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StartseiteInformationen am MorgenDie Türkei mitten ins Herz getroffen14.03.2016

Anschlag in AnkaraDie Türkei mitten ins Herz getroffen

Die Türkei sieht sich seit Ende Juli vergangenen Jahres einer beispiellosen Spirale der Gewalt ausgesetzt mit Hunderten Toten durch Terroranschläge der IS-Terrormiliz, der kurdischen PKK sowie durch Aktionen türkischer Sicherheitskräfte. Nach dem jüngsten Anschlag in Ankara sind viele Türken überzeugt: Wir müssen vorerst lernen, mit diesem Terror zu leben.

Von Reinhard Baumgarten

Nach dem Anschlag: Der völlig zerstörte Linienbus in Ankara am 13. März 2016.
Nach dem Anschlag: Der völlig zerstörte Linienbus in Ankara am 13. März 2016.
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Wieder Terror, wieder Ankara, wieder viele Tote. Min­destens 34 Menschen sterben und 125 werden teils schwer verletzt – das sind die offiziellen Zah­len zum jüngsten Ter­roranschlag in der Türkei. Binnen fünf Monaten hat es drei massive Terroran­schlä­ge in der türkischen Haupt­stadt mit annähernd 170 Toten gegeben. Der jüngste Anschlag mit einer Autobombe hat sich gestern um 18.45 Uhr Orts­­zeit am zentral ge­le­ge­nen Kızılay-Platz im Zentrum von An­kara ereignet. Doğan Asır war als Augenzeuge da­bei.

"Das mit Sprengstoff vollgepackte Auto hat sich uns genähert. Hinten im Bus saß eine Frau. Die ist durch die Wucht der Explosion herausgeschleudert worden. Ich habe hier an der Schulter ein Metallteil abgekriegt."

Eine Auto­bom­­be ist an einer Bushaltestelle neben einem vollbe­setzten städ­­tischen Linien­bus ex­plo­diert. Es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt, sagt Innen­minister Efkan Ala. Der Augenzeuge Doğan Asır ist mit einer Platzwunde am Kopf und einem Riesenschrecken davongekommen.

"Im Bus waren fünf oder sechs Personen sofort tot. Ich habe sie gesehen. Bei einer Person war die Nase weggefetzt. Eine andere Person hatte ein riesen Loch im Bauch, alles hing raus. Ansonsten kann ich mich an nichts mehr erinnern."

Die US-Botschaft hatte am Freitag auf ihrer Homepage vor möglichen Terroranschlägen im Ankaraner Stadtbezirk Bahcelievler gewarnt. Von türkischer Seite gab es dazu bislang keine Äußerung. Bislang hat sich niemand zu der Tat bekannt, aber …

"Es gebe erste Erkenntnisse", so In­nen­mi­nister Efkan Ala. 

"Welche Organisation hinter diesem Anschlag steckt, wird erst nach genauester Prüfung der Untersuchungsergebnisse be­kannt gegeben."

Spirale der Gewalt geht weiter

Vor gut drei Wochen erst waren bei einem Anschlag auf Militärfahrzeuge im Re­gierungs­viertel von Ankara 29 Menschen umgekommen. Zu der Tat hatte sich eine linke türkisch-kurdische Splittergruppe bekannt. Die türkischen Behörden hatten indes kurz nach dem Anschlag syrische Kurden verantwortlich gemacht.

"Ankara habe als Anschlagsort natürlich Symbolcharakter", analysiert der Publizist Ali Nihat Özcan im türkischen Fernsehen. "Wenn in einer Hauptstadt ein Terroranschlag verübt wird, dann soll damit vermittelt werden, dass man das Herz eines Landes treffen kann."

Im gleichen Sender stellt der regierungsnahe Journalist Abdülkadir Selvi fest, die Türkei sei trotz des hohen Blutzolls der vergangenen Monate nicht der Irak oder Syrien. Die Anschläge täten weh, würden aber in kürzester Zeit aufgeklärt. Gleichzeitig mahnt er:

"Wir müssen realistisch sein und wissen, dass wir zumindest für eine bestimmte Zeit lernen müssen, mit diesem Terror zu leben."

Die Türkei sieht sich seit Ende Juli vergangenen Jahres einer beispiellosen Spirale der Gewalt ausgesetzt mit Hun­derten Toten durch Terroranschläge der IS-Terrormiliz, der kurdischen PKK sowie durch Aktionen türkischer Sicherheits­kräfte vor allem im Südos­ten des Landes.

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