufforderungen für den Südlibanon und Vororte von Beirut. Insbesondere Zwangsumsiedlungen würfen ernste Fragen im Hinblick auf das humanitäre Völkerrecht auf.
Diese Nachricht wurde am 06.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




